Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
baffy

Bimax am 10.02.2012 in Bad Homburg

Hallo, hier ein kurzer Bericht über die OP, vor der ich ziemlich viel Schiß hatte.

Am Tag vor der OP: Einchecken im Krankenhaus, Abends gut essen gehen und schlafen. Ich habe es ohne Schlaf- oder Beruhigsmittel probiert und es klappte.

Tag der OP: Ich war die erste, daher wecken um 6.00 Uhr. Umziehen in die OP-Kleidung und ein Schmerzmittel und die LMAA-Tablette nehmen. Ich dachte immer, dass diese Tablette mich eher dusselig und schläfrig machen würde. Sie wirkte anders, ich hatte einfach keine Angst, alles andere war normal.

Ich habe noch mitbekommen: - Zugang legen, -Elektroden legen, - auf den OP-Tisch klettern, -Zugang entfernen, neuen Zugang legen und die Worte: Ich bin der Anästhesist und leite die Narkose ein.

Als nächstes: eine Stimme die sagte: Tief atmen. Aha, Aufwachraum. Ich wollte Husten und draute mich nicht, ging aber. Dann musste ich dringend, ich konnte mich gut verständlich machen, klappte alles. Als nächstes wieder : piep, piep : Tiefer atmen. Dann die Frage: Machen Sie Sport? Danach wurden die Parameter offenbar verstellt und die Messgeräte (Sauerstoff, Puls) blieben ruhig.

Dann auf die Station zurück. Schmerzen hatte ich keine. Richtig wach wurde ich auch nicht. Am nachmittag kam Besuch, für 10 min. ging es, dann musste ich wieder schlafen.

Husten war wichtig, da ging durch die Magensonde einiges weg. Die wurde problemlos, keine Schmerzen nichts, gezogen.

Abends durfte ich aufstehen und aufs Klo gehen. Klasse, keine Bettpfanne mehr. Wichtig ist es die Drainagenbehälter mit den Sicherheitsnadeln im OP-Hemd gut festzustecken. Einmal Klo gehen bedeutete min. 30 min ausruhen.

So ging das die ganze Zeit. Aufwachen, mit der Spritze etwas trinken und wieder dösen. Über die Infusion bekommt man genug Flüssigkeit, aber der Mund ist trocken.

In die Spritze gehen 20-25ml, Ziel waren immer 4-5 Spritzen hintereinander zu nehmen und dann erst einzuschlafen.

Die Nacht war stressig. Auf dem Rücken und in einer sehr aufrechten Position im Bett zu sitzen, ist einfach nicht meine Einschlafposition. Außerdem habe ich durch den Mund geatmet, was bei mir oft zu Reizhusten führt. Daher war vom Schlafrhythmus kein Unterschied zum Tag zu merken.

Aber ich hatte keine Schmerzen, wirklich keine und die Kühlmaske hat nicht gestört. Ganz wichtigt: Sie ist kalt, also wickelte ich mir immer einen Schal um den Hals und legete die Zuleitungen über meine Schulter so, dass auch nicht direkt auf der Haut lagen.

Das nächste Mal würde ich ein Nackenhörnchen oder Knautschkissen mitnehmen, um die HWS zu entlasten und mein dünnes Bandana-tuch, um es mir vor den Mund zulegen, so daß die Luft beim Einatmen nicht mehr so trocken ist.

2. TAG: Lecker Frühstück - ich fand das Essen im grausam- aber ich zwang mich wieder etwas zu essen.

Dann wieder dösen, schlafen, dösen, schlafen. Und viel Trinken. Ich hab versucht ein Hörbuch zu hören, aber das war mir fast zu anstrengend.

Den Besuch am Nachmittag konnte ich schon ein bischen länger aushalten.

Die ersten Gummis wurden durchgeschnitten und damit ging es weiter bergauf.

Abends war alles geschwollen, selbst unter den Augen und ich dachte, na toll, der dritte Tag kommt noch.

