Kokosnuss

OK-Vorverlagerung in Augsburg

Jetzt hab ichs endlich mal geschafft meinen OP-Bericht zu schreiben...

Ich hatte eine OK-Vorverlagerung (um 3 mm) bei Dr.Dr.Czwink im Augsburger Zentralklinikum.

2 Tage vor der OP (Montag, 14.August):

Nachdem meine OP wegen den Streiks schon zweimal um zwei Wochen nach hinten verschoben wurde, bekam ich nachmittags plötzlich den Anruf, dass ich doch schon am 16.8.06, also in zwei Tagen operiert werden könne. Ich war natürlich erst etwas überrumpelt, aber dann war ich ganz froh, es gleich hinter mich bringen zu können. Also war Packen angesagt, alle Termine in den nächsten zwei Wochen absagen... War natürlich kurzzeitig bisschen stressig, aber das hatte den Vorteil, dass ich gar nicht dazugekommen bin, Angst aufzubauen.

Tag vor der OP (Dienstag, 15.August):

Ich musste schon vormittags ins Krankenhaus, und der ganze Tag war dann eigentlich ein einziges Warten. Bis letztendlich alle Ärzte (zum Blutabnehmen, Anästhesist etc.) da waren und ich das Zimmer verlassen konnte, war es 16 Uhr. Dann hab ich aber noch den Nachmittag genossen und bin in den Park raus.

Abends kam dann zu meiner großen Überraschung Marco mit einem Freund vorbei, worüber ich mich sehr gefreut hab, weil das einfach gut tut, vor der OP sich mit jemandem zu unterhalten, der das schon durchgemacht hat.

Dann gabs natürlich noch die Beruhigungspille, wobei ich sagen muss, dass ich ohne die auch hätte schlafen können. Komischerweise war ich ganz ruhig. Ich hab auch gar nicht nachgefragt, wann ich operiert werde. Ich wusste nur, dass ich nicht die erste bin, und dachte dann, dass ich um 10 drankäme. Ich kam dann aber erst um halb eins dran, zum Glück wusste ich das am Abend vorher nicht, sonst hätte ich wahrscheinlich schon Angst vor der langen Wartezeit bekommen.

OP-Tag (Mittwoch, 16.August):

Erst war lange Warten angesagt, der Chirurg ist in der Früh vorbeigekommen und hat mir gesagt, dass ich erst mittags drankomm. Ich dachte erst, es würde fürchterlich werden, weil ich ein Mensch bin, der immer und überall Hunger und Durst hat... War dann aber komischerweise gar nicht so, kein bisschen Hunger, hab mir nur ab und zu den Mund befeuchtet. Auch das Warten war komischerweise gar nicht schlimm, obwohl ich mich bei so was normalerweise immer schnell reinsteigere und total nervös mache. Um kurz nach zwölf wurde dann meine Nachbarin wieder aufs Zimmer gebracht, die wurde am UK operiert. Als ich gesehen hab, dass sie trotz Verdrahtung einigermaßen sprechen kann (uns wurde nämlich gesagt, dass das gar nicht geht), war ich auch noch mal beruhigt.

Nachdem drei Stunden nie eine Schwester ins Zimmer gekommen ist, kam dann plötzlich eine und hat ziemlich rumgestresst: „Ziehen Sie sich schnell um und nehmen Sie die Tablette!“. Seltsam, wenn dann hätte ich die Beruhigungstablette vorher gebraucht; ich bin mir sicher, dass die nicht mehr gewirkt hat, bevor die Narkose eingetreten ist...

Dann wurde ich im Bett hinuntergefahren, musste erst in so einer OP-Schleuse eine Viertelstunde warten, aber wenn nette Leute um einen sind, ist das alles kein Problem.

Dann ins „Anästhesiezimmer“, die Ärzte und Schwestern waren auch sehr nett, deshalb hatte ich auch keine Angst. Da wurde ich dann ans Ekg und Blutdruckmessgerät angeschlossen, habe eine Kanüle bekommen und darauf gewartet, dass ich langsam müde wird, aber ich weiß nur noch, dass der Arm dann etwas weh getan hat vom Narkosemittel und dann war ich auf einen Schlag weg. Soweit ich weiß hatte ich eine Intubationsnarkose, oder vielleicht wurde ich auch nur über die Nase beatmet!?

