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TwinkleToes

Bimax am 26.09.2012 bei Dr. Dr. Klammert im Universitätsklinikum Würzburg

Hallo ihr Lieben,

nachdem ich letzte Woche erfolgreich meine OP überstanden habe, möchte ich nun auch einen Erfahrungsbericht abliefern.

Bei mir wurde der Oberkiefer rückverlagert und hochgesetzt und geschwenkt, der Unterkiefer wurde ebenfalls geschwenkt. Um wie viele Millimeter und welche Richtung weiß ich leider nicht genau.

Soviel zur "Einleitung". Jetzt folgt der Bericht :smile:

25.09.12

Um 10 Uhr sollte ich mich für die stationäre Aufnahme anmelden, was aber erst nach einem 15minütigen Telefonat der dafür zuständigen Dame möglich war. Nach einer weiteren Anmeldung am Chirurgiefenster und einer halben Stunde Wartezeit wurden meine Mutter und ich zur Zimmerverteilung nach oben auf die Station geschickt. Da wir vergessen hatten, meine Zusatzversicherung anzugeben, die ein Ein- oder Zweibettzimmer gewährt, mussten wir nochmals fast zwei Stunden warten, bis ich endlich ein Zimmer zugewiesen bekam. Dort packte ich erst mal alles aus, richtete mein W-LAN ein und erkundigte mich wegen weiteren Terminen. Mein Magen knurrte um 14:00 Uhr schon wie verrückt, als wie durch Zauberhand noch einmal eine Portion Mittagessen herein geschwebt kam. Es gab Kräutermaccharoni, Salat, eine Portion Dosenaprikosen und einen Joghurt. Dann kamen zwei Studenten herein und befragten mich bezüglich meiner bevorstehenden OP. Anschließend mussten wir noch einen Kopfhörer kaufen, da meiner nicht in den Anschluss passte. Es stellte sich jedoch heraus, dass ich es an dem falschen Anschluss probiert hatte und die Kopfhörer genau gleich aussahen. Aber es waren ja nur zwei Euro. Meine Mutter machte sich auf den Heimweg und ich konnte ein wenig für meine bevorstehende Klausur lernen. Dann kam auch schon der Anästhesist und klärte mich über meine Narkose auf. Gleich darauf holte mich Dr. K. ab und schaute sich noch einmal den Biss genau an, wobei er feststellte, dass der Splint nicht passte. Der Plan musste umgeschrieben werden: alles wurde neu vermessen und der Splint abgeändert. Es sollte nun doch nicht nur eine OK-VVL mit Genioosteotomie stattfinden, sondern eine Bimaxilläre Umstellungsosteotomie. Die Kinnplastik ließe sich jetzt nicht mit Sicherheit einplanen, da eventuell die Schwellung zu groß dafür wäre. Allerdings müsste das spontan entschieden werden. Nach dem Abendessen - eine Brotzeit - konnte ich noch ein wenig lernen. Später kam eine Schwester mit den OP-Klamotten herein und erklärte mir den Ablauf des nächsten Morgens. Die Nachtschwester brachte mir noch eine Schlaftablette und schon war ich weggeschlummert.

26.09.12 – Tag der OP

Am nächsten Morgen wurde ich um halb sechs geweckt, damit ich mich fertig machen konnte. Also duschte ich ausgiebig und machte mich frisch. Danach kam eine Schwester herein und erklärte mir, dass ich in ein Dreibettzimmer umziehen müsste. Ich packte meine sieben Sachen wieder zusammen und kam in das neue Zimmer, wo schon eine Frau lag, die am Tag zuvor operiert wurde. Später kam noch eine zweite Frau rein, die am selben Tag operiert wurde. Dort musste ich noch eine ganze Weile warten und las in meinem Buch, bis ich schließlich um kurz vor elf die LMAA-Tablette bekam und mich in die OP-Garderobe werfen konnte. Bis dahin war ich noch ziemlich ruhig, aber als ich dann mit Kopfverband und allem drum und dran in die Patientenschleuse kam, hatte ich doch ziemlich Angst vor der Narkose. Ich musste auf den OP-Tisch klettern und wurde dann in einen anderen Raum gefahren, wo mir alle technischen Geräte angelegt wurden. Der Nadelpiks für den Venenzugang tat so sehr weh, dass ich heulen musste und dafür auch noch angemotzt wurde. Aber dann war ich auch schon so schläfrig und nach einigen Atemzügen war ich weg. Als ich wieder aufwachte, merkte ich nur die schmerzende Magensonde, die noch eine Weile drin bleiben sollte. Ich hörte nur: „Die OP ist vorbei, es ist alles gut“ oder so ähnlich und schlief wieder ein und nach einer Weile hörte ich, dass mein Kinn nicht mitgemacht wurde und irgendwann, dass die Sonde jetzt gezogen werden könnte. Um halb fünf wurde ich zurück auf die Station gebracht, den restlichen Tag verbrachte ich mit Schlafen und TV schauen. Später kam noch kurz mein Freund vorbei, aber ich war noch ziemlich benommen, sodass ich davon wenig mitbekam. Ich bekam abends noch etwas gegen die Schmerzen und eine Antibiotika-Infusion, durfte auch kurz aufstehen, um auf die Toilette zu gehen.

27.09.12 – 1. Tag Post-OP

Die Nacht war nicht gerade sehr angenehm, ich wachte dauernd auf. Am Morgen wurde mir schon ein Frühstück gebracht, das ich aber beim besten Willen nicht zu mir nehmen konnte. Dann durfte ich aufstehen und auf die Toilette gehen und musste versuchen, etwas zu frühstücken. Das klappte mithilfe einer Riesenspritze auch einigermaßen gut. Es hieß nun Mund ausspülen und danach ins Verbandszimmer gehen. Dr. K. schaute sich das Ergebnis an und war zufrieden. Mein Mund wurde sauber gemacht und ich sollte erfreulicherweise auch bald schon meine Drainage-Schläuche gezogen bekommen, da dort nicht mehr viel rauskam. Dies wurde dann auch gemacht, damit ich später zum Röntgen konnte. Es war ein sehr unangenehmes Gefühl, aber wenigstens hatte ich diese Dinger los. Außerdem bekam ich noch drei Gummizüge eingesetzt. Wir bekamen einen Neuzugang, eine Frau, die am nächsten Tag die Plattenentfernung vor sich hatte. Gegen Mittag konnte ich wieder etwas essen, es gab Suppe und Kompott. Später kamen meine Mutter und meine Oma zu Besuch und brachten mir eine Zeitschrift und ein paar andere Sachen mit. Allerdings war ich sehr müde und schlief die meiste Zeit. Ich musste dann zum Röntgen nach unten, meine Mutter begleitete mich. Meine Oma war in die Stadt gelaufen, um Shoppen zu gehen. Als sie um halb vier wieder kam, machten sich die beiden auf den Heimweg. Der restliche Tag war nicht sehr schön, ich musste die ganze Zeit heulen, weil ich so verzweifelt war. Am Abend hatte ich mich aber einigermaßen beruhigt. Essen konnte ich trotzdem nichts, ich hatte einfach keinen Hunger. Also bekam ich nur später noch Antibiotika und eine Schmerztablette. Wir schauten dann noch ein wenig Fernsehen, und gingen dann auch schon schlafen.

28.09.12 – 2. Tag Post-OP

Um halb sieben wurden wir geweckt und ich bekam wieder eine meiner Antibiotika-Portionen per Infusion. An diesem Morgen ging es mir schon wesentlich besser, ich konnte ohne Probleme aufstehen und mein Frühstück einnehmen. Währenddessen kam ein ganzer Pulk an Ärzten und Studenten zur Chef-Visite, die mir im Schlafanzug beim Essen zusehen konnten. Es ging weiter mit Kühlen und die meiste Zeit schlief ich oder las ich. Zum Mittag gab es dann wieder Suppen und Kompott und ich sollte danach ins Verbandszimmer kommen. Also putzte ich schön meine Zähne und ging dort hin, um mir meinen Mund reinigen zu lassen. Ansonsten war alles okay. Mittags schlief ich wieder eine ganze Weile und konnte zum ersten Mal wieder an den Laptop, meine Emails checken und surfen. Auch lernen konnte ich dann wieder ein bisschen. Diesmal klappte auch das Abendessen, Grießbrei mit Zimt und Zucker und einen Joghurt. Später kam mein Freund noch einmal zu Besuch und brachte mir viele Sachen mit, ein paar Klamotten von daheim, etwas zu lesen, etwas zu Essen und Blumen. Später abends schauten wir wieder Fernsehen und dann hieß es wieder auf die Infusion warten. Da mir die Kühlmaske mittlerweile zu kalt wurde und wehtat, bekam ich stattdessen eine Schüssel mit kaltem Wasser und Waschlappen und Handtücher. Das tat dann wesentlich besser. Außerdem konnte ich auch ein wenig auf der Seite schlafen, was ich ja normalerweise immer mache.

29.09.12 – 3. Tag Post-OP

Es ging nun weiter aufwärts. Ich konnte gut frühstücken, Haferflocken mit Milch und ein Obstgläschen, und war nicht einmal so müde, dass ich eingeschlafen bin. Später musste ich kurz ins Behandlungszimmer, wo die Schwester die Nähte überprüfte und meinen Mund ausspülte. Nach einer Weile lernen und lesen schauten der Visitearzt und dann Dr. K. vorbei und ich bekam im Verbandszimmer neue Gummis eingesetzt. Die Plattenentnahme-Patientin durfte schon wieder nach Hause. Stattdessen kam ein Mädchen für eine Stunde zu uns, die in der Disko gestürzt war und sich die Frontzähne ausgeschlagen hatte. Zum Mittagessen gab es wieder zwei verschiedene Suppen und einen Kompott. Dann hieß es wieder lesen und sich die Zeit vertreiben. Ich surfte ein wenig im Internet und berichtete einer Kommilitionin über meinen Zustand. Überraschenderweise kamen dann meine andere Oma und mein Opa zu Besuch, da sie sich schon die ganze Zeit Sorgen um mich gemacht hatten und sehen wollten, wie es mir geht. Sie brachten mir Montepudding und Geld mit und unterhielten sich ein wenig mit mir. Den restlichen Nachmittag verbrachte ich wieder mit Lesen und Ausruhen, bis es schließlich Abendessen gab. Danach las ich wieder und schließlich schauten wir „Das Supertalent“ an, was sehr amüsant war in dieser Zeit und in diesem Etablissement. Nach der Antibiotika-Gabe durfte ich dann endlich schlafen.

30.09.12 – 4. Tag Post-OP

Am Sonntag wurde unser Zimmer wieder um sieben geweckt und es gab eine Antibiotika-Infusion. Die Schwester fragte mich, welcher Tag Post-OP das bei mir wäre und nachdem ich es ihr gesagt hatte, nahm sie die Kühl-Utensilien mit und meinte, ab jetzt brächte das Kühlen nichts mehr. Anschließend frühstückte ich, währenddessen fand ich heraus, dass ich auch eine Kanne Kaba auf dem Tablett stehen hatte. Zur Visite kam dann der selbst ernannte „Sonntagsarzt“ und meinte, dass ich morgen nur noch einmal angeschaut werden müsste und dann bald gehen dürfte. Es kam dann wieder eine Frau ins Zimmer, die sich das Jochbein beim Stürzen gebrochen hatte. Ich las wieder bis mittags und ging ins Verbandszimmer, um meinen Mund sauber machen zu lassen und die Gummis wechseln zu lassen. Zum Mittagessen gab es wieder das gleiche wie die Tage zuvor. Beim Zähneputzen musste ich mit Erschrecken feststellen, dass sechs Brackets abgegangen waren und war total geschockt. Dann kam Dr. K. vorbei, schaute sich meinen Mund an und meinte, ich dürfte morgen nach Hause. Das teilte ich dann auch gleich meiner Familie mit, die danach zu Besuch kam. Sie blieben eine ganze Weile und erzählten mir, was es alles so Neues gab. Ich las mein Buch zu Ende und beim Abendessen haute ich noch einmal so richtig Reisbrei und Joghurt rein. Abends schauten wir wieder TV und nach der Infusion gingen wir schlafen.

1.10.12 – 5. Tag Post-OP

Heute gab es wieder das abwechslungsreiche Frühstück, das ich jeden Tag zu mir nahm. Währenddessen kam Dr. K. herein und sagte, ich könnte dann nach Hause, nachdem ich noch einmal das Gummieinsetzen geübt hätte. Der Visitearzt verschrieb mir dann noch Schmerztabletten und ich fing an, meine Sachen zu packen. Ein wenig Lesen und Tee trinken vertrieb mir dann noch die Zeit, bis meine Mutter kam, um mich abzuholen. Kurz zuvor zog mir die Schwester noch den Venenzugang. Dann nahmen wir meine Sachen, liefen zum Parkhaus und fuhren nach Hause.

4.10.12 - Kontrolltermin

Um 14:00 Uhr sollte ich wieder in die Ambulanz kommen zum Fäden ziehen. Leider dauerte es aber fast eine Stunde, bis ich dran kam, da ich eine Nummer ziehen musste. Der Arzt schaute in meinen Mund und meinte, dass mein Chirurg noch im OP wär und gerade zunähen würde. Also wartete ich eine halbe Stunde und als er dann immer noch nicht da war, zog mir eine Zahnärztin die Fäden, was zuerst sehr schmerzhaft war. Durch ein Betäubungsspray war es wenigstens einigermaßen erträglich. Da Dr. K. auf unbestimmte Zeit nicht erreichbar war, musste ich wieder in den Wartesaal und wurde um dreiviertel fünf endlich aufgerufen. Nach der Kontrolle durfte ich dann nach Hause.

Alles in allem bin ich trotz der ganzen Strapazen sehr froh, diesen Schritt gemacht zu haben. Auch wenn man jetzt noch nicht so viel sieht, weil noch alles ein bisschen geschwollen ist, merke ich schon, dass der Biss sich sehr verbessert hat. Mein offener Biss ist weg, mein Gummy Smile ist weg und meine Mutter sagt mir jeden Tag, wie schön doch jetzt mein Lächeln aussehen würde!

Ich bin sehr gespannt, wie das dann in ein paar Wochen aussieht. Im März/April bei der Plattenentnahme wird dann mein Kinn noch vorgeholt, um mein Profil noch schöner aussehen zu lassen, denn ich habe ein sehr kleines zurückliegendes Kinn. Aber da freu ich mich jetzt schon total drauf - zumindest auf das Ergebnis :smile:

Viele Grüße,

adelaide

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alles gute zur überstandenen OP :)

Sehr guter Bericht. Respekt,dass Du schon im KKH gelernt hast. Ich habe bis heute noch nicht wirklich einen Kopf dafür.

Viele Grüße

Carina

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Dankeschön :-)

Ja, ob das Lernen so effektiv war ist wieder eine andere Frage, vor allem in der ersten ein zwei Tagen. Aber was sein muss, muss sein!

Liebe Grüße

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Interessanter Bericht ich war auch in Würzburg bei Dr Dr Klammert.

Wie alt bist du wenn ich fragen darf ?

Wie geht es dir heute ? hattest du arge Schmerzen ?

Liebe Grüße Simone

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@adelaide: trotzdem Respekt. Ich hätte eigentlich auch Lernsachen gehabt, aber erst gar nicht mitgenommen. Kann mich jetzt kaum dazu bewegen meine Seminararbeit zu schrieben. Will von dem ganzen Lernzeugs noch gar nichts wissen :)

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@mone94:

Ich bin 21 Jahre alt. Wie alt warst du bei deiner OP?

Mir geht es jetzt nach zwei Wochen wieder relativ gut, die Schwellung ist jetzt nur noch minimal und essen kann ich auch wieder einigermaßen. Es sind halt noch zwei taube Stellen im Gesicht, nämlich am Kinn und rechts unter dem Auge ein Bereich. Ich fühle mich auch soweit fit, dass ich die nächsten Tage wieder Sport (Fitness und Tanzen) machen kann.

Schmerzen hatte ich fast keine, hab glaube ich nur zwei oder dreimal eine Schmerztablette genommen.

Liebe Grüße!

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ich bin 18 und die OP ist jetzt gut 7 Wochen her

schön das es dir so gut geht mir ging es lange nicht so gut also ich hab mich lange nicht fit gefühlt obwohl ich gegessen habe und so und meine schwellung ist jetzt nach 7 Wochen auch noch minimal aber ich sah 4 Wochen echt schlimm aus .

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Hm... das ist echt blöd, aber ich denke, es ist einfach bei jedem unterschiedlich und ich scheine da wohl etwas mehr Glück gehabt zu haben.

Ich wünsche dir jedenfalls noch weiterhin gute Besserung!

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