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kieferschizm

07.07.11 Weisheitszähne - OP im AKH

Ich weiß, so ein paar Zähne sind Nichts im Vergleich zu einer Bimax - aber da ich anscheinend ein Härtefall war und für mich persönlich auch eine gute Vorbereitung auf eben jene Operation im Jänner darstellt, hier trotzdem mein Erfahrungsbericht:

Tag der Aufnahme:

Da die OP um eine Woche verschoben werden musste, und die Blutwerte somit nicht mehr aktuell genug waren, gleich mal einen Plastikschlauch eingesetzt bekommen und brav abzapfen lassen. Gute Henkersmahlzeit (sollte die letzte feste Nahrung für die kommenden Tage werden) bekommen und vor dem Schlafen gehen noch eine Trombose-Spritze in den Oberschenkel.

Tag der OP:

Pünktlich um 9:30 abgeholt, Gänge entlang geschoben und auf den OP-Tisch aufgebahrt worden. Mit einer satten Ladung Propohol in den Schlaf geschickt, darauf hatte ich mich gefreut - war mir schon von der Mandel-Entnahme vor ein paar Jahren bekannt gewesen.

Aufgewacht um 12:30, die Operation hatte tatsächlich bis 11:30 gedauert - also beinahe zwei Stunden für drei Weisheitszähne (links oben und beide unten).

Wurde dann wieder aufs Zimmer geschoben, den Rest des Tages im Dämmerzustand verbracht - keinerlei Schmerzen, hab es gerade noch geschafft, ein Erinnerungsfoto (Hamster!) zu schießen. Auf den Tag verteilt musste ich Antibiotika, Schmerzmittel und Magentabletten einnehmen. Zähneputzen ging gar nicht, habe den Mund nur ein paar Milimeter öffnen können. Reden war nur unter Anstrengung und ziemlich undeutlich möglich. Natürlich war auch wieder eine Trombose-Spritze mein unsanfter Gute-Nacht-Kuss in den Schenkel.

1. Tag Post-OP:

Visite stellt mir einen Becher mit meinem ehemaligen Zahnmaterial auf den Tisch und eröffnet mir, dass zwei Chirurgen an mir rumschlitzen mussten. Die unteren Weisheitszähne mussten freigelegt, in je vier Stücke zertrümmert und dann mühsam gezogen werden. Es sei aber alles gut verlaufen und die Heilung auch im Rahmen des Möglichen fortgeschritten. Habe es mit Zähneputzen versucht, gaaaanz vorsichtig und mit viel Blut im Waschbecken. Fühlte sich trotzdem gut an.

Durch den Strohhalm trinken war mühevoll, aber in Ordnung. Es gab kalten Kamillentee und kalte, klare Gemüsesuppe. Für den Hunger klare Protein-Säfte. Die Schwester äußerte ihre Freude darüber, dass ich mich nicht erbrochen hatte, weil doch so viel Blut in meinen Magen gekommen wäre - aha.

Zum Röngten hab ich es ganz gut geschafft, am Abend gabs dann noch einen Tropf, somit wieder alles schmerzfrei. Natürlich auch wieder mit dem bunten Medi-Cocktail, diesmal keine Trombose-Spritze. War ja auch schon brav ein paar Schritte spazieren gewesen.

2. Tag Post-OP:

Dank Tabletten und Diät etwas weggetreten, hatte ich kein Programm für den Tag und frage nach, wann ich den heim dürfe - die Prognosen gingen von "Heute" bis hin zu "In drei Tagen". Tatsächlich bekam ich aber noch einen bunt gefüllten Rezeptzettel und ein paar gute Ernährungstipps mit auf den Weg und durfte das Krankenhaus verlassen.

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5. Tag Post-OP

Jeden Tag ein bisschen mehr Bewegung, die Schwellungen im Gesicht klingen langsam ab und weichen dafür einer Mischung aus gelben und blauen Flecken. Schmerzen hatte ich die ganze Zeit über kaum, dafür kribbelt es in der Zunge und den Unterlippen - die Nerven wurden ja doch etwas beleidigt.

Mittlerweile schaffe ich ungetoasteten Toast, wenn er im Mund gut mit Kamillentee eingeweicht wird. Ansonsten Babynahrung in verschiedenen Ausführungen für Kinder bis 6 Monate :) Immer wieder das Gesicht kühlen - komischerweise wurde mir das im AKH empfohlen, vor Ort jedoch nur mit Nachfrage einmalig gereicht. Den Mund kann ich mittlerweile soweit aufmachen, dass ich sehr deutlich sprechen kann. Morgen darf ich dann auch die Antibiotika absetzen. Einzig die Nähte ziehen noch und nerven ein wenig - in 5 Tagen kommen auch die raus. Und das Schönste: Kein Blutbad mehr beim Zähneputzen, endlich wieder ein richtig sauberes Gefühl.

Unterm Strich bin ich echt zufrieden mit den Leuten im AKH, wenn auch etwas eng ins Bürokratie-Korsett gezwängt - Ich habe es gewagt, selbstständig den mir auferlegten Raumwechsel durchzuführen. Ohne auf die Abholung zu warten! Aufregung, Panik - da macht jemand was von allein! Kann man denen aber auch nicht wirklich zum Vorwurf machen, im Nachhinein tuts mir leid, dass ich der Stationsschwester vorgeworfen habe, sie solle ihre Nerven wegen so einer Kleinigkeit nicht wegschmeissen. Jedenfalls war es glaub ich ein ganz gutes "Training" für die bevorstehende Bimax, das Ganze dann eben hoch 10 :)

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