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MexStrat

Bimax am 25.07. bei Dr. K. in Bad Homburg

Hallo liebe Community,

nachdem ich hier einige Wochen passiv mitgelesen habe und mir die Erfahrungsberichte sehr geholfen haben, möchte ich mich kurz vorstellen:

Ich heiße Harald bin 33 Jahre jung und hatte am 25.07. meine große Bimax OP. Ich habe als Jugendlicher schon mehrere Jahre eine Zahnspange getragen, nur leider hat man wohl damals einiges versäumt, oder schlichtweg nicht erkannt...

Zu meiner Kieferfehlstellung:

Beide Kiefer waren/sind in den 3 Ebenen, Transversal, Sagittal und Vertikal fehlgebildet. Das Transversale (Breite) hat man ohne GNE mit der Zahnspange ein Jahr behandelt und ist weiter in Behandlung. Sagittal (Verschiebung Vor- Zurück) hatte ich einen Überbiss des OK zu Beginn der Behandlung von 15mm. Vertikal saß der OK auch etwas zu weit unten und hinten. Kinn war praktisch nicht vorhanden (fliehend).

Aufnahmetag 24.07.:

Etwas nervös habe ich mich um 14 Uhr in der Hochtaunusklinik angemeldet. Um etwa 16 Uhr bekam ich dann noch etwas Blut abgenommen und durfte anschließend die Klinik bis 21 Uhr wieder verlassen. Das habe ich ausgenutzt und bin noch einmal schön Essen gegangen (ist echt zu empfehlen!), denn die nächsten Tage waren mager was das Essen anbelangt. Um kurz nach 21 Uhr, kam dann noch die Anästhesistin zu einem Aufklärungsgespräch zu mir.

Danach hieß es die Nacht nervös zu überstehen. Ich sollte der 3. am nächsten Tag sein

OP Tag 25.07

Das warten auf die OP war echt schlimm, die Zeit wollte einfach nicht rum gehen. Um 11:30 Uhr kam dann eine Schwester in das Zimmer und gab mir meine Beruhigungstablette. Und meinte ich solle mich umziehen. Nachdem ich mich umgezogen und die Tablette genommen hatte, bin ich kurz weg gedämmert, aber als sie mich gegen 12 Uhr abgeholt haben, war ich hell wach. Nachdem ich auf der Op Trage lag wurde ich in den Vorraum geschoben, wo ich erst einmal komplett verkabelt wurde und mir der Zugang gelegt wurde. Noch bevor die Anästhesie anfing, kam kurz Dr. K. zu mir und fragte ob alles ok sei und das wir gleich anfangen. Kurz nachdem die Anästhesie eingeleitet wurde (Etwa 12:30 Uhr..) war ich komplett weg...

Aufgewacht bin ich kurz auf der Intensivstation und sah über mir Dr. K stehen, er sagte mit lauter Stimme "Es ging heiß her, aber der Aufwand hat sich gelohnt. Das Ergebnis würde echt gut aussehen." Danach bin ich wieder eingeschlafen.

Mein Mund war komplett verdrahtet und mit Gummis zu, so das ein Öffnen unmöglich war.

Ich wurde dann auf der Intensiv, zweimal kurz wach weil ich mich durch das Blut im Magen übergeben musste. Ich hatte noch die Magensonde in der Nase und es gibt wirklich schöneres. Ich hatte aber einen Drücker in die Hand gelegt bekommen und konnte sofort jemand rufen...

Wie gesagt es gibt angenehmeres, aber macht euch keine Sorgen, viel bekommt Ihr davon durch die Nachwirkung der Narkose eh nicht mit. Es dauert vielleicht 2 Minuten dann ist alles vorbei und trotz verdrahtetem Mund kommt garantiert alles raus. Die Schwestern und Pfleger haben mich daraufhin gleich sauber gemacht... leider passierte das ein zweites Mal in der Nacht...

1. Tag post OP:

Nachdem mir morgens die Magensonde entfernt wurde, wurde ich auf die Normalstation verlegt. Dieser Tag bestand auch überwiegend aus schlafen. Ich sollte Mittags zum Röntgen konnte aber aus dem Bett nicht aufstehen, weil mein Kreislauf noch total down war.

Somit wurde das verschoben. Was den Pflegern ebenso Sorgen machte, war das ich kein Wasser lassen konnte. Also ging es runter zur Urologie wo mir nach einem kurzen Ultraschall ein Katheter gelegt wurde.

