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keramikbiene

Bimax Berlin

Hallo, weil ich auch noch mal ran musste, will ich meinen Bericht zur Bimax nicht vorenthalten. Es geht nur um mein persönliches Erleben, nicht um das Können des Chirurgen. Für jede Bewertung des Ergebnisses ist es ja ohnehin eh zu früh, und dass es angenehmer bei mir ablief wie in anderen Fällen, von denen ich hier las, ist ebenso nicht ohne weiteres zu vergleichen.

Dennoch sei vorausgeschickt: Bis auf überraschende Schmerzen und Sabbeln lief es harmloser ab: kein Aufwachen mit Splint, externen Drainagen und Co. Wenn das Ergebnis stimmt, so bin ich mehr als zufrieden mit dem Arzt und der Entscheidung.

Ausgangssituation vor Jahren:

Retrognathie, rotierte UK-Fehlstellung: Knacken, Knirschen, Sperren, Muskelschmerzen

Am Schluss so einiger Therapien: mehrer Bisspositionen, Biss-Verwirrung und vor allem konnte/wollte ich so weit nach vorne beißen, dass jetzt auch der OK verschoben werden sollte, und der der UK nur weniger nachkommen sollte. Für mich als Laien fast das Gegenteil vom Anfang. Ich bin der ganzen Situation schon fremd geworden und wenn ich anfange, über die Rätseleinheiten nachzudenken, müsste ich überhaupt nicht nachdenken. Seit einem Jahr ist eigentlich nichts mehr passiert, und plötzlich sollte nun endlich operiert werden: UK-VV. Der Chirurg hatte einen Termin frei: es wurde eine Bimax.

Es ging also alles schnell, aber die Situation war dem KFO, von dem ich viel halte, auch schon lange bekannt. Ich fand es daher nicht überstürzt. Und auch der Chirurg macht bisher einen überaus kompetenten Eindruck.

Bimax: Ok 3mm vorne

UK: Schwenkung 1mm, nach vorne weniger

Und hier nun der Bericht, und was ich so jeweils dachte, glaubte und wollte. Es dreht sich doch halt nicht alles nur ums Kühlen, schon gar nicht, wenn man am Anfang ans Bett gefesselt ist. Für einen Bedenkenträger wie mich dreht es sich immer auch, was alles sein könnte, was nicht sein solle. Und wenn man dann im Bett liegt, kreist der Geist.

Am Freitag um 6:30 ging es ins Krankenhaus, das übliche, und irgendwann gegen späten Nachmittag wachte ich wieder auf. Eigentlich ging es mir gut. Laut Pflegebericht habe ich zwar einmal erbrochen, aber dies war anscheinend noch auf der anderen Seite des Bewußtseins. Ich weißt davon nichts. Mich quälten nur Schleim, Schleim und nochmal Schleim und das Bedürfnis, meine Blase zu entleeren, was aber kaum ging.

Ich hatte weder einen Splint, noch war ich verdrahtet, noch hatte ich gar eine Magensonde oder einen Katheter. Die Nacht begann.

Und wie die Nächte so sind, war es auch anstrengend, nicht zuletzt auch dank des Nachbarn, der ein wenig arg verwirrt und störrisch war. Mir ging es aber dennoch gut, keine Schmerzen und auch die Schwellung hielt sich gefühlt in Maßen. Ich holperte und hüpfte von Schlafinsel zu Schlafinsel.

Samstag und Sonntag, Post-Op 1 und 2

Auch hier war nichts spannend. Ich schwoll zunehmend an. Die Schwellung drückte mir - auch weil sie mir nicht so konstant erschien - Blut aus der Wunde in den Mund und Tränen in die Augen. Aus der Nase blutete ich nicht, dies mag aber auch daran gelegen haben, dass sie komplett - auch blutig - verstopft war. Das wiederholte Absaugen vom Arzt half auch in den Folgetagen nicht wirklich. Deswegen hatte ich den Mund auf (bei der Schwellung v.a. der Lippen ließ er sich aber auch kaum schließen) und ich trocknete aus. Davon abgesehen ging es mir eigentlich gut. Ich lief ein wenig herum, langweilte mich schon zu tode, sabberte überall blut-tingiert ein wenig mal dort und da auf den netten KrankenhausBoden. Habe brav weiter gekühlt, die Pflege war allerdings hierbei kaum hilfsbereit. Nachts hatte ich größere Atemprobleme durch Schleimstraßen aus der Nase, die mich zum Husten, und bei Einschlafen leider auch instinktiv zum Hochschrecken und Schütteln zwangen - na die Platten werden schon gehalten haben. Essen war mau, hier wird sich ein echtes Problem ergeben: ich mag Suppen einfach nicht und schaffe kaum eine ganze. Bis heute (Post-OP 5 habe ich es insgesamt auf 2 Schnappeltassen Griesbrei und 2 Frub und vielleicht 1,5 Schnabeltassen Brühe geschafft). Richtig quälenden Hunger habe ich aber auch keinen, Appetit trifft es noch eher. War aber auch mit Fettreserven in dieses Abenteuer gegangen. Alles in allem scheint eine Bimax wenn sie gut geht, eine große Last, Umstellung, Verzicht, Nervtum, aber auch nicht mehr. Aushaltbar, Aussitzbar.

