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Mats

Bimax am 27.06.2012 bei Prof. M in der Raphaelsklinik Münster

Hallo zusammen,

am 27.06. 2012 stand meine BIMAX an. Unterkiefer wurde zurück verlagert und leicht gedreht, Oberkiefer nach vorne und nach unten verlagert.

Mit dem Bericht möchte ich hauptsächlich den Leuten Mut machen, die eine solche OP noch vor sich haben! Vllt. sogar in bei dem selben Arzt und in der selben Klinik.

Ich entschuldige mich jetzt schonmal für die Länge!

OP-Tag

Ich musste erst am Tag der OP in die Klinik und nicht schon wie viele andere einen Tag vorher. War dann pünktlich um 8 Uhr in der Klinik. Dort habe ich erstmal die Aufnahmeprozedur hinter mich gebracht und ein Zimmer bezogen. Das Zimmer war nur für die OP-Vorbereitung. Nach der OP würde ich auf ein anderes Zimmer kommen. Hab dann von der Schwester die OP-Kleidung, die Beruhigungstablette und noch ein paar allgemeine Infos bekommen, mit dem Hinweis, dass ich mich daran nachher sowieso wegen der Tablette nicht mehr errinnern könnte... tja Pech gehabt ich wusste alles noch icon_wink.gif Dann hieß es warten... Hab mich noch nett mit meinem Zimmernachbarn unterhalten. Ironischer Weise hab ich ihn tatsächlich gefragt wie denn das Essen hier im Krankenhaus sei...

Gegen 9:40 Uhr wurde ich dann abgeholt. Um 10 Uhr sollte die OP sein. Da dachte ich mir auch nur: Endlich mal ein Arzt der sein Terminplan einhält! In der OP Schleuse musste ich dann mein schönes Bett verlassen und auf den OP Tisch klettern. Dazu bekam ich noch eine Decke und schon gings weiter in den "Narkoseeinleitungsraum"(?). Dort empfing mich ein junger Mann und auch mein Chirug lief am Raum vorbei, sah mich, grüßte mich kurz und verschwand wieder. Der junge Mann verkabelte mich und versuchte mir einen Zugang zu legen. Klappte leider nicht... Darauf meinte ich scherzhaft: "Na hoffentlich ist das kein schlechtes Vorzeichen für die OP". Fand er aber nicht ganz so lustig wie ich. Vielmehr verschwand er kurz um mit einer Ärtzin wieder zu kommen. Diese schaffte es mir auf anhieb den Zugang zu legen, sagte noch dass ich jetzt erstmal was zur Beruhigung bekommen würde und schon war ich weg... Und dabei hatte ich mir doch so sehr vorgenommen beim runterzählen die -3 zu schaffen! Tja so hab ich nichtmal die 10 geschafft... Aber bei der ME habe ich zum Glück noch eine Chance.

Später bin ich dann im Aufwachraum wach geworden und dachte mir nur: Du hast es geschafft. Aufgewacht bin ich ohne Verdrahtung, Blasenkather, Magensonde, Drainagen, ...

In der Sekunde kam auch jemand zu mir ans Bett, hat mir den Blutdruck gemessen, mir das Sauerstoffsätigungsgerät geklaut und gefragt wie es mir ginge. Ich sagte gut und so ging es mir auch wirklich! Keine Übelkeit, keinen Durst... Ich hab mich in dem Moment einfach wohl gefühlt. Danach verschwand die Person wieder und ich hab mich erstmal interessiert umgeguckt. Dabei fiel mir auf, dass ich Nasenbluten bekam und fragte deshalb nach einem Taschentuch, welches mir auch direkt gebracht wurde. Ich also dabei die Blutung zu stoppen und weiter gespannt am beobachten, ruft eine Pflegerin entsetzt: "Herr R. sie dürfen mit dem Taschentuch doch nicht in die Nase, das reisst die Wunden wieder auf". Ersten Anpfiff schon im Aufwachraum bekommen...

Später gings dann zurück auf die Station. Dort im Zimmer lagen bereits so eine 100er Tempo-Box, eine Tube Bepanthen Salbe für die Lippen und ne Flasche Kräutermischung, welche sich später als Mundspüllösung herausstellte, bereit. Auch wurde mir meine Reisetasche ins Zimmer gebracht, mein Wecker auf den Nachttisch und meine Hausschuhe neben das Bett gestellt. Fand ich ausgesprochen nett und aufmerksam von den Pflegern. Kompliment dafür!