Es tat nicht weh, ziepte nur ein bisschen und das Gefühl war dann erleichternd. Zurück auf Station musste ich mich das dritte und letzte Mal übergeben... der Mund war immer noch verdrahtet. Und Drainagen hatte ich selbstverständlich auch. An diesem Tag habe ich auch überwiegend geschlafen. Luft durch die Nase bekam ich durch die Schwellung gar nicht mehr und musste die ganze Zeit durch den Mund atmen. Das ist natürlich auf Dauer sehr unangenehm da der Mund sehr trocken wird. Am Dienstag Abend hatte ich auch kurzen Besuch von meiner Familie, allerdings bin ich immer wieder eingeschlafen. Reden konnte ich ohnehin nicht.

2. Tag post OP:

Morgens wurde mir zuerst der Blasen Katheter gezogen was für etwa 10 Sekunden sehr unangenehm war. Etwas später kam ein Arzt zog mir meine Drainagen, was überhaupt nicht weh tat. und schnitt die Drähte sowie die Gummis durch... daraufhin ging mein Mund auf wie eine Feder. Es war ein sehr unangenehmes Gefühl, da die Schwellung und die Muskulatur den Mund aufhalten wollten und ich gegen diese Kraft den Mund schließen sollte.

Meinem Kreislauf ging es etwas besser, aber ich war immer noch benommen. Vormittags wurde ich mit einem Rollstuhl zum Röntgen gefahren, wurde kurz im stehen geröntgt bevor es auf Station zurück ging. Mittags durfte ich dann das erste Mal zur Lymphdrainage (nichts anderes als eine Gesichtsmassage). Es war angenehm, allerdings hatte ich nicht das Gefühl das es etwas gebracht hatte.

Der Tag ging eigentlich recht schnell rum. Mit Essen war bis zu diesem Abend nicht viel. Ich musste mich zwingen etwas zu essen. Das ging nur mit 25ml Spritzen mit einem kleinen Schlauch dran. Man zieht sich das Essen auf und spritzt es sich langsam in den Mund. Das ist aber sehr mühselig, geht recht langsam und das schlucken fällt einem auch nicht leicht. DIe Nacht war sehr unangenehm, da ich fast alle Stunde wach wurde. Ich hatte keine Schmerzen aber die Gesamtsituation war schon sehr unangenehm. Das ständige Geräusch des Kühlgerätes, die Krankenhausgeräusche, das spannen der Schwellung und das ständige Atmen durch den Mund...

3. Tag post OP:

So mühselig wie die letzten Tage waren, umso besser ging es mir an diesem Morgen. Ich bin gleich morgens zur Lymphdrainage, anschließend habe ich mit Hilfe dieser Spritzen ausreichend gefrühstückt. Nach dem Frühstück ging es zu Fuß in die Praxis von Dr. K. dort wurde kontrolliert. Der Splint konnte aufgrund der ausgeprägten Schwellung nicht eingesetzt werden. Es wurden mir drei Gummis eingesetzt um die Zähne zu in der Position zu unterstützen. Zudem erfuhr ich das die OP 3 Stunden und 15 Minuten dauerte. Ansonsten gibt es zu diesem Tag nicht zu sagen... nach der Kontrolle war bis Abends nichts zu tun. Abends kam noch einmal ganz kurz Dr. K zur Visite und sagte wir müssten einfach Geduld haben, es würde noch einige Wochen dauern bis alles wieder im Lot sei... das ist ja schließlich keine kleine OP... naja das wusste ja schon vorher. Damit war der Tag auch vorbei. Die Nacht war zum ersten Mal angenehmer ich habe ohne diese Kühlmaske geschlafen und mich auch vorsichtig mal auf die eine, später auf die andere Seite gedreht, denn nur auf dem Rücken schlafen geht auf Dauer nicht.

4. Tag post OP:

Nachdem am Vortag das Essen und das Trinken schon recht gut klappte, war ich nach dem Aufstehen echt fit. Nach einer kurzen Dusche ging es zur Lymphdrainage. Danach wurde ausgiebig gefrühstückt, Haferbrei oder so etwas in der Art, der Hunger drückt es runter ;-)

Danach ging ich wieder zur Kontrolle in die Praxis. Dort wurden mir die Gummis etwas anders gehängt. Ich sah das erste Mal das die Mittellinie des Unterkiefers zum Oberkiefer exakt stimmt... (diese war vorher 5mm nach rechts verschoben). Mir wurden noch zwei Schrauben entfernt und erklärt das ich den Splint momentan nicht tragen kann da durch die Schwellung der Unterkiefer etwas zu weit nach vorne gedrückt wird. Ich soll mein Mund möglichst ruhig halten nicht bzw. so wenig wie möglich reden und die Gummis tragen. Zudem soll ich die MIttellinie im Auge behalten, wenn sich etwas verschieben sollte, kann ich jederzeit (auch am Wochenende) in der Praxis anrufen (Notnummer)!