Die Nacht wollte nicht zu Ende gehen. Die Nachtschwester gab mir ein Schlafmittel, weil endlich länger als 45 min Stück schlafen wollte. Um 23.30 nahm ich es, um 2.35 Uhr war das Schlafen vorbei. Okay, also weiter mit Dösen, Aufwachen, Dösen, Aufwachen. Zum Glück noch immer keine Schmerzen.

3. TAG: Nix neues, außer das die Drainagen gezogen wurden. Ging ruckzuck, absolut schmerzfrei. Dann konnte ich endlich duschen gehen. Die Spritzen zum Essen zu benutzen war auch kein Problem mehr, außerdem versuchte ich es mit dem kleinen Löffel. Es geht, wenn man auf alle Tischmanieren (kein Schlürfen, Schmatzen, Sabbern, mit offenen Mund essen) verzichtet.

Die Schwellung unter den Augen war weniger als am Abend zuvor und kam auch nicht wieder. Im Rückblick muss ich sagen, dass ab dieser Nacht die Schwellung konsequent und schnell zurück ging.

Reden ging die ganze Zeit, auch verständlich genug.

Abends fragte ich, was jetzt in der Infusion sei. Antwort: Cortison gegen die Schwellung und ein Schmerzmittel für die Nacht.

Bislang hatte ich keine Schmerzen. Irgendwann sagte die Schwester, ich solle nicht den Helden spielen und ein Schmerzmittel nehmen. Jedoch brauchte ich keines. Und ich bin kein Held und ich hatte mir vorgenommen, sobald nur etwas in meinem Kiefer piep sagt, Schmerzmittel zu nehmen.

Zur Beruhigung: Es geht auch ohne Schmerzen, vielleicht auch ohne große Schmerzen.

Die Nacht war wieder Stress pur, ein anderes Schlafmittel funktionierte genauso wenig, also musste ich wieder durch.

4.TAG: Lymdrainage und daher erstmaliges Verlassen des Zimmers. Duschen und Haare waschen (hatte ich gestern noch nicht getraut). Und ich hatte wieder Lust auf Lesen.

Dann noch Röntgen. In die Praxis musste ich nicht, das Röntgenbild etc. wurde vom Arzt auf dem Zimmer begutachtet. Alles o.k., also wurden die letzten Gummis durchtrennt.

Der Zugang wurde noch nicht entfernt, abends gab es noch Antibotikum etc. (ohne Schmerzmittel) über den Zugang.

Das einzig schlimme blieb für mich die Nacht. Jedoch denke ich, dass das mein höchstpersönliches Problem war, weil mir das Atmen durch den Mund so unangenehm ist und mit Reizhusten verbunden ist, dass ich einfach nicht entspannt genug schlafen konnte.

5. TAG: Lydrainage, dann in die Praxis. Alles in Ordnung. Die beiden Schrauben im Ober- und Unterkiefer wurden entfernt. Soweit alles gut. Nur den Mund kann ich nicht ganz schließen, da sich im Bereich der hinteren Backenzähne Mundschleimhaut immer zwischen die Zähne legt. Unangenehm, aber nicht schlimm. Zwei Gummis wurden eingehängt.

Blöde Nacht, wie immer schlecht geschlafen.

6. TAG: Ab in die Praxis, alles weiterhin super. Ich darf nach Hause. Antibotikum und Schmerzmittel verschrieben bekommen, ich brauch sie im Moment aber nicht nehmen.

Auf dem Weg nach Hause ersteinmal zwei leckere Kugeln Eis gegessen, lecker. Zu Hause ersteinmal geschlafen. Abends endlich was gescheites gegessen. Guter Kartoffelbrei.

Aber alles ist noch sehr anstrengend.

Die Nacht war viel besser, auch ohne Schlafmittel.

Jedoch brauch a) für alles länger, sei es Essen, Zähne putzen etc. und B) alles ist anstrengend.