Der Wecker zeigte 14:20 Uhr. Vom Abholen bis zum wieder auf dem Zimmer sein dauerte es etwa 4 1/2 Stunden.

Der restliche Tag war ziemlich langweilig. Habe mich aber wirklich ausgesprochen gut und fit gefühlt und hab seitdem ich im Aufwachraum wach geworden bin, den restlichen Tag nicht mehr geschlafen. Da habe ich mit was deutlich schlimmeren gerechnet!

Abends kam mein Chirug vorbei und sagte mir, dass alles perfekt verlaufen wäre. Der Biss würde so gut passen, dass ich keinen Splint bräuchte, sondern nur 2 Gummies. Die Nerven hätte er auch nicht verletzt, sodass das Gefühl in den nächsten 2 Monaten komplett wieder kommen sollte.

In der Nacht schwoll mein Gesicht an, sodass ich keine Luft mehr durch die Nase bekam... Die Nachtschwester meinte, dass wäre ganz normal und hat versucht die Nase mit einer NaCl-Lösung zu spülen,was natürlich gar nichts gebracht hat. Abschwellendes Nasenspray bekam ich leider erst später.

Klinik Aufenthalt

Die Schwellung nahm die Nacht über und die nächsten 2 Tage nochmal ordentlich zu. Bin aber ab dem ersten Tag nach der OP zur Lympfdrainage gegangen und habe gekühlt was das Zeug hält. Hab dazu immer Eisbeutel in nem Kissenbezug bekommen, durch den man kaum Kälte gespürt hat. Also hab ich die Eisbeutel aus dem Bezug genommen und direkt an das Gesicht gehalten. Sobald eine Schwester das gesehen hat, gabs den nächsten Anpfiff: Ich dürfe den Eisbeutel nicht aus dem Bezug nehmen, das wäre doch viel zu kalt und würde mir schaden... War mir egal, mir tat das gut also hab ich es weiter so gemacht...

In der zweiten Nacht wollte mein Magen nicht mehr. Die ganzen Nachblutungen waren zu viel, sodass mir übel wurde. Ein Mittel gegen Übelkeit wollte man mir nicht geben, da das kein Arzt verschrieben hatte... Zum Glück bekam ich wenigstens eine Nierenschale. Die hab ich während der Nacht dann leider auch noch gebraucht. Als das ganze alte Blut aus dem Magen raus war, ging es mir schon besser.

Dazu mal eine Frage: Warum gibt man jemanden der sich übergeben muss so eine Nierenschale aus Pappe, die schon durchgeweicht ist und tropft, bevor man überhaupt mit dem Übergeben fertig ist? Versteh ich nicht...

Was mich auch noch gestört hat, ist, dass die Toiletten auf dem Gang waren und nicht auf dem Zimmer. Es ist wirklich nicht leicht nach so einer OP mit einem Infusionsständer, der so hoch ist, dass er nicht durch die Tür passt, einem Taschentuch, welches man sich ständig unter die Nase hält, um keine Blutspur zu hinterlassen, den Weg vom Zimmer bis zur Toilette zu schaffen! Und wenn man dabei nicht nackt rum laufen möchte, weil man noch das OP Hemd anhat, braucht man wirklich einen dritten Arm... Man bekommt alle sechs Stunden ein neues Schmerzmittel und Antibiotikum und dazwischen fast durchgehend Flüssigkeit über den Zugang. Dadurch hatte ich während der ganzen Zeit nach der OP keinerlei Schmerzen! Allerdings musste ich dadurch recht häufig auf Toilette, was die oben erwähnte Problematik nicht gerade minderte...

Das Essen war in Ordnung. Man bemühte sich! Es kam öfters eine Frau vorbei, die fragte was man denn gerne Essen würde. Ich hatte die ganze Zeit über eigentlich keinen Hunger, aber dennoch schmeckte mir eine Milchspeise recht gut. Das sagte ich ihr und fortan bekam ich zu jeder Mahlzeit diese Milchspeise. Das beste Essen waren aber zwei Teller mit Brühe... Nur blöd, dass man dabei das Wasser vergessen hatte und dann zwei Schüsseln mit Brühpulver vor mir standen... Tja das durfte ich dann leider nicht essen! Die Ärzte hatten schließlich für die erste Zeit feste Nahrung verboten 134.gif

Bedingt durch die Schwellung, der Anitbiotika und der Schmerzmittel ging es mir psychisch von Tag zu Tag schlechter. Umso glücklicher war ich als ich am vierten Tag post OP nach Hause durfte! Dort habe ich kein Antibotikum mehr und nur noch normales Ibuprofen genommen. Dadurch und durch die gewohnte Umgebung ging es mir schnell deutlich besser.

