Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
Goriwyn

Kieferknacken und starker Überbiss - Kieferorthopädische Behandlung sinnvoll?

Hallo,

ich bin neu in diesem Forum und hoffe, dass ich hier Antworten auf manche Fragen finde.

Ich bin 28 Jahre alt und anscheinend relativ schief gewachsen. Durch eine chronische Krankheit werde ich seit jeher medikamentös behandelt, was bei mir den Eindruck macht, dass in der Entwicklung eventuell nicht alles so geworden ist, wie es hätte sein sollen. Relativ früh hieß es, der Rücken wachse krumm, relativ früh sind meine Zähne schief gewachsen. Mein Gaumen ist extrem hoch, mein Kiefer sehr schmal - was wohl laut Osteopath auch an einer Geburt mit Saugglocke liegen kann - und irgendwo ist nicht genug Platz für meine Zähne, die vorne zum Teil leicht überlappend stehen.

Ich habe als Kind eine lange Zahnspangenbehandlung mittels loser Zahnspange gehabt. Danach waren die Zähne super. Von irgendwelchen Retainern oder dergleichen wusste mein behandelnder Zahnarzt wohl in den 90ern wenig, so dass sich meine Zähne über die Jahre wieder verschoben haben.

Im Kiefer ist wenig Platz, hoher Gaumen, schlechter Biss - so wie ich lese, ein offener Überbiss von ca. 1 cm.

Nach dem Abi kam das Kieferknacken. Das hat sich über die letzten 10 Jahre verschlimmert, mittlerweile kommen häufiger Schmerzen dazu. Ich hatte Krankengymnastik, Osteopathie und mache viel Sport, da das Kieferknacken durch ein Hohlkreuz und vorgestreckten Hals begünstigt werden soll - die Muskeln sind überdehnt, der Nacken nach vorne gestreckt und dadurch soll es knacken.

Die Frage, die mir meine neue Zahnärztin stellte, war aber auch, ob überhaupt jemals kieferorthopädisch etwas veranlasst worden sei. Der Biss sei doch sehr schlecht, das wäre für das Kiefergelenk auch nicht unbedingt gut. Abbeißen kann ich tatsächlich nur schwer, ich breche eher. Dazu bekam ich auch eine Knirscherschiene, da ich bei Stress - also immer - die Zähne nachts zusammenpresse und morgens Kopf- und Nacken- und Zahnschmerzen habe.

Vor einigen Jahren habe ich mich mal kieferorthopädisch beraten lassen. Damals hieß es, man müsse den ganzen Kiefer versetzen. Oben was absägen und zurücksetzen, den Kiefer brechen und unten nach vorne setzen. Es wurden mir erhebliche Risiken in Aussicht gestellt, ein monatelanger Krankenhausaufenthalt und 5 Jahre Zahnspange davor und danach. Ich habe damals dankend abgelehnt, weil ich die Risiken zu groß fand und mein Problem von "ein bisschen Hasenzähne" zu gering, um was zu unternehmen. Das sehe ich nach den Jahren mit dem knackenden Kiefer langsam etwas anders.

Mittlerweile ist es so, dass ich immer häufiger darüber nachdenke, ob ich was unternehmen soll. Durch die Übungen beim Physiotherapeuten wird meine Haltung langsam besser, dadurch halte ich den Kopf gerade- und mir fällt erstmals auf, dass mein Kinn tatsächlich etwas kurz geraten ist und zum Doppelkinn neigt, wenn ich den Kopf gerade halte. Das Problem habe ich jahrelang nicht gehabt, ich fand mein Profil völlig normal. Dazu kommen eben die Beschwerden, die Schmerzen im Kiefergelenk und das fürchterliche Knacken - manchmal schon, wenn ich bloß Joghurt esse, es knirtscht und knarzt, dass ich denke, dass das niemals gut sein kann.

Dazu kommt aber auch die Angst - ich habe kaum Geld, ich möchte keine Jahre mit einer festen Spange rumlaufen. Meine Zähne sind so schmerzempfindlich, vor den Drähten graust es mir. Und dann stellt sich auch die Frage, wo ich einen guten Kieferorthopäden herbekomme und wie ich erkenne, ob jemand wirklich in der Lage ist, etwas zu verbessern und nicht nur Geld daraus zu schlagen?

Mein alter Dorfzahnarzt meint, es wäre alles halb so wild, meine neue Zahnärztin ist entsetzt, ein dritter Zahnarzt möchte mir den Kiefer brechen und noch ein weiterer findet mein Lächeln sympathisch und schön so, wie es ist - man sieht, die die Meinungen divergieren. Und vor allen Dingen bleibt neben der Angst vor möglichen Risiken und Schmerzen die vor einer optischen Veränderung meines Gesichts, was nämlich so wie es ist, sehr gut ist. Trotzdem wächst täglich die Angst vor der Zukunft mit diesem Gebiss und diesem Kiefergelenk, was mir einfach nur noch Sorgen macht.

