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netti65

OP Bericht(Unterkiefervorverlegung) einer Mutter Teil 1

Hallo an Alle,

ich bin eine Mutter, dessen Sohn am 27.08.2012, eine Unterkiefevorverlagerung, über sich ergehen lassen musste.

Da ich es als Außenstehende miterlebt habe, ziehe ich nicht nur vor meinem Sohn den Hut, sondern vor allen, die das durchgestanden haben. Ich möchte einfach mal meine Erfahrung als Außenstehende mitteilen.

Mein Sohn ist 18 Jahre und eigentlich wissen wir schon seit seinem 6 Lebensjahr, das der Unterkiefer nicht richtig mitwächst. Alle Therapiemöglichkeiten wurden ausgeschöpft aber nichts hatte etwas gebracht. Jetzt mit 18 musste dann eben diese Op sein.

Wir kommen aus Berlin und mein Sohn wurde in der Schlosspark-Klinik operiert. Sein Kieferchirurg hat dort Belegbetten. Am Tag der OP wurden wir erstmal von einer Station zur nächsten geschickt, weil kein "Männerbett " frei war. Endlich fanden wir dann eine Station, die meinen Sohn aufnehmen wollt*gg*

Um 12:00 war dann die Op, vorher gab es noch die LMA-Pille...das war wirklich lustig*lach*...erst beschwerte er sich, das die gar nicht wirkt aber nach einer Weile fing er an das Bett immer hoch und runter zufahren und grinste vor sich hin...und dann fuhr er das Bett so hoch, das ich dachte, das gibt es doch nicht, wie hoch so ein Bett geht und angst hatte er fällt raus.....habt ihr das auch ausprobiert...da kann man richtig höhenangst bekommen!

Eigentlich hieß es, das ganze dauert 3 Stunden...um 18:00 war er erst wieder da. Es gab keine komplikationen aber es war kompliziert, weil die Wunden der Weißheitzähne noch nicht richtig verheilt waren...eigentlich gab es wohl die Überlegung, ihn eine Nacht auf der Intensivstation zu verlegen. Kam zum Glück nicht dazu.

Nach der OP sah er aus wie immer...nur hatte er 2 Redonflaschen rechts und links an den Wangen...er wurde nicht verdrahtet aber das wußten wir schon vorher. Er hatte aber so eine Schiene im Mund.

Nach 2 Stunden hat er wie blöd Blut gespuckt aber mir wurde gesagt, dass wäre normal...

Zum Glück hatte ein Pfleger Nachtdienst...man denkt ja nicht dran, das so einer junger Kerl, sich von einer Krankenschwester, nicht versorgen lässt*smile*

Der 2. post Op-Tag war schlimm...das lag aber auch daran, das mein Sohn nicht gewillt war, zu kühlen! Am Nachmittag sah er aus wie ein aufgblasener Luftballon. Erst eine sehr resulute Schwester hat in dazu gebracht, dies zu tun...aber es war schon zu spät.

In der Nacht rief mich mein Sohn an, er würde kaum noch Luft bekommen und könnte nicht mehr schlucken.

Ich habe dann mit der Nachtschwester telefoniert, die nur meinte, er müsse geduld haben und kühlen.

Hm....damit lässt sich eine Mutter nicht abspeisen. Ich bin hingefahren und habe der Schwester gesagt, das ich erst wieder gehe, wenn mein Sohn Cortison erhält. Um 2:30 hat sie dann den Arzt angerufen und dann hat er Cortison per Infusion erhalten. Es ging ihm schlagartig besser und ich bin um 3:30 nach Hause gefahren. Ich frage mich natürlich, musste das so lange Dauern? Ich empfand es als sehr negativ, dass eine Klinik so gar nicht auf etwas, für mich bedrohliches, reagiert.

Am 4.Post Op-Tag ist er dann entlassen worden und musste anschliessend gleich in die Praxis des Kieferchirugen. Dort bekam er eine feste Verschnürung mit Gummis....der Mund ging gar nicht mehr auf und hat trotzdem Schmerztabletten bekommen. Sogar gemörsert war es unmöglich. Also bin ich wieder hin und habe ein Rezept über Zäpfchen geholt. Soweit so gut...aber für mich kam eine große Herausforderung, zu. Der unstillbare Hunger meines Sohnes! Nach unendlich vielen Suppen war es nicht möglich ihn satt zu kriegen. Er lehnte allerdings Fresubin und dergleichen ab. Ich war schon sehr verzweifelt. Auch ich habe nicht in seinem beisen gegessen. Bin immer nach Draußen gegangen und habe heimlich gegessen.

