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Zakyman

Bimaxilläre Umstellungs-OP am 04.02.2013 in Hannover

Hallo zusammen!

Nachdem ich jetzt seit fast 2 Jahren in kieferorthopädischer Behandlung bin, habe ich die Op jetzt nun endlich hinter mir und dieser Erfahrungsbericht richtet sich in erster Linie an alle, die sich im Vorfeld schlimme Gedanken machen und Angst vor der Op haben. Mir persönlich ging es so, dass ich im Internet wirklich viele Horrorgeschichten gelesen habe, die sich regelrecht eingebrannt haben. Deshalb möchte ich versuchen, allen denen es genau so geht, die Angst zu nehmen.
 
Operiert wurden bei mir sowohl Ober- als auch Unterkiefer. Die Op hätte schon letztes Jahr stattfinden können aber ich habe auf halber Strecke ziemliche Angst bekommen und wusste nicht ob ich die Op durchziehen sollte oder nicht. Zwischenzeitig war es sogar so schlimm, dass ich richtige Panik vor der Op bekommen habe und schon die gesamte Behandlung abbrechen wollte. Im Nachhinein bin ich jedenfalls extrem froh, nichts abgebrochen zu haben!

Grundsituation: Nach Dekompensation meiner Zähne hatte ich einen offenen Biss. Der Oberkiefer war transversal (ich denke, transversal) gekippt, wodurch die Schneidezähne seitlich gesehen weiter oben waren als die Backenzähne. Der Unterkiefer hatte einen leichten Rückstand (Überbiss) und war zudem noch zu einer Seite geschwenkt. Dazu kam dann noch, dass ich beim Lächeln sehr wenig "Fleisch" im Oberkiefer gezeigt habe und der Chirurg mir vorschlug, etwas Knochenmasse aus dem Beckenkamm zu entnehmen um meinen Oberkiefer für ein schönes Hollywoodlächeln nach untern zu verlagern. Natürlich war das ein kleiner Schock weil man eigentlich schon mit einer puren Kiefer-OP mental etwas überfordert ist. Aber nach einigen Tagen Bedenkzeit habe ich mich dann für das komplette Programm entschlossen. Wenn schon, denn schon :D

Tag vor der OP:

Am Sonntag bin ich nochmal mit meiner bezaubernden Freundin (die mich so unfassbar bei der ganzen Sache unterstützt hat <3 ) durch die Innenstadt gegangen und wir haben uns so ziemlich alles gegönnt, was wir essen konnten. Ich bin zwar kein Fan von Fastfood aber möglicherweise hatte ich genau deshalb so einen Heißhunger drauf. Also habe ich mit bei Mc Donalds erstmal 5 Burger, eine große Pommes und reichlich Cola bestellt. Mir war zwar schon extrem schlecht aber die Aussicht auf ein 6 wöchiges Kauverbot hat mich dann noch zu einem Eis bewogen. Ordentlich vollgefratzt haben wir dann gegen 2 Uhr nachts versucht, noch ein paar Stunden zu schlafen.

Montag, Tag der OP:

Wir haben die ganze Nacht kein Auge zugetan und ich weiß nicht, wer von uns beiden aufgeregter war. Die Nacht vor der Op war schlimmer als alles andere, wie ich an dieser Stelle ganz klar sagen muss. Man ist einfach sehr angespannt und findet kein Mittel, das einem das Einschlafen erleichtert. Man ist mit seinen Gedanken sehr alleine und wie Stephen King schon gesagt hat:"Nachts tragen die Gedanken keine Ketten."

Pünktlich um 5:00 Uhr sind wir aufgestanden und ins Krankenhaus gefahren. Dort wurden wir sehr freundlich begrüßt und ich bekam mein extrem schickes Flatterhemd, die Thrombosestrümpfe und die allseits beliebte Netzhose.
Etwa 30 Minuten nach der Ankuft ging es auch schon los; Eine Schwester kam herein und bat mich auf eine typische OP-Trage. Jetzt ging alles sehr schnell: Meine Freundin hat mir noch einen Kuss aufgedrückt und schon bin ich in einem quietschend gelben Aufzug in den OP gefahren worden.
Als wir im OP-Bereich ankamen, war überall gewusel und es liefen tausende Ärzte mit Hauben und OP-Kluften herum. Der Unterschied zum ruhigen Stationsflur war enorm und man kam sich fast vor, als wäre man in einer anderen Welt gelandet. Es hatte ein bisschen was von Willy Wonka's Schokoladenfabrik weil unzählige Leute ihren akribisch geplanten Tätigkeiten nachgingen.