Was jedoch sehr ungewöhnlich war (und worüber ich sehr froh war), war, dass ich keine Magensonde hatte. Mir war aber auch überhaupt nicht übel, als ich aufgewacht bin.

Aufgewacht bin ich drei Stunden später in einem Aufwachraum, wo so ca. 20 Betten standen. Ich war dann schon an gar nichts mehr angeschlossen und ich war echt verwundert dass mir gar nicht schlecht war und ich super Luft bekommen habe. Ich war auch gleich wieder voll da.

Bin dann eine Viertelstunde später ins Zimmer gefahren worden und durfte nach 1-2 Stunden aufs Klo gehen, aber ne Schwester hat mich zur Sicherheit noch hin- und zurückbegleitet.

Abends sind dann noch meine Eltern gekommen (obwohl ich vorher gemeint hab, sie bräuchten nicht zu kommen, weil ich dann wahrscheinlich zu fertig bin). War dann aber doch ganz froh, weil ich unbedingt wieder aufstehen wollte und mich dann mit ihrer Hilfe raus auf den Gang getraut hab.

Am OP-Tag hatte ich noch die ganze Zeit Nasenbluten, bin erst schon erschrocken, war dann aber nicht weiter schlimm. Hab halt nur viele Papiertücher verbraucht...

An dem Tag hatte ich noch eine Infusion und trinken durfte ich leider erst nach ein paar Stunden wieder. Aber mit ein bisschen Mundbefeuchten geht das auch...

In der Nacht hab ich eigentlich recht gut geschlafen, bin halt nur öfters aufgewacht.

Geschwollen war ich eigentlich vom ersten Tag an recht wenig. Und Gefühl hatte ich auch schon wieder überall, ein paar Stellen waren bisschen taub, aber nicht schlimm.

1. Post-OP-Tag (Donnerstag, 17.August):

In der Früh hab ich gleich ein „richtiges Frühstück“ bekommen: Tee und Schoko-Astronautennahrung. Die war übrigens sehr lecker, das Frühstück mochte ich immer am liebsten... Mit Strohhalm trinken ging auch gut, ich hatte ja keine Drainagen.

Ich musste nur noch fürs Antibiotikum an den Tropf.

Mir gings weiterhin gut, langweilig war mir auch nicht, ich hab mir mit Rätselheften und Büchern die Zeit vertrieben. Ich hatte übrigens auch nen Laptop und DVDs dabei, aber hab kein einziges Mal gekuckt; Fernsehen auch nicht. Die Zeit ging auch so recht schnell rum.

Mittags gabs dann drei (!) Schüsseln Suppe, einen halben Liter Bananenmilch und ein kleines Päckchen Schokomilch. Was natürlich nicht zu schaffen war. Das erste mal hab ich mich noch über die Suppen gefreut, aber als ich dann wusste wie sie schmecken, und dass mittags und abends immer die gleichen drei Suppen serviert werden...

Als meine Eltern da waren, sind wir bisschen raus in den Park, danach war ich aber so kaputt, dass ich fast beim Essen eingeschlafen wäre...

Die Nacht war dann die unangenehmste, weil ich schlecht Luft durch die Nase bekommen hab, und dass Nasenspray hat auch nicht geholfen. Wurde dann aber im Laufe des nächsten Tages wieder besser.

An nächsten Tag war ich langsam schon wieder fitter und bin schon ein bisschen mehr herumgelaufen. Durfte dann auch schon am Samstag heim. Da schmecken auch mal endlich die Suppen ;-) Allerdings kommts mir immer hart an, wenn ich seh, was meine Familie so isst...

Die Schwellung ist ziemlich zurückgegangen, ich hab jetzt nur ein paar gelbe und blaue Flecken. Heute (Montag) hab ich jetzt das erste Mal angefangen, ein paar kleinere Arbeiten zu verrichten. Ein bisschen Rumräumen geht schon...

Ich bin jetzt noch bis Mittwoch verdrahtet, dann krieg ich Gummis rein. Bis dahin gehen dann halt nur nicht allzu dicke Suppen, aber zum Glück gibt’s ja viele verschiedene Suppen und lecker Vanillemilch, Kakao...

Jetzt merke ich gerade, dass der Bericht ein wenig lang geworden ist, obwohls nich so viel Interessantes zu erzählen gab...

Hier noch kurz an alle, die erst noch operiert werden:

Macht euch nicht so viel Angst; ich dachte immer ich wach auf, und mir ist schlecht und ich krieg keine Luft... dem war überhaupt nicht so.

