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Gast La Fleur

BIMAX am 11.06.2012 im Donauspital Wien

11.06.2012 Aufnahmetag

Um ca. 11.00 Uhr im Donauspital am Aufnahmeschalter angekommen und dort wurde ich gleich einmal angeschnauzt, dass ich zuerst in die Ambulanz müsse um mir dort den Aufnahmeschein abzuholen. In der Ambulanz angekommen musste ich knappe zwei Stunden warten bis ich endlich dran kam. Im Behandlungsraum wartete auch schon Frau Prof. W**** *, die mit mir nochmals alle Einzelheiten besprach und mir all meine Fragen ausführlich und geduldig beantwortete. Danach musste ich nochmals zum Aufnahmeschalter und dann durfte ich endlich auf meine Station.

Dort angekommen hab ich mich mal etwas kitschig eingerichtet und versucht meine 500 Kuscheltiere auf dem kleinen Nachtkästchen unterzubringen xD

Dann kam auch schon eine Ärztin die mir Blut abzapfte und anschließend hatte ich noch das Aufklärungsgespräch mit einer Anästhesistin.

Danach wartete ich auf den Anruf eines ganz lieben Freundes, der mir versprochen hatte, dass er an diesem Tag im Spital vorbeikommen würde, weil ich ja so schreckliche Angst vor der doofen Narkose hatte und insgeheim wollte ich in vor der Operation unbedingt nochmal sehen. Dann endlich der erlösende Anruf von Christian, dass er endlich da ist. Nervosität, Herzklopfen – schon ganz vergessen, dass am nächsten Tag eine große Op ansteht. Wir haben dann eine Runde durch den Donauspital-Park gedreht und mit seiner bezaubernden Art und seinen unglaublich lieben Worten hat er mir den Großteil meiner Angst genommen.

Abends vor dem Einschlafen kamen dann leider die ganzen Gedanken und Ängste wieder hoch, aber zum Glück bekam ich dann noch die bekannte „Wurschtigkeitstablette“ und nach kurzer Zeit war ich komplett hinüber, sodass ich den wichtigsten Menschen in meinem Leben noch eine richtig kitschige Sms schickte und meinem „Schwarm“ dass was ich ihm eigentlich persönlich sagen wollte, aber mich nicht traute – wie peinlich. Aber zu diesem Zeitpunkt ging ich Drama-Queen ja davon aus, dass ich die Op nicht überleben würde.

12.06.2012 Tag der ersten Operation

Da ich an diesem Tag die erste war, wurde ich um 6.00 Uhr aufgeweckt, ging duschen, schlüpfte in mein erotisches Spitalsnachthemd, zog die sexy Thrombosestrümpfe an, bekam wieder eine „Wurschtigkeitstablette“ und kurz danach wurde ich von einem unglaublich gesprächigen und lustigen Pfleger abgeholt und hinunter in den Op-Bereich gebracht. Mittlerweile wirkte die Tablette schon wieder und während ich darauf wartete dass ich in den Op geschoben werde, blödelte ich mit dem netten Pfleger herum. Dann endlich war es soweit, ich kam in den Op und wurde gleich mal ganz herzlich von Frau Prof. W**** * und ihrem Team begrüßt. Als ich die Anästhesistin sah, meinte ich nur: „Sie lassen mich eh nicht sterben oder? Ich bin nämlich verliebt.“ Daraufhin sagte sie mir ich solle doch an etwas Schönes denken und fragte nach an was ich denn denken würde. Großer Fehler, denn ich wusste in meinem Tablettenrausch natürlich nicht dass sie eigentlich keine Antwort erwarten würde und erzählte ihr so ziemlich alles über Christian. Zu meiner Überraschung hing für einige Minuten das komplette Op-Team an meinen Lippen und lauschte meiner „Lovestory“ und stellte sogar ein paar Fragen. Das fand ich irgendwie echt süß xD

Tja, dann kann ich mich nur noch an die Maske und die Worte: „Na dann träum mal schön von deinem Christian“ erinnern.

