Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
Sunflower87

Ein Versuch...

Ein Versuch in Worte zu fassen, was Fehlstellung und OP mit der Psyche anstellen...

Meine Bimax ist morgen genau 2 Monate her und irgendwie muss ich so langsam mal ordnen, was in meinem Kopf abgeht.

Ich merke jetzt erst so richtig, wie stark mich meine Fehlstellung doch eingeschränkt und psychisch beeinflusst hat. Jetzt, wo sie nicht mehr da ist. Die optische Veränderung ist nicht so extrem, dass man mich nicht wiedererkennen würde, aber ich merke jetzt schon, wie ich durch das andere Aussehen zu einem anderen Menschen werde, im positiven Sinne.

Ich konnte z.B. früher nie wirklich mit jemandem über meine Gefühle reden. Ich habe das immer darauf geschoben, dass das auch bei mir in der Familie nicht besonders üblich war und ich es so einfach nicht gelernt hatte. Wenn ich aber mal genau nachdenke, war der Grund dafür immer, dass ich mich hässlich gefühlt habe. Das hört sich für Außenstehende bestimmt total bescheuert an, aber tief drin dachte ich immer - niemand möchte von jemandem wie mir mit irgendwelchen Problemen belästigt werden.

Grade wenn es ums Thema Männer ging, hab ich alle Probleme mit mir selbst ausgemacht, weil ich dachte, wenn ich andere davon erzähle, finden sie es lächerlich, weil sie denken, dass sowieso niemand mit jemandem wie mir zusammen sein wollen würde. Ich habe nie jemandem erzählt, wenn ich mich in irgendwen verliebt hatte, auch aus genau diesem Grund. Irgendwann, nach einigen ziemlich beschissenen Erfahrungen, hab ich einfach gelernt, mich nicht mehr zu verlieben. So schräg sich das anhört - ich versichere euch es geht. Ich habe einfach niemanden so richtig an mich ran gelassen und wenn ich gemerkt habe, das läuft in Richtung verlieben, bin ich demjenigen aus dem Weg gegangen und habs einfach verdrängt.

Ich bin durch die Fehlstellung viel verschlossener gewesen, als ich es eigentlich bin. Das merke ich wie gesagt jetzt, nach der OP. Obwohl sie erst so kurze Zeit her ist, bin ich viel offener und herzlicher geworden, kann endlich wieder Gefühle an mich ran lassen und Gefühle äußern. Es ist komisch, wie einen eine so relativ kleine optische Veränderung so verändern kann. Nicht das ich vorher irgendwie total verschlossen oder verklemmt war, ganz im Gegenteil, ich bin immer ein offener und fröhlicher Mensch gewesen, der gerne feiert und das Leben genießt. Aber manchmal bin ich eben an Punkte gekommen, wo meine Psyche mir Steine in den Weg gelegt hat.

Und dann noch eine zweite Sache, die ich mir einfach mal von der Seele schreiben muss bzw. vielleicht gibt es hier ja Leute, denen es ähnlich geht.

Ich habe die Sache mit der OP bis ganz kurz vorher wirklich gut verdrängt, hatte überhaupt keine Angst, sondern habe mich eher auf die OP gefreut. Kurz vor der OP kam dann natürlich doch die Nervosität inkl. regelmäßiger Heulattacken und der Frage - warum muss ICH durch diese Scheiße durch? - aber im großen und ganzen hat mich die ganze Sache im Vorfeld weniger belastet als befürchtet.