7. TAG: Der Alltag hat mich wieder, aber es tut gut. Zum Frühstück gibt es Milchbrei mit Obstbrei, zum Mittag endlich eine leckere Suppe (Rindfleischbrühe, Rindfleisch und Erbsen)

8. TAG: Die Nächte sind besser, dass Essen ist besser, die Schwellung geht sehr zurück, aus den gelben Flecken an Wangen und Hals sind keine braunen geworden, der Kaffee schmeckt wieder und nichts tut weh, ich glaub es kaum wie gut es mir geht.

Jedoch gehe ich zu meiner KFO, weil die Mundschleimhaut sehr stört und in der Zwischenzeit auch sehr gereizt ist. Die ersten Worte sind: Sie sehen aber gut aus. Ja, ich bin sehr wenig geschwollen, auch dass gibt es, nicht jeder muss stark hamsterbackig rumlaufen.

Gegen die Beschwerden mit der Mundschleimhaut gibt sie mir eine Salbe, die die irritierte Stelle betäubt und sie erklärt mir, dass diese noch abschwellen muss und ich sie auch zur Seite schieben kann. Das hilft tätsächlich. Die Alternativen wären gewesen: a) das Band um den Backenzahn zu entfernen und neu anzubringen. Nein, nicht mit mir und B) den Haken am Band - der drückt sehr- entfernen und hoffen, dass er nicht für Gummis gebraucht wird. Hatte ich auch keine Lust drauf.

Nach diesem Besuch war ich so platt, dass ich etwas gegessen habe und dann 2 Stunden im Sessel sass, ohne Energie für irgendetwas zu haben.

Später musste ich nochmal wegfahren. Das war insgesamt so anstrengend, dass aus dem Ruhen ein Schlaf von 3 Stunden wurde.

Die Nacht war gut.

9. TAG: Frühstücken strengt an, Bad aufräumen auch, also wieder ein Mittagsschlaf. Der Körper ist sehr mit dem Heilungsprozess beschäftigt.

10. TAG: Alles wie immer, aber nicht mehr ganz so anstrengend. Nach den Spühlmaschine ein- und ausräumen und Frühstücken musste ich mich nicht mehr hinlegen, ein Nichtstuen im Sessel reichte auch.

Nachmittags den Faschingsumzug angesehen, ein paar Bekannte getroffen und dann wieder ab in den Sessel.

Mein Fazit: Die OP ist super verlaufen. Die Modell-OP hat sich gelohnt, ich hatte den Splint nur während der OP. Wichtig war auch, dass ich meine Kondition vor der OP durch Joggen (am Schluß 10 km) verbessert habe, dass ich extra zugenommen habe (Diesen 2 Kilo stehen 3,5 Kilo Abnahme gegen) und dass ich mir keinen Stress gemacht habe. IEs ist so wie es ist. Ich habe zwei Schrauben im Kiefer, daran hängen viele Gummis. Es ist so. Kein : O Gott oGott, wie soll das werden, was soll ich essen...

Das Gesicht schwillt an. Ja es schwillt an, ja es sieht so aus. Ende. Kein: O Gott, wie siehst Du aus, wann geht das weg, geht das weg...

Ich muss im Sitzen schlafen, auf dem Rücken, aber so kann ich nicht schlafen. Tja, dann kein Schlaf.

Ich glaube wenn ich mir über alles den Kopf zerbrochen hätte, wäre es mir schlechter gegangen. Ich habe einfach nicht darüber nachgedacht. Ich habe versucht, es mir so angenehm wie möglich zu machen, wie es mir in diesen 5 min. gerade möglich war. Und auf das zu hören, was mein Körper wollte. Und was nicht ging, ging nicht. Keinen Gedanken dran verschwendet.

Ich habe mich auf mich konzentriert und dass es mir so gut wie möglich geht.

Dennoch ist es sehr anstregend und sehr belastend. Das darf man nicht unterschätzen oder gar ignorieren.

Für alle die es noch vor sich haben: Viel, viel Glück und innere Stärke.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Hallo baffy!