Fast 4 Stunden später stellte ich im Aufwachraum fest, dass ich ja noch lebte – wie schön. Mir ging es den Umständen entsprechend gut und schon nach kurzer Zeit wurde ich wieder auf die Station gebracht, wo auch schon Besuch wartete, den ich aber kaum wahr nahm. Zwischendurch nickte ich ein paar Mal weg und irgendwann war es dann soweit, dass Blut dass ich während der Op schluckte, wollte wieder raus, aber es war alles halb so wild, hatte es mir echt schlimmer vorgestellt. Ein paar Stunden später war ich schon wieder so fit, dass ich auf die unzähligen Nachrichten die inzwischen gekommen waren, antworten und „Entwarnung“ geben konnte.

Am Abend bin ich dann ein bisschen auf der Station spazieren gegangen und war überrascht dass ich keine Schmerzen hatte. Vor dem Einschlafen bekam ich dann noch die gefürchtete Thromboseprophylaxe (wie ich sie hasse) und zwei Infusionen. Nach Schmerzmittel wurde ich auch gefragt, aber ich brauchte keines.

13.06.2012 Tag der zweiten Operation

6.00 Uhr Tagwache! Etwas fertig bin ich ins Bad getaumelt und musste innerlich lachen als ich mich im Spiegel betrachtete. Na ich sah vielleicht lustig aus, wie ein Hamster der einen Jahrhundert-Vorrat an Lebensmitteln in seinen Backen gebunkert hatte xD

Plötzlich stellte ich fest, dass ich irgendetwas unglaublich lästiges in meinem Mund hatte – achja der doofe Splint. Na toll, wie bekomme ich den jetzt raus? Nach einer gefühlten Stunde konnte ich das Ding endlich aus meinem Mund entfernen und putzte mir zum ersten Mal nach der Op die Zähne. Das war etwas mühsam und unangenehm, aber es tat zumindest nicht wirklich weh.

Dann schlüpfte ich in meine Galauniform, schnappte mir meine Krankenakte und ging zur ersten Kontrolle in die Ambulanz hinunter. Natürlich zog mein übergroßer, einbandagierter Kopf viele mitleidige Blicke auf sich.

Nach wenigen Minuten kam ich auch schon in den Behandlungsraum, wo zuerst einmal der Verband entfernt wurde, dann wurde ich nach meinem Befinden gefragt und zum Röntgen geschickt. Kurz darauf sagte man mir, dass ich um 13.00 Uhr nochmals operiert werden müsse, da der Oberkiefer leicht schief wäre. Ich glaube in diesem Moment war ich irgendwie in Trance, denn ich nickte nur und machte mich wieder auf den Weg in mein Zimmer. Dort angekommen realisierte ich erst was mir vor wenigen Augenblicken mitgeteilt wurde und schon kämpfte ich mit den Tränen. In diesem Moment wäre ich einfach nur gerne von Christian in die Arme genommen worden, denn ich weiß dann wäre alles andere nebensächlich gewesen, aber leider war er nicht da.

Pünktlich um 13.00 Uhr kam ein Pfleger und brachte mich hinunter in den Op. Auf meine Wurschtigkeitstablette wurde anscheinend vergessen und ich war mit den Nerven am Ende. Im Op-Bereich angekommen war dieser noch besetzt und da ich meine Tränen nicht zurückhalten konnte, kam auch schon Frau Prof. W**** *, setze sich zu mir aufs Bett, hielt meine Hand und sprach mir Mut zu :)