Auch nach der OP, wo es mir die ersten Tage echt scheiße ging und die Splint-Zeit mich unglaublich genervt hat, habe ich alles tapfer und geduldig über mich ergehen lassen, nicht geweint, mich nicht beschwert usw. Erst jetzt, wo eigentlich so langsam alles wieder gut ist und ich von der OP kaum noch Nachwirkungen spüre, kommt irgendwie manchmal alles hoch, sodass ich heulend zu Hause sitze. Ich verstehe mich da selber nicht, ich bin eigentlich total glücklich, dass diese ganze Kiefer-OP Geschichte endlich wieder aus dem Mittelpunkt rückt und das Leben wieder ganz normal weiter geht. Ich bin total glücklich mit dem Ergebnis und wie alles verlaufen ist. Und trotzdem sitze ich dann eben manchmal da und heule. Irgendwie vielleicht, weil es schon echt schlimm für mich war, was ich mir aber weder vor der OP noch in der ersten Zeit danach so wirklich eingestehen konnte. Oder vielleicht auch, weil ich es einfach unfassbar finde, dass so eine kleine Fehlstellung meine Psyche und mein Leben so krass beeinflusst hat? Ich weiß es nicht so wirklich...

So langsam sortiert sich das Chaos in meinem Kopf etwas. Ich weiß nicht, ob es anderen Operierten hier auch so geht oder ob ich damit alleine dastehe, aber ich glaube wenn es irgendjemanden gibt, der mich verstehen kann, dann hier!

5 Personen gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Ja, ein wirklich guter Beitrag, der mich sehr beruehrt und nachdenklich macht.

Ich habe die OP noch vor mir, erkenne mich aber in vielen Dingen wieder. Neige auch dazu, vieles nur mit mir selbst auszumachen. Und merke dann oftmals erst im Nachhinein, wenn alles vorbei ist, wie belastend die Situation eigentlich fuer mich war. Trotzdem gelingt es mir nicht, auch waehrend einer schwierigen Phase mal um Hilfe zu bitten oder Schwaeche zu zeigen, sondern immer erst hinterher. So als ob ich sonst meine muehsam aufrecht erhaltenen Fassade zum Einstuerzen bringen wuerde und das ganze gar nicht durchstehen koennte.

Hab durch die Fehlstellung, so wie es bei Dir war, auch immer so einen muerrischen unfreundlichen Gesichtstausdruck. Mir selbst faellt das gar nicht auf, aber ich muss mir dauernd Sprueche wie: "guck doch nicht so boes" oder so anhoeren, oftmals dann, wenn ich eigentlich ganz entspannt und gut gelaunt unterwegs bin. Das traegt nicht unbedingt dazu bei zu lernen, Andere mit seinen Problemen zu "belaestigen".

Ich kann Dich echt gut verstehen und finde es schoen, dass sich das Problem nach der OP schon etwas gebessert hast und Du auch darueber schreibst.

Das ist die beste Moeglichkeit fuer eine weiterhin positive Entwicklung.

Ganz liebe Gruesse

Mauto

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Sunflower87,

danke für deine Zusammenfassung!

Ich habe vor Angst noch gar nicht mit irgendeiner Form der Behandlung begonnen, und mir geht es in einigen Punkten trotzdem ähnlich wie dir...

Und das, was Mauto schreibt, dass ich nicht lächle, insbesondere auf Fotos, das liegt ganz klar daran, dass sonst meine Zähne aus dem Mund gucken, woran sonst??? Aber das verstehen die Leute in meinem Umfeld wohl nicht. Oder ich ziehe Grimassen, tu also alles, damit ich nicht so aussehe, wie ich aussehe... Blöde Sache!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Mensch Süße!!! :(

Die ganze Anspannung fällt jetzt von dir ab!! Der Höhepunkt, vor dem du und wir alle warscheinlich die meiste Angst haben oder hatten ist jetzt vorrüber! Das ist schon ein riesen Stein der da von deinen Schultern fällt und ich kenne das von mir.....wenn alles vorbei ist, auch wenn alles sehr gut ausgegangen ist (sei es eine Prüfung oder eben ein schwerer Schritt im Leben) bin ich fix und fertig und am Boden zerstört!!

Ausserdem muss man damit auch umgehen können, dass man sich selbst durch die optische Veränderung nicht mehr so unattraktiv findet. Und ich denke mir, man muss auch erstmal damit fertig werden, dass die Leute ganz anders auf einen zugehen werden. Vorher ist man blöd angemacht worden, weil man vielleicht böse geschaut hat (unbewusst natürlich, weil es so gewirkt hat) und das fällt jetzt weg!

