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cappitto

Moin moin

Wie es in letzter Zeit leider häufiger vorkommt, hält mich die Diagnose Progenie auch heute noch ein wenig länger wach. Darum dachte ich mir, dass ich einfach mal so meine Geschichte schildere.

Keine besonders interessante Geschichte, aber vielleicht hilft's mir ja, sie einfach mal niederzuschreiben.

Edit: Ich wollte es nochmal betonen, denn der Text ist recht lang und nicht besonders spannend, nehme ich an.

Bin 22 Jahre alt, Student aus Oldenburg und habe eine relativ lange Zahnspangenbehandlung in meiner Kindheit hinter mir, die eigentlich sehr gut abgeschlossen war. Allerdings kam damals eine sehr beschissene Situation. Sämtliche KFO bis auf so ziemlich eine einzige - soweit ich das in meienr Kindheit beurteilen konnte - in meiner Umgebung haben aufgehört, Kassenpatienten zu behandeln. (Mittlerweile werden Kassenpatienten auch wieder von allen KFO behandelt.) Weiß da jemand mehr, wieso es zu sowas kommen konnte? Kam mir damals nicht komisch vor, weil ich eben noch sehr jung war. Aber heute empfinde ich das schon als skandalös, dass einfach so die Kassenpatienten rausgeschmissen wurden.

Also musste ich den KFO wechseln (hatte wohl keine Wahl) und seitdem scheint das Unheil seinen Lauf genommen zu haben. Die Behandlung war schnell für die Katz, es kam zu einem Rezidiv und ich habe das gar nicht wirklich wahrgenommen in den ersten Jahren danach. Ich hatte schließlich alles richtig gemacht, immer die losen Retainer getragen und irgendwann feste Retainer bekommen. Nachdem dann nur noch halbjährlich die festen Retainer kurz von Helferinnen gecheckt wurden, aber mehrere Termine nacheinander nie irgendwas gemacht wurde - abgesehen von einer scheißteuren Zahnreinigung (natürlich eine sinnvolle Sache, keine Frage) - bin ich irgendwann nicht mehr zur KFO gegangen (worauf ich jetzt als Erwachsener natürlich nicht stolz bin, aber falsch fühlte sich das damals nicht an, es war wirklich schon viel Zeit verstrichen seit der Zahnspange). Dann war Ruhe, ich hielt die Behandlung in meiner jugendlichen Naivität für abgeschlossen, da ich die KFO im Grunde auch schon ewig nicht mehr gesehen hatte, weil wie gesagt nur von Helferinnen der Zustand der Retainer angesehen wurde.

Nun bin ich aber weiter in meiner Jugend gewachsen und der Biss passt überhaupt nicht mehr. Ich habe schmerzhafte Verspannungen der Kiefermuskulatur seit etwa einem Jahr und war seitdem auch schon bei einigen KFO und Zahnärzten, die bisher wirklich allesamt was anderes vorschlagen.

Chronologisch geordnet etwa so:

1. Zahnarzt: "Wir machen eine Schiene für nachts, um die hinteren Zähne nachts zu entlasten." Ich solle aber mal zu einem KFO gehen. Die Schiene hat mir dann im Verlauf nichts gebracht...

1. KFO: "Zahnspange rein," - ich habe aus Interesse nach einer Operation gefragt, weil man eine chirurgisch gestütze Behandlung für Erwachsene mit schlechtem Biss natürlich direkt im Internet findet und ich mich etwas schlau gemacht hatte. "Auf keinen Fall" sagte dieser.

2. Zahnarzt (mit Schwerpunkt CMD): "Zahnstellung eine Katastrophe" etwa ein Dutzend mal im Gespräch. Kein Witz. Sehr hilfreich und beruhigend. Vielen Dank. Was für ein Arschloch, muss ich insgesamt sagen. Indirekt kamen dann Vorwürfe von seiner Seite, warum man mir so früh zwei Zähne hat ziehen lassen. Das habe die Situation verschlimmert.

Meine Mutter war aus Sorge um mich gerade bei diesem "Zahnarzt" dabei und naja... besser gefühlt haben wir uns (besonders meine Mutter) nach diesem Besuch logischerweise nicht.

