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GNE am 18.11.11 in der Kopfklinik Heidelberg.


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6 Antworten in diesem Thema

#1 Liz.

Liz.

    Separiergummiträger

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  • 44 Beiträge

Geschrieben 03 December 2011 - 23:13

Hallo zusammen, :)

Da ich meine GNE OP (zahngetragen) in der Kopfklinik/Uniklinik Heidelberg nun hinter mir habe, möchte auch ich mit diesem Bericht euch einen kleinen Einblick in die OP-Zeit ermöglichen.

Kurz & knackig: Ich befinde mich seit diesem Jahr in kieferorthopädisch-kieferchirurgisch kombinierter Behandlung. 1,2cm UK-Rücklage, schmaler OK. -> GNE, Brackets und UK-Vorverlagerung stehen auf meiner Liste. Anbei ist vielleicht noch erwähnenswert, dass bei mir anfänglich die GNE ohne chirurgische Unterstützung versucht wurde, da ich noch relativ jung bin, was aber letztendlich scheiterte und ich mich binnen kurzer Zeit auf eine OP umstellen musste.






Donnerstag, 17.11.11 - Aufnahme

Um 9 Uhr musste ich im Krankenhaus erscheinen. Dort angekommen ging ich zur Aufnahme und musste auch kaum warten, bis ich an der Reihe war. Mir wurden irgendwelche Formulare gegeben und ich musste rauf zur Station. Man fragte mich zuerst, was ich denn heute Mittag essen wolle. :D Dann fing die ganze Organisation an und ich musste 'ne Zeit lang warten, bis das Zimmer frei wurde, welches für mich vorgesehen war. In dieser Zeit nahm ich die Gelegenheit und frühstückte etwas Kleines in der Kafeteria, weil ich mich aufgrund der Blutentnahme nüchtern vor Ort befand, obwohl sich herausstellte, dass das gar nicht nötig gewesen war. Mit größtenteils gestilltem Hunger lief ich wieder zur Station und begab mich in ein Aufenthalsraum, wo es auch ein Fernseher gab und viele Operierte da einfach zusammen Fernseher schauten oder Zeitschriften laßen. So langsam begann ich mich an die Krankenhausatmosphäre zu gewöhnen, immer mal wieder liefen Leute mit dicken Backen und blutigen Nasen, Verbänden etc. an mir vorbei. Dennoch muss ich dazu sagen, es ist schon eine absurde Tatsache, dass man gerade noch total gesund ist, aber morgen selbst so aussehen wird. K(l)eine Überraschung: Ich wurde als Herr zur Blutentnahme aufgerufen. Was soll's, bin es eh schon gewohnt, das Y-Chromosom verpasst zu kriegen, mein Name mag für den ein oder anderen wohl eher männlich klingen. ;) Nach dem kleinen Pickserchen und den mit roter Farbe gefüllten Röhrchen gab's zusätzlich eine Mini-Untersuchung und im Anschluss daran ein "Fotoshooting", als sogenannte Krönung am Ende, da ich einige Tage zuvor nach meinem Besprechungs-/Aufkärungstermin bereits EKG und Anästhesiegespräch absolviert hatte.

Als erstes wollte ich mich endlich auf den Weg zu meinem Zimmer machen, und siehe da, die Überraschung von der Blutentnahme vervollständigt sich: Ein Mann lag im Krankenbett. - Kurze Umorganisation und schwupps bekam ich eine neue Zimmernummer.

Bisschen gewöhnungsbedürftig, zumal es der 1. Krankenhausaufenthalt in meinem Leben ist. Noch genoß ich das Alleinesein, doch es dauerte nicht lange, bis ich meine Bettnachbarin kennenlernen durfte, eine (viel) ältere Dame.

Irgendwann später traf ich auf die Schwester und fagte sie ganz lieb, ob ich eigentlich für paar Stunden nach Hause gehen kann, schließlich seien die ganzen Untersuchungen paletti und ich würde hier nur übernachten müssen. Irgendwie versuchte sie dann meinen Chirurgen telefonisch zu erreichen, der mir letztlich die Erlaubnis dazu erteilte. Super! Zuhause habe ich mir dann noch einige schöne Stunden gemacht und versuchte das ganze Krankenhaus komplett aus dem Köpfchen zu schmeißen. Das tat echt gut.

