Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
juf

Unsere OPs in Bad Homburg bei Dr. Kater/Dr. Schäfer

Wir, J. und F., haben gestern die ME in Bad Homburg hinter uns gebracht.

Angefangen hat’s bei uns, wie bei den meisten anderen auch, mit der Gaumennahterweiterung (GNE), die wir beide als die unangenehmste OP empfanden. Dadurch, dass es für uns beide die erste OP dieser Art war und wir diese riesen Spange zum Dehnen des Oberkiefers im Mund hatten, fühlten wir uns sehr unwohl. Außerdem war die Zahnlücke, die man durch die GNE bekommen hat, eine negative Veränderung der Optik (jedenfalls für einen selbst ;)).

Im September 2011 war es dann soweit: die BIMAX-Op stand an. Hier begann auch unsere „Love-Story“.

2 Wochen vor der OP, hatten wir ein Vorgespräch bei Dr. Kater, bei dem auch Abdrücke und Bilder gemacht wurden.

Jetzt kommen wir zur BIMAX-Op:

Am Vortrag sollten wir um 13Uhr in der Praxis sein, dort wurden kurz letzte Fragen geklärt und Blut für eine eventuelle Bluttransfusion abgenommen. (Dr. Kater war leider nicht zu sprechen, da er seinen Flug verpasst hatte, allerdings stand er dann um 22Uhr plötzlich bei uns im Zimmer.)

Danach konnten wir schon unser Zimmer beziehen. Wir haben schon bei dem Vorgespräch erfahren, dass wir zusammen auf ein Zimmer kommen. Die Stimmung war zum Glück von vorne rein entspannt. Nach dem Narkosegespräch sind wir in Bad Homburg lecker essen gegangen.

Die Nacht war gut und um 7 gings bei F. schon los. Um 9 wurde J. geholt.

Vor der OP zogen wir unseren heißen OP-Dress (bestehend aus süßen Blümchenhemd, Speck-weg Kniestrumpf und nicht zu vergessen, das höchst erotische Netzunterhöschen) und dann bekamen wir auch schon die „mir ist alles scheiß egal Tablette“.

Die Schwester übergab uns an der Fahrstuhltür an einen älteren Herrn, der dem Tod glich. Erster Gedanke: Oh mein Gott, jetzt ist alles vorbei.

Vor der OP-Schleuse musste man sich dann von seinen lieben Angehörigen verabschieden und dann ging alles ratzfatz. Von einem Bett zum nächsten hüpfen, warten, angekettet und verknüpft werden, letzte Streicheleinheiten von den Schwestern und dann kam auch schon das Sandmännchen.

Nach der OP gings getrennt weiter. F. ist vom Aufwachraum direkt aufs Zimmer gekommen (danke Mama, dass du die erste Nacht bei mir am Bett verbracht hast!!!) und J. ist auf der Intensivstation wieder zu sich gekommen und durfte auch die Nacht dort verbringen.

J.: keine Angst vor der Intensivstation! Ich habe mich sehr sicher gefühlt, es war immer schnell jemand da wenn ich auf die mobile Toilette bzw. mich übergeben musste. Sonst habe ich viel geschlafen und ich wurde allgemein gut umsorgt.

F.: Auf der Station herrschte leichtes Chaos, deswegen hat meine Mutter für mich zum Glück Krankenschwester gespielt. Ich musste mich mehrmals übergeben und die Schwestern kamen meistens erst wenns schon zu spät war. Sonst hab ich auch fast nur geschlafen. Die Nachtschwester hat für meine Mutter noch ein Bett ins Zimmer gestellt, damit ich nicht so allein bin.

Keine Panik vorm Aufwachen, da die Schmerzen direkt nach der OP wirklich auszuhalten, bzw. gar nicht vorhanden sind.

Am zweiten Tag kam J. wieder aufs Zimmer. Wir haben weiterhin viel geschlafen, viel getrunken und wenig, eher gar nichts gegessen. (das Essen ist hier leider nicht so geil und wer spritzt sich schon gerne sein Essen in den Mund?! ) Da das ganze Gesicht taub war, konnten wir nicht mal aus einem Schnabelbecher trinken, außerdem ließ die Mundöffnung zu wünschen übrig.

Am dritten Tag kam die Erlösung: Wir durften duschen!!!!! Kreislauf war soweit stabil und nach der Dusche war man ein komplett anderer Mensch. F. hat sich schon auf den Flur getraut, J. hatte noch Drainagen drin und wollte das Zimmer deshalb lieber nicht verlassen. Bei F. hat auch schon die Lymphdrainage begonnen.

Am vierten Tag hat J. die Drainagen rausbekommen und durfte somit auch zur Lymphdrainage. Unsere Spaziergänge wurden länger und es ging langsam bergauf! Essen klappte leider immer noch nicht und die Backen waren auch noch dick. (Positiver Nebeneffekt: die Kilos purzelten!)

Am fünften Tag wurde F. frühzeitig entlassen. Der Abschiedschmerz war groß, aber man sieht sich ja immer zweimal (oder öfter) im Leben! J. hat Besuch und eine neue Nachbarin bekommen.

Am sechsten Tag wurde J. auch entlassen. Erst gabs noch ein Röntgenbild, dann ein Abschlussgespräch in der Praxis und dann gings auch für J. endlich Richtung Heimat.

Mittlerweile haben wir Ende Juni 2012 und gestern die ME hinter uns gebracht. Dadurch, dass wir uns so gut verstanden haben, hatten wir uns geschworen, dass wir auch die letzte OP zusammen durchstehen. Somit haben wir uns einen Doppeltermin gemacht (der leider mehrfach verschoben wurde) und jetzt sitzen wir hier, gucken Fußball und sind glücklich, dass alles so gut gelaufen ist.

Wir sehen aus, alsob wir uns geschlagen hätten, aber haben keine Schmerzen. Die letzte OP wurde in der Taunus Klinik von Dr. Schäfer durchgeführt. Die Narkoseärztin (der Name ist uns gerade entfallen) war super lieb und hat uns sogar die Übelkeit genommen, danke dafür!

Die Taunus Klinik ist fast so gemütlich wie ein Hotel, wären da nicht die ganzen Schwestern-Knöpfe. Zu bemängeln ist, dass der Ausblick hier weniger erotisch (es sei denn, ihr steht auf ältere Herrschaften in weißen feinripp Unterhöschen mit Eingriff).

Fazit: Wir waren schmerztechnisch positiv überrascht, um nicht zu verhungern sollte man sich gut vorbereiten (5 Minuten Terrine, Babybrei oder Schokolade zum lutschen und viiiiiiel Eis machen das Leben leichter).

Also, keine Panik! Es geht immer noch schlimmer! ;)

Jetzt zur Praxis: wir hatten nie das Gefühl abgespeist zu werden, die Arzthelferinnen sowie die Ärzte waren alle super lieb und haben uns auch die Ängste genommen. Wir haben uns zu jeder Zeit (auch nachts) verstanden und willkommen gefühlt.

Abschließend wollen wir sagen, dass wir unheimlich froh sind, dass wir die Behandlung in der Praxis von Dr. Kater durchgezogen haben und wir sind sogar fast ein bisschen traurig, dass jetzt alles vorbei ist.

2 Personen gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0