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esca

Bimax am 3.12.2012 bei Dr. Dr. R. im Waldkrankenhaus in Erlangen

Mein KFO hat mir hier im Raum Erlangen-Nürnberg zwei Kieferchirurgen empfohlen. Der eine war die Praxisklinik PD Dr. Dr. Rupprecht in Erlangen und der andere Prof. Dr. Dr. Lindorf. Ich wurde bei beiden bereits zu Beginn meiner KFO vorstellig und habe die Situation begutachten lassen. Dabei wurde für mich schon früh klar, dass ich mich bei Dr. Dr. Rupprecht wohler fühle. Hier hatte ich eher das Gefühl, dass es mehr um das Wohl des Patienten geht. Das ganze ist natürlich nur ein subjektiver Eindruck und soll keine Bewertung der beiden Ärzte sein. Zunächst stand lediglich eine UKVV im Raum, 2011 wurde dann klar, dass sich der OK durch die KFO nicht ausreichend weiten lässt und auch die Zähne nicht da hin gehen, wo sie hin sollen, also wurde aus der UKVV eine Bimax.

Während UKVV normalerweise ambulant durchgeführt werden, wird die Bimax nur im KH durchgeführt. Ich hatte die Wahl zwischen dem Waldkrankenhaus St. Marien in Erlangen und Bamberg. Eine Woche vor OP-Termin wurde im KH das Anästhesievorgespräch durchgeführt, alle relevanten Untersuchungen gemacht und die Blutwerte überprüft

3.12.2012, Tag der OP

Ich sollte mich am Tag der OP um 6:45 im Klinikum einfinden. Der Pförtner hat mich dann direkt auf Station geschickt, wo mich ein Pfleger zu meinem Bett gebracht hat und mir alles erklärt und gezeigt hat. Da ich schon um 7:45 dran sein sollte, ging es direkt zur OP-Vorbereitung. Also OP-Hemd, Strümpfe und "Unterhose" anziehen, Tablette einwerfen und im Bett warten. Kurz nach 7 ging es dann runter zum OP-Bereich. Dort wechselte ich auf eine angewärmte Liege und wurde mit einer ebenfalls angewärmten Decke zugedeckt und auf die Liege geschnallt. Im OP noch ein netter Plausch mit dem zuständigen Narkosearzt und dann war ich auch schon weg.

Als ich im Aufwachraum das erste Mal um 14 Uhr wieder aufwachte fühlte ich mich sehr sehr schwach und total kaputt. Schmerzen hatte ich zu keinem Zeitpunkt, aber ich merkte schon, wie mein Gesicht pulsierte. Vorsichtig tastete ich mit meiner Zunge den Mund ab und war erstmal erfreut, dass ich keine Naht am Gaumenbereich hatte... aber doch etwas erschreckt, denn der Splint war nicht da. Da aber alles anders war, wurde ich ganz offenbar operiert. Man sagte mir, dass die OP gut verlaufen sei und ich mit 900 mL Blut auch nicht zuviel Blut verloren hätte. Direkt danach bin ich wieder eingeschlafen und habe dabei offenbar stark das Schwitzen angefangen, so dass ich zum einen eine dünnere Decke bekam und bis 16:30 Uhr im Aufwachraum zur Überwachung blieb. Dann konnte ich auf Station. Zum Kühlen gab es leider nur Coolpacks und keine Kühlmaske. Das ist natürlich schlecht, wenn man viel schläft, dann verrutschen die und kühlen nicht immer da wo sie sollen.

Leider sah ich bereits am Tag der OP wie eine Kartoffel aus und ich bin wohl auch während der OP schon stark angeschwollen, weswegen ein Abschwellendes Mittel gleich zweimal gegeben werden musste. Entgegen meiner Angst habe ich die Narkose gut vertragen und zu keinem Zeitpunkt war mir derart schlecht, dass ich mich übergeben musste.