Ich kann dir sagen....genau die Angst habe ich auch. Meine Op steht mir noch nichtmal annähernd bevor und ich denke jetzt schon über das Danach nach! Wie werden andere auf mich reagieren...wie werde ich mich selbst empfinden....was wenn dann doch irgendeiner mal wieder sagt: na wie schaut denn die aus???

Ich wünsch dir viel Kraft, dass du das schafft! Sprich viel mit einer guten Freundin darüber oder mit jemandem aus der Familie! Es ist schwer über so negative Erfahrungen hinwegzukommen, aber denke daran...jetzt hast du es hinter dir, die Vergangenheit kannst du nicht mehr ändern...gehe einfach in deine neue Zukunft..in dein neues, entspannteres Leben!

Liebe Grüße Corina

Ps: dieser Satz: ....."der wird sich ja nicht mit so einer wie mir.....", oder "was soll so eine wie ich schon...." kenne ich nur zu gut diese Gedanken! Ich hoffe ich kann das danach irgendwie ablegen.....

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo sunflower,

das ist ein wirklich toller Beitrag von dir und ich freue mich, dass es dir besser geht jetzt nach der OP und dass du das Leben nun richtig genießen kannst.

Auch hast du einen wichtigen Schritt getan in dem du uns deine Gefühle erzählt hast. Das ist wirklich toll.

Ich selbst habe die OP auch noch vor mir. Als ich OP Berichte hier gelesen habe, war meine erste Reaktion auch....Geheule den ganzen Abend.

Aber ganz ehrlich??? Ihr habt das alle schon so super geschafft. Ich will auch endlich mit offenem Mund und geraden Zähnen lachen.

Ich selbt habe auch Probleme mit dem UK Rückstand. Finde es furchtbar. Solch ein blödes kleines Doppelkinn etc. Fühle mich nicht wohl. Nur Außenstehende ver-

stehen es nicht. JAAA sie müssen auch nicht damit leben. Bin froh, dass wenigstens meine Zähne endlich gerade sin und bald auch der Kiefer schön aussieht.

Schön dass es dir so viel besser geht. Was doch so ein kleines bisschen Veränderung am Äußerlichen so ausmacht.

Meine Hoffnung ist immer dass ich nächstes Jahr heiraten möchte und dann hoffentlich entspannt auf Fotos lachen kann.

Ganz liebe Grüße von mir!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Danke für eure Antworten und es freut mich zu hören, dass ich scheinbar nicht die Einzige bin, der es so geht.

Ich habe sowohl im Vorfeld der OP als auch jetzt danach ganz viel mit einer guten Freundin, die selber auch Ärztin ist, über die ganze Sache geredet und das hat mir schon viel geholfen. Ich habe irgendwie das erste mal im Leben so ein Bedürfnis, mir das alles von der Seele reden/schreiben zu müssen, sowas kannte ich bisher gar nicht von mir.

Da ich einige Dinge aber meinen Freunden/meiner Familie gegenüber immer noch nicht ansprechen kann oder will, weil ich glaube ich gar nicht möchte, dass sie alles wissen, was so in mir vorgeht bzw. vorgegangen ist, habe ich überlegt, ob ich einfach mal zu unserer Uni-Psychologin gehe. Nicht, weil es mir jetzt irgendwie schlecht geht oder so, ganz im Gegenteil, ich fühle mich großartig, aber vielleicht ist es doch gar nicht so verkehrt das ganze so im Nachhinein nochmal aufzuarbeiten, um wirklich mal reinen Tisch mit der Vergangenheit machen zu können.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Sunflower,

ich kann das soooo gut nachvollziehen und dass obwohl ich meine zweite OP noch vor mir habe (UK-Rueckverlagerung oder Bimax, das steht noch nicht ganz fest). Aber allein die Vorstellung irgendwann endlich ein stimmiges Profil zu besitzen, endlich meine Progenie loszusein, einen korrekten Biss, ein normales Gesicht zu haben... Keiner in meinem Umfeld kann sich vorstellen wie das ist, sich jahrelang in der Oeffentlichkeit oder auf Fotos das Laecheln zu verkneifen oder waehrend Konversationen das vorstehende Kinn hinter der Hand verbergen zu muessen.