Direkt als ich unten ankam, wurde ich vom Narkoseteam begrüßt. Sie haben mir erklärt, was sie mit mir vorhaben und dann ging es eigentlich auch schon los. Ich wurde in den Op gefahren und kann mich noch daran erinnern, dass ich schrecklich gezittert habe und es nicht abstellen konnte. Es war zum einen die leichte Kälte aber zu einem noch viel größeren Teil die Anspannung.
Schließlich wurde mir über den eben gelegten Zugang das Narkosemittel verabreicht und ich habe noch ein kurzes Wort mit dem Chirurgen gewechselt, bevor es dann losging. Es verlief in etwa so:"Na, wie geht es Ihnen?" - "Müüüüüde. Ich konnte die gaaanze Nacht nicht schlaaaf....n..nn...." - Aus einer anderen Ecke des Op's hörte ich dan:"Och, das können Sie jetzt nachholen!" Ich merkte noch kurz an, dass mein Kopf schwer werden würde und dann war ich auch schon weg.


Als ich aufgewacht bin, habe ich mit einer Kühlmaske im Bett gelegen und wurde auf die Intensivstation gebracht. Meine Freundin und meine Mutter standen stets in der Nähe und ich konnte immer einen Blick auf sie erhaschen, bis ich wieder wür ein paar Sekunden einschlief. Das wechselte sich dann eine ganze Zeit lang ab: Familie ansehen - wegnicken - Familie ansehen - wegnicken.
Mir wurde dann mitgeteilt, dass die OP etwa 5 Stunden (5 Stunden? waren es 5? Ich glaube...) dauerte und alles super verlief. Nur habe ich relativ lang geblutet, was nicht ganz normal sei, aber das sollte nochmal irgendwann gesondert untersucht werden, wenn keine Medikamente, OP's oder sonstige Dinge das Ergebnis verfälschen könnten.

Meine größte Angst vor der Op waren irgendwelche Komplikationen oder extreme Taubheit. Ich habe wie gesagt viel vorher im Internet recherchiert und bin fest davon ausgegangen, dass ich ein komplett taubes Gesicht haben würde. Aber da es nicht so ist, habe ich die Schwester per Stift und Zettel gefragt ob ich tatsächlich operiert wurde, weil mein Gesicht sich fast anfühlen würde wie immer, was mich sehr erstaunte und worüber ich wahnsinnig froh war und bin.

Ich habe dann auch direkt einen Zettel genommen, ein schematisches Gesicht aufgezeichnet und in die verschiedenen Gesichtsareale prozentuale Werte eingetragen, um so daa noch verbliebende Gefühl zu verdeutlichen. Es sah in etwa so aus:

Gefühl im Kinn: 95%
Gefühl Unterkiefer: 95%
Gefühl Unterlippe: 85%
Gefühl Oberlippe: 70%
Gefühl unterhalb der Nase: 60%
Gefühl Nase: 90%
Gefühl um die Nase: 90%
Gefühl Wangen: 80%

Den restlichen Tag verbrachte ich dann auf der Intensivstation. Ich bin immer wieder eingeschlafen und wurde von verschiedenen Schwestern geweckt, die mir dann immer kühlende Tücher ins Gesicht gelegt haben und sich nach meinem Wohlbefinden erkundigten. Das Nervigste war der Katheter, aber ich war doch dehr froh, dass ich ihn drin hatte und bis zum Morgen des folgenden Tages behalten durfte, da ich etwas schwach war und mich so um nichts kümmern musste^^

Die Nacht verlief ohne Bechwerden. Trotz der kaum vorhandenen Taubheit hatte ich nie auch nur den Hauch von Schmerzen und konnte relativ gut schlafen. Das Einzige, was den Schlafgenuss etwas getrübt hat, war die Nase! Für mich als jemanden, der immer ein Taschentuch bei sich hat und sich pro Tag bestimmt 20 Mal die Nase schnäuzt, ist das 2 wöchige Schnäuzverbot furchtbar. Aber ich habe das auch irgendwie überstanden und die Nacht ging relativ gut herum

Tag 1 Post OP:

Gegen 9 Uhr kam der Kieferchirurg zur Visite und hat sich alles genau angesehen. Er meinte, dass alles sehr gut verlaufen wäre und dass ich direkt auf Normalstation verlegt werden könnte. Ich wurde von einem Physiotherapueten im Umgang mit den Gehhilfen angelernt und mir wurde gezeigt, wie ich das Bein richtig entlaste, wenn ich mit den Krücken laufe. Genau in dem Moment, als ich mit meinem schicken Flügelhemdchen eine Runde zur Probe drehen sollte, kamen natürlich meine Freundin und meine Mutter und mir war es dich etwas peinlich, halb nackt und mit angschwollenem Gesicht wie Pinocchio über den Flur zu stacksen.

Im Laufe des Tages wurde meine Schwellung immer dicker und ich musste zwangsläufig immer an die Comics von Gary Larson denken, in denen des öfteren dicke Gesichter mit zusammengequetschten Mündern vorkommen :D

Den Nachmittag habe ich fast komplett verschlafen und am Abend habe ich dann noch einen Film auf dem iPad gesehen und bin danach direkt eingedöst. Leider bin ich gegen 1 Uhr wieder aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen. Deshalb habe ich ein bisschen am Handy herumgedaddelt und noch mit meiner Freundin telefoniert. Gegen 3:30 Uhr überkam mich dann die Müdigkeit und ich konnte wenigstens immer einige Minuten am Stück schlafen, wenn ich nicht gerade von meiner Schnoddernase geweckt wurde :-/

Tag 2 Post OP (Heute):

Um etwa 8 Uhr kam wieder die Visite und ich bekam die wundervolle Nachricht, dass ich wieder Nach Hause könnte! Yaaaaaho! Ich habe schnell meine Sachen gepackt und jetzt sitze ich wieder am heimischen PC and schreibe diesen Bericht :D


Fazit: Bisher lief alles viel, viel, viel, viel besser und einfacher als erwartet. Ich habe weder großartige Taubheitsgefühle, noch Schmerzen. Selbst die Hüfte tut nicht weh, wenn ich mich bewege. Ich habe mir das alles viel schlimmer vorgestellt. Man ist am Tag der OP und dem Tag danach extrem schwach aber sobald man beginnt, sich wieder etwas zu bewegen (und sei es nur ein Krückengang auf dem Krankenhausflur) wird es viel besser und man bekommt wieder Kraft. Das einzig wirklich "Schlimme" sind die Schwellung (wobei der Chirurg meinte, dass es bei mir minimal wäre- was ich subjektiv nicht gerade bestätigen kann :D) und die laufende/pfeifende/verstopfte Nase.

Ich hoffe natürlich, dass die restliche Zeit der Genesung genau so gut verlaufen wird aber bisher bin ich sehr glücklich und froh, dass es mir zwei Tage nach der OP schon so "gut" geht :) Ein bisschen Bammel habe ichvor der nächsten Woche, da schon 7 Tage nach der OP die Spange nachgestellt wird.  

Falls ihr Fragen habt, könnt ihr die natürlich gerne hier stellen und ich werde versuchen, alles so gut wie möglich zu beantworten :)

Gruß,
Zakyman

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Hallo Zakyman,

danke für deinen ausfürlichen Bericht. Ich habe auch totale Panik und würde am liebsten alles abblasen.

Was ich zwar nie tun würde, aber troztzdem :)

ich freue mich das es dir so gut geht und du versuchst anderen Mut zu machen.

Ich wünsche Dir eine freie Nase, keine Schmerzen und eine gute Heilung!!! :523:

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Hallo Zakyman,

 

schöner Bericht. Interessant finde ich das mit den Krücken. Bei mir wurde bei meiner Bimax auch Knochen aus dem Becken entnommen, ich bin aber nie mit Krücken rumgelaufen. Und ich hatte expliziet vorher gefragt, ob ich danach Krücken brauche. Wie lange sollst Du die Krücken noch benutzen? Und sollst Du komplett oder nur teilweise entlasten? Steffi wurde gerade auch Knochen aus dem Becken transplantiert und sie mußte komplett entlasten.

 

Gute Besserung und gutes Abschwellen!

 

Irene

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Danke euch :)

 

Mir wurden die Gehhilfen verschrieben, damit ich für den Fall des Falles welche habe. Gebraucht habe ich sie bisher nicht wirklich und zu Hause bewege ich mich komplett ohne Gehhilfen umher :) 

Am 1. Tag Post OP habe ich sie benutzt, wenn ich einen Toilettengang eingelegt habe, aber gebraucht habe ich sie da auch nicht. Es hätte genau so gut ohne funktioniert aber ich wollte auch nicht direkt am Anfang übertreiben und es ruhig angehen lassen. Der Physiotherapeut hat mir erklärt, dass ich nur das Bein auf der operierten Seite entlasten müsse - Krücken ein Stück vorsetzen, rechtes (operiertes) Bein auf die selbe Höhe bringen - mit dem linken Bein einen Schritt nach vorne machen - und so weiter :)

 

Grüße,

Zakyman

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Auch von mir herzlichenGlückwunsch zur überstandenen OP! Jetzt wäre dir nur mehr zu wünschen, das du flott abschwillst, wenige Hämatome bekommst und viel Geduld aufbringst! Lg andrea

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Hallo Zakyman,

 

schon interessant mit den Unterschieden, Steffi hat sich am 4. Tag nach der OP noch die Drohung, dass das Becken brechen könnte, von der Schwester eingefangen, weil sie ohne Krücken gelaufen ist (siehe ). Wie man Krücken benutzt, weiß ich leider zu genüge, ich glaube es waren insgesamt 15 Wochen links und 6 Wochen rechts seit 2008, und das sind nur die Wochen gezählt, wo ich nur mit 20 kg belasten sollte, nicht die Wochen, in dem ich die Belastung wieder aufgebaut habe. Hat der Physiotherapeut Dir auch gezeigt, wie man mit Krücken Treppen benutzt? Ich finde, dass ist die hohe Kunst, vor allem weil die korrekt Methode (rauf das gesunde Bein zuerst, dann die Krücken, runter die Krücken zuerst, dann das gesunde Bein) nicht besonders intuitiv ist.

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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Hey Irene,

 

du Arme... So eine lange Zeit mit Krücken zu verbringen muss schrecklich sein :(

Dass es überall so unterschiedlich gehandhabt wird, ist aber echt komisch. Ich habe vor der OP gefragt, warum genau ich die Gehhilfen bekommen würde. Ob es zur Schmerzbekämpfung so wäre oder aus physikalischen Gründen. Da ich im Internet irgendwo mal aufgeschnappt habe, dass die Hüfte nach einer Knochenentnahme viel anfälliger sein soll, habe ich die Frage nach eventuellen Knochenbrüchen direkt an den Chirurgen weitergeleitet. Er meinte, dass es in meinem Fall so wäre, dass er nur ein relativ kleines Stück entnehmen müsste (1cm x 1cm x 2cm in etwa) und die Gehhilfen deshalb nur dazu dienen würden, die Schmerzen beim Bewegen des Beines in den ersten Tagen zu mindern, da beim Entnehmen der Muskel an der Stelle etas zur Seite geschoben werden muss und dies auch die Ursache für evtl. auftretende Schmerzen wäre. Die Knochenbruchgefahr hat er eindeutig verneint.

 

In Steffis Fall wurde denke ich deutlich mehr entnommen und wahrscheinlich ist es von Fall zu Fall unterschiedlich.