2. KFO: "Man kann versuchen, es mit einer Zahnspange zu verbessern, allerdings sind die Aussichten nicht besonders gut." Wahrscheinlich müsste eine Operation dennoch folgen. Genau genannt hat er "Le Fort" (also OKVV). Das war das erste mal etwas Konkretes. Da war ich recht schockiert von dieser Operation. Aber immerhin hatte dieser KFO einen ganzheitlichen Ansatz und hat sich meine Beinlängen und andere mögliche Indikatoren für meine Probleme recht genau angesehen, bevor er sich dann meinen Biss genau ansah.

3. KFO: Mittlerweile wusste ich recht gut Bescheid und dieser KFO urteilte: "Progenie" (erstmals habe ich diesen Begriff von einem KFO gehört, sonst immer nur im Netz gelesen), "Behandlung: GNE und sehr wahrscheinlich Bimax".

3. Zahnarzt (Oralchirurg - ich bin mir dessen bewusst, dass sein Fachgebiet nicht der KFC entspricht): "Man kann versuchen, mit eienr Schiene für Nachts und manueller Therapie die Beschwerden in den Griff zu bekommen." Aber das wäre dann wohl natürlich eine Geschichte, die mich mein Leben lang begleiten würde.

Jetzt sitz ich hier vor einer für mich persönlich schwierigen und sehr weitreichenden Entscheidung und fühle mich entsprechend etwas hilflos, weil eben jeder was anderes sagt. Als nächstes steht nun eine Privatsprechstunde bei einem OA in der Uniklinik Münster an, die sich hoffentlich lohnt, da ich in Oldenburg wohne.

Vielleicht zeigt euch mein Statusbericht ja auch, wie willkürlich die Behandlung am Ende sein kann, wenn man sich keine weitere Meinung einholt. Natürlich könnte sich die Behandlung noch anpassen, da ein erstes Gespräch ja nur das grobe Erfassen der Situation ist, allerdings wäre ich mir da nicht so sicher, weil eben die KFO schon sehr konkret wurden mit ihren Ideen.

So, nun bin ich müde und fühle mich etwas befreiter. Hoffe, dass sich niemand ärgert, sich durch diesen Text gekämpft zu haben, falls das überhaupt jemand getan haben sollte.

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Hallo und herzlich willkommen,

zunächst einmal muss ich sagen, dass ich den Text leicht und gut lesen konnte. Das wäre schonmal eine Sorge weniger ;).

Du hast schon eine ganz schöne Odyssee hinter dir. Aber wie man sieht, hat es sich gelohnt. Die ersten beiden Ärzte waren ja wohl, mit Verlaub, nicht gerade die beste Anlaufstelle.

Dass du dich ein wenig in der Schwebe fühlst ist ganz normal nach so einer Diagnose schätze ich. Aber beim Uniklinikum in Münster bist du schon ganz gut aufgehoben. Hör dir am besten an was der Oberarzt zu sagen hat, das nimmt einem schonmal ein wenig die Angst.

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Hallo und herzlich willkommen,

zunächst einmal muss ich sagen, dass ich den Text leicht und gut lesen konnte. Das wäre schonmal eine Sorge weniger ;).

Du hast schon eine ganz schöne Odyssee hinter dir. Aber wie man sieht, hat es sich gelohnt. Die ersten beiden Ärzte waren ja wohl, mit Verlaub, nicht gerade die beste Anlaufstelle.

Dass du dich ein wenig in der Schwebe fühlst ist ganz normal nach so einer Diagnose schätze ich. Aber beim Uniklinikum in Münster bist du schon ganz gut aufgehoben. Hör dir am besten an was der Oberarzt zu sagen hat, das nimmt einem schonmal ein wenig die Angst.

Danke dir.

Ich seh die Odyssee (die eigentlich Behandlung dann) eher noch vor mir. Ich hole mir absolut bewusst so viele Meinungen ein, weil ich meine Entscheidungen ansonsten bereuen würde, wenn ich nicht die perfekte Lösungnach meinem Wissensstand gefunden hätte und dann das Ergebnis unbefriedigend würde. Das Geld spielt dabei erstmal keine Rolle.

Ich sehe mich optisch eher nicht so beeinträchtigt, dass es zwangsläufig diesbezüglich eine Verbesserung durch eine Operation geben würde. Zumal dann ja evtl. eine schiefe Nase folgen würde.

Ich fürchte eben gesundheitliche Probleme durch meinen wirklich schlechten offenen Biss, wenn ich mich nicht operieren lasse. Diese Verspannungen sind unglaublich nervig, meine Gelenke scheinen aber noch keine Schäden zu haben.

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