Der Arzt ist auf jeden Fall zufrieden, und ich auch mit ihm. Ich hänge seit dem 2 Post-Op-Tag Gummis ein. 12-46/22-36. Der UK steht für mich zwar noch bedrohlich weit hinten (ca. 1 cm). Selbst nach vorne schieben könnte ich ihn nicht, was aber auch die Schwellung begründen mag. Abwarten und Vertrauen sind nicht meine Stärken.

Montag, Post-Op 3

Die Schwellung hatte noch einmal zugelegt. Der Mund ließ sich nicht schließen, die Unterlippe hatte das Maß eines Wiener Würstchen bereits gen Bratwurst überschritten (war aber immer schon ein Klopper) und mir lief der Sabber weiterhin fröhlich aus dem gleichen. Blutig war es nicht mehr. Die Nase erinnerte mich an MO aus Simpson, sie war vorher eigentlich mein bestes Stück (wenn auch schief), und ist jetzt unten breit, und wirkt doch erheblich flacher - mal schauen was sich hier noch tut. Insgesamt gefalle ich mir gerade gar nicht und habe ein wenig Angst, dass es optisch eine Verschlechterung wird, aber bei dem SchwellWasser im Gesicht muss eh Geduld meine Besorgnis führen. Aufgrund der Schwellung sollte ich nun doch noch einen Tag bleiben, ansonsten sähe alles gut aus, ein wenig viel Schleim und Sabber, meinte der Arzt, aber das liegt wahrscheinlich an einem besonderen Grund bei mir. Der ARzt entfernte kleine Drainagen in den unteren Backentaschen - harmlos! - spülte die Wunden und ließ mich die Zähne putzen. Mundöffnung ca. 0,5 mm, reicht gerade für Tabletten (Ibuprofen und Clinda). Alles in allem: es geht gut, es scheint auch fachlicher Sicht bisher gut auszusehen, der Arzt scheint sanfte Hände zu haben...und dennoch bin ich arg beunruhigt, dass ich mir nicht gefallen könnte. Im Moment sieht es einfach zu merkwürdig aus.

Dienstag, Post-Op 4

Nase nochmal abgesaugt, weiterhin verstopft. Sabber läuft weiter gut, das ist zwar peinlich, aber beunruhigt mich nicht. Ist bei mir immer so, dafür heilt eigentlich alles fix. Wunden Ok, Schwellung konstant, ein leichter Grünschimmer zeichnet sich auf den Wangen um die Mundwinkel ab. Eindeutig häßlich bin ich gerade wirklich, ach wieso bin ich bloß so skeptisch? Der Arzt will den Uk nun mit den Gummis nach vorne holen, alles ok für ihn...mir fällt es einfac schwer, nach meinen Vorerfahrungen die Kontrolle abzugeben. Allerdings habe ich schon Schmerzen, vor allem OK li (da ist die Nase zu, wass der Hauptgrund sein soll) und UK li, wo das Gummi drin hängt. Es geht, jedoch schon mit dem Charakter eines Zahnschmerz Dank all seiner Nervigkeit.

Es ging heute, am 4. Post-Op-Tag nach Hause, mit dem Taxi. Ca. 1 h quer durch Berlin. Das ist zwar ohne Probleme schaffbar und auch nicht schmerzhaft, allerdings sind die Bodenbeläge für einen Bimaxpatienten wirklich nicht mehr die Besten. Daran hatte ich gar nicht gedacht.

Der Rest ist dann Routine: Viel zu munter fürs Bett, aber viel zu sabberig zum Sitzen und lesen, und viel zu geschwollen, um nach draußen zu gehen. Der Kreislauf ist trotz Essen in Schwung.

Post-Op Tag 6

Schwellung - hmh, würde sagen unverändert, sie scheint sich ein wenig über die Unterkieferkante zu schieben und in den Hals abzusacken. Schmerzen: ja, doch recht deutlich: einmal ein dunkleres Drücken und Rumohren entlang des gesamten OK, und dann vereinzelte hellere, kürzere Spitzen vor allem im UK. Taub: Unterlippe v.a. li, mit Kinn. OK: nix taub, spüre eben alles. Nehme ca. 2000 Ibuprofen/d (auch gegen die Schwellung mit Pantazol), Clinda 3*/d als Antibiose. Der UK liegt unverändert 1 cm zu weit hinten, Mittellinie stimmt. Durfte heute endlich duschen, da habe ich doch noch SChwindelanfälle. Ansonsten liege ich also im Bett, mir geht es eigentlich gut, bin fit und ärger mich, dass der Sommer doch noch mal durchkroch. Viel tun kann man aber nach ner Bimax net, auch konzentrieren ist Dank der Schmerzen ein Problem. Das ist aber alles aushaltbar, zumindest bisher. Jetzt nervt im Grunde nur meine Ungeduld zu wissen, ob es trotz des momentanen, erschreckenden Ersteindrucks am Ende gut aussieht, und vorallem, ob UK und OK und Gelenk so zu einander finden, dass meine liebe Seele endlich ihre Ruhe findet. Am störendsten wird momentan der ganze Speichel.