________________________Teil 2 folgt

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Teil 2

Ein Bekannter brachte mich auf die Idee, das Essen zu pürieren, mit Sahne zu verfeinern und durch ein Haarsieb zu geben, so dass er es mit einer Schnabeltasse, trinken kann. Das fand er so lecker, dass er ein Kilo zugenommen hat und ich eine Expertin in hochkalorische Kost, wurde.Von da an gab es Gulascheintopf oder Kartoffeleintopf mit Mais oder Karotten mit 250 ml Sahne. Das fand er richtig lecker und ich kam mit dem pürieren gar nicht mehr hinterher. Sogar mein Vater(der ist 86Jh.) ist auf den Geschmack gekommen*lach*

Zudem haben wir jede Woche ein Foto gemacht, so konnte er sehen, wie alles abschwillt und die Verfärbung nachlässt. Das war sozusagen ein Motivationsschub.

Lustig waren auch unsere Gespräche, wo er noch nicht alles ausprechen konnte...ich sollte ihm mal ein Vidiofilm ausleihen...der war nicht da und er wollte mir am Handy einen anderen nennen...da ging es nur so...ich meinte den Busstaben nach A oder der Buchstabe nach N...also, wer uns zugehört hatte, muss gedacht haben, wir sind nicht mehr ganz normal*hi,hi*

Jetzt ist die Op am Dienstag 5 Wochen her...er darf immer noch nicht kauen aber er darf schon Kartoffelpüree mit Sause per Löffer essen. Das war für ihm wie ein Befreiungsschlag aber was soll ich sagen...jetzt kam von ihm die Frage...kannst Du mir wieder Deine Gulascheintopf machen? Der ist so lecker! Ich musste wirklich laut lachen...ob da Suchtmittel drin ist? Also pürrire ich wieder und mache lecker Gulascheintopf mit viel Sahne! Nach 2 großen Tellern ist er pappesatt!

Das einzige Problem, was er jetzt hat. sind, dass die Gummis am laufenden Bande reissen. Alle 2 Tage ist er beim Arzt und lässt sich neue Gummis einsetzen. Gestern hat er Pinzette und Spiegel mit 10 Gummis nach Hause bekommen und soll das jetzt selber machen. Die sind aber unterschiedlich angebracht...auf der rechten Seite hat er 4 Gummis, quer eingehängt und auf der linken Seite einen im Quadrat eingehängt....ich weiß nicht, ob wir das so genau hinkriegen...wie macht ihr das mit den Gummis? Für Tips bin ich sehr dankbar!

Nach fast 5 Wochen, sieht sein Gesicht fast wieder aus wie immer...eine Verbesserung der Gesichtsform kann ich nicht erkennen aber vileicht ist das auch zu früh...es ging ja auch nicht darum, sonder das sein Übergebiss weg ist und die Korrektur seiner Zähne weiter gehen kann. Zudem hat er ja fast mit den Oberzähnen ins untere Zahnfleisch gebissen...auf Dauer wäre das sehr schlimm geworden.

Er kann wieder ganz normal reden, singen, pfeifen usw. er geht zum Friseur(sehr wichtig für eine jungen Kerl) und rasiert sich. Er ärgert sich nur, dass er erst im November wieder Fitness machen kann...

Als Fazit kann ich nur sagen, das mein sein Sohn froh ist, diese Operation gemacht zu haben,,,ich weiß nicht, wie es ist, wenn er wieder zubeisen kann, ich habe hier gelesen, dass es schon ein komisches Gefühl ist....auch frage ich mich, wann das wieder sein wird? Nicht das er wirklich noch von meinen Suppen abhängig wird*gg*

Achso...trotzallem, er hat 10 Kilo abgenommen...also für alle die noch operiert werden müssen...nimmt vorher richtig zu! Ich habe solidarisch 5 Kilo abgenommeb*smile*.

So, ich hoffe ich habe Euch nicht gelangweilt...ist ein langer Bericht aber auch wir Außenstehenden haben so unsere Sorgen und Nöte mit der Operation, denn wir wissen manchmal nicht, wie wir damit umgehen sollen.

So und nun gehe ich wieder pürieren, denn Sohnemann hat hunger! (man bin ich froh, wenn er wieder kauen kann, denn dann kocht er wieder selber, ich kann nämlich gar nicht kochen!)