Gegen spätem Nachmittag hieß es wieder: Krankenhaus ruft. In meinem Zimmer angekommen begrüßte mich schleichend der Alltag einer Krankenschwester. Die Dame konnte sich kaum bewegen und ich habe ihr freundlichkeitshalber bei Dingen wie den Fernseher einschalten, zudecken, Heizung aufdrehen etc. geholfen. Schnell wurde auch klar, dass Gesellschaft leisten ebenfalls auf dem Programm stand. Ob ich das alles auch nach der OP noch kann? Vielleicht hätte ich mich über das Männerzimmer nicht beschweren sollen...

Die Zeit verging wie im Flug. Das Krankenhaus erkunden war meine Lieblingsbeschäftigung: Ich lief häufig die Gänge auf und ab und begab mich ins Aufenthalsraum, oder nach draußen. So langsam wandte sich das Ganze in eine interessante Atmosphäre. Jede Schwester und jeder Arzt, der mir über den Weg lief, machte einen netten Eindruck und ich lernte Leute kennen, die die GNE OP schon hinter sich haben und durfte mir anhören, dass das Ganze halb so wild ist. Ich "genoß" die Zeit als eine Erfahrung. Keine Angst in Sicht. Eigentlich überraschend, dass ich mit der Situation so gut umgehen konnte.

Gegen Abend habe ich von meinem Chirurgen erfahren, dass er mich als erste um 7:30 Uhr operieren wird. Nicht schlecht. Erst kriege ich so kurzfristig (binnen weniger Tage) den OP Termin und jetzt werde ich auch als erste operiert. :)

In der Nacht konnte ich aufgrund des Schnarchfestivals und eingeschaltetem Licht nicht schlafen, weshalb ich mich auf Schaltersuche begab, irgendwann schließlich aufgab und ein Handtuch auf das Licht warf, damit es nicht so intensiv leuchtete. Doch nach den zahlreichen zum Scheitern verurteilten Schlafversuchen beunruhigte mich das Handtuch und ich drückte à la no risk no fun auf irgend so 'nen Schalter und promt war ein Krankenpfleger hergezaubert und erkundigte sich, ob alles in Ordnung sei. Netter Fehlversuch. Aber wenigstens wurd' mir gezeigt, wie man das Licht ausschaltet und ich warf mich endlich ins Bett. In der Nacht gab es noch mehrere solcher Besuche um meine Nachbarin, was mir den Schlaf raubte. Tatsächlich schien ich zu wollen, dass es endlich morgen werden soll..




Freitag, 18.11.11 - OP-Tag

Um 6:00 Uhr wurde ich mit einem freundlichen "Guten Morgen" und einem Lächeln geweckt. Die unruhige Nacht lag mir noch auf den Schläfen. Ich sprang zur Dusche und zog Thrombosestrümpfe, OP Höschen und OP Hemd an. Alberte ein wenig mit dem Outfit rum, schließlich hat man sowas nicht jeden Tag. Ich konnt's im Zimmer nicht mehr aushalten und lief im Gang auf und ab. Keine Angst in Sicht, konnte noch lachen. Doch irgendwie wurde es langsam mehr oder weniger ernst und ich konnte mir gar nichts darunter vorstellen, was jetzt alles auf mich zukommen wird. (Positive) Aufregung. Kurze Zeit später sah ich meinen Chirurgen bei der Visite, er erkundigte sich nach meinem Befund und musste mir leider mitteilen, dass sich meine OP aufgrund eines Notfalls um 2-3h verschieben würde. - Geduld ist immer gut. Dann wollte er sich auch schon auf den Weg machen, kehrte dann aber um und sagte, dass ich nach der OP ein neues Zimmer kriegen würde. - Sehr gut! Nichts gegen meine Bettnachbarin, aber der Generationsunterschied war schon gewissermaßen ernorm.

