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Milchschnitte

Bimax Operation Erfahrung Juni 2012

Liebe Forummitglieder,

da ich durch dieses Forum und diverse Erfahrungsberichte nach meiner OP enorm viel dazu gelernt habe , habe ich mich nun entschlossen selber einen mehr oder weniger ausführlichen Bericht zu verfassen, da ich weiß , wie gut es tut auf diesem "virtuellen Weg" Tipps zu bekommen und andere Erfahrungsberichte zu lesen.

Vor ziemlich genau einem Jahr war mein Wachstum endlich abgeschlossen, und es konnte endlich mit der kieferortopädischen Behandlung losgehen. Hier habe ich mich für die Keramik Brackets entschieden , und habe dies auch nie bereut, da zum einen der ästhetische Aspekt natürlich für sich spricht, und zum anderen musste bis heute nicht eins ersetzt werden!

Nach also einer Vorbehandlung von einem Jahr hatte ich somit am 04.06.2012 meinen Termin zur Operation.

Ankunft im Krankenhaus

Nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte und alle Formalitäten erledigt waren standen noch einige Arztbesuche auf dem Programm. Als erstes wurden beim Kieferortopäden die Splints ein letztes Mal noch angepasst und zurechtgeschliffen. Daraufhin ging der Stationsarzt den Fragebogen ( Altbekannte Allergien, vorherige OP´s,etc.) mit mir durch und nahm mir Blut ab. Dann folgten noch Besuche vom Operateur ,welcher noch ein weiteres Mal den genauen Ablauf, Risiken und alles andere durchging und letztendlich besuchte mich die Anästhesistin, welche sich ihrerseits absicherte und mir alles genau erklärte.

Nachdem ich also bezüglich meiner OP bestens informiert war durfte ich ein letztes Mal deftig Essen gehen und dann am Ende des Tages mit einem kleinen einschlaffördernden Medikament schlafen gehen.

Tag der OP

Ich hatte die Nacht zum Glück ganz gut schlafen können , aber war dennoch recht früh wach ,wobei sich die Aufregung in Grenzen hielt. Vor der OP überwog einfach die unendliche Vorfreude , schließlich hatte ich lang genug auf diesen Tag hingefiebert. Außerdem war dies zum Glück meine erste OP , und ich konnte mir nichtmal im Ansatz vorstellen , was mich die kommenden Tage/Wochen erwarten sollte.

Also zog ich wie am Tag zuvor besprochen meine Trombose Strümpfe und den OP Mantel an und wartete auf den Beginn. Zum Glück war ich der erste Patient , womit sich das Warten in Grenzen hielt. Zuerst kam die Stationsschwester und verabreichte mit die allzeits bekannte "Alles Egal " Tablette bevor ich ich abgeholt wurde und auf die OP-Station gebracht wurde. Unten angekommen konnte die Umgebung ein doch ziemliche Angst machen , dennoch ist man durch die Tableltte doch irgendwie recht entspannt. Schneller als ich mich umsehen konnte war ich dann schon im Narkosezimmer und plötzlich war ich auch schon weg.

Die OP dauerte insgesamt vier Stunden und lief ohne weitere Probleme ab. Die nächsten paar Stunden kann ich nur aus einer recht schwämmigen Perspektive wiedergeben da man nach einer Narkose natürlich noch dementsprechend labil ist.

Als ich zum ersten Mal wachworde musste ich mich erst einmal ordnen ,aber nachdem ich meinen Mund nicht aufbekam realisierte ich das die Operation schon vorbei ist. Danach bin ich aber vorerst sofort wieder eingeschlafen. Da ich wohl schlecht atmete wurde ich zusätzlich noch künstlich beatmet,hatte eine Infusion , einen Blasenkatheter und einen Pulsmesser der stündlich automatisch losging.

Dann wurde es etwas unruhig : Da ich plötzlich extrem starke Nasenbluten bekam , die vorerst nicht zu stoppen waren gab es Probleme mit der Beatmung. Dadurch musste die Ärztin kommen , die Verdrahtung im Mund aufschneiden und den Splint entnehmen, damit ich weiter durch den Mund beatmet werden konnte. Das Nasenbluten wurde schließlich mit einer Tamponage gestoppt.

Durch diesen Zwischenfall musste ich leider länger im Aufwachraum beobachtet werden , konnte dann aber zum Glück noch abends auf mein Zimmer gebracht werden.