Könnt ihr mir sagen welche Schmerzmittel ihr in der Klink bekommen habt? Aus der heutigen Sicht haben die mich echt aus den Socken gehauen! Am OP Tag ging es mir besser als an den nächsten 2 Tagen...

Mein Chirug hat versucht jeden Tag Morgens und Abends nach mir zu sehen!

6. Tag post OP

erster Kontrolltermin in der Praxis von meinem Chirugen: Es wurden Röntgenaufnahmen gemacht, der Biss und die Wundheilung kontrolliert. Dann den dritten Anpfiff bekommen... Meine Mundhygiene sei unter aller Sau... Hat er zwar so nicht gesagt aber sinngemäß icon_wink.gif Hab ich auch nicht abgestritten, da meine Zähne seit der OP wirkliche keine Zahnbürste mehr zu Gesicht bekommen haben. Also verordnete er mir erstmal eine Zahnreinigung... Das Gefühl danach war einfach nur herrlich!

Am Entlassungstag hatte er mir noch gesagt, ich dürfte alles essen was ich in den Mund bekomme. Chips hätten reingepasst aber darauf hab ich doch lieber verzichtet. Nun sagte er, ich solle nur weiche Sachen essen. Die Gummies kann ich zum Essen und zum Zähneputzen rausnehmen

2 Wochen post OP

zweiter Kontrolltermin: Fäden ziehen... Ich, in positiver Errinnerung an das Fädenziehen nach der Weisheitszahn OP, sitz ganz entspannt auf dem Behandlungsstuhl, hab seit 1-2 Tagen schon keine Schmerzmittel mehr benötigt und freu mich drauf die Fäden los zuwerden, da ich anfang sie zu merken. Er meinte noch, dass könnte jetzt ein bisschen kitzeln... kitzeln war deutlich untertrieben, es tat richtig weh! Das waren die größten Schmerzen die ich in Verbindung mit der OP hatte! Bei der ME nehm ich vorher auf jeden Fall ne Schmerztablette oder bitte um eine Betäubungsspritze... Positiv an dem Termin war die Essensfrage! Es stellte sich heraus, dass ich seit dem ersten Kontrolltermin hätte kauen dürfen... Na toll und ich genieße seit 7 Tagen Kartoffelpuree... Die beiden Gummies soll ich nur noch Nachts tragen, eigentlich bräuchte ich sie gar nicht mehr aber das soll meine KFO endgültig entscheiden.

Ca. am 10. Tag post OP verloren der Speichel und das Nasensekret auch endlich ihre rote Verfärbung und wurden wieder durchsichtig! Ein wichtiger Schritt für meine Psyche, da man sich dadurch gleich viel gesünder fühlt.

3 Wochen post OP

dritter Kontrolltermin: "Machen sie bitte den Mund auf, beisen sie mal zusammen, ok sieht alles gut aus, kommen sie in einer Woche wieder". Drei Stunden Autofahrt für einmal Mund auf und wieder zu machen...

Mittlerweile geht es mir körperlich wirklich wieder sehr gut. Treffe mich wieder mit freunden, könnte wieder arbeiten gehen... Ich war zwischen zeitlich an dem Punkt angekommen, an dem ich schlimmer aussah, als dass ich mich fühlte... Die blauen Flecken fand ich bei mir sehr ausgeprägt. 2 blaue Augen, Kinn und Teile der Wange nichtmal mehr blau sondern wirklich rot und blaue Ringe um den Hals, so als ob ich gewürgt worden wäre... Dazu die Schwellung... fremde Leuten mussten wohl denken ich wäre richtig verprügelt worden... Hat aber auch seine Vorteile icon_wink.gif

So bittet die alte Omi, die kaum noch laufen kann, einen vor sich in den Bus oder die Kassiererin im Discounter wartet artig bis man seine sieben Sachen eingepackt hat, bevor sie den nächsten Kunden bedient. Generell fand ich es lustig, wie mich die Leute auf der Straße angeschaut haben.

Essen klappt auch wieder gut Toastbrot, Kartoffeln, Nudeln oder Bratwurst sind kein Problem. Jedoch alles nur in mundgerechte Stücke geschnitten. Das Abbeisen ist noch total ungewohnt und klappt nicht so gut.