Ich hoffe, ich bin nicht im falschen Unterforum und würde mich über einen Denkanstoss freuen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Huhu,

ich führe ungern Monologe, aber wollte mal den Zwischenstand verkünden. Vielleicht kann mir ja dazu jemand was sagen. :)

Ich war jetzt mittlerweile beim Kieferorthopäden und bekam das bestätigt, was ich schon wusste. Kieferorthopädische Behandlung wäre sinnvoll, feste Klammer und am Besten auch eine Unterkiefervorverlagerung.

Mittlerweile schocken mich diese Gedanken nicht mehr so sehr. Bei dieser Krankenkassentabelle sitze ich in der Stufe 6 von 6, d.h., dass die die Kosten eigentlich übernehmen müssten.

Ich würde allerdings wenn dann gerne eine inneliegende Zahnspange haben, da ich es beruflich mit äußeren Bracktes nicht für gut möglich halte. Die Kosten müsste ich dann selbst zahlen. Habe dafür auch einen Zettel bekommen - der Arzt meinte, dass ich dann ein Jahr erstmal privat versichert wäre und die gesetzlichen Leistungen später von der Kasse zurückbekäme.

Nach 1,5 Jahren stünde dann eine OP an, da die Probleme eben nicht nur durch schlechten Biss, sondern auch skelettal bedingt sind.

Dazu habe ich -das wusste ich vorher schon- CMD und bin dafür dann auch nochmal einem Zahnarzt vorstellig gewesen, der mich aber erstmal gerne den Orthopäden überlassen möchte. Dazu möchte er eine Schienentherapie beginnen, wobei nochmal besprochen werden muss, inwieweit sich eine Schiene und eine Zahnspange verträgt.

Wenn jemand dazu Anmerkungen hat, gerne. :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Huhu,

ich führe ungern Monologe, aber wollte mal den Zwischenstand verkünden. Vielleicht kann mir ja dazu jemand was sagen. :)

Ich war jetzt mittlerweile beim Kieferorthopäden und bekam das bestätigt, was ich schon wusste. Kieferorthopädische Behandlung wäre sinnvoll, feste Klammer und am Besten auch eine Unterkiefervorverlagerung.

Mittlerweile schocken mich diese Gedanken nicht mehr so sehr. Bei dieser Krankenkassentabelle sitze ich in der Stufe 6 von 6, d.h., dass die die Kosten eigentlich übernehmen müssten.

Ich würde allerdings wenn dann gerne eine inneliegende Zahnspange haben, da ich es beruflich mit äußeren Bracktes nicht für gut möglich halte. Die Kosten müsste ich dann selbst zahlen. Habe dafür auch einen Zettel bekommen - der Arzt meinte, dass ich dann ein Jahr erstmal privat versichert wäre und die gesetzlichen Leistungen später von der Kasse zurückbekäme.

Nach 1,5 Jahren stünde dann eine OP an, da die Probleme eben nicht nur durch schlechten Biss, sondern auch skelettal bedingt sind.

Dazu habe ich -das wusste ich vorher schon- CMD und bin dafür dann auch nochmal einem Zahnarzt vorstellig gewesen, der mich aber erstmal gerne den Orthopäden überlassen möchte. Dazu möchte er eine Schienentherapie beginnen, wobei nochmal besprochen werden muss, inwieweit sich eine Schiene und eine Zahnspange verträgt.

Wenn jemand dazu Anmerkungen hat, gerne. :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Goriwyn,

nun, zu KFO und Schienenbehandlung - beides wird wohl nicht gehen. Die Zahnbögen werden ausgeformt, d.h. die Zähne müssen ja in eine bestimmte Richtung "wandern" - und eine Schiene kann nicht "mitwandern", d.h. es müssten mehr oder weniger ständige neue Schienen angefertigt werden - keine KK wird das finanzieren. Was ich mir rein theoretisch vorstellen könnte, wäre, dass Dir der KFO/ZA Aufbauten auf die Zähne anbringt, die dann eingeschliffen werden können. Aber bei ständiger Zahnbewegung wird das wohl ein Fass ohne Boden sein.

Inwieweit vor der KFO eine Schienenbehandlung Sinn macht, mag ich nicht beurteilen. Ich habe nach KFO und nach UKVV massive CMD-Probleme bekommen - zurzeit sieht es ganz gut aus, dass ich die CMD in den Griff bekomme.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: KFO und ZA müssen bei CMD zusammenarbeiten - oft müssen noch weitere (Mit-) Behandler ins Boot genommen werden. Auch solltest Du nachfragen, wer die Kosten einer (oder mehrerer) Schienenbehandlung(en) übernimmt. Nicht jeder ZA/KFO macht das zum GKV-Tarif.

