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Würzl

Musiker & Kieferfehlstellung/Kiefer-OP

Hallöle allesamt!

Nicht vom Titel abschrecken lassen, richtet sich auch (wenn nicht gar vorwiegend) an Laienmusiker - bin ja selber nichts anderes!

Ich weiß nicht, ob sich hier jemand für das Spielen von Streich- oder auch anderen Instrumenten mit Kieferfehlstellungen und nach Kiefer-OP's interessiert bzw. davon selbst betroffen ist, ich möchte diesem Thema aber gerne einen Thread widmen, da es für mich sehr wichtig war und ist.

Was ich dazu sagen kann:

In unoperiertem Zustand war das Geigespielen für mich kiefertechnisch nie ein Problem, als es jedoch auf die OP zuging, konnte ich, nachdem ich gespielt hatte, meinen Mund nur nach einem unangenehmen Knacken wieder in vollem Umfang öffnen.

Erst hieß es, dass ich nur 6-8 Wochen nach der OP (Bimax) nicht spielen darf, daraus wurden aber dann 10... sad.png

Heute, knapp 10 Wochen danach, hab ich es endlich mal wieder versucht: Es tat nichts weh oder so, nur war meine Halsmuskulatur schon nach kurzer Zeit ziemlich verspannt... Ich hoffe, das gibt sich nach etwas Training wieder.

Während des «Entzugs» wurde ich zwar schon wehmütig, wenn ich Musik im Radio hörte, trotzdem war es neben dem Klavier mein einziger Geigenersatz wink.png

Fazit dieses zugegeben etwas individuellen Themas: Es lässt sich, wenn auch schwer, die paar Wochen ohne aktives Musizieren aushalten. Dann sollte man aber auch sichergehen, dass nichts mehr passieren kann, denn man möchte ja nur einmal pausieren... smile.png

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Wann habt ihr wieder angefangen?
Und was kann man gegen Verspannungen im Kiefer-Hals-Bereich machen?

Freue mich über Antworten und regen Austausch icon_smile.gif

Grüße - Würzl

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Hallöle zusammen!

Tja, heute Früh war mein Unterkiefer gleich wieder ein bisschen geschwollen... Und zwar nicht mal da, wo man die Geige hält (links), sondern auf der rechten Seite.

Hab's heute aber nochmal versucht, geht immer besser, ich tu aber langsam, d.h. nur so 5 min. spielen, dann wieder Pause.

Ich hoff, dass der Kiefer des aushält ;)

Grüße - Würzl

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Hallo Würzl,

interessantes Thema, auch wenn es wahrscheinlich sehr wenige betrifft.

Zu Streichinstrumenten kann ich nichts sagen, ich kann nur meine Erfahrungen mit dem Singen berichten. Ich hatte vor der OP meinen KC gefragt, wie es mit Singen nach der OP aussieht. Er meinte, ich sollte so 2 - 3 Wochen pausieren, und das Singen selbst sei weniger das Problem, sondern vor allem die Explosivlaute, da diese Druck aufbauen. Beim Singen macht man das ja auch häufig extremer als beim normalen Reden.

Ich war dann nach 2 Wochen das erste Mal bei einer Chorprobe. Diese Probe bin ich aber sehr piano angegangen, im wahrsten wie im übertragenen Sinne. Also sehr leise gesungen sowie mir die hohen Töne geschenkt. Was etwas ungeschickt war, da wir Beethoven geprobt haben und ich bei seinen Chorstücken immer den Eindruck habe, dass er bei seiner Taubheit die unteren Töne und nicht die oberen verloren hat, seine Chorstücke sind immer relativ hoch, was mir eigentlich als ausgesprochener Sopran liegt. Die Chorproben danach habe ich dann langsam erst den Tonumfang und dann die Lautstärke erweitert, aber immer mit Gefühl, was mir noch guttut. Nach 7 1/2 Wochen habe ich noch mit Splint ein Konzert gesungen, nach 9 Wochen (ohne Splint) ein weiteres. Da bei mir in der OP der OK verbreitert wurde, habe ich den Eindruck, dass die Stimme etwas voller geworden ist, was ein angenehmer Nebeneffekt ist. Ich würde beim Wiederanfangen einfach auf Deine Körper hören und nicht zu viel machen, ich habe mir z.B. relativ lange noch das Einsingen geschenkt, da man dort doch deutlich mehr in die Extreme geht, andererseit war ich nach 4 Wochen bei einer ca. 4-stündigen Chorprobe.

Ich habe heute noch einen Arbeitskollegen gefragt, der vor 6 Jahren eine OK-VV hatte und Fagott gespielt hat. Er konnte sich nicht mehr dran erinnern, meinte aber, dass es wahrscheinlich zu dem Zeitpunkt war, als er auch wieder normal kauen konnte.

