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Chris80

23.05.12 ME in der GRN Schwetzingen mit Dr. Dr. Zoder

5 Tage Post-OP oder: Hurra, es wird grün.

Ich wollte für die ME keinen extra Thread, da dieses Krankenhaus Schwetzingen aber hier noch nicht erwähnt wurde, zumindest ein paar Zeilen schreiben. Es hat etwas gedauert, da ich immernoch starke Konzentrationsschwierigkeiten habe. Dr.***** (ehem. Marienhospital Stgt. Oberarzt) hat seine Praxis bekanntlich nun in der Heidelberger Atos-Privatklinik, zudem aber auch eine kassenärztliche Zulassung mit Belegbetten in Schwetzingen und dahin sollte es für meine dritte und letzte Operation gehen.

Dienstag 22.05.

KH-Aufnahme verbunden mit dem scheinbar üblichen, kleinen Chaos mit Belegabteilungen „wir haben eine Frau erwartet (die kam auch später), sie können aber auch bleiben.“ Nicht schlimm, das Wetter war sehr schön und die Abteilung hat eine schön, große Dachterasse. Sonne tanken, in den nächsten Tagen werde ich es nicht dürfen. Der Fairness halber muss man aber dazu sagen, dass die KFC-Praxis vergessen hatte mich anzumelden und nicht die Abteilung mich vergessen hatte..

Diese Belegabteilung stellt Betten für einen HNO, einen Schmerztherapeuten, meinen Chirurgen Dr. Z und noch einem vierten Arzt. Ein bunter Haufen Patienten, die KFC-Patienten sind dabei wie üblich die jüngsten.

Mein erster Zimmernachbar war Patient in der Schmerztherapie, ein gebildeter und sehr angenehmer Mensch mit dem man sich sehr gut unterhalten konnte. Besonders wichtig: er hat nicht geschnarcht. Nachts trennt sich die Spreu vom Weizen der Krankenhaus-Mitbewohner. Besonders in Erinnerung wird mir der erste Moment der Begegnung bleiben: mir wurde ein Mittagessen gebracht mit Sauerkraut, Kasseler und gebratenen Schupfnudeln. Etwa einen halben Meter Luftlinie entfernt lag mein Zimmernachbar und versüßte die Luft des Zimmers mit seinen nackten Füßen. Ich musste mir das Lachen sehr verkneifen.

Wie liebe ich solche Situationen, das Leben kann so lustig sein, wenn einem der Arsch eigentlich auf Grundeis gehen sollte.

Mittwoch 23.05.

OP-Termin, ab Mittag sollte ich mich bereithalten. Wer von uns zwei ME-Patienten als erste® drankommen würde, war nicht bekannt, spielt auch keine Rolle. Umso früher, umso besser und man muss nicht solang auf das Trinken verzichten. Ich konnte mich in Ruhe duschen, Haare waschen und zu meiner Verwunderung hatte ich bereits eine Menge Routine dabei, die OP-Kleidung anzulegen. Ich habe für Netzhöschen nicht viel übrig, aber unvorteilhaft sehen sie am Po nicht aus. :388:

Die Haube lasse ich immer bis zu Anästhesie vom Kopf, damit komme ich mir blöd vor, mit dem Rest natürlich nicht.

Die halbe LMA-Tablette hatte ich brav genommen und dieses Mal zeigt sie tatsächlich Wirkung. Ich habe drei Stunden geschlafen und wurde erst wach, als ich zum OP gebracht wurde. Pünktlich zur Narkose ließ ihre Wirkung wieder nach, also doch alles beim Alten. Ich war einen Moment optimistisch und dachte schon alles sei bereits vorbei.

Im Vorbereitungsraum hatte denselben Eindruck wie bei meiner allerersten OP: Anästhesisten und OP-Vorbereitungsteams sind eine ganz eigene Sorte Mediziner und ich mag sie sehr. Super sympathisch, angenehm und genau richtig für diesen Moment. Mal ein lieber Kommentar, ein herber Spruch oder ein Lächeln, von dem man leider nur die Augen sieht und eine Mundmaske, die sich nach außen strafft.