Würmchen

I

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Huhu,

irgendwie habe ich langsam den Eindruck, dass jeder Arzt nur Geld aus mir schlagen möchte.

Ich soll für die Schienenbehandlung einen Kostenvoranschlag über ungefähr 400 € bekommen.

Meine alte Schiene lief als Kassenleistung.

Mittlerweile weiß ich gar nicht so genau, was ich machen soll. Habe morgen einen Termin bei einer anderen KFO und höre mir das da nochmal an.

Ich denke, dass es vielleicht sinnvoller wäre, für das CMD nocheinmal auf Physiotherapie zu gehen oder dergleichen und wegen des Bisses auf Zahnspange.

Womit bekommst du denn deine CMD in den Griff, würmchen?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo,

Bei mir war es so:

- Symptome: Kieferknacken, Gesichtsschmerzen, Mundöffnung direkt morgens nur unter Schmerzen möglich, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich

- Diagnose: CMD auf beiden Seiten durch meinen ZA,

- Therapie: DIR-Schiene (Aufbiss-Schiene) für 6 Monate, 20 Einheiten Physiotherapie/Osteopathie, danach KFO-Behandlung

- Ergebnis: Beschwerdefrei

- weitere Therapie: für ca. 1,5 Jahre feste Zahnspange zum Ausformen des Zahnbogens und Einstellen des korrekten Bisses

- aktueller Stand: Biss okay, bescherdefrei, Kleinigkeiten an den FRont müssen noch gemacht werden

- demnächst: Zahnspangenentnahme und Dauerretention

Ich trage mit Ü40 und reichlich Kundenkontakt außenliegende Keramikbrackets. Kein Problem. Die Incognito wäre bei mir 2000 Euro teurer gewesen. Das war es mir nicht Wert, zumal ich Angst vor ausspracheproblemen hatte. Andere im Forum haben aber gute Erfahrungen damit gemacht.

Lass dich von mehreren KFOs ausführlich beraten und entscheide dich dann in Ruhe. Wie Würmchen schon sagte, ZA und KFO müssen miteinander arbeiten, sonst klappt es nicht.

Viel Erfolg!

LG, BeNice

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Huhu,

danke für deine Antwort :)

Ich komme heute von meiner neuen KFO, die wirklich super war. Ich denke, ich werde die Behandlung dort in Angriff nehmen.

Da mein CMD nicht schmerzhaft ist, sondern nur lästig, denke ich, dass ich mit der kieferorthopädischen Behandlung schnellstmöglich beginnen werde. Ich denke, dass mein überaus schlechter Biss für die CMD eine Rolle spielt - wenn auch nicht ausschließlich - und daher möchte ich einfach einen zügigen Behandlungsbeginn.

Nächste Woche sind erstmal Röntgenaufnahmen und Abdrücke, dann wird man sehen, was genau nötig ist. Da mein Überbiss wohl 10 mm beträgt, wird auch chirurgisch etwas gemacht werden müssen, aber damit hatte ich ja gerechnet.

Ich möchte auf jeden Fall inneliegende Brackets haben. Ich bin gerade mitten im Berufseinstieg und sowieso schon relativ klein - da wird man eh noch häufig genug geduzt, da brauche ich keine Brackets obendrauf, um den Eindruck zu vervollständigen ;) Ich kann mir aber vorstellen, dass das mit 40 anders aussieht, da man ja schon im Berufsleben steht und mitten drin ist - für mich sind Vorstellungsgespräche mit Brackets mein persönlicher Horror. Aber das ist jedem selbst überlassen.

Ich habe seit heute bei dieser KFO ein gutes Bauchgefühl und werde es da machen. Jetzt muss ich nur noch bei der Uniklinik anrufen, und denen mitteilen, dass ich mich gegen sie entschieden habe - vor der unfreundlichen Dame dort graust es mir jetzt schon. :D

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Goriwyn,

Ich habe genau das selbe Problem wie du!

Bin schon total verzweifelt.

Für mich heißt´s auch laut Kieferorthopäde, Kieferchirurg etc. erst feste Zahnspange, dann OP.

Bei mir sind auch 10mm Überbiss...

Wie gehts dir jetzt?

Hast du deine Behandlung gut überstanden? Hat das geklappt mit den innen liegenden Brackets?

Das ist für mich jetzt auch das schlimmste! Bin auch 28 und Referendarin in der Mittelschule, hab nächste Jahr Lehrproben und alles :/ 

Liebe Grüße Julia

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Warum nehmt ihr nicht zahnfarbene Keramikbrackets ? Die fallen doch fast nicht auf und kosten nur einen Bruchteil der Lingualbrackets....

 

Ich hab "nur" 6.9mm, komme auf Dauer auf ne UK-Vorverlagerung nicht rum. Ich hab mich für normale Speedbrackets entschieden, ich stehe zu meiner Zahnspange :wink:

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0