Vorallem draußen versuchte ich die Zeit tot zu schlagen. Lernte wieder nette Leute kennen und bekam ständig Mitleid zugesprochen, weil ich so viel warten musste, das half mir aber letztendlich nicht weiter. Den Hunger emfpand ich so langsam alles andere als angenehm. Es vergingen Stunden über Stunden. Ich war so schwach und wollte einfach nur schlafen. Das schlimmste an dem ganzen Krankenhausaufhentalt stellte sich schließlich als dieses im hungernden Zustand endlose Warten auf die OP heraus. Aber was möchte man tun, Notfälle passieren nun mal immer.

13:00 Uhr Ich hielts nicht mehr aus und legte mich schlafen. Keine Minute war vergangen und schon wurde ich wieder geweckt "Junge Dame, es geht jetzt los". Endlich! und Oh mein Gott. Schnell nochmal frisch machen und mit meiner Akte runter zur Ambulanz.
Unten angekommen ging alles ganz schnell und man legte mir den Zugang. Ich befolgte den Anweisungen der Narkoseärztin und betrieb mit jemand anderem Smalltalk über mein Herz. (Nettes Gesprächsthema ;) ) Dann bekam ich noch eine gemütliche Decke über meinen Körper und sah eine Atemmaske vor mir. Geschwind fragte ich noch, wie lange die OP dauern wird, was ich aber ganz schnell wieder bereut habe: Als Antwort bekam ich, so ca. 2 ½ h. So lange? Daraufhin grinsend, "Nein, das war ein Scherz. Also 1 ½ h. Kommt ganz drauf an, wie schnell Sie sind." 8) Kurzzeitig verfolgte mich plötzlich der Gedanke, man hätte mich mit einem anderen Patienten verwechselt und ich würde jetzt keine GNE sondern sowas wie eine Kiefer-VV/RV kriegen. Kann man nicht an etwas Besseres denken? Mir blieb nichts anderes mehr übrig, als mir einzureden; mein Name wurde mehrfach kontrolliert, das ist schon die richtige OP....
"Machen Sie gerne Urlaub?" - Ich bezweifelte, dass man diese Frage überhaupt mit einem Nein beantworten könnte. Man wünschte mir noch schöne Träume von Sandstränden. Dann hörte ich noch: "Es wird jetzt brennen" und ich spürte nur wie auf einmal alles in meinem Körper anders wurde und schon schlüpfte ich ins künstliche "Schlaraffenland".



16:00 Uhr: Für paar Sekunden schien ich erstmal nicht zu wissen, wo ich war und was ich hier eigentlich verloren hatte, bevor ich feststellen durfte, wie gut es mir eigentlich ging. Ich war begeistert von meinem Sättigungsgefühl, welches ich vor der OP seit über 12h so vermisste. Es war eigentlich viel mehr so, als würde ich ungewollt zu 'ner früheren Morgenstunde aus'm Schlaf aufwachen. Ist zwar wohl ein untypischer Gedanke nach 'ner OP, doch ich war fasziniert von der Situation und wollte brennend sowas wie ein OP-Video sehen, weil ich kaum glauben konnte, dass alles vorbei ist. Von Schmerzen keine Spur. Nur musste ich husten und mein Hals war gereizt. (Wohl aufgrund des Beatmungsschlauches, welches mir nach dem Einschlafen eingeschoben und vor dem Aufwachen wieder herausgenommen wurde). Mir war kalt, daraufhin wurde mein Bett erwärmt, sodass mir wiederum zu warm wurde. Interessiert beobachtete ich das Geschehen im Aufwachraum. Ich käme nie auf den Gedanken, dass soeben an meinem OK (mit Säge, Messer, ... oder Boxhandschuh?) gespielt worden sei, dazu ging es mir einfach so gut. Es dauerte ein bisschen, bis ich zur Station gefahren wurde, es mal hier und da ruckelte, und ich dann schließlich in meinem Zimmer lag und meine Mutter hereinplatzte. Mir wurde irgendetwas entfernt, das an der Nase klebte (vielleicht irgendetwas, dass das Blut aufsaugt?), wusste nicht, dass ich überhaupt was an der Nase hatte, da ich problemlos atmen konnte. Aufgeregt und glücklich berichtete ich meiner Mutter, wie gut ich mich doch fühle und wollte ihr gleich alles aus dem Aufwachraum erzählen. Sie bat mich, 'nen Gang runterzuschalten und nicht zu viel zu reden. Daraufhin begrüßte mich schon das erste Tropfen Blut aus der Nase.

