ldw

Oberkiefer-Vorverlagerung März/April 2011

Nach einer GNE und einer UK-Vorverlagerung, bei der ca. 3 mm überkorrigiert wurde, sollte der dadurch entstandene frontale Kopfbiss und als Folge die Kiefergelenkkompression in einer Re-Operation durch eine Vorverlagerung des Oberkiefers ausgeglichen werden.

Vor Oberkiefer-OP:

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Während ich in den OP geschoben wurde, hatte ich plötzlich ein sehr ungutes Gefühl und es kamen Zweifel in mir auf, ob ich tatsächlich den richtigen Arzt gewählt hatte und die OK-VV statt der naheliegenden Re-OP des UK die richtige Methode war. Ich äußerte meine Unsicherheit bezüglich der OP gegenüber der Schwester, die dies dem Arzt mitteilte und daraufhin vernahm ich ein lautstarkes Gezeter mit einigen ausfallenden Äußerungen und u.a. Begriffe aus der Fäkalsprache. Spätestens da hätte ich vom OP-Tisch aufstehen und gehen sollen, das Beruhigungsmittel wirkte aber schon und ich hatte nicht mehr die Kraft dazu. Die OP an sich verlief unproblematisch, aber schon beim Aufwachen hatte ich das Gefühl, als sei etwas locker. Bei jedem Schlucken knackte es im Oberkiefer und ich konnte eine leichte Bewegung fühlen. Das sei aber alles normal hieß es, und ich kam auf mein Zimmer. Als ich dann in den Spiegel sah, fiel ich fast in Ohnmacht beim Anblick des OP-Ergebnisses:

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Zum Krankenhauspersonal kann ich nur sagen, dass ich so etwas Unverschämtes noch nicht erlebt habe. Da mir nach 24 Std. ohne Nahrung schon langsam schwindelig war, habe ich um etwas Suppe gebeten. Diese wurde mir verweigert, weil mir noch Blut den Rachen herunterlief und ich dieses immer ausspucken musste (das Blut lief übrigens 3 Tage lang). Als ich gegen 18.00 Uhr dann doch auf Nahrung bestanden habe, wurde mir wortwörtlich lautstark an den Kopf geworfen: "Gut, dann kotzen Sie sich doch die Seele aus dem Leib" und die Tür zugeknallt. Weiterhin wurde meinem Mann, der nur abends, als unsere Tochter schlief, zu Besuch kommen konnte, um Punkt 20.00 Uhr nach 50 km Anfahrt zunächst der Zugang verweigert. Da er mir aber Sachen bringen musste, die ich dringend brauchte, wurde ihm gnädigerweise erlaubt, mich nochmal kurz zu sehen, allerdings kam die Schwester nach 15 Minuten in mein Zimmer und hat ihn mit einem unmöglichen Auftritt aus dem Zimmer verwiesen - obwohl ich vorsorgehalber ein (selbst bezahltes) Einzelzimmer hatte, um niemanden zu stören! Die Besuchszeiten sind offiziell ab 10.00 Uhr morgens, trotzdem wollte besagte Schwester ihm dann auch noch verbieten, am nächsten Vormittag zu kommen.

Nach ca. 1 Woche waren die Schmerzen der OP schon fast abgeklungen, als sich mehr und mehr starke Kiefergelenkschmerzen einstellten, die nach 10 Tagen kaum noch auszuhalten waren. Auch das Knacken im OK war weiterhin vorhanden (mein KFO hat sowas lt. eigener Aussage noch nie gesehen), aber der behandelnde KC befand das alles für normal, so dass ich mir eine Zweitmeinung bei einem anderen Chirurgen einholte. Dieser stellte dank MRT und DVT fest, dass die Kiefergelenkkompression immer noch vorhanden war und ich dazu jetzt noch einen Gelenkerguß und Entzündungen im Gelenk hatte. Im Bereich der Molaren wurde der OK extrem nach oben verlagert, so dass dort ein ca. 4-5 mm offener Biss entstand und im Frontzahnbereich wurde der OK nach unten verlagert, wodurch mein UK noch weniger Platz hatte als vorher und ich weiterhin nun noch ein unzumutbares Gummy-Smile hatte. Ich konfrontierte den behandelnden Chirurgen mit den Ergebnissen, der sich trotz der Fakten nicht besonders einsichtig zeigte. Da aber 3 Ärzte die Situation bestätigten (KFO, Radiologe und 2. KC) konnte er sich dem nicht entziehen und ich bestand aufgrund der unerträglichen Schmerzen schnellstmöglich auf eine Re-OP des Oberkiefers, diese folgte dann 4 Wochen später. Nach dem Aufwachen wieder ein Schock:


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Und der Alptraum hält bis heute an. Abgesehen davon, dass es total schief ist, wurde der OK dermaßen nach oben impaktiert und soviel Knochen entfernt, dass ich nun im Molarenbereich einen ca. 8 mm offenen Biss habe und im Frontzahnbereich einen ca. 3 mm offenen Biss. Die Kiefergelenkkompression ist schlimmer denn je, die Kiefergelenke werden durch die immense Impaktion des OK extrem in die Pfanne gedrückt und verursachen höllische Schmerzen, so dass ich ca. 6 mm hohe Aufbisse tragen muss, um die Schmerzen einigermaßen ertragen zu können und die Gelenke nicht vollends irreparabel zu schädigen. Meine Nasenscheidewand wurde durch die Impaktion dermaßen gestaucht, dass sie sich umbiegt und ich so gut wie keine Luft mehr durch die Nase bekomme. Meine Zähne verschwinden im Ruhezustand völlig hinter der Oberlippe, beim Lächeln sieht man allenfalls 2 mm:

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Nach vielen Beratungen und vielen fassungslosen Gesichtern der nachfolgend konsultierten Ärzte stehe ich jetzt kurz vor einer erneuten Oberkiefer-Operation, selbstverständlich nicht beim gleichen Chirurgen. Es wird eine sehr schwierige OP, bei der mir aus dem Becken Knochen entnommen wird und in den Oberkiefer transplantiert werden muss, um die fehlenden (oder die zuvor weggemeiselten) 8 mm wieder auszugleichen. Der klägliche Versuch, zu retten, was noch zu retten ist...

Fortsetzung folgt.

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"man oh man" so was darf es ja wohl nicht geben :angry: Wie soll man das denn alles verkraften bitteschön ??? Das ist doch eine große OP und das ganze jetzt auch noch 3 mal machen zu müssen ist ja unvorstellbar :(

Alles gute für die hoffendlich letzten OP.

Lg. Diana !

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Ich habe Deine Geschichte bereits im anderen Thread verfolgt und bin echt fassunglos, was Du durchmachen musst.

Kann Dir nur die Daumen druecken, dass Du dieses Mal in kompetente Haende geraetst und bei der erneuen OP wirklich das Optimum fuer Dich herauskommt.

Ich wuensche Dir von Herzen alles Gute.

Lieber Gruss

Mauto

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Weißt Du schon wann und wo Du jetzt die nächste OP machen lässt?

Ich bin übrigens bereits im Februar dran.

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Hallo Idw,

deine Geschichte ist wirklich erschütternd. Wie konnten das Personal und diese Ärzte nur so mit dir umgehen?

Ich hoffe, dass die nächste OP alles wieder einigermaßen richtet. Wo wirst du es machen lassen und wann?

Viele Grüße.

Mia

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Danke für die Nachfrage, Tiefbiss.

 

Mir geht es katastrophal. Naja, wie es einem halt so geht mit einem 4-5 mm seitlich offenem Biss und frontalem Kopfbiss...ich kann nicht kauen, nicht richtig schlucken oder sprechen. Noch dazu habe ich massive Atemprobleme, weil die Zunge durch die Fehlhaltung den Rachenraum blockiert...

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Ach Du meine Güte! Ich wünsche Dir erstmal alles Gute und drücke die Daumen, dass das Endresultat bei Dir so grandios wird, sodass sich am Ende vllt doch noch alles gelohnt hat.

 

Hast Du denn vor, rechtlich irgendetwas gegen den Chirugen zu unternehmen? Weißt Du denn, was genau schieflief? Ich meine, ein derart misslungener Verlauf lässt sich für mich nicht mehr mit "Pech" rechtfertigen. Da wurde ja von vorne herein falsch geplant/gemessen und das mehrmals...

 

Liebe Grüße

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Hey,

Ich hab das jetzt auch ein wenig mitverfolgt und find es erschütternd. Aber lass dich nicht rubterziehen: egal wie du im Gesicht aussiehst, dein Charakter wird sich so schnell nicht ändern lassen :)

Wenn ich mal fragen darf, welcher Chirurg, das in welcher Klinik durchgeführt hat?

Lg

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Liebe Ldw, liebe Leute,

 

entschuldig/e/t meinen Sarkasmus, aber ich muss das hier einmal loswerden! Hoffe, ich darf?

Habe ja ein ähnliches Problem. Also könnte ich als "vernünftigen" Behandler den letzten KFO, bei dem ich war, empfehlen ... Und der würde wohl bei dieser Ausgangssituation "seitlich offener Biss und Kopfbiss in der Front" eine Tiefbissbehandlung durchführen ... dh Bisshebung im Seitenbereich und zwar so hoch, dass der UK nach unten und hinten rotiert, so dass in der Front auch ein Überbiss (Overjet) vorhanden ist. - Leider kein Oberbite. Also, der Biss ist nun in der Front offen ... und natürlich die Verzahnung distal ... Kein Problem für dieses Genie ... Die Behebung dieser "kleinen" Probleme erfolgt durch Entfernung von je 2 Backenzähnen im UK und Mesialisierung der hintersten Backenzähne bzw der Einfachheit halber reziprokem Lückenschluss ... (Warum sich Umstände machen, eh, und Mühe, wenn es auch einfach geht? Nee, gell?) Die Verzahnung ist im Seitenbereich bis einschließlich der Eckzähne logischerweise immer noch nicht regulär, aber die "kleinen" Abweichungen kann man selbstverständlich prothetisch korrigieren, sprich sämtlich Zähne im OK und die Backenzähne im UK überkronen, - oh, und wenn das technisch leider nicht machbar, dann eben mit Verblockungen ... 

Eine Frage beschäftigt mich, hast du/habt ihr eigentlich im Umfeld auch so Einfaltspinsel, denen man diesen Unsinn auftischen kann ...?

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