Ich hatte einige Wochen nach meiner ersten Operation (GNE, also Oberkiefererweiterung) ein paar Heulattacken, kein einziges Mal waehrend meines Krankenhausaufenthaltes oder in den Tagen vor der Operation, das verkraftete ich alles problemlos - die Traenen kamen lange Zeit hinterher als ich zum ersten Mal feststellte, dass ich nun endlich so etwas wie einen Oberkiefer besitze. Ich konnte es kaum glauben wie grossartig sich diese erste kleine Veraenderung auf mein Gemuet auswirkte. Also ich gehe davon aus dass ich nach meiner zweiten Operation auch noch Monate spaeter ein paar Traenchen vergiessen werde. Ich freue mich fuer alle die ihre OP's schon hinter sich haben und sich nun grinsend vor jede Kamera stellen koennen :D

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich kann alle so gut verstehen einfach ein super forum, als würde ich über mich lesen, Ich nahm vor meinen Op´s am leben teil , aber wirklich gelebt hab ich nie , es klingt vllt übertrieben aber genau das trifft es auf den punkt, ich hab mich geschämt zu reden, und was sicherlich blöd klingt wenn ich von weiten eine gruppe Menschen sah dreht ich mich weg so das mir keiner ins gesicht kucken konnte , die Blicke von anderen Menschen die echt verletzen. Ich muss jetzt wirklich lernen offen auf Menschen zu zugehen. Und wie mein Team aus Chirurgen und KFo´s sagt ich muss lernen den Kopf richtig gerade zumachen und nicht immer nach unten zu schauen . Genau das dachte ich abend für abend im bett auch und weinte warum ICH die frage stellen sich hier im Form sicherlich viele. Aber wenn ich das so höre wie viele menschen unter sowas leiden tut mir das im Herzen weh weil ich genau weis wie sehr ein Mensch darunter leided viele Menschen die ein auf offener straße dumm machen oder nach machen wissen garnicht wie sehr das die seele eines Menschen kaputt macht und wie lang man braucht um diese erfahrung hinter sich zulassen. Ich wünsche allen Schicksals Genossen hier im Forum viel Glück für die OP´s und für die dies geschafft haben ein super start ins neue Glückliche Leben.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Man, die Geschichten ähneln sich ganz schön. Ich kann auch niemanden so ins Gesicht schauen - der Blick geht dann immer woanders hin oder halt auf den Boden. :huh:

Natürlich lächeln ist auch nicht richtig drin und angestrengt sieht das einfach blöde aus.

Naja, da müssen wir wohl durch und auf bessere Zeiten hoffen......

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich habe hier in diesem Forum nach "verdrängt" gesucht und bin dabei hier gelandet.

Ich finde mich da in deinem Beitrag zu 100% wieder. Mir geht es genauso, nur dass ich erst ganz am Anfang des Weges stehe.

Mir wird erst im Nachhinein klar, wie sehr das mein Leben bestimmt. Ich wusste, dass ich diese Fehlstellung habe, wollte es aber irgendwo lieber verdrängen, bis das zur Normalität wurde. Ich hatte noch genug andere Probleme und habe es nicht an mich herangelassen, und alles in mich hinein gefressen. Wenn ich den ersten Teil deines Beitrages lese....Da zerreists mich innerleich.

Aber dieser Prozess, das lange verdrängte wieder bewusst zu machen und mich damit auseinander zu setzen, hat viel zu lange gedauert. Es sprach mich niemand drauf an (auch kein Zahnarzt !!) und doch beeinflusst es meine ganze Persönlichlkeit, every single word that i say....