Post-op Tag 7-12

Schwellung ging beinahe ruckartig am 7. Tag um ein großes Stück zurück. Ich kann den Mund wieder schließen, und sehe halbwegs wieder aus. Leider ist doch noch soviel Schwellung vorhanden, dass ich kaum abschätzen kann, ob es nun auch ästhetisch in meinen Augen gelungen war. Schmerzen habe ich im wesentlich keine, allerdings nervt das Kinn, welches blitzelt. Ein gutes Zeichen zwar, aber wahrlich konzentrieren kann ich mich damit nicht. Der Kreislauf ist auf guter Höhe, ich kann mich frei bewegen, rausgehen, auch wenn ich bei einem längeren fußweg zum Supermarkt schon noch meine Grenzen spürte. Essen ist das Hauptproblem für mich neben der Grundnervosität, ob alles richtig heilt und gut endet. Abgenommen habe ich zwar deutlich, aber auch deutlich mehr Muskeln als Fett. Ich soll immer noch suppig essen. Ansonsten sehen die Wunden bis auf eine gut aus. Die eine suppt ein wenig, und die Fäden wurden deshalb dort schon gezogen und eine getränkte Gaze eingelegt. Gibt schlimmeres, schmeckt aber ekelhaft. Hiernach nahm die Schwellung wieder leicht zu. Es heißt weiterwarten.

Tag 15: Fäden werden gezogen. harmlos, doch danach beginnen leichte Schmerzen in Nähe des rechten Kiefergelenkes. Schwellung sind noch da, taubes Kinn schmerzt (!), richtig reden geht noch nicht. Die Regelmäßige Konsultation alle 4 Tage des KC findet hiermit ihr ENde.

Tag 17:

1. Termin beim KFO: Gummis werden durch stärkere ersetzt, selbe Zugrichtung. Nächter KFO-Termin in 3 Wochen. Schwellung relativ unverändert. Gefühl besser sich. Dafür fühlen sich die SChneidezähne und das Gesicht dumpf an.

Tag 18: Beiße mir jetzt vorne auf die Schneidezähne. Das ist arg unangenehm. Bin beunruhigt, ist es doch wie Kauen bzw. Abbeißen. Hmh, ansonsten hat sich anscheinend alles auf einem Niveau stabilisiert, was erträglich ist, mir geht es gut, arbeiten geht, allerdings was in Punkto Reden, aussehen und Essen doch deutlich von einer Schwellung geprägt ist. Sie ist nur ein Bruchteil der ersten Schwellung, doch ist sie ausreichend, mich vom normalen Leben noch zu trennen. Ich bin aber im Grunde sehr zufrieden. Hoffentlich entwickelt sich alles weiter so gut, dann ist es - abgesehen von der Beunruhigung und der Besorgnis - ein anstrengender Spaziergang.

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Tag 38

Mundöffnung Ok

Mit Gummis gute Kieferlage, eben noch Störkontakt bei der Okklusion

ohne Gummis rutsch der UK nach 1 h rund 0,7 cm zurück, leichte Schmerzen im KG treten auf.

Schwellung: na ja, die Oberlippe ist hoffentlich noch ziemlich dick, man sieht es nicht direkt, aber sie sieht einfach doof aus, gerade wenn ich sie bewege

Neben der Nase sind hoffentlich auch noch erhebliche SChwellung

insgesamt ist das Gesicht sonst regelmäßig leicht geschwollen, es sieht teigig aus, ohne dass sich bestimmte Partien außer Oberlippe, Mundwinkel und neben der Nase als geschwollen abzeichnen

Sonst: wieder fit, esse noch Puriertes, rede undeutlich und Reden ist anstrengend, habe noch die OP-Verblockung auf der Klammer,

Problem: Mir scheint der OK aus ästhetischer Sicht zu weit vorne (SChwellung hoffentlich), die Nase hat sich derart gehoben, dass man in die Nasenlöcher schauen kann (dumm! - vielleicht wird das durch Abschwellen der Oberlippe besser)

ICh habe immer wieder mal ein sehr unangenehmes Gefühl nahe am SChmerz, nur eben fast unangenehmer von den Ohren ausgehend

Fazit: Auch wenn ich noch nicht richtig essen darf, und Sport in Maßen, ist die OP selbst gut überstanden.

Sowohl die KGs, die Okklusion als auch die Optik stimmen noch nicht. Setze in allem Hoffnung auf die kommenden 4 Wochen.

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hey

na hört sich doch alles schon recht gut an :D

ich denke auch das es durch die schwellung sich das bald heben wird mit den nasenlöchern etc.

einfach noch ein bisschen geduld das wird alles. B)

das schlimmste haste doch überstanden.

gute besserung weiterhin.

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