Lufi

ME am 22.02.2012 im Marienhospital in Stuttgart

Metallentnahme

Früher als erwartet, konnte ich bereits am 21.02.2012 zur Aufnahme für meine ME ins Marienhospital nach Stuttgart fahren. Mit einem viel zu vollem Koffer, fuhren mich Freunde gegen 11 Uhr hin. Die Hoffnung schnell aufgenommen zu werden und danach evtl. noch wo was essen gehen zu können hatte sich im Eingangsbereich direkt erledigt. Kein Sitzplatz war mehr frei, es war wie auf einem Bahnhof. Alles voller Koffer und viel zu viele Leute. Ich zog die Nr 61, die Anzeigetafel zeigte die Nr. 29 an. Juhuu.. nur noch etwa 30 Leute vor mir und nur 2 der 3 „Aufnahmehäuschen“ waren geöffnet.

Nach über 2 Stunden war es dann soweit, ich durfte nun zum 3. mal einchecken. Diesmal jedoch nicht wie üblich im Haupt- sondern im Paulusgebäude.

Nachdem mich eine Schwester aufgenommen hatte, mir Blut abgenommen wurde und ich noch schnell ein Mittagessen zu mir nehmen durfte, sollte ich auch schon runter in die MKG Ambulanz - das Set-UP stand noch an. Mich erwartete ein wie immer netter Dr. B., der zuerst mein Gesicht vermessen, dann Fotos und schließlich noch Abdrücke gemacht hat. Danach durfte ich zum Röntgen gehen, wo Progenica sei Dank, auch schon Jana auf mich wartete.

Gemeinsam warteten wir eine gute Stunde, bis wir dann weiter zu Anästhesie sind. Leider hatte die schon geschlossen. Also zurück zur MKG Ambulanz, welche ebenfalls schon geschlossen hatte. Immerhin durfte ich da kurz die neuen Chirurgen Dr. W. Und Dr. F kennenlernen :)

Zurück auf Station wurde einer der zwei Notanästhesisten des Marienhospitals verständigt, der dann in der nächsten halben Stunde auch schon da war. Noch kurz den Wunsch geäußert, dass Jana am Donnerstag zu ihrer Aufnahme gerne in mein Zimmer käme und dann den letzten Abend in einem 4 Bettzimmer verbracht, das das einzige mal bei meinem Aufenthalt voll belegt war. Überhaupt stellt man sich unter einem 4 Bettzimmer was viel schlimmeres vor.. durch eine fast komplett durchgezogene Wand in der Mitte, bekommt man von den Betten gegenüber kaum was mit.

22.02. OP- Tag

Ich war zum Glück direkt als erstes dran. Gegen halb 8 lag ich OP- bereit im Bett. Ich wurde von einer redefreudigen Dame abgeholt und habe auf dem Flur nochmal Dr. B und ein paar andere Chirurgen getroffen. Er klopfte mir nochmal aufmunternd auf die Schulter und meinte es würde alles gut werden.

Immer wieder verrückt das Krankenhaus im Bett zu durchfahren. Vor dem OP mussten wir ne Weile warten und ich erfuhr die komplette Lebensgeschichte der Johanniterin.

Drinnen nahmen mich dann freundlichen Pfleger in Empfang. Der Anästhesist machte einen sehr netten Eindruck und erklärte mir alles genau. Ich fragte wie ich diesmal die Narkose bekäme, bei der GNE wurde mir was gespritzt und bei der Bimax sollte ich durch ne Maske atmen und war dann weg. Er meinte in der Maske sei nur 100%iger Sauerstoff, man bekäme immer was gespritzt.

Ich bat ihn darum mir zu sagen, wenn er mit dem Spritzen der Narkose beginnt. Es herrschte eine sehr lockere Atmosphäre, mir war nur etwas kalt.

Er hielt mir die Maske übers Gesicht und sagte es sei wirklich nur Sauerstoff. Danach sagte er, er beginne nun die Narkose zu spritzen. Langsam wurde mir schummrig.

Von einer Stimme ich solle ruhig weiteratmen bin ich dann erwacht. Die Augen konnte ich erst nicht richtig öffnen, aber sonst war ich recht fit. Ich hatte ziemlich starke Schmerzen, wogegen mir auch direkt was gegeben wurde.

