Sylviia

Bimax 12/2011

Hallo zusammen,

danke an alle, die ihre OP-Erfahrungen eingestellt haben, das hat mir persönlich sehr geholfen, mich mental auf meine eigene OP vorzubereiten. Insbesondere danke und grüße ich Chris80 und Lufi. Ich hoffe, Ihr seid zufrieden und es geht Euch gut.

Also möchte ich auch meine Erfahrungen berichten.

Vorgeschichte:

Befund: Angle Klasse II/2 mit traumatischem Gingivakontakt

05/2010: UK Distraktion (zwischen den Schneidezähnen)

08/2010: feste Spange

11/2010: ambulante Entfernung UK-Distraktor

.. und nun Bima(..Angst..)x.

stationäre Aufnahme im KH:

Das war das gleiche KH, wo ich die Distraktions-OP genießen durfte. Kompetente, nette Schwestern. Ich habe mich bei allen Schwestern im Voraus bedankt, wohl wissend, daß ich dazu nach der OP nicht in der Lage sein werde.

OP-Tag in der Intensivstation:

Ich war zum Glück gleich morgens zum ersten OP-Termin dran. Kein langes Federlesen, duschen und ab auf die Pritsche in den OP. An die Anästhesie-Ärztin kann ich mich noch erinnern, auch daran, daß sie die Kanüle zweimal legen mußte, weil das bei meinen "zarten" Venen nicht gut ging. Nachdem ich aufgewachte war, hatte ich die Kanüle dann ganz woanders sitzen, naja, halb so schlimm.

Aufgewacht bin ich in der Intensivstation nach ca. 4 - 4,5stündiger OP-Dauer, wo ich planmäßig zur 24stündigen Überwachung untergebracht war. Mir ging es gelinde gesagt hunde-elend: überall Schmerzen, besonders der Hals tat mir weh vom Tubus und die Magensonde hat mich auch ziemlich gestört. Den Katheder hab ich so gut wie nicht gemerkt.

Der Pfleger hat mir den Rufknopf in die Hand gedrückt und gesagt, falls was ist, kann ich klingeln. Also hab ich geklingelt, was das Zeug hielt. Der arme Pfleger ;)

Irgendwann habe ich mitbekommen, daß die Messungen (Blutdruck, ...) einem bestimmten Rhythmus folgen, da habe ich mein Klingeln daran orientiert, obwohl ich lieber öfter geklingelt hätte. Das war dann so alle 5 bis 10 Minuten. Der Pfleger war gut beschäftigt mit mir.

Mein Kopf war angeschwollen auf Melonengröße, aber jetzt nicht so Honigmelone oder so, nee, Wassermelone. Die Augen waren zugeschwollen, so daß ich nichts mehr sehen konnte. aber am schlimmsten empfand ich die Schwellungen im Inneren des Kopfes. Die Nase war mit Tamponaden zugestopft, das ganze Blut lief dementsprechend die Kehle hinunter (ein hoch auf die Magensonde) und ich konnte nicht schlucken. Alles war taub und geschwollen im Rachenraum. Ich hatte so ein schlimmes Erstick-Gefühl, brrr...

Das waren die schlimmsten und längsten 24h meines Lebens.

Irgendwann kam eine Schwester und wollte meinen Rücken waschen, das wollte ich erst nicht. Aber das war so wohltuend, lasst das auf keinen Fall aus, wenn es Euch angeboten wird.

Am nächsten Morgen dann waschen (was, das soll ich selber machen - das kann ich doch nicht! Doch ich kann.), mein KFC kam vorbei - alles war planmäßig verlaufen, er hat mir 6 Platten und 26 Schräublis eingebaut und ich bin bereit für die normale Station.

die ersten 3 Tage Post-OP:

Viel Erinnerung habe ich nicht mehr - und das ist gut so. Es war wirklich eine sehr harte Zeit, ich fühlte mich wie Pflegestufe 3. Schmerzen, nicht richtig atmen und schlucken können, nichts sehen, nicht reden können.

Und genau hier haben mir die vielen Berichte geholfen, immer wieder habe ich mir ins Gedächtnis gerufen, es wird besser, langsam zwar, aber alles was ich machen muß, ist abwarten, Geduld haben und wieder abwarten.

Mein lieber Besuch hat mir sehr gut getan, auch wenn wir nicht geredet haben, einfach nur da sein und meine Hand zu halten, tat so unglaublich gut.

Entlassung am 8. Tag Post-OP:

Nachdem die ersten 3 Tage überstanden waren, fühlte ich mich wieder als Mensch. Da habe ich die ersten 10 Teelöffel Tee gefeiert wie Weihnachten. Es ging wirklich ziemlich langsam aufwärts. Aber der Trend war erkennbar und gab mir Mut.

Geschwollen war ich wirklich extrem, ich hab mich im Spiegel nicht erkannt. Blau und grün und gelb, klar auch das und nicht zu knapp, vom Jochbogen bis zur Brust, unglaublich.

zu Hause:

Schlapp, Schmerzen bekämpfen, mit dem Splint zurecht kommen...

6 Wochen hatte ich den Splint getragen und jeden Tag ein Kreuz gemacht. Solange war ich auch krank geschrieben und diese Zeit habe ich auch wirklich gebraucht, um wieder auf dem Dampfer zu sein.

Dann hatte ich noch Physiotherapie, was mir sehr gut tat, denn das Gelenk und die (Lippen- und Zungen-) Muskeln waren eingerostet und durch die neue OK/UK-Stellung war die ganze Bewegung ungewohnt.

So. Überstanden und Haken dran.

05/2012 wurde ich entbändert und seit dem lächele ich permanent und breit (damit man alle 164 Zähne sehen kann) meine Umgebung an ;) Ehrlich, es ist ein phantastisches Gefühl und es sieht super aus. Ich glaube, mein Mann kämpft zum ersten Mal mit Eifersucht ;)

10/2012 hatte ich ME Entfernung, aber da berichte ich gesondert.

Viel Durchhaltevermögen wünscht Euch Sylviia

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Hallo Sylviia,

schön, dass du nun alles überstanden hast! Freut mich, dass dir mein Bericht etwas geholfen hat. Denke, wenn man sich mental auf was "schlimmes" einstellt, dann ist man schonmal auf vieles gefasst und kann dann in der Situation ganz gut damit umgehen :)

Bist du mit deinem Ergebnis zufrieden?

Bei mir ist alles super. Wie viele die es hinter sich habe, habe ich mich von Progenica nun etwas distanziert. Deine Nachricht hat mich jedoch sehr gefreut, vielen Dank dafür! Sonst hätte ich deinen Bericht sicher nicht gesehen.

Hoffe du hast deine ME gut hinter dich gebracht und bist nicht allzu arg angeschwollen. Aber selbst wenn, es ist ruck zuck wieder vorbei und kein Vergleich zur Bimax. Wünsche dir weiterhin alles Gute!!

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Hey Sylvia, toller Bericht. Ich kann vieles gut nachvollziehen, vorallem die Pflegestufe 3 :) Ich konnte auch nichts sehen, bei mir lags aber an dem Gel in den Augen. Die Magensonde hat bei mir volle Arbeit geleistet, nur beim ziehen hat sich wohl das Blut am Ende in meinem Hals verfangen und mich dann 2 Tage lang gequält. Mir gings auch ab dem 3. Tag post op viel besser. Ein Befreinungsschlag war auch, als ich endlich aus der Schnabeltasse trinken konnte und diese blöden Spritzen nicht mehr brauchte.

Mich hat meine Nase wahnsinnig gemacht, sie war total zu und hatte bei jedem Atemzug ganz komische Geräusche gemacht.

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Ich hatte vor 3 Wochen eine Bimax Operation und mein Gesicht ist immer noch stark geschwollen und ich hab auf der linken Seite zwei Blaue flecke Hämatom

Und ich habe immer noch kein Gefühl im Unterkiefer

ist das normal oder sollte ich mir langsam sorgen machen hat jemand die gleichen Erfahrungen gemacht könnt ihr mir weiter helfen

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keine Panik das ist normal und war bei mir auch so.

Die Schwellung wird zurück gehen das dauert aber bei jedem unterschiedlich lang.

Bei mir hat es auch länger gedauert bis das Gefühl wieder da war und jetzt 10Wochen nach OP ist fast keine Stelle mehr Taub nur noch ein Stellen im Oberkiefer aber das stört mich eher weniger.

Also nur ein bisschen Geduld :)

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danke für deine Antwort :485:

hattest du auch blaue flecken im Geschichte

weil ich habe eine am Auge und noch ein weiters der sehr groß ist

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