Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
Salzstange

Unterbiss / Kreuzbiss - OP

Moin,

bei mir begann alles vor was weiß ich wie vielen Jahren. Doppelter Kreuzbiss. Der erste Kieferorthopäde wollte direkt nichts mehr mit mir zu tun haben, da ihm das alles zu kompliziert aussah. Anschließend bin ich zu einem sehr renommierten Kieferorthopäden in meiner Stadt gegangen und der hat mich direkt aufgenommen. Es folgte eine jahrelange Behandlung. Erst Gaumenplatte für 1 Jahr, dann Brackets für 2- 3 Jahre und anschließend lose Klammer für 1 Jahr und fest Drähte dauerhaft hinter den oberen und unteren Schneidezähnen. Irgendwann "durfte" ich die lose Klammer absetzen. 1 Jahr später (2010) bemerkte ich erste Veränderungen. Mein Unterkiefer erschien mir größer. Doch alles war noch in Butter und optisch hatte ich immer noch mein sehr "kindliches" Gesicht, über welches ich mich eigentlich immer freute. Mit der Zeit wurde es immer schlimmer. Durch die Arbeit gestresst schenkte ich dem Ganzen jedoch keine große Beachtung. Seit Ende 2011 wurde es dann so richtig schlimm. Meine unteren Schneidezähne waren mittlerweile wieder deutlich sichtbar weiter links und um gut 3, 4 mm weiter vorne. Mittlerweile berührten sich die oberen und unteren Schneidezähne und die Rille zwischen den mittigen beiden, unteren Schneidezähnen war auf Höhe der Mitte des linken, oberen Schneidezahns. Also kreuz und quer alles. Ich ging zum KFO und der diagnostizierte mir, dass der Unterkiefer weiter gewachsen sei und sich das Ganze wieder verschoben hätte. Hätte man nicht ahnen können. Glaube ich ihm auch. War ja von vorne herein eine sehr massive Angelengenheit. Einzige Möglichkeit: OP. Ich solle es mir jedoch ganz genau überlegen, da es mit Schmerzen und viel Stress verbunden sei.

Und ich habe mich entschieden: Ja, ich will die OP. Nächste Woche habe ich den Beratungstermin, doch bereits jetzt schwindet mein Selbstvertrauen. Ich habe bereits eine größere OP hinter mir, bei der ich weder die Betäubung noch die inneren Fäden vertragen habe und noch 1 Jahr mit den Folgen zu kämpfen hatte. Außerdem beginne ich am 1.9. meinen Traumjob. Ob das bis dahin noch alles klappt? Ich habe riesige Zweifel. Ich habe von wochenlanger Ernhrung durch den Strohhalm gelesen und Ernährung mit einer Magensonde? Durch diesen ganzen scheiß Stress ist mein Herzrasen wieder da. Es war gerade weg! Und jetzt liege ich wieder nächtelang wach und hab einen Ruhepuls von 90.

Kann mir bitte irgendjemand sagen, wie eine solche OP UNGEFÄHR abläuft? Hier scheinen nur erfahrene Menschen unterwegs zu sein. Es ist ja sinnlos irgendwo anders die Fragen zu stellen. Ich gebe es zu: Ich hab' Angst. Nicht vor der OP, die ist mir egal. Aber vor allem, was danach kommt. Ist das wirklich so extremst aufwändig?

Sorry, für den Roman hier, aber ich musste das einfach mal loswerden.

Salzstange

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Hallo Salzstange,

es gibt hier im Forum eine Unterrubrik Erfahrungsberichte (http://www.progenica...hrungsberichte/), wo man einiges über die Zeit direkt nach der OP nachlesen kann. Es wird aber vor allem deutlich, dass es sehr unterschiedliche Erfahrungen gibt und das es auch in unterschiedlichen Krankenhäusern sehr unterschiedlich gehandhabt wird.

Zu den Fäden: Ich habe selbstauflösende Fäden (wobei ich mir nicht sicher sind, ob es innere Fäden sind, bzw. ob sich noch irgendwo innere Fäden verstecken). Es gibt aber auch Operierte, bei denen die Fäden gezogen wurden. Diesen Punkt solltest Du aber auf alle Fälle mit Deinem Operateur besprechen.