Langsam wurde ich immer wacher und bekam das ganze Geschehen auf der Aufwachstation mit. Der Pfleger, der für mich zuständig war ,war sehr nett. Ich hatte einen super trockenen Hals, woraufhin er mir was in den Mund gesprüht hat, was sehr gut tat. Die Schmerzen wurden leider nicht weniger, weshalb ich noch einmal nach was dagegen bat. Diesmal schien er mir was stärkes zu geben, es wurde mir ziemlich schwindlig, aber dafür war ich auch direkt schmerzfrei – was für ein tolles Gefühl.

Kurz darauf stand Dr. B. da. Er wollte eigentlich zu meiner Nachbarin, sah aber dass ich wach war und hat eine Weile mit mir gesprochen. Die OP ging etwa ne Stunde. Rechts musste er etwas tiefer schneiden, dort waren 2 Platten die er bei der Bimax wegen meiner zu dünnen Knochen spontan miteinbauen musste. Darum könne es rechts etwas stärker anschwellen. Sonst sei aber alles gut.

Ich kam dann auch sehr schnell auf die Station zurück. Habe mich dort auch direkt lange mit meiner Zimmernachbarin unterhalten. Mir gings total gut und ich war richtig euphorisch. Als ich dann aber auf Toillette musste und aufstehen wollte, wurde mir richtig schlecht. Ich musste etwas Würgen und mein Hochgefühl war erstmal wieder dahin. Mit der Kühlmaske auf dem Kopf und dem typischen Anschwellgefühl wurde mir langsam bewusst, dass ich nun wohl doch ein paar unangenehme Tage vor mir hatte. Irgendwie hatte ich diese Dinge etwas verdrängt, aber naja, durch muss man dann so oder so.

Nachdem ich mich noch ein bisschen ausgeruht und einen Saft für meinen Magen bekommen habe, gings dann auch wieder besser.

Abends konnte ich schon wieder auf der Station rumspazieren und fühlte mich richtig gut. Außerdem bekam ich direkt eine Suppe zu essen, die ich zu meiner Verwunderung voller Hunger und ohne Sabbern zu mir nehmen konnte.

Dr. B. schaute auch nochmal nach mir, echt total nett. Er erzählte mir, dass er ab jetzt Urlaub hätte, am nächsten Tag aber trotzdem noch ganz kurz nach mir schauen würde. Außerdem bräuchte ich die nächste Woche nicht zur Kontrolle kommen, um mir die lange Anreise aus Düsseldorf zu ersparen. Er würde sich aber freuen, mich in einem halben Jahr noch einmal zum Abschluss zu sehen.

23.02. 1. Tag post OP

Die Nacht verbrachte ich alleine im 4 Bettzimmer und konnte erstaunlich gut schlafen. Die Schwellung hielt sich in Grenzen und auch sonst gings mir gut.

Zum Frühstück gabs eine Blumenkohlsuppe, sehr lecker. Zum Glück bekommt man nach wie vor die Joe- Clever -Kabadrinks!

Kurz nach dem Frühstück kam dann schon die Visite vorbei. Dr. L. schaute in meinem Mund und meinte es sei allles gut, ich dürfe am nächsten Tag planmäßig nach Hause gehen.

Wie versprochen schaute dann auch Dr. B. noch einmal kurz vorbei. Ich kann mich nur wiederholen: einfach super nett! Er erwähnte noch einmal, dass es nicht günstig gewesen wäre die Platten drin zu lassen (klang wie eine Rechtfertigung für die Schwellung) und verabschiedete sich dann in den Urlaub.

Um 11 kam dann auch schon Jana zur Aufnahme. Zu unserer Freude kamen wir tatsächlich in das gleiche Zimmer :)

Mittags hat uns dann auch Sanne extra besucht, vielen Dank!! Es nervt vermutlich schon, aber ich muss es einfach nochmal erwähnen: ohne Progenica wäre ich wirklich aufgeschmissen gewesen. Die Kontakte die ich daduch Knüpfen konnte möchte ich echt nimmer missen.

Ganz vielen Dank an euch alle :)) Sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können, tut besonders in der akuten Zeit sehr gut.

Mittags wurde die Schwellung ein wenig ärger und ab und an bin ich ein wenig eingenickt. Sonst war ich aber sehr fit, vom Allgemeinzustand wirklich kein Vergleich zur GNE oder Bimax.