Dann ging es auch schon in den Op und die Anästhesistin fragte mich was es denn neues von Christian gäbe. Schon hatte ich ein Lächeln auf meinem Gesicht und war überrascht, dass sie sich das wirklich gemerkt hatte. Plötzlich schlug ich meine Augen auf, erblickte einen Arzt und fragte: „Wann fangen wir denn endlich an?“ Allerdings musste ich feststellen, dass ich bereits im Aufwachraum war und alles gut überstanden hatte. Auf der Station angekommen ging es mir schon wieder prächtig und ich spazierte ein bisschen durchs Spital. Abends bekam ich dann noch Besuch und konnte endlich etwas essen. Es gab Gemüsecremesuppe und Fruchtsaft aus dem Schnabelbecher -.-

Später gab es dann wieder die Thromboseprophylaxe und zwei Infusionen. Schmerzmittel brauchte ich nach wie vor keines.

14.06.2012

Wieder 6.00 Uhr Tagwache! Wieder ins Bad, Splint raus, Zähne putzen, Splint rein und zur Kontrolle in die Ambulanz hinunter. Zuerst kam wieder der Verband runter, dann wurde alles Vermessen, die Mundöffnung lag bei 19 mm und danach wurde ich zur Lymphdrainage geschickt. Das war vielleicht angenehm :)

Zu Mittag gab es wieder Suppe und ohne meinen Schnabelbecher konnte ich nach wie vor nicht leben ^^

Ungeduldig wartete ich auf darauf, dass Christian mir endlich schreiben würde, wann er mich denn besuchen kommen würde. Dann endlich eine Sms, wann er da sein wird, aber leider etwas später die Nachricht, dass er es doch nicht schaffen würde, da er im Stau steht. Natürlich tat ich so als wäre es nicht so tragisch, aber eigentlich war es das schon, ich hab mich doch schon sooo sehr auf ihn gefreut.

Abends dann wieder dasselbe Spektakel wie jeden Tag, Thromboseprophylaxe und zwei Infusionen, keine Schmerzmittel. Übrigens war bei mir die Schwellung an diesem Tag am heftigsten.

15.06.2012

Und wieder 6.00 Uhr Tagwache! Mein erster Gedanke als ich aufwachte, war der dass mich Christian heute endlich besuchen kommen wird. Wie immer das tägliche „Morgenprogramm“ und wieder zur Kontrolle in die Ambulanz. Alles in Ordnung, die Mundöffnung beträgt noch immer 19 mm und wieder zur Lymphdrainage. An die hätte ich mich echt gewöhnen können :)

Mittags gab es wie immer Suppe und endlich konnte ich wieder aus einem ganz normalen Glas trinken.

Warten, warten, warten, die Zeit verging natürlich überhaupt nicht, aber endlich war er da und brachte mir einen wunderschönen Blumenstrauß mit. Ich war überglücklich dass er endlich da war.

Später kamen dann noch eine Kollegin und ein Freund vorbei und sie wunderten sich warum ich so unglaublich gut aufgelegt war. Sogar meiner Lieblingskrankenschwester fiel auf, dass ich an dem Tag überraschend gut gelaunt war, viel mehr herum spazierte und ziemlich viel quatschte. Er tat mir einfach gut :)

Dann gab es wieder dass „Abendprogramm“, Schmerzmittel brauchte ich wieder keines und dass änderte sich auch in den nächsten Tagen nicht.

16.06.2012 & 17.06.2012

Wie immer war um 6.00 Uhr Tagwache! Das tägliche „Morgenprogramm“ und „Abendprogramm“ standen auch wieder auf dem Plan, mit einer kleinen Ausnahme, denn am Wochenende gab es nur einmal eine kurze Kontrolle. Wieder alles in Ordnung, Verband musste ich keinen mehr tragen, die Mundöffnung lag bereits bei 21 mm und die Schwellung war auch schon ein kleines bisschen besser.

Das restliche Wochenende zog sich wie ein Kaugummi und ich wollte endlich nachhause.

18.06.2012

Hoffentlich zum letzten Mal um 6.00 Uhr aufgeweckt werden. „Morgenprogramm“ und schnell in die Ambulanz zur Kontrolle mit der Hoffnung dass ich endlich heim darf. Keine Schmerzen, Schwellung mäßig, Mundöffnung fast schon 22 mm, alles bestens und ich werde endlich entlassen.

Zurück auf der Station fing ich gleich an meine Sachen zu packen, ging duschen, zog mich an und wurde nachdem ich ein paar Stunden auf den Entlassungsbrief warten musste von einem Freund abgeholt.

War ich happy, als ich endlich wieder zuhause war!

Ich bin sehr froh dass ich mich für das Donauspital und Frau Prof. W***** entschieden habe. Sie und ihr komplettes Team waren echt super lieb, sehr kompetent und haben mich bestens betreut und auch das Team auf meiner Station war einfach spitze!

Eigentlich wollte ich die Operation ja absagen, aber dann habe ich Christian kennengelernt und mich Hals über Kopf in ihn verliebt und plötzlich war die Angst vor der Operation verflogen. Seit ich ihn kannte war alles andere nebensächlich, ich konnte nur noch an ihn denken, meine Augen funkelten, wenn ich von ihm sprach, wenn ich ihn sah hatte ich tausende Schmetterlinge im Bauch und mein Herz klopfte wie wild. Ich war einfach glücklich und da war keine Zeit sich Gedanken über die Op oder die Narkose zu machen. Außerdem hat er mir immer wieder Mut zugesprochen und dass hat echt geholfen. Zu diesem Zeitpunkt war ich echt froh, dass ich ihn kennengelernt hatte und ich bin echt dankbar dass er für mich da war und würde mir wünschen dass ich bei seiner nächsten Op auch für ihn da sein kann und er vielleicht im Dezember auch wieder für mich. Mal sehen...

Tja, mittlerweile ist meine Op fast schon 15 Wochen her und im Großen und Ganzen bin ich eigentlich ganz zufrieden. Ein Taubheitsgefühl hab ich nur noch in der linken Unterlippe und am Kinn. Schmerzen hatte ich die ganze Zeit über so gut wie keine. Das Essen fällt mir auch von Tag zu Tag leichter, mittlerweile kann ich auch schon wieder etwas härtere Sachen beißen, aber es ist halt noch ein bisschen mühsam.

In zwei Wochen bekomme ich endlich die Spange runter und am 6.12. muss ich wieder ins Spital, da mich die Frau Dr. am 7.12. nochmals aufschneiden wird. Ein bisschen Angst vor der Narkose hab ich natürlich schon wieder, aber da ich momentan ziemlichen Stress mit Prüfungen, Umzug, etc. habe, unter „Liebeskummer“ leide (wie schnell sich das Blatt doch wenden kann) und momentan echt alles drunter und drüber geht, hab ich eigentlich nicht wirklich Zeit mir über die Narkose Sorgen zu machen und irgendwie sehe ich es dieses Mal ganz locker, wird schon wieder gut gehen und wenn nicht, merk ich sowieso nichts davon.

Auf jeden Fall bin ich schon sehr gespannt auf das Ergebnis, besonders wie dann meine Nase aussehen wird und freue mich schon richtig auf die Op. Leider dauert es noch knappe 10 Wochen bis dahin, aber die werden ja hoffentlich schnell vergehen. Ende Oktober hab ich dann dass Vorbereitungsgespräch für die hoffentlich letzte Op und erfahre was genau denn dieses Mal alles gemacht wird. Bis jetzt weiß ich nur Kinn, Nase und irgendwas, was ich aber wieder vergessen habe ^^

Anfangs hab ich die Op bereut, aber wie immer war ich einfach zu ungeduldig. Jetzt kann ich wirklich sagen, dass ich froh bin die Op gemacht zu haben und ich würde sie auch jederzeit wieder machen.

Mein Umfeld hat durchwegs nur positiv reagiert, ich hab echt unzählige tolle Komplimente bekommen und auch die Reaktion von Fremden ist durchaus positiv :)

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