Danke für deinen langen Bericht. Ich freu mich für dich, dass bisher alles so gut verläuft. Deine Einstellung erinnert mich dabei sehr an meine eigene, besonders vor meiner GNE-OP. Habe vor diese Einstellung weiterhin beizubehalten, dann wird die Bimax bestimmt auch gut überstanden. Jammern hilft nunmal nichts, Augen zu und durch ;-)

Wünsche dir weiterhin gute Besserung, halte uns auf dem Laufenden!

Gruß,

Steffi

1 Person gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Baffy,

herzlichen Glueckwunsch zur ueberstandenen OP>

Bei mir gehts morgen los ins Krankenhaus und am Donnerstag steht dann eine Oberkiefervorverlagerung an. Bis jetzt bin ich noch kaum aufgeregt, denke aber, das wird morgen schon noch kommen.

Trotzdem ist meine Einstellung positiv und aehnlich der Deinen, so dass ich froh bin, Deinen Bericht noch vor meiner OP gelesen zu haben.

Ich habe mich fuer die OP entschieden und zieh das nun durch. Und wenn ich nach der OP anschwelle wie ein Kuerbis, dann ist das sicher unangenehm, aber kein Grund, das ganze in Frage zu stellen. Und ich werde meinem Koerper genuegend Zeit und Ruhe goennen, sich von der OP zu erholen.

Wir alle koennen extrem froh sein, dass wir koerperliches Problem haben, welches sich relativ gut und routinemaessig operativ beheben laesst. Und ich freue mich schon jetzt drauf, wenn ich in ein paar Wochen endlich Luft durch die Nase bekomme und endlich normal essen kann, ohne dass mir saemtliche Kaumuskeln weh tun und ohne dass ich das Gefuehl habe, an meiner eigenen Zunge zu ersticken. Dafuer nehme ich die anstehende OP mit allem, was dazu gehoert, gerne in Kauf.

Dein Bericht hat mir wirklich nochmals ganz viel Mut fuer die kommenden Tage gemacht und mich in meinem Vorhaben bestaetigt.

Ich wuensche Dir weiterhin gute Genesung.

Lieber Gruss

Mauto

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Baffy,,

einen tollen Bericht hast du geschrieben.

Er macht mir wirklich sehr viel Mut und nimmt mir etwas meine Angst.

Dankeschön!

Viel Glück für den weiteren Heilungsprozess.

Über Fotos würde ich mich auch sehr freuen.

Liebe Grüße

Stine

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Danke für die netten Antworten.

Beim Lesen habe ich gemerkt, dass auch die Trefferquote für Rechtsschreibfehler etc. in Folge einer Bimax stark ansteigt :rolleyes:

Gestern war ich in Bad Homburg zur Kontrolle, alles in Ordnung. Die Schwellung ist schon sehr weit zurückgegangen. Ich fühlte mich richtig super und habe am Nachmittag einiges erledigt, war viel auf den Beinen. Die Quittung bekam ich heute morgen. Ich bin total müde und schlapp, obwohl ich mich nach dem Aufwachen direkt wieder bis 10.00 Uhr ins Bett begeben habe.

Eigentlich wollte ich heute einen langen Spaziergang machen, ev. ein bischen walken, tja, dass lasse ich lieber.

Für alle die die OP noch vor sich haben: Stellt eure Bedürfnisse in den Vordergrund. Ihr wollt keinen Besuch oder der soll nach 15 min. gehen, weils zu anstrengend ist. Sagt es. Ihr braucht ein Schmerzmittel. Nehmt es. Ihr wollt nicht telefonieren, smsen oder ähnliches. Lasst es.

Ich glaube jeder merkt ganz genau, was ihm im Moment gut tut und was nicht. Und daran sollte sich jeder orientieren.

Viel Glück.

baffy

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo buffy!

Das freut mich, dass du es so gut überstanden hast. Wielange warst du krank geschrieben? Ich arbeite mit Kindern an einer Schule und rechne mit einer längeren zeit. Meine OP ist für 9.5. In BH Terminiert. Hab wahnsinnig Angst! Sind 4 Wochen danach auf eine Hochzeit eingeladen und weiß nicht, ob das machbar sein wird.

Dir alles liebe und weiterhin gute Besserung.

Lg Valli

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0