Zu den Schmerzen kann ich schonmal allgemein sagen , dass sich das wirklich in Grenzen hält da man schon präventiv Schmerzmittel bekommt. Mir wurde immer gesagt :" Schmerzen brauchst du keine haben. " , und das kann ich eigentlich auch bestätigen. Dennoch ist das Gefühl alles andere als angenehm dennoch lässt es sich nicht wirklich beschreiben.

Die Tage nach der OP

Ich versuche die folgenden Tage im Krankenhaus mal in einem zu schildern , da es bei mir nun knapp 6 Wochen her ist und ich nicht mehr alles detailliert zuordnen kann ( man sagt ja bekanntlich , dass man die schlimmen Sachen schnell vegisst.)

Mir wurde gesagt , dass die ersten drei Tage die Schlimmsten sein sollen , dennoch muss ich leider sagen , dass die folgenden 2 Wochen sich nicht viel nahmen. Der Splint wurde mir ein Tag nach der OP wieder eingesetzt und somit war das Reden nun komplett eingestellt. Ich war wirklich kaum zu verstehen, nach einer Zeit konnte man es wohl erahnen dennoch war Schreiben die beste Methode Dass die Schwellung von Tag zu Tag zunahm , erleichterte dies auch nicht. Die ersten Tage bekam ich ausschließlich die Infusion, und ab dem 3. Tag versuchte ich es langsam mit der Suppe. Da ich aber im unteren Gesichtsbereich überhaupt kein Gefühl hatte, war dies wirklich sehr schwer. Zum Glück begleitete mich meine Mutter in dieser Zeit und mit ihrer Hilfe konnte ich ein wenig zu mir nehmen. Zu mich nehmen heißt , dass sie mir mit einer Schnabeltasse ganz langsam immer wieder ein bisschen in den Mund geschüttet hat.

Da ich von der Statur ein eher schlanker sportlich Typ bin hat mir die OP körperlich ziemlich zugesetzt. Schon zwei Tage nach der OP hatte ich 5 kg abgenommen. Das war natürlich nur ein Nebeneffekt. Das Wesentliche war: Die OP lief sehr gut, die Ärzte waren sehr zufrieden und meine Schwellung nahm zwar ordentlich zu ,dennoch,war sie vergleichsweise gering.

Nachdem ich langsam anfing wieder Nahrung zu mir zu nehmen , begann ich auch ab und zu zu laufen , obwohl schon kurze Wege wirklich extrem anstrengend waren. Wenn ich mal draußen frische Luft schnappen wollte ging das selbstverständlich nur in Begleitung und mit einem Rollstuhl.

Am Donnerstag wurde ich operiert und da die Schwellung im Rahmen blieb und alles gut aussah und auch das selbstständige Einsetzen des Splints gut klappte durfte ich am Dienstag schon das Krankenhause verlassen. Da ich nicht gerade in der Nähe von der Uniklinik wohnte , waren ab dem Zeitpunkt wöchentliche Kontrolle angesagt.

zu Hause

Zuhause angekommen ging es mit schon einen Tick besser da die ganze Krankenhaus-Atmosphäre ja nicht besonders positiv auf einen wirkt. Dennoch besserte sich der Zustand wirklich nur ganz langsam, das Reden wurde nicht besser , die Schwellung wich nur minimal und auch beim Essen kann man nichts anderes erwarten als Suppe,Suppe,Suppe.

Jeden der die OP noch vor sicht hat , kann ich Fresenius empfehlen. Ein sehr kalorienhaltiger "Shake" der sich sehr gut zunehmen lässt. Dennoch bekam ich mit der Zeit extreme Schmerzen die ich vorher nie hatte , wo auch die Schmerzmittel nicht gegenhalten können. Obwohl ich wirklich kein schmerzempfindlicher Mensch bin war es wirlklich schwer zu ertragen. Obwohl ich sehr intensiv, geduldig und gewissenhaft versucht habe meine Zähne zu reinigen , stellte sich bei der nächsten Kontrolle heraus ´, dass sich die linke Seite leicht entzündet hatte.

Daher der Tipp an alle anderen : Lasst euch wirklich zeigen wie ihr zu putzen habt und benutzt eine kleine Taschenlampe , mit der ihr hinten die Wunden kontrollieren könnt. Mir wurden leider keine Tipps gegeben und nicht gezeigt was ich beachten muss. Und da man ja wirklich kein Gefühl hat und der Innenraum auch sehr angeschwollen ist hatte ich mit meinen Wissen kaum Chance die Entzündung zu umgehen. Diese Schmerzen kann man sich wirklich sparen und sind nicht nötig.