LG Netti

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10 Kilo abgenommen?! Na gesund war das bestimmt nicht ;) aber gut, wenn man sowas wie Fresubin ablehnt, wird es schon schwer das Gewicht zu halten. Wobei man auch sowas wie Müllermilch trinken könnte, da hat ein halber Liter ungefähr genausoviele Kalorien wie so eine Fresubin Flasche (300), ist bloß nicht ganz so gesund ;). Meine Ernährung bestand in den Wochen nach der OP hauptsächlich aus Grieß-Brei, Suppe, Kartoffelbrei mit Soße, Pudding, Fresubin und Hipp-Glässchen (die ab dem 4. Monat, die sind ohne Stückchen). Ich konnte nach meiner Unterkiefervorverlagerung auch nur mehr oder weniger flüssige Sachen essen, also so kleine Stückchen im Essen waren schlecht. Daher hab ich auch die meisten Suppen noch durch ein Sieb "filtern" müssen.. Aber das ist halt von Patient zu Patient unterschiedlich, die einen dürfen leicht den Kiefer aufmachen zum essen, bei anderen hingegen war es mehr oder weniger verboten den Mund aufzumachen ;). Also musste das Essen irgendwie durch die Zahnlücken und den Splint durchpassen (zusätzlich hatte ich auch noch Gummis im Mund).

Zu der Sache mit den Gummis: Am besten man schreibt sich das vorher auf wie die Gummis eingehängt waren wenn es so kompliziert ist. Dabei würde ich von der Mittellinie (also genau in der Mitte im Mund) aus die Anzahl der Brackets bzw. Zähne nach links bzw. rechts abzählen bis dorthin wo die Gummis eingehängt ist. Dann ist das gar nicht so schwer :)

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mittlerweile isst er auch Kartoffelpü. mit allerlei Saucen...dabei reissem halt die Gummis. Ich habe aber Fotos gemacht, wie die eingehängt sind. Ich hoffe das hilft mir....

10 Kilo ist sicherlich viel aber, er war auch nicht gerade ein leichtgewicht. Er wog 90 Kilo bei 180cm.

Mit den Fotos frage ich ihn...ein Verbot für Facebook habe ich schon bekommen*smile* das verstehe ich auch, wer will sich so, der Öffentlichkeit presentieren!

LG Netti

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Hallo Netti,

schöner Bericht, es ist immer wieder auch interessant, Berichte von Eltern, Partner, etc. zu lesen. Den Teil mit dem Bett fand ich witzig, es wäre interessant zu wissen, was die Leute, die sagen, dass es die Tabelle nicht wirklich wirkt, eventuell doch "angestellt" haben. Der Gulascheintopf hört sich gut an, vielleicht kannst Du das Rezept im posten.

Sehr erwachsen von Deinem Sohn finde ich das Facebook-Verbot. Laut den Forenregeln, die glaube ich immer noch verschwunden sind, kannst Du nach 5 Beiträgen (und kurzer Vorstellung) das Passwort für das Bilderforum beantragen, dass ist deutlich weniger offen als Facebook. Und vor allem sehen sich dort nur Leute die Bilder an, die unmittelbar davon betroffen sind.

Weniger erwachsen finde ich von Deinem Sohn die Weigerung zu kühlen. Hat er einen nachvollziehbaren Grund genannt oder war es eher etwas in der Art: "Ein richtiger Mann braucht nicht zu kühlen"?

Deinem Sohn weiterhin gute Besserung!

Irene

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Erstmal lieben dank, für Eure Antworten...also mein Sohn hat mir erlaubt, seine Fotos hier reinzustellen, aber wirklich nur für hier.Sollte ich das mit dem Bilderforum hinkriege, stelle ich sie dort rein.

Ja, man sollte es kaum glauben, aber die Pillen wirken wirklich*gg* Ja warum hat er nicht gekühlt? Er sagte, dass es ihm unangenehm war. Es gab ja auch kein Kühlmaske sonder diese Kühlakkus, die wurden in ein Schlauchverband gelegt und um den Kopf gewickelt...ich kann mir schon vorstellen, das es nicht so angenehm ist aber das danach war dann doch ein stück weit unangenehmer...

Ja, das mache ich..vieleicht hat ja Jemand bock auf eine deftige Gulaschsuppe...mein Sohn ist nach 2 vollen Tellern immer pappe satt....aber trotzdem, wir sind froh, wenn die Zeit vorbei ist. Ich habe hier gelesen, dass das kauen später, richtig komisch ist...einer schrieb, es wäre so, als ob er noch nie gekaut hat...na da bin ich ja mal gespannt.

Jetzt sind es ja bald 6 Wochen her...er ist immer noch leicht geschwollen aber ich finde, das seine Gesichtsform nicht verändert hat...vieleicht liegt es auch daran, das er noch verschnürt ist...er hat ja andere Gummis bekommen, die etwas stabieler sein sollen...sie sind es! Seit meinem letzten posting sind sie nicht mehr gerissen.

Ende nächster Woche muss er wieder zum Kieferchirurgen und er hofft, die Gummis kommen dann weg...danach muss er sofort zum Kieferorthopäden...na mal sehen wie es weitergeht.

Liebe Grüße von Netti

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