Ich habe das Buch "Gesundheitsstrategien beim Musizieren" von Gerd Schnack, dort gibt es einen ganzen Satz von Dehnübungen speziell auf die einzelnen Instrumente abgestimmt, vielleicht hilft Dir das. Zudem gibt es auch noch das Buch "Entspannungstraining für Schulter, Nacken, Kiefer: ..." von Heike Höfler. Ich meine auch, dass ich ein Buch habe, dass sinngemäß lautet "Yoga für Musiker", aber ich finde es momentan unter meinen mehreren tausend Büchern nicht (sollte mal wieder meine Bücher sortieren :-() und weder bei Amazon noch bei Abebooks findet sich etwas entsprechendes, vielleicht bilde ich es mir auch nur ein. Da durch die Bimax alles ja ein bischen anders ist, könnte ich mir gut vorstellen, dass beim Geigespielen jetzt Muskeln minimal etwas anderes belastet werden und es ihnen erst einmal nicht gefällt und das dann eventuell auch die andere Seite anschwillte, da gerade beim Geigespielen die Haltung ja schon ziemlich verdreht ist.

Alles Gute für die weitere Heilung, ich habe z.B. relativ lange gebraucht, bis sich eine elektrische Zahnbürste gerade im UK normal angefühlt hat, aber das inzwischen wieder wie vorher.

Irene

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Liebes Schokolädchen!

Danke für diese ausführliche Antwort, anders ist man es von dir ja nicht gewohnt :)

Inzwischen hat sich die Geigerei wieder normalisiert, es tut nichts weh und auch nach einer knapp 2 1/2-stündigen Probe mit nur einer kurzen Pause hatte ich keine Verspannungen, eher Muskelkater in den Fingern ;) Vorgestern hatte ich dann das erste Mal wieder Unterricht, meine Lehrerin meinte, meine Haltung sei sogar besser als vor der OP... Noch ein positiver Nebeneffekt!!!

Kommenden Montag hab ich dann den ersten öffentlichen Auftritt, nichts Anspruchsvolles, aber immerhin ;)

Alles Gute dir für deine Choraktivitäten!

Liebe Grüße - Würzl

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Hallo Würzl,

gerade hat es mich total gefreut, dass ich nicht die einzige bin mit dem Problem Geige spielen nach der OP.

Ich habe nach eineinhalb Wochen schon wieder versucht ein bisschen zu üben, da ich gestern (dreieinhalb Wochen nach der OP) ein Konzert mit dem Schulorchester meiner ehemaligen Schule hatte. Das ging einigermaßen, aber nach kurzer Zeit musste ich aufhören, weil ich immer meine Zähne so fest zusammengebissen habe und davon Schmerzen bekam und mein ganzer UK anfing zu kribbeln.

Dann hatten wir auch vor einer Woche ein Probenwochenende und vor dem Konzert noch mal ganz lange Probe. War dann schon ziemlich anstrengend, aber ich wollte halt unbedingt mitspielen. ;)

Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich auch nicht nachgefragt habe, ob ich deswegen eingeschränkt bin oder wann ich wieder spielen darf. Hab's einfach gemacht und mir gesagt, wenn's wehtut, hör ich einfach auf. :)

Liebe Grüße,

adelaide

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Hallo adelaide,

da freu ich mich doch mindestens genauso, dass diese Kiefergeschädigtenwelt nicht ganz geigerlos ist ;)

Naja, mein KFC gehört wirklich zur vorsichtigeren Sorte, dafür hat eig. nie was wehgetan, was mich echt gefreut hat!!!

Schön, dass du deine Erfahrungen diesbezüglich hier eingebracht hast, ich hab schon gedacht, das wäre ein Schwachsinns-Thread...

Danke und lg

Würzl ;)

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Hallo Würzl,

als ich im Krankenhaus war, war ich übrigens mit einer Frau in einem Zimmer, die gerade ihre Plattenentnahme hatte und Profigeigerin war. So ein Zufall ;-)

Ich würde mal sagen, mein KFC ist bezüglich der Vorsicht normal durchschnittlich. Aber besser zu vorsichtig als zu unvorsichtig, wer weiß was das für Folgen hat...

Liebe Grüße,

adelaide

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Hallo adelaide,

Kieferfehlstellungen scheinen ja ganz schön verbreitet zu sein unter Geigerinnen ;-)

Lg Würzl

Hallo Würzl,

kann das nicht auch an der persönlichen Brille liegen :-). Ich als Sängerin kenne eine weitere Sängerin, die vor 4 Jahren eine Bimax hatte und mein oben erwähnte Arbeitskollege mit Fagott braucht ja auch eine geziehlte Atmung zur Tonerzeugung. Geiger mit Kieferfehlstellung kenne ich jedoch in freier Wildbahn nicht.

Du hast doch Deine verbesserte Haltung nach der OP erwähnt. Bei mir ist durch die OP die Stimme etwas voller geworden, außerdem habe ich die Höhe viel leichter und klarer als vorher, wobei ich vorher schon keine großen Höhenprobleme hatte, also die Stimme hat sich definitiv zum positiven verändert. Ist dann wenigstens ein kleiner Ausgleich für das, was man bei und mit der OP alles mitmacht.

Irene

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Hallo Schokolädchen,

bestimmt ist das Ansichtssache und kann hier auf keinen Fall statistisch bewertet werden.

Aber hier in unserer kleinen Sammlung liegen die Geiger (3) doch eindeutig vor den Sängern (2) und den Bläsern (bisher 1, mone94 (Klarinette) hat ja noch nicht wieder angefangen) ;-)

Das mit den positiven Nebeneffekten ist wirklich schön, es war ja definitiv kein Zuckerschlecken!!!

Grüße - Würzl

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