Sie erzählte mir, dass ich wach gewesen sein soll, als ich aus dem OP-Saal in den Aufwachraum geschoben wurde, woran ich mich wirklich nicht erinnern kann. Das erste, was ich wissen wollte, soll gewesen sein, wie lange die OP gedauert hat (1h)- der Moment vor der Narkose hat mir anscheinend ordentlich zu schaffen gemacht.

Im Laufe des Nachmittags kam ein Arzt herein und stellte sich als "ich bin der Böse" vor. Es war der Assistenzarzt von meinem Chirurgen. Er durfte mir erfreulicherweise mitteilen, dass alles gut verlief und keine Überraschungen auftraten. Soweit ich folgen konnte, sollen sie bei der OP meinen OK abgetrennt, die Apparatur einmal komplett geweitet und dann wieder zurückgedreht haben. Ich versuchte ein wenig zu schlafen, war noch müde, aber fand die Sitatuon äußerst aufregend, sodass ich doch unbedingt wach bleiben wollte. Nach sämtlichen Tastversuchen stellte ich fest, dass sich meine Oberlippe, Wange sowie Nase distanziert bzw. gefühlsschwach anfühlten.

Als der Tag langsam zum Abend wurde, ließ sich mein Chirurg blicken. Er erkundigte sich nach mir, erzählte genauso wie sein Vorgänger, dass die OP gut verlief, stellte mein Bett in eine höhere Kopfposition und ließ mich von der Infusion entfernen. Vielleicht könne ich schon sonntags entlassen werden. Plötzlich bekam ich einen heftigen Hustenanfall inklusive Nasenbluten. Seine Reaktion: "Oh, oh ... Dieser Tag wird auch einmal vergehen". Da wollt ich gerade noch sagen, dass es mir eigentlich gut geht und ich nicht finde, dass dieser Tag vergehen muss, aber dann war er auch schon wieder weg.

Endlich Mahlzeit: Kamillentee und Astronautennahrung, mit Erdbeer- und Karamellgeschmack. Mhmm, lecker! Mundöffnung war ausreichend, nach anfänglichen Teelöffelversuchen traute ich mich schließlich den Tee vorsichtig aus der Tasse zu trinken und es funktionierte! In meinem neuen Zimmer ging es nun altersgerechter zu, was die Bettnachbarin betraf.

Irgendwann musste ich mal auf die Toilette und habe nach Anweisung die Schwester gerufen. Es kam aber ein "Bruder". Meine Nachbarin war unglaublich lieb und wollte mir dann helfen. Dabei merkte ich zum ersten Mal; schön langsam. So fit war ich dann doch wieder nicht. Wenigstens war ich froh, dass ich daraufhin nicht blutete. Ein "Horrorszenario" mit "Bluterbrechen" blieb mir glücklicherweise erspart. Und überhaupt, aus dem Mund heraus blutete ich in der gesamten post-OP-Zeit kein einziges Mal, wenn schon nur aus der Nase.

Bevor der Pfleger verschwand, ließ ich mir noch sicherheitshalber Schmerzmittel geben, weil sich so langsam Schmerzen bemerkbar machten, zwar junior-mäßige, aber in der adult-version wollte ich sie nun wirklich nicht kennenlernen.

Die Nacht verlief ruhig, endlich konnte ich der Müdigkeit nachgeben.



Samstag 19.11.11 - 1. Tag Post OP

Ich hatte irgendwie das Gefühl, mich nach dieser Schlaferei ein bisschen bewegen zu müssen, so stand ich auf und lief ein bisschem im Krankenhaus rum. Wohl ein bisschen zu viel, so dass wieder das Rote aus der Nase kam. Aber war nicht so schlimm. Ich hatte bei dem Narkosegespräch Gott sein Dank erwähnt gehabt, dass mir superschnell übel wird und man mir lieber ein Mittel dagegen geben soll. Deshalb kann ich von keiner Übelkeit berichten. Beim Zähneputzen merkte ich, dass ich meine oberen Schneidezähne kaum spürte, weshalb ich meinen Druck herabsetzen musste. Aber das klappte schon ganz gut. Schwieriger war eher das Ausspülen, da die Beweglichkeit noch nicht ganz da war. Es kam wieder der Arzt herein und erkundigte sich nach mir. Alles soweit in Ordnung. Geschwollen war ich, doch das ging nicht über meine XXL kürbishafteVorstellungsgrenze hinaus, laut Arzt sah es sogar nicht schlimm aus, auch wenn Kühlen leider nur teilweise möglich war. Bewundernswert fand ich, dass meine Mundwinkel von der Prozedur kaum was abgekriegt zu haben schienen, obwohl sie bereits vor der OP leicht eingerissen waren.