Auch stand der erste Termin bei meiner KFO an. Sie und das ganze Praxisteam sagten mir, wie toll das Ergebniss doch aussehen würde! Mir wurden dann noch 3 Brackets, die während der OP abgegangen sind neu geklebt - unangenehme Sache. Auf die Gummies angesprochen, sagte sie, ich solle sie bis zum nächsten Termin Mitte August (6 Wochen post OP) weiterhin nachts tragen. Dann würde auch die normale KFO Behandlung weiter gehen.

4 Wochen post OP

vierter Kontrolltermin: wieder Mund aufmachen, Mund zumachen,... fertig. fertig? fertig! Die Behandlung ist aus kieferchirugischer Sicht erstmal beendet! Es ist alles so stabil, dass nichts mehr passieren kann. Ich darf mich wieder so verhalten wie vor der OP, muss keine Einschränkungen mehr beachten. Und das 4 Wochen nach der OP... hätte ich mir nicht zu hoffen gewagt... Abends gabs zur Feier des Tages erstmal ne Pizza vom Italiener um die Ecke -lecker- !

Tage zuvor war ich auch schon wieder im Freibad! 6 Stunden Sonne und einen Ball mehr im Gesicht haben mir wirklich nichts mehr ausgemacht. Sport bereitet mir ebenfalls keinerlei Probleme.

Allerdings bin ich heute (5 Wochen post OP) immer noch leicht angeschwollen( typische Frage: hast du die Weisheitszähne rausbekommen?),das Gefühl in der Unterlipper und dem Kinn ist noch nicht wieder da und mein rechtes Ohr sitzt seit der OP häufig zu - so als ob man Wasser im Ohr hätte. Wirklich harte Sachen zu essen traue ich mich noch nicht wirklich. Eventuell auch wegen einem Erfahrungsbericht hier, wo jemand sechs Wochen Kau-Verbot hatte. Oder weil es allgemein heißt, dass es 6 Wochen dauert bis ein Knochenbruch wieder verheilt ist.

Ansonsten freue ich mich diesen Schritt gewagt zu haben und bin mit dem Ergebniss wirklich sehr zufrieden!

Abschließend möchte ich mich noch bei jedem bedanken, der es geschafft hat den Bericht bis zum Ende zu lesen!

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Freut mich das du deine OP gut überstanden hast, ich wurde auch in münster operiert allerdings in der Uniklinik, mal eine fragewoe so ist denn deine wahl auf diese klinik gestoßen?

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toller bericht.ich hab heut meinen entlassungstermin-hoffe es verläuft so gut wie bei dir.ich bin auch jetzt am morgen des 5 tages noch total geschwollen.üble sache.hab wohl zu viel nach der op g

eredet. Auf die erste pizza freu ich mich auch schon.das wird tränen der freude geben.

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Glückwunsch zu deiner überstandenen OP - dein Bericht klingt irgendwie total nach meinem eigenen, besonders was Kontrolltermine und Co. beim KFC angeht :D

Auch unser Taubheitsgefühl und die Schwellung ist identisch - es kann nur besser werden :)

Gestern habe ich festgestellt, dass Pommes essen wirklich super geht (natürlich nicht die extra-knackigen Dinger, sondern schon eher mit 'Kartoffel Konsistenz'), aber mit denen konnte ich ganz toll kauen üben, kann ich also nur empfehlen! :D

Viel Glück und Geduld für die nächste Zeit - wir werden sie brauchen.

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Hallo Mats,

habe mir gerade Deinen Bericht durchgelesen. Mir wurde der gleiche Operateur vom KFO empfohlen, hatte auch schon einen Termin bei ihm und er macht einen wirklich kompetenten Eindruck auf mich.

Wie geht's Dir jetzt? Es sind ja nun doch schon ein paar Wochen vergangen. Bist Du noch mit dem Ergebnis zufrieden? Kannst Du den Operateur weiterempfehlen? Wie sieht es mit Deinen Gefühlsstörungen aus?

Viele Grüße

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Huhu :)

 

Vielen Dank für deinen unterhaltsamen Bericht, hab' ihn gelesen als ich gerade nach meiner Bimax am 12.12.12 nach Hause kam und hat mich total an meinen Krankenhaus-Aufenthalt erinnert, weil ich auch in von Prof. M. operiert wurde :D

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