Alles, damit die Patienten in dieser Situation ruhig bleiben und die Werte halbwegs ok sind, aber dazu muss man geboren sein und meine Anästhesistin sah wieder fantastisch aus, ganz wie im ersten Krankenhaus. Leider habe ich beide nie ohne ihren Mundschutz gesehen. Angenehme Stimmen habe eine besondere Wirkung auf mich und diese Frau hat die für ihren Job so wertvolle Gabe.

Mein Zugang wurde gelegt, der Fingerclip angehängt, ein wenig Nasengel für die Intubation und dann musste ich etwa eine halbe Stunde warten. Mein Puls 65 mein Blutdruck 120/80, alles so als hätte ich etwas anderes vor. Erstmals habe ich nicht die „graue“ Nadel erhalten, sondern eine dünnere grüne, ich wurde also „degradiert“ und empfing nicht mehr die Stricknadeln in meinen Handrücken.

Ich war längst wieder in dieser inneren Ruhe, die ich sehr oft unmittelbar vor wichtigen Momenten habe. Etwas unheimlich aber man sollte dafür einfach dankbar sein. Ohne diese Ruhe würden dreissig Minuten eine sehr lange Wartezeit.

Die OP muss irgendwann zwischen drei und vier Uhr begonnen haben. Aufgewacht bin ich kurz vor dem Transport von der Aufwachstation zurück mit einem zweiten Zugang in der anderen Hand: Stereonarkose, eine neue Erfahrung und vielleicht habe ich deshalb so lange geschlafen. Der betreuende Pfleger im Aufwachraum war sehr nett, hat mir kurz von meinem hohen Blutdruck während meines Besuchs bei ihm berichtet und sich nett verabschiedet. Super Typ und wie sich später herausstellte auch sehr beliebt auf Station.

Nachts war ich wieder auf meinem Zimmer und man machte sich wieder Sorgen um meine starke Schwellung. Ich hatte also wieder kräftig geblutet und Dr. Z kam nochmal mit der Nachtschwester zu mir, legte mir einen Kompressionsverband um den OP-Bereich und darüber die Kühlpacks. Die Schwester war auch in den folgenden Nächten ein Segen. Hilotherm- Kühlmaschinen gab es keine auf der Station - das Ergebnis, wenn Krankenhaus-Zahlenschieber und nicht der Verstand Entscheidungen über Budgets treffen - die Schwester hatte aber ein sehr gutes Timing und versorgte mich alle zwei Stunde mit neuen Packs in einem Schlauchverband, bevor ich nur klingeln konnte.

Diese Kühlmaschinen sind allerdings auch maßlos überteuert für die simple Technik, die in ihnen schlummert.

Zwei Tage Post-OP

Entlassung. Ich war zu jedem Zeitpunkt schmerzfrei und nehme meine Tabletten nur prophylaktisch ein. Die Schwellungen sind etwa achtzig Prozent im Vergleich zur Bimax, verschwinden aber deutlich schneller. Man muss fairerweise sagen, dass meine immer deutlich über dem Durchschnitt lagen, was immer mit meinem hohen Blutverlust einherging. Rechts habe ich noch ein recht festes Ei unter dem Auge, aber es wird bereits grün und wir wissen: bald ist es Gelb und alles wird gut.

Um das Thema Schmerzen sollte sich kein Patient Sorgen machen. Das meiste ist taub und sollte dennoch mal Bedarf an stärkeren Mitteln sein, ist in Krankenhäusern alles Nötige vorhanden.

Stellt Euch nach der OP unter die eiskalte Dusche, auch wenn es sehr viel Überwindung kostet, es tut verdammt gut und die unverbesserliche eitle Seite an uns kann sich auch kalt die Haare waschen.

Sollte mal jemand aus dem Stationsteam diese Zeilen lesen: Ihr seid toll.

Alles Gute, meine OP-Reise, die mir nach dem ersten, misslungenen Versuch meine bislang dunkelsten Stunden bereitet hat, ist zu Ende. Das offizielle KFO-Behandlungsende nach etwas mehr als drei Jahren steht noch aus, danach werde ich mich einmal sinnlos betrinken und stolz auf mich sein.

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Hallo Chris,

schöner Bericht und Du bist sicher froh, dass Du das Thema Kiefern-OP mit einem guten Ende endlich abschließen kannst. Alles Gute noch für's Abschwellen und für den letzten Schritte von Grün zu Gelb und dann zu normal.