Später bekam ich noch Besuch von meinem Bruder und meiner Schwägerin. Mit ihnen war ich dann wieder 'ne Runde laufen. Ich fühlte mich immer noch nicht so, als hätte man an meinem OK-Knochen gebastelt. Verspürte lediglich ein härteres Gefühl in der Wange. Vorsichtshalber wollte ich mich mal nicht so schnell freuen, vielleicht ging's mir aufgrund der Nachwirkung der Narkose noch recht gut und es warten noch schlimme Tage auf mich. Doch keine Spur davon. Zum Glück!
Die Zeit verflog superschnell und der Tag wurde wieder zur Nacht.



Sonntag 20.11.11 - 2. Tag Post OP - Entlassung

Am 2. Tag Post OP war der große Tag: ich durfte entlassen werden. Man hat mich noch gefragt, ob ich denn noch bis Montag bleiben soll, weil ich wohl noch geschwollen aussehe. Aber daraufhin meinte man, dass wenn ich mit meinem Chirurgen bereits Sonntag ausgemacht habe und ich mich gut genug dazu fühle, auch gehen kann. Super! Eigentlich könnte ich notfalls auch länger bleiben. Ich fühlte mich rundum wohl im Krankenhaus. Aber um ehrlichzusein wurd's schon ein wenig langweilig, wenn man sich als "Gesunde" im Krankenhaus fühlt. ;) Bevor ich mich auf den Weg ins sweet home gemacht habe, wurde ich noch untersucht und war bepackt mit Voltaren, ein Mittel für den Magen, Nasenspray, 1-monatiges Kau- sowie ein 2-wöchiges Schneuzverbot.
Zuhause standen Schlafen und Zeit vertreiben auf der To Do Liste. Schmerzen hatte ich keine. Wenn schon leichte an den Wangen, die aber für meine Begriffe absolut aushaltbar waren und deshalb nicht sonderlich erwähnenswert sind. Die Nächte pochte es ab und zu an einigen Stellen und ich verspürte einen wandernden Druck, als versuche der Knochen wieder zusammenzuwachsen. Manchmal kribbelte es auch, als würde 'ne Ameisenhürde meine Wangen überqueren. Die Nase spürte ich schon wieder komplett nur Oberlippe und Wange waren immer noch beleidigt.


Montag, 21.11.11 - 3. Tag Post OP - Zuhause

Überraschend schnell hatte ich von Brei bereits die Nase voll, obwohl ich von mir erwartet hätte, dass ich das länger ohne mich zu beschweren durchziehe. Bin wohl 'ne schwierige Person. Das fand ich als das lästigste überhaupt nach der OP. Aber natürlich schätzte ich es gewissermaßen, überhaupt etwas essen zu können. Im Krankenhaus konnte ich die Tage eigentlich noch aushalten, es kamen verschiedene Suppen und Puddings. Doch als ich Zuhause war, konnte ich es plötzlich nicht mehr sehen und ich hab's eher bevorzugt, mich an weitgehend "normale", weiche Nahrung ranzumachen, es so weit es geht (winzig) zu zerkleinern, damit im Mund ein bisschen rumzuspielen/Geschmack genießen und ggf. mit viel Wasser zu schlucken. Meine Mundöffnung war relativ gut, nur die Oberlippe hatte an Beweglichkeit verloren. Praktisch war das Astronautenfutter, von dem ich noch ein paar für Zuhause erhalten hatte. Die erste Zeit war schon eine nahrungstechnische Umstellung, doch sobald man sich an die Situation gewöhnte, hat man sich auch kreativer ans Werk machen können. Den 1. offiziellen Tag in den eigenen vier Wänden verbrachte ich mit viel Raumwechsel, Fernseherschauen, Rumliegen und Essen.