Abends nochmal ein kurzer Besuch von Dr. W, der noch einmal mit Jana die OP durchgegangen ist und uns nen kleinen Vortrag über Kieferoperationen im Allgemeinen gehalten hat ;)

24.03. 2. Tag post OP – Entlassnung

Auch diese Nacht war überraschend gut. Wieder kamen ein paar Ärzte zur Visite rein und bestätigten noch einmal dass ich entlassen werden würde. Nun nur noch zum Entlassungsgespräch nach unten in die MKG Ambulanz. Dr. W. schaute mir in den Mund und hielt mir noch einmal eine kleine Predigt darüber, wann ich welche Konsistenz an Nahrungsmittel zu mir nehmen dürfe. 2 Tage nur klare Flüßigkeiten, dann langsam cremige Suppen, das wiederum 2 Tage. Dann langsam passierte Kost und nach ca. einer Woche dann ganz langsam weiche Dinge.

Nach meinem Metall hat er sich auch erkundigt, hatte leider vor der OP vergessen zu erwähnen, dass ich es gerne behalten will. Leider wurde es schon weggeschmissen.

Eine Krankmeldung bekommt man anscheinend nur noch für die Dauer des stationären Aufenthaltes.. fand ich etwas komisch und frage mich, ob das von Chirurg zu Chirurg unterschiedlich ist.

Wieder zurück auf Station gabs dann 2 Brote zum Frühstück. Ähmm.. ja. Was stand laut Dr. W. heute auf dem Plan? Eigentlich klare Flüßigkeiten und gegen Abend dann langsam cremig. Die Schwester reagierte auf meinen Wunsch nach einem Pudding etwas verwundert ;)

Dann Sachen gepackt und abholen lassen.

Auf dem Rückweg direkt beim ehemaligen Hausarzt vorbei. Nach über einer Stunde im Wartezimmer ohne Kühlung, schienen meinen Backen fast zu explodieren. So krass war es nicht einmal nach der Bimax. Nach mittleidigem Blick wurde ich direkt noch eine Woche krankgeschrieben.

Daheim dann erstmal ne Suppe gemacht und ausgeruht.

25.03. 3. Tag post OP

In einem nicht höhenverstellbaren Bett liegt man dann doch nicht so hoch wie im Krankenhaus. Das in Kombination mit einer kompletten Nacht ohne Kühlung hat dann ihr übriges zur Schwellung beigetragen. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Aber da es mir sonst ganz gut geht, will ich mich mal nicht weiter beklagen.

Da ich auf Grund der Schmerzmittel erst wieder ab Sonntag Autofahren sollte, bin ich nun noch ein paar Tage bei meinem Vater. Nun heißt es mal wieder: abwarten. Nur dass es diesmal hoffentlich schneller als bei der Bimax geht. Alles in allem war es nicht schlimm, aber nach der mittlerweile 3. Kiefer-OP, hat man irgendwann einfach keine Lust mehr drauf.

Zum Marienhospital:

Wie bei jedem Aufenthalt, war das gesamte Personal super freundlich. Ich fühle mich dort einfach gut aufgehoben und bin froh trotz einer größeren Entfernung wieder dorthin gegangen zu sein.

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Über die guten Verhältnissen im Marienhospital freue ich mich sehr!

Ich wünsch dir eine gute Genesung.

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Jetzt hast Du alles hinter Dir, ich leider noch nicht. Wahnsinn wie sehr sich das unterscheidet. Die beiden "ME-Herren" während meiner Bimax-Zeit waren abends schon wieder topfit, soweit man das sagen kann. Haben ein wenig geschlafen und abends schon wieder munter geplappert und Pudding gegessen. Das hat mir Mut für die dritte Runde gemacht, aber jetzt rechne ich schwellungstechnisch mal wieder mit dem Maximum nach Deinem Bericht. Laut meinem Chirurg sei die meist genauso schlimm, würde aber schneller zurückgehene, da am Knochen nichts gemacht würde. Das ist der Grund, warum ich das Thema ME vor mir herschiebe, ich habe vom geschwollen sein so die Nase voll...

Was mir auch Sorgen bereitet: ich weiss nicht, ob es in meinem Beleg-KH Kühlmasken gibt und selbst mir Eispacks kühlen ist schei... über mehrere Tage. Das kenne ich noch vom ersten Mal. Alternativ würde ich nach Ruit gehen, aber die haben da auch noch keine, oder? Auf Marien habe ich keine Lust nach dem Theater mit meinen Behandlungsunterlagen beim letzten Mal. VG und schöne Abschwellen :-)

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Beleg-KH Kühlmasken ?

Ich verstehe deine Frage nicht ganz. In Ruit bekommt man eine wassergekühlte Kühlmaske aufgesetzt. Beantwortet das deine Frage ?

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Danke für die Wünsche!

Zu Chris: fit war ich abends auch schon wieder. Man fühlt sich total normal, nur dass man eben plötzlich eine Schwellung bekommt.. Eigentlich ist es echt net schlimm, mir geht es nur wie dir: habe überhaupt keine Lust mehr drauf geschwollen zu sein und auch auf die Nächte mit ner Kühlmaske hätte ich verzichten können. Habs mir insgesamt einfach weniger "dick" vorgestellt. Glaube es geht nun aber langsam wieder zurück.

Rechts knackt mein Gelenk komisch und macht beim vorsichtigen Öffnen Schleifgeräusche. Da ich seit der Entlassung keine Schmerztabletten mehr nehme, ziept es überall etwas, aber ich hoffe mal das ist normal.

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Hei Lufi,

ich freue mich riesig für dich, dass du nun die ganze OP-Geschichte hinter dich bringen konntest. Es ist nun wohl einfach der letzte Schritt eines langen Weges und ebenso freue ich mich riesig, dass ich "euch" übers Forum kennen lernen durfte.

@Chris:

wie in Lufis Bericht geschrieben, habe ich Lufi (post-op) und JanaxX (vor-op) im MH besucht und ich muss sagen, dass ich sehr sehr angenehm überrascht war, wie gut Lufi schon drauf war. Sie hat mit uns gelacht und auch schon geplappert, dass ich mir eher Sorgen gemacht habe, ob dies nicht schon zuviel für sie werden kann, so kurz nach der OP. Dieser Besuch hat mich weiterhin bestärkt, meine ME so schnell wie möglich zu erreichen (Juni 12?), um auch mit dem ganzen Thema abschließen zu können.

An deiner Stelle würde ich es nicht unnötig weit rausschieben, damit das Metall nicht zu sehr mit den Knochen verwachsen kann.

Zu deiner heftigeren Schwellung kann ich mir lediglich erklären, dass du nach der ME im Gegensatz zur BImax viel schneller wieder entlassen wirst und dementsprechend herumspringst und dies & das erledigst. Bei der BImax ist man doch eine Woche ruhig gestellt, in neutraler Umgebung und ohne irgendwelche körperlichen Anstrengungen. Sobald man entlassen wird, meint man ja auch man kann schon wieder Bäume ausreißen (und wenns Bonsai-Bäumchen sind ;)). Der Körper reagiert einfach mit seiner Schutzhaltung und signalisiert durch die Schwellung, dass er Ruhe haben möchte.

Somit hoffe ich, dass du dir noch genügend Ruhe gönnen kannst und gut regeneriert ins Arbeitsleben zurückkehren wirst.

Alles Gute für die näxxten Tage - mal gespannt, was Jana sagt.................

Sanne

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Jana: Die Augen verfolgen mich noch im Traum :DD Aber wir wollen ja net soooo böse sein, immerhin hat er bei dir alles richtig gemacht ;)

Sanne: Das stimmt, das Problem ist vllt wirklich, dass man nicht ruhig gestellt ist. Daheim macht man eben doch viel mehr, vor allem wenns einem eigentlich gut geht. Aber die Schwellung hat nun schon ein wenig nachgelassen. Hoffe mit deinem angepeilten ME- Termin + dem Vorgespräch (mit hoffentlich dem richtigen Chirurgen ;) ) klappt alles. Die Zeit vergeht bestimmt wieder ruckzuck und du sitzt schon bald genauso hamstermäßig wie wir vorm PC :)

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Ja, da freust du dich drauf! Weil wenn die Schwellung dann wieder weg ist, hast du dein Gesicht wieder für dich allein :)

Und dann ist deine, eigene Kiefegeschichte (Roman, Odysee, wie auch immer ;)) auch zu Ende. Und ein neues Kapitel beginnt :)

Lufi, ich glaub wir sind viel zu euphorisch, ich habs mir auch grad gedacht haha :D

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Ich hatte gestern einen Kontrolltermin beim KFO. Scheint alles ok zu sein. Auch das Knacken ist wohl normal.

Essen klappt nun auch immer besser. Nun müssen nur noch Schwellung und die tollen Farben weichen :)

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