Irene

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Hi Chris,

immer wieder schön etwas von dir zu lesen. Vor allem, sowas positives!

Sind die LMA Tabletten denn überall gleich? Vermutlich schon oder? Mich wundert es, dass du nach der Einnahme 3 Stunden geschlafen hast. Hatte jedes Mal das Gefühl, sie würde nicht wirken.

Der Satz: "Rechts habe ich noch ein recht festes Ei unter dem Auge, aber es wird bereits grün und wir wissen: bald ist es Gelb und alles wird gut."

gefällt mir.. :) Denn wir haben nun echt alles hinter uns gebracht. Wer hätte das damals, in nem Café am Marienplatz gedacht. So ne Bimax vor sich zu haben ist schon doof, aber man kann es überstehen.

Freu mich wirklich, dass alles gut geklappt hat. Wünsch dir nun noch ein frohes Abschwellen und viele leckre Eissorten im Kühlfach :D

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Hi Chris,

es freut mich, dass Du nun auch Deine Metallentnahme heil ueberstanden hast.

Ich moechte Dir an dieser Stelle einfach nochmals recht herzlich fuer Deine vielen informativen, Mut machenden und manchmal auch kritischen Beitraege danken, welche ich immer sehr geschaetzt habe und die sehr hilfreich fuer mich waren.

Ich wuensche Dir weiterhin alles Gute.

Schoene Gruesse

Mauto

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Hey Chris,

freut mich, dass du alles gut überstanden hast :)

Freu dich auf dein Metall! Ein sehr schönes und auch irgendwie unwirkliches Gefühl, das in den Händen zu halten oder es überhaupt mal zu sehen.

Bald sind auch die sichtbaren Spuren verschwunden und dann ist es wirklich geschafft :)

Genieß dein Eis und die Sonne, ein Kieferfreier Sommer liegt vor dir :))

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@ JanaxX:

Genieß dein Eis und die Sonne, ein Kieferfreier Sommer liegt vor dir

Armer Chris! Jetzt hat er alles hinter sich und du wünschst ihm nen kieferfreien Sommer. Ich schmeiß mich weg vor lachen.

Aber ! Ich weiß, wie es gemeint ist und ich freu mich für dich, Chris, dass du nun auch mit deiner ME einen Schlussstrich ziehen kannst. Wir freuen uns alle mit dir.

Schade finde ich daran immer nur, dass die hier geschlossenen Kontakte und Freundschaften langsam auseinander gehen. Auch eine Art Abschied.

Auf alle Fälle wünsche ich dir auch alles Gute weiterhin

LG Sanne

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Hi Chris,

kann mich nur anschließen!

Schön zu hören, dass es dir gut bzw. besser geht. Danke, dass du andere an deiner Tal- und Bergfahrt hast teilhaben lassen.

Alles Liebe und Gute!

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Vielen Dank.

Ich hatte heute meine Nachuntersuchung 1 Woche Post-OP.

Die Schwellung ist noch sehr hartnäckig, ich habe aber auf Voltaren-Tabletten umgestellt. Die scheinen gut bei mir anzuschlagen. Der Schmerzmittel-Anteil ist gar nicht nötig, aber der entzündungshemmende Wirkstoff (Diclofenac) hilft mir sichtbar. Leider habe ich es verpennt, mir nochmal ein Rezept für die höher Dosierten zu holen.

Wie auch immer, ich schimmere noch fein in den gleben und grünen Tönen und das einzige sichtbare Aha-Erlebnis bislang, war der Berich über die linken ersten Platte neben der Nase. Ich war mir nach der Bimax nie sicher, ob ich da immer schon ein Bäclchen hatte, oder es eine kleine Beule von der Platte darunter war. Es war tatsächlich Letzteres, sie ist weg. Jetzt abwarten und Tee trinken, würde gern die Sonne genießen.

Die Platten und Schrauben habe ich noch nicht, die liegen noch irgendwo in Schwetzingen zur Sterilisation, aber sie wurden mir versprochen und ich bin sehr gespannt drauf. Auf dem Röntgenbild konnte man noch einige Löcher der Schrauben sehen und ja, er hat nichts in mir vergessen. ;-)

VG

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Da sind die vielen kleinen Begleiter des letzten Jahres.

Habe heute leider penetrante Nachblutungen, trotzdem das Ganze zwei Wochen her ist. Ist allerdings altes, braunes Blut, das aus meinen Schwellungen abläuft...durch meine Nähte. Keine schöne Erfahrung, ich bin ziemlich nervös zu meinem KFC mit dem Zug und dachte schon eine Naht sei offen.

Ehrlich gesagt hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich zwei Wochen nach OP noch so bluten würde. Naja, auch das geht vorüber, ich bin allerdings auf Blutgeschmack im Mund ziemlich sensibilisiert und merke das gleich.

VG

dsc6536x.jpg

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Hallo Chris,

wow, da wurde ganz schoen was verbaut. Ehrlich gesagt hatte ich mir die Platten und Schrauben etwas filigraner vorgestellt und nicht gedacht, dass die so wuchtig sind. Und ein paar der Schrauben sind ja extrem lang.... weist, wo die waren? Damit koennte man sicherlich auch ein neues Hueftgelenk fixieren ;-)

Auf jeden Fall wundert es mich nun noch weniger, dass ich die Metallteile im Gesicht spuere und oftmals auch so einen Druck neben und hinter der Nase habe.

Das ist fuer Dich sicherlich ein befreiendes und erleichterndes Gefuehl, diese netten Begleiter nun aus Dir raus zu wissen.

Ist momentan sicherlich noch zu frueh, aber mich wuerde es schon brennend interessieren, ob sich nach der ME nochmals Aenderungen an der Optik ergeben und ob der teilweise auftretende Druck/leichte Schwellung bei Belastung rund um die Platten sich danach legt.

Jetzt wuensche ich Dir erst mal noch gute Genesung und dass das alte Blut bald alles aus Dir raus ist.

LG Mauto

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Hallo Chris,

Deinem Körper scheint bezüglich Blut auch immer wieder was Neues einzufallen. Ich wünsche Dir, dass es ein letztes "Aufbäumen" war und das Du künftig Deine Ruhe haben wirst.

@ Mauto

Ich glaube, das liegt vor allem an der Darstellung auf dem Bildschirm, wobei ich mich gerade bei den beiden richtig langen Schrauben frage, wo diese waren. Ich finde die Schrauben und Platten aber relativ zierlich im Vergleich mit dem, was bei mir in meinem Knöchel drinnen war, aber die Dinger wurden im OP-Bericht schon Großraumschrauben genannt.

Irene

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Nun, ich hatte reingezoomt, bis das 20 Cent Stueck auf Originalgroesse war - denke mal, dass Chris das deswegen mit aufs Foto gepackt hat.

Und dafuer, dass die Teile alle im Gesicht untergebracht waren, find ich sie schon recht gross. Speziell im OK Bereicht kommt man ja auf beiden Seiten relativ schnell ins Weichteilgewebe.

LG Mauto

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Ja genau zum Größenvergleich und um meine Adresse auf dem Beutel zu verdecken :biggrin:

Die Schrauben wirken sehr groß auf dem Foto. In Realität sind die kleinen ca. 6mm lang, die beiden Großen 17mm ca.

Welche wo saß, sieht man hier ganz gut, die beiden Großen waren im UK im Winkel hinten.

Die sechs Platten mit je vier Schrauben und die Großen macht 26stk. Er hat nichts vergessen, ich habe das Röntgen noch nicht gescannt, mache ich noch im Büro.

post-3617-0-05823200-1304423837_thumb.jp

VG

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Die Roentgenaufnahmen wirken schon krass und etwas befremdlich. Ich habe meines nur einmal gesehen, will aber auch fragen, ob man mir eine Kopie aushaendigen kann. Es ist ja auch ein schoenes Erinnerungsstueck :-)

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Seit Sonntag suppt es nicht mehr, war doch noch eine ganze Menge und ein Kopfkissen habe ich mir nachts auch versaut. Zumindest scheint diese Turbulenz jetzt überstanden und ich warte mal ab, wann sich die Fäden entfernen. Damit ist das Thema hier jetzt auch schon beendet.

VG

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