Leider gibt es schon viele, denen es so ging, die verdammt viele arg blöde Sachen durchmachen mussten; aber versucht trotz allem, euch nicht allzu sehr reinzustressen, es kann auch alles ganz harmlos verlaufen! Und sucht euch wenn möglich Ärzte aus, die ihr nett findet und denen ihr wirklich vertraut, dann ist man gleich viel ruhiger. Alles Gute euch!

Also, nach diesem ewiglangen Bericht schaff’s auch ich endlich aufzuhören...

Nochmal Danke an das Forum und euch alle!!!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Hey Kokosnuss,

schön auch deinen Bericht zu lesen, bei dir hört sich das alles "ganz gut" an. Obwohl mir die völlige Verdrahtung Ängste machen würde. Wünsch dir ein weiteres gutes Abschwellen und viele, viele leckere Suppen. Bei mir gibts heut Brokkolicremesuppe, mein erstes Essen von mir selbstgekocht.

Grüßle Andsche

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Seit heute bin ich nicht mehr verdrahtet und ohne Splint. Wobei ich mich schon so dran gewöhnt hab, die Verdrahtung ist übrigens überhaupt nicht so schlimm wien man sich das immer vorstellt. Man will den Mund nach der Woche dann gar nicht mehr aufmachen...

Das mit dem Mundaufmachen hat mich scheins so überfordert, dass ich fast umgekippt wäre, wenn ich nicht noch fünf Minuten auf dem Behandlungstuhl liegen geblieben wäre :)

Ganz ungewohnt dieser "richtige" Biss! Besonders wenn man mit der Zunge an die Schneidezähne fährt und die oberen dann über die unteren gehen...

Find nur den Gedanken unangenehm, dass die oberen Schneidezähne gerade so schon die Brackets von den unteren berühren. Aber das ist ja normal und nicht weiter schädlich, oder?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Also ich beiß mit meiner neuen Zahnstellung nicht drauf, aber es ist auch nur noch n halber mm Platz bis zu den Brackets, daher könnt ich mir das gut vorstellen.

Ähhh, du meintest doch mit den OK Schneidezähnen auf die Brackets der Schneidezähne UK beissen, oder hab ich des falsch verstanden?!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ja genau, des meinte ich :)

Aber es geht bei mir auch grade so, ist schätzungsweise noch so ein Hundertstel-mm dazwischen, also glaub ich dass das nicht so schlimm ist. Werde aber das nächste mal den KFO fragen!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo ,

das Problem hatte ich auch , mein KFO hat mir dann ein bissel vom Bräcket weg geschliffen. Danach ging es deutlich besser.

@Kokosnuss muß bei dir vieleicht auch ein oder mehrere Zähne ( Kaufläche ) aufgebaut werden?

lieben Gruß

Tanja

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@ Tanja: Ne, eigentlich nicht, hab noch nix gehört, dass Zähne aufgebaut werden müssen. Ich war aber mit meinem "neuen" Biss noch nicht beim KFO.

Muss das bei dir gemacht werden? Wie funktioniert das?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo ,

wie das genau vor sich geht weiß ich nicht , aber es wird im Rahmen von Zahnersatz gemacht. Ich werde zwei Kronen bekommen( an den hinteren Backenzähnen UK , sie haben riesen Füllungen) , dabei wird dann wohl auch zugesehen das die Kaufläche erhöht wird. Es wurde mir auch gesagt das ich das Provisorium ne Weile tragen muß , bis der ZA die richtige..... na sagen wir mal.....Höhe hat !? Vieleicht müssen die Backenzähne OK auch noch ein bissel aufgebaut werden .Im Moment habe ich manchmal das Gefühl das mir 1-2 mm Kaufläche ( Höhe) fehlen. Ich weiß nicht wie ich es erklären soll , es muß geschaut werden wie ich damit zurecht komme und was meine Kiefergelenke dazu sagen.

lieben Gruß

Tanja

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hi zusammen, es liegt bei euch zwar s hon länger her, aber bei mir steht noch alles bevor. Bei mir wird UKVV und OK hinten angehoben.Bin voll nervös und hoffe dass es besser ausgeht als ich mir ausgemalt habe:( wievielte Wochen ist man da wirklich außer Gefecht?kann mir da jemand weiter helfen?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden