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nachtblume

Der erste Schritt auf einem langen Weg...

Hallo ihr Lieben,

vor ein paar Tagen stieß ich auf das Forum hier und habe mich seitdem gefühlt mindestens schon zwei Mal komplett durchgelesen. Es tut unglaublich gut, Menschen zu finden, die das selbe durchgemacht haben bzw. durchmachen wie ich.

Zu mir:

Ich werde nächsten Monat 24 und liege in den letzten Zügen meines Studiums (Grundschullehramt). Mein Unterkiefer ist zu groß, wodurch meine unteren Schneidezähne ein gutes Stück vor den oberen stehen. Zudem habe ich einen leicht offenen Biss. Und durch meine Familie wurde mir außerdem noch ein recht ausgeprägtes Kinn vererbt...

Mein Trauma mit den Zähnen fing bereits als kleines Kind an, als ich stürzte und mir die vorderen (Milch-)Schneidezähne eindrückte. Obwohl ich 4 war, weiß ich jetzt noch, wie meine Eltern mich auf dem Behandlungsstuhl festhalten mussten, während der Zahnarzt meine Zähne richtete.

Ich hatte seitdem immer Angst vor dem Zahnarzt. Zumal mein Zahnfleisch äußerst empfindlich ist und ich (obwohl ich sonst recht schmerzresistent bin) beim Zahnarzt an die Decke gehen könnte vor Schmerzen.

Mit 13 war ich beim Kieferorthopäden. Ich dachte, ich bräuchte wegen meiner beginnenden Fehlstellung eine Spange, aber der Arzt knallte meiner Mutter und mir nur um die Ohren: "Nee, da muss ne OP gemacht werden. Entweder werden die Sehnen (?) verkürzt oder ein Stück aus dem Kiefer rausgenommen." Bäm, das saß. Trauma Nummer 2, denn mit 13 will man sowas nicht hören und kann auch nicht die Situation so überblicken, dass man ohne Panik da raus geht. (Außerdem bin ich noch nie operiert worden, da kommt so eine direkte und wenig einfühlsam formulierte Aussage nicht unbedingt gut an...)

Ich habe gelernt, damit umzugehen. Habe die Hänseleien, die teilweise von kackfrechen Halbwüchsigen im Bus kamen, ignoriert und mir im Laufe der Jahre ein dickes Fell angeeignet. Trotzdem leide ich unter meinem Aussehen.

Nach der Trennung von meinem Ex Ende 2009 habe ich angefangen, nachts wortwörtlich die Zähne zusammen zu beißen. Aufgrund akuter Schmerzen ging ich zu einem mir bis dato unbekannten Zahnarzt in meiner Studienstadt und war zum ersten Mal nicht panisch. Der Arzt war super nett, lobte mich, dass ich trotz panischer Angst zu ihm gekommen sei etc. Er verpasste mir eine Aufbissschiene, wodurch die Schmerzen weggingen. Zum Thema OP war er der erste Arzt, der versuchte, mir die Angst zu nehmen. Er habe diese OP schon öfter als behandelnder Zahnarzt begleitet und das sei im Grunde kein großes Ding.

Trotzdem habe ich die Sache wieder verdrängt. Es fällt mir auch unglaublich schwer, überhaupt über "meine Fehlerhaftigkeit" zu reden. Das habe ich auch seit der Diagnose mit 13 nicht mehr getan. In letzter Zeit merke ich, dass mein Kiefer ständig angespannt ist. Dazu dann noch das Gefühl, unsichtbar zu sein. Wenn ich mit Freunden zum Feiern weggehe, werde ich von der Männerwelt nicht beachtet. Es ist, als wäre ich nicht da. Das kratzt an dem Ego, das ich mir eigentlich aufgebaut habe. Ich habe einfach das Gefühl, nicht mehr von der Stelle zu kommen - der "Leidensdruck" (ich mag das Wort nicht, aber mir fällt kein besseres ein) wird langsam so groß, dass ich glaube, durch Spange/OP/etc. durchzukommen.

Ich muss den Stein nur noch ins Rollen bringen. Der erste Schritt wäre hiermit getan. Ich habe die Dinge ausgesprochen, ihnen einen Namen gegeben.

Und es tut einfach gut zu wissen, dass man nicht alleine ist.

Liebe Grüße,

nachtblume

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Hallo nachtblume,

Vielen geht es so oder ähnlich wie dir!

Meist dauert es einfach bis man soweit ist eine KFO-Behandlung mit allem was dazu gehört durchstehen zu können. Aber dafür ist es dann umso leichter! Hab vor kurzem meine begonnen. Auch mir steht noch eine OP bevor.

Hast du schon einen KFO gefunden?

lg

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