Die nächsten Tage gestalteten sich ähnlich, nur mit der Ausnahme, dass es kräftemäßig immer mehr bergauf ging. So war ich die Tage mal an die 60min spazieren oder Einkäufe erledigen. Gegen Ende der Woche konnte ich sogar zur Schule gehen und habe gleich mal als nettes Willkommensgeschenk eine Klausur nachschreiben müssen. 8)





Fazit:

Jetzt ist meine OP schon ca. 2 Wochen her und ich muss sagen, die Zeit vergeht wie im Flug. Mir ging es zu keiner Zeit schlecht, d.h. ich habe mir nie gewünscht, dass ein Tag schnellstmöglich rumgehen soll. - Keine großartigen Schmerzen, keine Übelkeit. Am OP-Tag und vielleicht noch ein bisschen am 1. Tag Post OP Blut aus der Nase. Wenig Kraft, war aber trotzdem ab dem 1. Tag immer mal wieder in Bewegung und konnte alles selbstsändig erledigen.
Auch mit dem Krankenhausaufenthalt in Heidelberg bin ich rundum zufrieden gewesen, nette und kompetente Ärzte sowie Pfleger, die sich viel Zeit für einen nehmen.

Momentan befinde ich mich fleißig im Drehmarathon (2x am Tag) und gehe wöchentlich zur Kontrolle. Mal zum KFC, mal zur KFO. Meine Zahnlücke (die ich von Natur aus schon habe) ist größer geworden und die Hamsterbäckchen haben sich auch schon verabschiedet. Die Oberlippe und die Zähne spüre ich wieder, die rechte Wange wollte sich zunächst noch ein bisschen Zeit lassen, aber nun fühlt sich alles wieder im wahrsten Sinne des Wortes echt an. Begeistert bin ich von meiner Nasenatmung: hätte nie gedacht, dass man so gut atmen kann, zumal mir vor der OP nie auffiel, dass ich das nicht so gut konnte. Bin jetzt gespannt, was mich noch alles erwartet und freue mich auf ein breites Grinsen, das sich schon so langsam blicken lässt.

An dieser Stelle möcht' ich mich bei allen bedanken, die ich bzgl. OP mit Fragen bombadieren durfte, die hier ihre Erfahrungen teilen und gute Tipps geben! Es ist zwar erst der Anfang, aber immerhin schon mal eine OP weniger.

Nun stehe ich selbst zum "Bombardement" der Fragen gerne zur Verfügung und hoffe, dass man mein Bericht so einigermaßen lesen konnte.


Ich wünsche allen, die (noch) operiert werden/wurden alles Gute! :)


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#2 Mauto

Mauto

    Kieferknacker

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Geschrieben 05 December 2011 - 21:47

Hallo Liz,

Glueckwunsch zur ueberstanden OP und danke fuer den ausfuehrlichen Bericht. Da ich mich auch in der Kopfklinik in HD operieren lassen werde, freue ich mich immer ganz besonders, einen positiven Erfahrungsbericht zu lesen. Ich hatte dort im Sommer mein erstes Beratungsgespraech und bin morgen nochmals dort, um die Terminplanung in Angriff zu nehmen. Bei mir ist eine OK Vorverlagerung und wohl auch UK Rueckverlagerung geplant.

Die Abteilung Mund-Kiefer und Gesichtschirurgie hat auf mich einen sehr positiven Gesamteindruck gemacht und der behandelnde Chirurg wirkte professionell, kompetent und auch sympathisch.... da bin ich echt froh, dass sich dieser Eindruck bei Dir auch bestaetigt hat.

Meine Nasenatmung ist auch verdammt schlecht, und ich bin vorher nie auf die Idee gekommen, dass das mit dem Kiefer zu tun haben koennte. Der Zusammenhang ist mir erst im Laufe der KFO Behandlung klar geworden. Ich freue mich auch schon darauf, wenn das nach der OP besser wird.

Schoen, dass Du Dich nach der GNE schon so schnell wieder erholt hast. Weist Du schon, wann Deine UK OP ansteht?
Du wohnst sicher in der Naehe von HD, da Du vom Krankenhaus nochmals nach Hause durftest.