Nun musste ich leider Antibiotika nehmen was mit wieder stark zusetzte , da ich starke Magenprobleme bekam. Ich konnte schon nur Suppen zu mit nehmen und selbst das konnte ich nicht behalten. Zu allem Überfluss bekam ich noch Fieber , was ich in meinem Zustand nun wirklich nicht gebrauchen konnte.

Als ob das nicht genug wäre , holte mich eine andere Sache unerwartet nochmals ein. Und zwar das Nasenbluten.

Nachts aufgewacht , wusste ich zuerst gar nicht so recht was mir passiert. Meine komplette Decke war Rot gefärbt und reflexartig rannte ich ins Badezimmer. Das Blut floß in Strömen und war erst nach einigen Minuten zu stoppen.

Am nächsten Morgen das ganze Dilemma nochmal von Vorne , wobei dieses Mal das Nasenbluten nicht zu stoppen war. Ich verlor ziemlich viel Blut und wurde auch langsam unruhig , weswegen wir dann ins Krankenhaus gefahren sind. In der Notaufnahme, bin ich auch sofort untersucht wurden, und nach einer weiteren Kontrolle stellte sich schließlich raus ,dass das Blut nicht aus der Kieferhöhle kommt, sondern dass ein großen Gefäß geplatzt ist , welches dann im Anschluss verödet wurde.

Dies ist meiner Ansicht etwas unschön gelaufen , da dies wohl bei der OP passiert ist und es dort im Anschluss an meine starke Nasenbluten weiter hätte untersucht werden müssen.

Die Entzündung hat sich schließlich aufgelöst und die Wunde ist sehr gut verheilt, sodass am 10. postoperativen die Fäden gezogen werden konnten. Dies war nocheinmal eine extrem schmerzhafte Angelegenheit , vor allem in der Mitte die Fäden am Lippenbändchen tun unfassbar weh. Hier würde ich wirklich von Anfang an auf eine Betäubung bestehen, dass muss man sich nun wirklich nicht antun, nach den ganzen Strapazen die man bis dahin schon durchlebt hat.

Heute ist das ganze schon fast 6 Woche her. Den Splint trage ich immer noch ,aber ich hoffe das dieser beim nächsten Besuch beim Kieferortopäden endlich raus kann. Das wäre wirklich eine Erleichterung. Reden klappt mittlerweise recht gut , da die Schwellung im Mund abgenommen hat und ich dadurch den Mund weiter aufbekomme.

Essen ist natürlich noch problematisch, aber man kann alles zu sich nehmen was man mit der Zunge am Gaumen zerdrücken kann.

Das heißt Babynahrung von A-Z , pürierte Nudeln bzw kleingeschnittene Nudeln, Trinkjoghurt,Milchschnitte, Apfelmus etc.

Mittlerweile habe ich übrigens 9! Kilo abgenommen, was bei meinem Gewicht wirklich heftig ist. Dennoch hoffe ich , dass das verloren Gewicht in einigen Monaten , sobald ich wieder richtig essen und Sport machen kann , wieder drauf kommt.

Die Schwellung ist immer noch vorhanden ,dennoch nicht wirklich stark ausgeprägt. Aber ich habe noch eine extreme Spannung im Gesicht die wirklich komisch ist.

Gefühlsmäßig ist der Bereich ab der Unterlippe bis zum Kinn noch taub , dass wusste ich aber auch vorher ,und dass kann ja auch bis zu einem Jahr dauern , bis sich das komplett regeneriert hat. Bei den Strapazen auch kein Wunder.

Ich hoffe der Bericht ist einigermaßen überschaubar geblieben und beantwortet die ein oder andere Frage! Falls noch Interesse besteht und Fragen offen sind beantworte ich sie sehr gerne. Vielleicht hat der ein oder andere ja noch ein Thema , an das ich jetzt nicht gedacht habe ;)

Insgesamt kann ich jetzt schon sagen , dass ich meine Entscheidung jederzeit wieder so treffen würde. Ich bin absolut zufrieden mit dem Ergebnis und dafür war es der Aufwand wert. Dennoch war ich von Anfang an fixiert auf dieses Ziel und wollte es unbedingt.

Das sind wirklich zwei Sachen ,die meiner Meinung nach , jeder Patient von sich behaupten sollte. Denn die OP ist wirklich eine , die man nicht unterschätzen darf, und welche vor allem Geduld und Zeit erfordert. Daher ist es eine Entscheidung , die jeder für sich selber treffen sollte , und wo man auch sich länger selbst hinterfragen sollte.

Viele Grüße

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Vielen Dank für deinen Bericht!

Hab mir gleich mal das mit der Betäubung beim Fädenziehen notiert :)

Lg Corina

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