Zum schlechten Vertragen der Narkose: Genau dafür ist das Anästhesie-Gespräch so wichtig und so etwas muß im Gespräch unbedingt erwähnt werden. Ich nehme an, die OP wird nicht im gleichen Krankenhaus wie Deine vorherige OP sein? Dann würde ich versuchen, Anästhesieprotokolle oder ähnliches von der ersten OP zu bekommen, damit die Anästhesisten wissen, was beim ersten Mal nicht vertragen wurde und auf etwas anderes ausweichen können.

Nun zur Ernährung: Auch da ist es sehr unterschiedlich, was wann wie gegessen werden kann, aber ich glaube wochenlang mit Magensonde habe ich noch nicht gelesen. Ich bin heute 10 Tage post-OP und offiziell auf passierter Kost, das heißt alles, was der Mixer klein bekommt. Ich bin nicht verdrahtet, sondern haben einen Splint (eine Kunststoffschiene) im OK und Gummis zwischen OK und UK. Ich bekomme den Mund soweit auf, dass ein kleiner Löffel reingeht und damit kann man relativ viel essen, nach dem Umweg über den Mixer. Essen ist zwar noch nicht unbedingt gesellschaftfähig, das liegt aber vor allem daran, das ich es nicht wirklich schaffe, den Löffel sauber abzustreifen, aber auch das wird besser.

Ich hatte im Krankenhaus für mehrere Tage eine Magensonde und halte dies für eine sehr gute Lösung, auch wenn die Magensonde bei mir gegen Ende für starke Halsschmerzen gesorgt hat und ich sie mir am liebsten selbst gezogen hätte. In anderen OP-Berichten liest man häufig, dass die ersten Tage kaum etwas gegessen wurde, mit häufig entsprechenden Folgen für Kreislauf, etc. Durch die Magensonde habe ich es geschafft, im Krankenhaus nicht abzunehmen, was bei meinem Ausganggewicht auch keine gute Idee wäre. Parallel zur Magensonde gab es auch immer wieder Fleischbrühe, so dass man das Essen üben konnte, aber es nicht wirklich für die Kalorienzufuhr nötig war.

Strohhalm (und auch Schnabeltasse) geht bei mir überhaupt nicht, da ich den Mund nicht wirklich dicht bekomme, um effektiv aus einem Strohhalm zu sagen, aber wie oben gesagt, funktioniert ein kleiner Löffel. Ich konnte aber auch schon ziemlich schnell nach der OP aus einem Glas oder einer Tasse drinken.

Bezüglich Schmerzen: Ich persönlich hatte die meisten Schmerzen aufgrund der Magensonde, die mir extreme Halsschmerzen verursacht hat. Ich war im Krankenhaus bezüglich Schmerzmittel gut versorgt, nehme zwar 10 Tage post-Op noch Schmerzmittel (Diclofenac), aber ich habe die letzten Jahre aufgrund anderer Probleme genug Schmerzen gehabt, dass ich momentan keine Lust habe, heroisch zu sein, aber es ginge wahrscheinlich auch ohne. Und ich hatte letzte Jahr am Sprunggelenk eine PO, bei der auch Knochen bewußt durchtrennt wurde und brauchte damals mehr Schmerzmittel.

Und zum Stress: Ja, die Zeit ist anstrengend, aber ich glaube, stressig wird es vor allem dann, wenn man nicht weiß, was einem bevorsteht und da kann einem Progenica sicher helfen.

Was mir aber momentan mehr Bedenken macht, ist Deine Zeitplanung. Reicht bei Dir wirklich nur die OP, oder muss noch vom KFO Vorarbeit geleistet werden? Bei der Krankschreibung hat man den Eindruck, dass ca. 3 Wochen die Untergrenze sind, viele Leute 6 Wochen krankgeschrieben sind, aber auch noch mehr möglich ist. Ich bin momentan für 4 Wochen krankgeschreiben, bin mir bei mir selber relativ sicher, dass diese 4 Wochen reichen werden, aber ich habe die OP auch sehr gut vertragen und gehe in einem Job zurück, indem man mich kennt. Du schreibst, dass Du am 1.9. Deinen Traumjob beginnst, d.h. bis dahin solltest Du voll auf dem Damm sein. Du hast zwar nächste Woche deinen Beratungstermin, aber die meisten Leute müssen mehrere Wochen warten zwischen dem Termin, bei dem der OP-Termin festgesetzt wird und der eigentlichen OP, auch da in dieser Zeit die OP-Planung (Stichwort Modell-OP) durchgeführt wird, die Zeit braucht und ich weiß nicht, inwieweit abgekürzt werden kann. Du hast auch nichts davon geschrieben, wie es mit der Genehmigung von der Krankenkasse aussieht (oder wirst Du es selber zahlen?) und dies dauert auch seine Zeit.

