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Leilani

GNE am 17.06.2011 im Diakoniekrankenhaus

Hallo zusammen,

Endlich kommt jetzt auch mein Bericht :-)

Ich wurde in meiner Kindheit (trotz mehrfachem Hinweis vom Zahnarzt) nie kieferorthopädisch behandelt. Dadurch habe ich einen Überbiss und meine Zähne standen vor allem im Frontbereich kreuz und quer. Durch meine Angst vor dem Zahnarzt war ich als Kind froh, dass ich der Behandlung entkommen bin und habe es aber dann spätestens als Teenie bereut. Leider entwickelte sich die Angst so sehr, dass ich es nicht geschafft habe, zum KFO zu gehen. Erst 10 Jahre später, mit 24 bin ich dann zu meinem ersten Beratungsgespräch. Es sollte dann noch mal 2 Jahre dauern bis die Umstände (Arbeit, Wohnort) gepasst haben...

Und so bin ich am 17. Juni zur ambulanten GNE gefahren. Da die letzten Tage vor der OP meine größte Angst war, dass die OP aus irgendeinem Grund nicht stattfinden konnte, war ich auf dieser Fahrt mehr davor aufgeregt, dass noch jemand sagen könnte "Leider können wir nicht operieren" als vor der OP selbst. Ich wollte das jetzt endlich durchziehen..

Nach dem Gespräch mit der Anästhesistin musste ich noch kurz im Wartezimmer warten und dann ging es auch schon los. Ich legte mich mit meinen normalen Klamotten auf die Liege, habe mir eine OP Haube aufgesetzt und auch schon einen Venenzugang an der linken Hand gelegt bekommen. Das Gefühl als da dann was reingespritzt wurde habe ich als unangenehm empfunden. Viel mehr hab ich dann aber auch nicht mitgekriegt....weg war ich :-)

Beim Aufwachen habe ich gemerkt, dass mir jemand nen Schlauch aus der Nase zieht...das war auch nicht so angenehm. Ich musste dann direkt aufstehen und in den Aufwachraum (ein paar Meter) gehen. Dann wurde auch sofort mein Freund gerufen und ich lag einfach da, war geschafft und einfach froh, dass er da war. Leider kamen dann noch andere fertig operierte in diesen Raum. Und zwar eine Familie, die sehr laut war und super viel mit dem frisch Operierten geredet haben. Ich wollte nur meine Ruhe haben und diese Familie war mir zu viel... Als dann der Vater noch angefangen hat lustige Videos von seinem Sohn zu machen hätte ich am liebsten rüber geschrieben "Klappe halten". Zu guter letzt kam dann noch ein frisch operiertes Kind in diesen Raum, das durchgehend geschrien hat...da wars dann aus. Mir wurde auf ein Mal richtig schlecht und das bei der OP geschluckte Blut wollte wieder raus.

Die Anästhesistin hat mir noch was gegen Übelkeit gegeben, gefragt ob ich noch Schmerzmittel bräuchte und als ich gesagt hab, dass ich momentan keine Schmerzen hätte, war sie ganz erstaunt...

Als es mir dann einigermaßen besser ging und ich mich auch aufsetzen konnte, wollte ich nur noch raus aus diesem Raum mit dieser schrecklich lauten Familie!

Ich war unglaublich froh, dass der Weg nach Haus nur 10 Minuten lang war und hab mich dann nur noch auf die Couch gelegt und den Rest des Tages geschlafen. Leider war ich zu fertig und hab an diesem Tag nicht so viel gekühlt. Ich denke meine Schwellung wäre weniger stark gewesen, wenn ich auch da schon mehr gekühlt hätte.

Die nächsten Tage habe ich dann fast rund um die Uhr gekühlt. In den ersten 2-3 Tagen konnte ich 1 kleinen Becher Monte essen - mehr ging absolut nicht. Ich hab versucht so viel zu trinken wie ich nur irgendwie schaffte. Leider war das mit dem Distraktor und der Schwellung nicht so einfach. Zum Glück hatte ich mir noch eine Schnabeltasse besorgt. Aus dem Glas hätte ich die ersten Tage nicht trinken können.

Von Tag zu Tag wurde es jedoch besser. Ich hatte auch wenig Schmerzen und musste insgesamt nur 3 oder 4 Schmerztabletten nehmen. Eigentlich muss nur die ersten 24 h jemand dauernd bei einem sein, aber ich war froh, dass sich mein Freund die Woche frei genommen hatte und sich komplett um mich gekümmert hat. Er hat mir dann am 3. Tag sehr sehr flüssigen Kartoffelbrei selbst gemacht. Ich konnte mir nichts leckeres vorstellen :-)

Der Arzt war auch zufireden mit mir und meinte, dass sich meine Schwellung in Grenzen halten würde. Er hätte auch schon Schwellungen gesehen, bei denen auch die Augen mit betroffen gewesen wären. Obwohl ich unregelmäßig Arnika-Kügelchen genommen habe, denke ich, dass es daran lag, dass ich in der 2. Nacht wenig geschlafen habe und dadurch wirklich fast 24 h am Stück kühlen konnte...

Das Nähte ziehen und die Drehphase habe ich auch hinter mich gebracht. Aber auch beim Drehen war ich froh, dass ich jemanden hatte, der den Schraubschlüssel immer ansetzt. Ich hätte das allein nur schlecht geschafft. Es war auch gut eine Hand zu haben, die ich ganz fest drücken konnte als ich mit dem Schlüssel nach unten gedreht hab. Beim Drehen selbst kann man nicht viel falsch machen...Das kann echt jeder! Der Druck kurz danach war zwar schon unangenehm, aber mir hat dann Kühlen sehr gut geholfen und dadurch musste ich in der Drehphase (8 Mal drehen, 1 Mal am Tag) keine Schmerzmittel nehmen.

Und 1 Woche später habe ich dann auch schon die Zahnspange bekommen. Ich bin zwar froh, dass ich die Lücke nicht so lange ohne Spange zeigen musste, aber beim KFO hat ich immer Angst um meinen Kiefer als an meinem frisch operierten Kiefer rum gemacht wurde. Ich hab das dann aber immer dazu gesagt und dadurch waren sowohl die Helferinnen als auch der KFO sehr vorsichtig. Nur beim bebändern zweier Backenzähne im Oberkiefer hatte ich Schmerzen, die ich aushalten musste...das war nicht so schön.

Und jetzt hab ich schon seit dem 29.6., also bald 4 Wochen eine Zahnspange und auch das Gefühl, dass sich die Lücke langsam schließt....Es geht voran...

Insgesamt bin ich sehr froh, dass die GNE ambulant durchgeführt wurde. Ich denke nicht, dass ich mich in der Klinik so gut hätte erholen könnte wie zu Hause. Hier hab ich einfach immer das gemacht, wonach ich mich gefühlt habe (und auch dann gegessen, aufgestanden usw). Allerdings braucht man dafür halt jemanden, der zumindest die ersten 4 Tage sehr viel Zeit hat...

Ich bin gespannt wie es weiter geht und freu mich schon auf den 10. August. Dann bekomm ich den nächsten Bogen, der dann im OK auch über die Lücke drüber geht. Bis jetzt habe ich oben 2 Drähte, von jedem Schneidezahn bis zum Weisheitszahn...

Viele Grüße,

Leilani

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