Dann kam die Überraschung für mich... Ich durfte nach Hause, das Krankenhaus bereits verlassen. Ich soll am kommenden Dienstag zur Kontrolle, dann soll auch der Splint rein, aber zuerst muss die Schwellung etwas zurück gehen.

Jetzt bin ich seit mehreren Stunden Zuhause, hab mir schon Kartoffelbrei gemacht und ein Grießbrei zum Abendbrot gegessen. Bisher hat sich nichts verschonen oder geändert... wodurch ich sehr zuversichtlich bin. Die Schwellung hat nachdem sie etwas abgeklungen ist, wieder etwas zugenommen... ich habe mir aber den Kühlverband angelegt und heute Abend geht es schon wieder.

Fazit:

Die OP ist kein Zuckerschlecken, das steht außer Frage. Gerade die danach kommenden 48 Stunden waren hart (Ich habe ja auch das Komplettprogramm mitgemacht!), müssen aber nicht ganz so schlimm ausfallen! Die Stunden verfliegen aber regelrecht und man ist bis auf das neue Aussehen, der Schwellung und das man 7 Wochen nur Weiche Kost essen darf relativ schnell der "alte". Schmerzen hatte ich nur sehr wenige Anfangs und kam auch schnell ohne Schmerzmittelgabe aus. Das einzige was mal etwas weh getan hat war mein Kiefergelenk durch die Spannungen der Schwellung. Das ging aber auch schnell wieder weg. DIe OP selbst bekommt man ja nicht mit und die "Kleinigkeiten" wie Drainagen ziehen und Schrauben entfernen tun echt nicht weh. Die Pfleger und Ärzte waren alle sehr nett und haben sich sehr gut um mich gekümmert (Kassenpatient!).

Zum Schluss bleibt nur zu sagen: Ihr schafft das Es ist wenn man es komplett betrachtet recht schnell rum und man hat es hinter sich. Im nach hinein ist man froh und etwas stolz den Schritt gewagt zu haben!

Wenn ihr weitere fragen habt stehe ich euch gerne zur Verfügung. Noch viele Grüße und ein schönes Wochenende

Harald

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Hallo Mexstrat,

Herzlichen Glückwunsch, dass du das alles überstanden hast. Ich stell mir das Verdrahten von OK und UK total schlimm vor. Ist es denn normal, dass der Draht nach 2-3 Tagen wieder aufgeschnitten wird?

Viele Grüße,

Leilani

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Hallo Leilani,

ich hab es mir schlimmer vorgestellt als es dann doch war. Klar angenehm ist es nicht, aber das gilt insgesamt für die ersten 2-3 Tage. Ich denke ob und wie lange der Kiefer verdrahtet wird hängt ganz individuell von der Kieferfehlstellung ab die behoben wird/wurde und wie die OP verlaufen ist (auch die Operationsmethode selbst mag eine rolle spielen).

Ich hatte ja eine recht "große" Kieferfehlstellung und letztlich wurde wahrscheinlich deshalb der Kiefer 2 Tage verdrahtet gelassen. Am gleichen Tag waren noch zwei weitere BIMAX Op`s vor mir. Die zwei Mädels die dort Operiert wurden hatten den Kiefer nicht so lange verdrahtet.

Ich hab jetzt zweieinhalb Wochen hinter mir und war jetzt das erste Mal nach der OP beim Kieferorthopäden. Der ist total begeistert vom Ergebnis und man muss wirklich sagen das sich die ganze Quälerei lohnt. Richtige Schmerzen hatte ich bisher auch nicht nur mein Kinn pocht ab und zu leicht. Das wirklich unangenehme ist das man danach 6 Wochen nur "sehr" weiche Kost oder Püree essen darf. Man sehnt sich dann doch schnell mal etwas deftiger zu essen :-)

Ich nehme an, dass du eine ähnliche OP vor dir hast!? Ich wünsche dir alles Gute und das alles gut verläuft! Wenn du noch Fragen hast kannst du mich gerne anschreiben.

Gruß Harald

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Ich hatte ja eine recht "große" Kieferfehlstellung und letztlich wurde wahrscheinlich deshalb der Kiefer 2 Tage verdrahtet gelassen. Am gleichen Tag waren noch zwei weitere BIMAX Op`s vor mir. Die zwei Mädels die dort Operiert wurden hatten den Kiefer nicht so lange verdrahtet.

Hallo Harald!

Schön, hier von Dir zu lesen! Es freut mich, dass es Dir so gut geht und der KFO zufrieden ist!

Ich bin übrigens eins der "zwei Mädels" (diejenige, die Dir das Fresubin "angedreht" hat :))

Und es stimmt, bei uns wurden die Gummis zumindest teilweise bereits am Morgen nach der OP (also noch auf der Intensivstation) durchtrennt.

Ganz liebe Grüße und alles Gute für einen weiterhin optimalen Heilungsverlauf!

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