Ich wuensche Dir auf alle Faelle weiterhin gute Besserung. Ich hoffe mal, dass ich morgen meinen OP Termin bekomme... bin schon aufgeregt.

Liebe Gruesse

Mauto
Lingualspange vom 11.03.2010 bis 20.06.12

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#3 Liz.

Liz.

    Separiergummiträger

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Geschrieben 05 December 2011 - 22:36

Hallo Mauto,

vielen Dank, dass Du meinen (superlangen :mellow: ) Bericht gelesen hast!

Ja, ich finde auch, dass der Chirurg einen professionellen, sowie sympathischen Eindruck macht und bin bis jetzt auch mit allem zufrieden. ;)

Ich wäre ebenfalls nie auf die Idee gekommen, dass die Nasenatmung etwas mit dem Kiefer zutun haben könnte. Auch andere Dinge, wie meine Nackenbeschwerden kommen wohl durch die Fehlstellung.
Das ist echt ein schönes Gefühl, so gut durch die Nase atmen zu können. :) Darauf kannst Du Dich wirklich freuen.

Wann die UK-OP sein wird, ist noch unklar, wahrscheinlich (frühestens) nächstes Jahr im Sommer. Meine Zähne müssen mittels Brackets noch ausgeformt werden, mal schauen, wann ich sie eingesetzt kriege. Wann steht denn Deine OP an? Dauert wohl nicht mehr so lange?

Ja ich wohne bei HD. War deshalb kein Problem, nach Hause zu gehen. Kommst Du aus der Ferne?


Danke, ich wünsche auch für Deine Behandlung alles Gute und hoffe, dass Du morgen einen passenden OP-Termin bekommst. Hat bei mir super geklappt. :D

Das wird schon alles werden, bist auf jeden Fall schon mal in guten Händen. :)



LG, Liz


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#4 Mauto

Mauto

    Kieferknacker

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Geschrieben 05 December 2011 - 23:59

Hi Liz,

Dein Bericht ist zwar super lang, aber dafuer kurzweilig und sehr amuesant zu lesen. Musste sehr darueber schmunzeln, dass Du zunaechst einen maennlichen Bettnachbarn bekommen solltest.

Jetzt bin ich mal gespannt auf morgen und hoffe, hier auch bald einen positiven Bericht einstellen zu koennen und ausserdem irgendwann mal ganz viel Luft durch die Nase zu bekommen :-)

LG Mauto
Lingualspange vom 11.03.2010 bis 20.06.12

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Metallfrei seit 16.11.2012

#5 Hase1

Hase1

    Kieferknacker

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Geschrieben 20 December 2011 - 02:12

Hallo Liz.

Ich gratuliere Dir zur überstandenen GNE-OP

Ich wünsche Dir gute Besserung, einen guten Rutsch und viel Erfolg im neuen Jahr 2012.

Hast Du mich vergessen?

Viele Grüße von Sebastian

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#6 bademeistern

bademeistern

    Kieferknacker

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Geschrieben 20 December 2011 - 13:24

Hey da ich schon ewig nicht mehr on war und es nun endlich mal wieder geschafft hab auch von mir alles gute zur überstandenen Op.
Hoffe soweit ist alles gut bei dir =)

Wünsch dir mal frohe weihnachten und einen guten Rutsch =)

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#7 Liz.

Liz.

    Separiergummiträger

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Geschrieben 21 December 2011 - 11:46

Danke für eure Glückwünsche :)

@bademeistern, freut mich, dass Du Dich meldest und danke der Nachfrage. Mir geht's ganz gut, alles wieder normal, bin auch frisch mit dem Drehen fertig. Hatte nur während der Drehphase paar unangenehme Probleme (Apparatur ging kaputt, alles nochmal raus und neu einbauen) aber jetzt ist alles wieder so wie es sein soll und die gewünschte Breite ist da. Bin also froh und hab's nie bereut, jetzt bin gespannt, wie es nun weitergeht. Wie geht es Dir so? Gratuliere ebenso, auch Du hast es nun hinter Dir. ;) OP gut weggesteckt? Biss stimmt überein? Hoffe, dass alles okay ist und dass sich die OP gelohnt hat.
Von mir auch alles Gute, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Und auch allen anderen =)

LG


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