Ich will Dir auf keinen Fall die OP ausreden, sondern eher im Sinne von Stressprävention verhindern, dass Du Dich jetzt auf einen Termin fixiert und dieser eventuell nicht möglich bzw. eigentlich nicht sinnvoll ist. Wartezeiten können extrem an den Nerven zerren, bei mir hat es 3,5 Monate gedauert von der Freigabe durch den KFO zur OP bis zum OP-Termin und das war mit einigen Aufregungen verbunden (lange Geschichte), aber können gerade in diesem Fall dafür genutzt werden, sich sowohl beruflich als auch privat (z.B. bezüglich Ernährung :smile: ) optimal vorzubereiten.

Irene

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Sag mal, kann das sein dass du evtl falsch schluckst? Denn wenn die Zähne ja mal so standen wie es sein soll und dein UK wieder nach vorne gewandert ist, kann es dann nicht auch sein das du mit der Zunge gegen die unteren Zähne anstatt gegen den Gaumen schluckst? Evtl hilft dann auch Logopädie und nochmal Eine Klammer

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Sag mal, kann das sein dass du evtl falsch schluckst? Denn wenn die Zähne ja mal so standen wie es sein soll und dein UK wieder nach vorne gewandert ist, kann es dann nicht auch sein das du mit der Zunge gegen die unteren Zähne anstatt gegen den Gaumen schluckst? Evtl hilft dann auch Logopädie und nochmal Eine Klammer

Hallo Salzstange und Alena1905,

ich hatte Alenas Antwort erst auf mich bezogen und erst dann gemerkt, dass er sich auf Salzstange bezieht. So wie Du Salzstange es schilderst, würde ich vermuten, dass es wirklich ein Wachstum des Unterkiefers ist und nicht nur eine Zahnfehlstellung, aber ich würde das Schlucken auf alle Fälle auch überprüfen (lassen). Mit dem korrekten Schlucken, d.h. Zunge gegen den Gaumen kann das OP-Ergebnis stabilisiert werden. Dass ich jahrzehntelang falsch geschluckt habe, dürfte unter anderem mit zu meinem massiven Rezidiv beigetragen haben, das eine erneute OP nötig machte. Falls Du falsch schluckst, ist es harte Arbeit, aber es lohnt auf alle Fälle die Mühe.

Irene

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ja ich schlucke nämlich auch falsch und aus diesem Grund kam meine Kieferfehlstellung zustande, allerdings ist das erblich bedingt (lt KFO) ich muss auch nach der Op zum Logopäden um das korrigieren zu lassen, sonst ist alles Hinfällig. Aber meine Ärztin sagte, ich soll erst wieder lernen zu essen und dann mit der logopädie beginnen. Soll aber schon Übungen machen, die ich noch von meiner logopädischen Behandlung weiß (18 Jahre her). Weiss allerdings nur noch, dass ich schnalzen sollte. Hast du evtl die ein oder andere Übung für mich Irene??

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ja ich schlucke nämlich auch falsch und aus diesem Grund kam meine Kieferfehlstellung zustande, allerdings ist das erblich bedingt (lt KFO) ich muss auch nach der Op zum Logopäden um das korrigieren zu lassen, sonst ist alles Hinfällig. Aber meine Ärztin sagte, ich soll erst wieder lernen zu essen und dann mit der logopädie beginnen. Soll aber schon Übungen machen, die ich noch von meiner logopädischen Behandlung weiß (18 Jahre her). Weiss allerdings nur noch, dass ich schnalzen sollte. Hast du evtl die ein oder andere Übung für mich Irene??

Hallo Alena,

ich will Dir noch in dem anderen Faden bezüglich Schluckübung antworten, da aber kurzfassen definitiv nicht meine Stärke ist, wollte ich mir am Wochenende dafür Zeit nehmen (selbst wenn ich jetzt krankgeschrieben bin, aber morgen habe ich einen Termin im MH und damit ist für mich der Tag eigentlich weg). Falls ich also bis Sonntagabend nicht geantwortet habe, kannst Du mich gerne per PN anstupsen.

Irene

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0