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die_anka

Help! Frage zu CT-Bilder mit Schraube?

Huhu ihr Liebe,

ich könnte gerade durchdrehen... in 2 Wochen ist mein GNE+UK OP Termin und nun fiel dem Arzt noch ein, dass sie ein CT Bild brauchen, sonst wissen sie ja nicht wie sie "sägen" sollen...Nun habe ich noch den allerallerletzen CT Termin dort ergattern können, das ist aber 2 Tage nachdem ich die Schrauben eingesetzt bekomme.

Brackets habe ich unten auch drin. Nun meine Frage: kann man mit den Schrauben überhaupt ins CT??

In der Uniklinik ist die Person, die die Frage beantworten kann nicht zu erreichen und alle anderen Sprechstunden sind auch schon dicht...

Weiß das hier jemand zufällig??

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Hi,

mach dir keine sorgen wegen der CT-Aufnahme (Computertomographie wird mit Röntgenstrahlen gearbeitet).

Beim MRT (Magnetresonanztomographie) wird mit Magnetstrahlen gearbeitet von daher sind Metalle nicht sehr Sinnvoll.

lg miro

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Hallo Anka,

ein CT ist ein spezielle Form des Röntgens, deshalb mit Metall im Körper überhaupt kein Problem.

Beim MRT wird mit einem starken statischen Magnetfeld sowie einem hochfrequenten magnetischen Wechselfeld gearbeitet, deshalb können Metalle aus unterschiedlichen Gründe Probleme bereiten. (Miro, es sind Felder, keine Magnetstrahlen, da tut einem ja das Physikerherz weh :-().

Eine gute Übersicht zu dem Thema findet sich hier, hier noch Ergänzungen von mir zu diese Thema.

Statische Felder können mit ferromagnetischen Materialien (z.B. Stahl) wechselwirken und dafür sorgen, dass diese in den Magneten gezogen werden. Deshalb muss man lose Metallteile vor der Untersuchung entfernen, damit diese sich nicht selbstständig machen und dann am Magneten kleben. Die großen Magneten sind supraleitende Magnete, und um das Metall zu entfernen, wenn man es mit Kraft nicht mehr losbekommt, muss man den Magneten aufwärmen und dann wieder abkühlen. Und vor allem das Abkühlen dauert und wird je nach Art der Kühlung auch ziemlich teuer, deshalb legen Radiologen keinen gesteigerten Wert auf fliegende Metallteile. Darum wird auch vor dem MRT gefragt, ob man lose Metallteile im Körper hat, wie z.B. Granatsplitter hat, da diese sich durch den Körper bewegen können und zu weiteren Verletzungen führen können. Im obigen Link wird auf Seite 6 oben noch angeführt, was sich auch noch durch das statische Magnetfeld bewegen kann :-) und da es relativ beweglich ist, auch zu Verletzungen führen kann, wenn daran stark gezogen wird. Titan, dass häufig für Implantate verwendet wird, ist nicht magnetisch und deshalb für die statischen Magnetfelder kein Problem. An Stahl wird zwar durch die statischen Magnetfelder "gezogen", aber diese sollten so stark im Knochen verankert sein, dass die Kräfte, die durch das normale Leben auftreten, stärker sind als die Kraft durch die statischen Magnetfelder. Und ähnliches gilt auch für die Zahnspange selber, die ja fest an den Zähnen verankert ist.

Die magnetischen Wechselfelder, die zur eigentlich Bildgebung dienen, sind in Kombination mit Metall etwas problematischer. Durch diese Felder werden Ströme in den Metallen erzeugt, die dann wie kleine Radioantennen wirken. Und da bei einer MRT-Messung genau diese Radiosignale gemessen werden und dann das eigentliche Bild berechnet wird, können Metalle zu Bildfehlern führen, so dass das Bild nicht aussagekräftig ist oder man etwas sieht, dass nicht da ist. Auch darum muss der Radiologe wissen, ob sich Metall im Körper befindet, um die Bilder richtig interpretieren zu können. Aber das MRTs mit Zahnspange möglich sind, selbst vom Kopf, findet sich z. B. in diesem Faden. Ich selber habe in 2 1/2 Wochen ein MRT vom Sprunggelenk und habe beim Terminausmachen extra nochmals gefragt, ob die Zahnspange ein Problem ist, und es ist keins.

Zusätzlich könnten sich durch die durch die Wechselfelder induzierten Ströme die Metallteile erwärmen, aber das scheint eher außerhalb des Körpers als im Körper ein Problem zu sein. Meine Vermutung wäre, ohne es jetzt aber irgendwie abgeschätzt zu haben, dass im Körper durch den hohen Wassergehalt die Wärme relativ gut abgeführt wird, während Luft eigentlich ein ziemlich guter Wärmeisolator ist und sich deshalb die Metalle außerhalb leichter erwärmen.

Also MRTs sind mit Metall im Körper und auch Zahnspangen nicht unmöglich, aber je nach Ort des MRTs kann es etwas komplizierter werden. Und es gibt natürlich Fälle, wo es mit Metall im Körper gar nicht möglich ist, wie z.B. mit Herzschrittmachern. Aber da ein CT und ein MRT optisch erst einmal sehr ähnlich sehen, beide sind röhrenartig und in einer radiologischen Praxis finden sich ja auch oft MRTs und CTs, ist es auch leicht erklärbar, worum man beide miteinander verwechselt.

Irene

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Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Auch sehr einfach erklärt, das verstehe sogar ich mit meiner 5 in Physik hehe...

Ich bin jetzt echt beruhigt, dachte schon ich muss alle Termine über den Haufen werfen und neu planen.

Endspurt! ;)

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Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Auch sehr einfach erklärt, das verstehe sogar ich mit meiner 5 in Physik hehe...

Ich bin jetzt echt beruhigt, dachte schon ich muss alle Termine über den Haufen werfen und neu planen.

Endspurt! ;)

Danke für die Rückmeldung, ich hatte schon die Befürchtung, dass ich spätestens beim vorletzten Absatz mit "durch die Wechselfelder induzierten Ströme" alle außer denen im Nebel des Nichtverstehens verloren hätte, die es sowieso wissen oder sich selber schnell herleiten können.

Irene

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