Ich bin eigentlich ein sehr humorvoller Mensch, kann andere zum Lachen bringen und mich gut in andere Menschen einfühlen, nur was hilft das, wenn man selbst weder lacht noch lächelt und total verschlossen ist ? Wenn man nur denkt statt redet ?

Jetzt kostet es mich weitere Jahre in ein normales Leben, viele Nerven und ebensoviel Geld. Ob ich das schaffe ? Ich muss, irgendwie.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Du hast so recht Laplace! Der vorletzte Satz passt ja wie die Faust aufs Auge! Schon komisch, wenn andere das schreiben, was man selbst schon so oft gefühlt und gedacht hat :/

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich weiß nicht, wie es euch dabei geht..aber je mehr mir klar geworden ist, wie viele Jahre (!) vergangen sind, in denen ich nur halb gelebt habe, nie ich selbst war aber das offensichtliche nicht angepackt habe und mich so immer tiefer hineingerissen habe, desto größer wird die Depression und Antriebslosigkeit. Ich hatte jeden Tag die Möglichkeit es anzupacken, aber irgendwo fehlte die Kraft dazu. Es ist erstaunlich wie sehr ich das vedrängt habe, nur was habe ich mir dabei gedacht ? Davon wurde es nicht besser, im Gegenteil.

Ich kann nur hoffen, dass die Behandlung so funktioniert wie geplant. Wenn dann die OP sein muss (da sind sich die Leute alle nicht einig), dann soll es so sein. Ich will dieses halbe Leben nicht mehr !!!

1 Person gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich weiß nicht, wie es euch dabei geht..aber je mehr mir klar geworden ist, wie viele Jahre (!) vergangen sind, in denen ich nur halb gelebt habe, nie ich selbst war aber das offensichtliche nicht angepackt habe und mich so immer tiefer hineingerissen habe, desto größer wird die Depression und Antriebslosigkeit. Ich hatte jeden Tag die Möglichkeit es anzupacken, aber irgendwo fehlte die Kraft dazu. Es ist erstaunlich wie sehr ich das vedrängt habe, nur was habe ich mir dabei gedacht ? Davon wurde es nicht besser, im Gegenteil.

Ich kann nur hoffen, dass die Behandlung so funktioniert wie geplant. Wenn dann die OP sein muss (da sind sich die Leute alle nicht einig), dann soll es so sein. Ich will dieses halbe Leben nicht mehr !!!

Ich verstehe das sehr gut - das Problem ist dann nicht mehr die OP und was dazugehört, sondern die vergangene Zeit, die man verschwendet hat und sich dessen bewusst wird, dass man die Uhr eben nicht mal einfach zurückdrehen kann.

Ich wünsche dir viel Glück mit der Behandlung - lieber das mit der OP ertragen, als so weiterleben. Das ist auch meine Einstellung mittlerweile.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ein wirklich toller Beitrag, bei dem ich mich wiederfinde. Ich konnte früher nie über meine Gefühle reden, habe immer Dinge getan, auf die ich eigentlich keine Lust hatte, weil ich mich hässlich gefühlt habe. Die Operation hat mein Leben einschneidend verändernd. Die Schmerzen, das aufgedunsende Gesicht, das Problem mit dem Kauen und den Gummis waren für mich alle keine wirklichen Schwierigkeiten.

Meine Umwelt hat dies nie kapiert. Sie haben mich bemitleidet wegen der schweren Operation, haben gefragt, ob ich es nochmal machen würde. Wegen meiner Vergangenheit und meines Aussehens hat mich niemand bemitleidet.

Es hat trotzdem noch drei Jahre gedauert, bis ich wirklich als Mensch neu angefangen habe. Die alten Denk- und Vermeidungsmuster haben mein Leben noch sehr lange bestimmt. Im Nachhinein bin ich sehr stolz auf mich, dass ich die Geschichte angegangen bin. Ich hätte mir nie gedacht, dass ich es einmal schaffen könnte, mich in eine U-Bahn zu setzen, ohne Angst zu haben, dass sich jemand wegen meines Aussehens lustig macht.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0