Herr Dr. Dr. Rupprecht kam nochmal vorbei, hat sich alles angeschaut und mir erklärt, dass er den OK mit 6 mm recht weit aufgeweitet hat. Da es dabei zu kleinen Ungenauigkeiten kommen kann, hat er den Splint weggelassen, da der möglicherweise nicht einwandfrei passt. Er hat meinen Biss angeschaut und zwei zusätzliche Gummis eingehängt, die es mir leichter machen sollen, die Bissposition zu finden.

Mit Hilfe der Schwester konnte ich sogar aufstehen und das erste Mal auf Toilette. Dort konnte ich dann auch die Kleidung wechseln und endlich in meinen Sachen wieder ins Bett.

Abends gab es dann trotzdem nochmal eine Infusion gegen Übelkeit, Schmerzen und die Antibiose und die erste lange Nacht begann. Die Nachtschwester hat mir zwar immer fleißig neue Coolpacks gebracht und auch ein Schlafmittel gegeben, trotzdem konnte ich nie länger als 30 min am Stück schlafen, da ich am Rücken nicht schlafen kann. Meine Nase war zu meiner großen Freude weitestgehend frei und bis auf das postoperative Nasenbluten war alles gut.

4.12.2012, 1. Tag Post-OP

Am Morgen gab es das erste Mal was zu Essen. Kalte Brühe, die ich mit Todesverachtung und einem kleinen Löffel in meinen Mund befördert habe. Das ging schon erstaunlich gut. Sprechen war unangenehm, da ich den Mund kaum aufbekommen habe und die Schwellung noch weiter zugenommen hat. Mittlerweile war ich auch am Hals geschwollen und ich hatte das Gefühl, dass meine Atmung dadurch beeinträchtigt wird. Dr. Dr. Rupprecht kam so gg. 11 Uhr und hat mir den Rat gegeben doch mehr zu kühlen (noch mehr?!) meinte aber, dass er da auch nichts machen kann. Wenn es zu arg wird mit der Beeinträchtigung des Atmens, dann könnte ich ggf. eine Sauerstoffmaske bekommen. Glücklicherweise ist die Schwellung am Hals nicht größer geworden, so dass ich zwar gemerkt habe, dass da was enger ist, aber atmen war trotzdem möglich. Ich habe den Tag mit Fernsehen, Hörbüchern und gelegentlichem 30 min Schlafen verbracht und immer wieder kalte Brühe gegessen. Zusätzlich zu den Infusionen gab es Ibuprofen-Granulat zum Trinken, das ich 4mal täglich und bei Bedarf genommen habe. Das Granulat war bis auf die letzten Schluck ganz erträglich, die haben nämlich fürchterlich im Hals gekratzt und mich jedes Mal zum Husten gebracht.

5.12.2012, 2. Tag Post-OP

Für diesen Tag gibt es nur zu berichten, dass die Schwellung noch etwas arger geworden ist. Glücklicherweise nicht am Hals, aber ich sehe mittlerweile nicht mehr nur nach Hamster aus, eher als hätte ich mehrere Tennisbälle um Mund. Insgesamt wurde mein Zustand aber etwas besser. Ich bekam schon den flüssigen Griesbrei runter und das in der Klinik herumlaufen funktionierte auch. Dadurch wurde mir aber schon langsam langweilig, denn TV gucken, lesen, Hörbücher hören hat nur so lange seinen Reiz, bis man es nicht ständig machen muss. Abends kam Dr. R. vorbei und hat sich alles angeschaut und sich nach meinem Befinden erkundigt. Nachdem er einen Blick auf die Wunden geworfen hat und neue Gummis eingehängt hat, kam meine bange Frage, wann ich denn nach Hause kann. Er fragte mich, wann ich denn nach Hause wolle... auf meine Antwort am liebsten morgen, meinte er nur, "Ja, dann gehen sie morgen nach Hause".

6.12.2012, 3. Tag Post-OP

Nach erneuter fürchterlicher Nacht wurde ich den Vormittag nochmal mit allem versorgt war das Infusionsrepertoire so hergibt. So ausgerüstet wurde ich dann nach Hause entlassen. Ich bekam noch einen Vorrat Ibuprofen Granulat und war nach einer Stunde anstrengender Fahrt sehr froh zu Hause zu sein. Ich hätte nie gedacht, dass Beifahrer sein so anstrengend sein kann. Selbst fahren wäre undenkbar gewesen. Ich fühlte mich ingesamt sehr schwach und hatte keine Konzentration auf irgendwas. Zu Hause ging es erstmal in mein eigenes Bett. Leider musste ich feststellen, dass es sich auch da nicht unbedingt besser schläft mit den ganzen Schwellungen im Gesicht. Trotz allem war es einfach super endlich daheim zu sein. Im Vergleich mit den Fotos der Vortage bin ich heute leider noch etwas mehr angeschwollen. Das erste Mal auf der Waage daheim war ein kleiner Schock. Bis hierher hatte ich bereits 5 kg verloren. Kein Wunder, dass ich so durch den Wind war.

7.12.2012, 4. Tag Post-OP

Ich hatte viele Hoffnungen auf diesen Tag gelegt, da er ja für einige wie ein Wendepunkt war... für mich leider nicht, ich bin noch mehr angeschwollen und habe noch schlechter geschlafen als die Tage davor. Dr. Dr. R. zeigte sich beim Besuch in seiner Praxis vom Ergebnis der OP begeistert und nach einem Gummi-Wechsel wurde ich mit frischen Gummis und einer Anleitung zum Wechsel wieder nach Hause geschickt. Am Zahnfleisch der Oberlippe hat sich eine kleine Aphte gebildet, die bei jedem Essen und Trinken sehr fies schmerzt.

9.12.2012, 6. Tag Post-OP

Der Sonntag war mein persönlicher Wendepunkt in der Bimax-Geschichte. Der erste Tag an dem die Schwellung etwas zurückging und ich mich alles in allem etwas besser fühle. Mein Gesicht erstrahlt an den Wangen, dem Hals und unter den Augen mittlerweile in den schillernsten Farben und ich sehe aus, als wäre ich eine verprügelte Kartoffel. An der Naht im UK hatte ich eine kleine Nachblutung beim Zähneputzen, aber nichts dramatisches. Das Sprechen geht langsam etwas besser, leider nuschel ich nach wie vor ganz fürchterlich. Mein Umfeld scheint mich aber zu verstehen. Mein Gaumen ist inbesondere hinter den Schneidezähnen sehr gereizt und empfindlich. Zu kalte Getränke sind unangenehm und erzeugen einen drückenden Schmerz. Mein Kinn hat mittlerweile zu kribbeln angefangen und die Nerven spielen verrückt. Es pulsiert, drückt, sticht wie verrückt.

10.12.2012, 7. Tag Post-OP

Die Schwellung ist wieder etwas zurückgegangen. Beim Besuch in der Praxis hat mir Dr. Dr. R. Antibiose verschrieben, da mein Zahnfleisch sehr entzündet war. Das war laut ihm aber nur zur Vorsicht, dass da nicht mehr draus wird. Mir wurden direkt die Fäden gezogen. Während das im UK kein Ding ist und nur ein bisschen ziept, war es im OK echt richtig fies. Mir sind sogar ein paar Tränen in die Augen gestiegen. Insgesamt fühle ich mich schwach und kränklich.

12.12.2012, 9. Tag Post-OP

So langsam geht es aufwärts. Die fette Hühnerbrühe (selbstgemacht) tut ihren Dienst und peppelt mich ziemlich auf. Zusätzlich dazu trinke ich seit Samstag Fresubin Trinknahrung um nicht weiter Gewicht zu verlieren. Das hilft leider nur bedingt. Bis Mittwoch habe ich 9 kg verloren und fühle mich auch dementsprechend. Die Schwellung hält sich hartnäckig und wollte heute gar nicht zurückgehen. Ich schlafe nach wie vor sehr schlecht und nur sehr wenig. Mittlerweile nicke ich beim TV-gucken regelmäßig ein, da ich mich nicht wachhalten kann. Die Nerven im Kinn tun ihr übriges, damit der Schlaf nur schlecht funktioniert. Schmerzen habe ich schon seit Sonntag nicht mehr, daher nehme ich auch keine Schmerzmittel mehr.

13.12.2012, 10. Tag Post-OP

Die Schwellung ist heute merklich zurückgegegangen und mittlerweile sehe ich nur noch nach 40 kg Übergewicht aus und nicht mehr wie eine laufende Kartoffel. Es geht doch. Am Nachmittag hatte ich ziemlich viel Blut im Mund, wie sich herausgestellt hat, war das altes Blut aus meiner Wange, das nicht abgebaut wurde sondern sich den Weg in den Mund gesucht hat.

14.12.2012, 11. Tag Post-OP

Der erste Tag an dem ich mich so richtig besser gefühlt habe. Das Kinn schmerzt und kribbelt immer mehr, laut KFC ein gutes Zeichen und zeigt, dass das Gefühl zurückkommt. Beim Nadeltest hatte ich an der Oberlippe außen bereits etwas Gefühl und das ganze Kinn mit Ausnahme der Spitze. der KFC findet das mit dem alten Blut nicht weiter bedenklich. Im Laufe des Tages läuft immer mehr altes Blut aus der linken Wange in den Mund. Das macht sich in der Wange so bemerkbar, dass die Verhärtungen aus der Wange fast vollständig verschwunden sind und sie sich fast "normal" anfühlt. Die Backen sind noch dick und unter den Augen und um die Nase rum fühlt es dich auch noch angeschwollen an, insgesamt aber deutlich besser. Die rechte Backe ist immer noch an vielen Stellen verhärtet und schmerzt bei Druck auch noch viel mehr.

Insgesamt war ich doch sehr enttäuscht, dass mein Biss nach der OP schlechter war als vorher. Rechts habe ich die ganze Zahnreihe Kontakt aber noch einige Störkontakte. Links dagegen nur an zwei Stellen Kontakt. Der Überbiss ist laut KFC wie er ihn haben wollte. Den Rest müsste jetzt die KFO machen, das sei so abgesprochen. Vielleicht bin ich da einfach mit falschen Erwartungen reingegangen. Irgendwie habe ich gehofft, ich gehe da raus und alles ist gut, hier einen Zahn leicht neigen, da ein bissel was machen. Aber nein, da ist noch ganz schön was zu machen für den KFO :<.

Meinen Biss finde ich mit den Gummis mittlerweile recht gut, so dass die in 3 Wochen vielleicht schon rauskönnen. Das wäre super.

Abends konnte ich das erste Mal weichgekochte Nudeln mit Tomatensauce essen... der Himmel auf Erden ;).

16.12.2012, 13. Tag Post-OP

Von Samstag auf Sonntag habe ich das erste Mal mehr als 2h am Stück geschlafen. Dadurch und die bessere Ernährungslage fühle ich mich heute eigentlich schon ganz gut. Lediglich die schmerzende rechte Wange und die sich verkrampft anfühlenden Kiefermuskeln erinnern mich daran, dass ich vor nicht allzu langer Zeit eine Kiefer-OP hatte.

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19.12.2012, 16. Tag Post-OP

Ich war heute das erste mal nach der OP bei meinem Kieferorthopäden. Der war vom OP-Ergebnis total begeistert und hat geschwärmt wie toll jetzt alles aufeinander passt. Da ich mich gerade in einem ziemlichen Post-OP-Blues befinde, habe ich ihm meine Zweifel natürlich gleich mitgeteilt. Er hat zumindest versucht mich zu beruhigen, dass es in ein paar Monaten ganz anders aussehen wird und dann auch die Zähne wieder sauber Kontakt haben werden.

Zudem war ich heute das erste Mal bei der Lymphdrainage. Leider kann ich die Begeisterung hier im Forum nicht teilen, denn irgendwie ging es mir mit den Schwellungen danach nicht besser, sondern eher schlechter. Oder ist es normal, dass sich das Gesicht danach geschwollener anfühlt? Seitdem habe ich auch irgendwie das Gefühl, dass die Haut insb. unter den Augen spannt.

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