 

Liebe Grüße,

Zakyman

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Hallo Zakyman,

 

man gewöhnt sich auch an Krücken, es war außerdem nicht am Stück sondern maximal 6 Wochen (mit den 20 kg Belastung). Und mit der Zeit sammelt man dann alles möglich ein, um sich das Leben zu erleichtern, ich habe irgendwann zu jemanden gemeint, eigentlich fehlen mir nur noch Konzertkrücken in schwarz, sonst habe ich eigentlich alles, inklusive einem Auto mit Automatik, so dass ich während einem Teil der Krückenzeit links trotzdem Auto fahren konnte und somit relativ unabhängig war. Aber es war richtig irritierend, am Tag als es ins KH zur Bimax ging morgens durch die Wohnung zu gehen und festzustellen, dass man nichts vorbereiten muss wie Rollhocker an die richtige Stelle zu stellen oder den Duschhocker in die Dusche zu stellen.

 

Außerdem glaube ich, dass durch die lange Zeit an Krücken die 8 Wochen mit Splint für mich weniger traumatisch waren als für manche andere. Ich konnte mit Splint relativ deutlich reden, konnte auch mit einem kleinen Löffel oder Gabel gut essen und fühlte mich dadurch weniger eingeschränkt als mit Krücken. Mit dem Splint mußte ich mir eigentlich nur Gedanken bei der Essensauswahl machen, bei den Krücken war ich selbst beim Gang in die Küche oder auf die Toilette eingeschränkt, auch weil klar war, dass es für die Heilung wichtig war, dass ich selbst in der Wohnung mit Krücken unterwegs bin. Das entfernte Stück ist bei mir laut OP-Bericht 3x4 cm groß, über die dritte Dimension steht dort leider nichts. Vor kurzem wurde ein MRT von einem anderen Bereich gemacht, dort sieht man am Rande doch relativ deutlich, dass im Becken etwas los war.

 

Nachdem ich jetzt so viel von mir erzählt habe und es eigentlich ja Dein OP-Erfahrungsbericht ist: Wie geht es Dir inzwischen?

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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Hey,

 

also zuerst mal: Ich finde es doch sehr schön, auch mal Geschichten von anderen zu hören. Dazu ist so ein Diskussionsforum ja da :)

 

Heute ist der 6. Tag Post OP und mir geht es relativ gut. Die Schwellung ist um etwa 1/4 zurückgegangen und ich sehe nicht mehr ganz so "falsch" aus. Es ist die ersten Tage doch sehr komisch, wenn man einen in Relation zum Körper viel zu fetten Kopf auf seinem Hals sieht und verstört einen immer wieder auf's Neue :D

 

Das wird langsam aber merklich besser und ich versuche, pro Tag etwa 2 Liter zu trinken. Bisher habe ich das auch immer gut hinbekommen und einzig und allein das Essen macht mir noch ein paar Probleme. Nicht aus physischen, sondern eher aus geschmackstechnischen Gründen.

Mir wurde geraten, die ersten Tage auf Milchprodukte zu verzichten und das schränkt mich in meiner kulinarischen Kreativität doch arg ein. Der Chirurg hat zwar gesagt, dass ich ein wenig Milch zu mir nehmen dürfte, aber ich warte lieber bis eine Woche Post OP, weil ich sicher gehen und nichts riskieren möchte.

 

Ohne meine geliebten Milchprodukte ist es relativ schwer, genug Kalorien zu sich zu nehmen. Momentan versuche ich das mit gemixten Haferflocken, Proteinpulver und Säften. Am Dienstag ist der erste Kontrolltermin und dann werde ich nochmal fragen ob ich bedenkenlos Milchprodukte verwenden darf :)

 

Von Montag bis heute (Sonntag) habe ich 5-6 Kilo abgenommen, was man bei mir schon deutlich sieht. Vor der Op habe ich 4-5 Mal pro Woche Sport gemacht und dadurch, dass ich von Natur aus eher schlank bin (85-90 KG bei 1,92 m Körpergröße), geht das Abnehmen bei mir recht schnell. Ab nächster Woche möchte ich das durch hochkalorische Shakes etwas in den Griff bekommen.

 

Ansonsten geht es mir echt gut. Keine Schmerzen (weder an der Hüfte, noch am Kiefer) und ich bewege mich zuhause weiterhin fast völlig normal ohne Gehhilfen umher. Letzte Nacht konnte ich auch endlich mal wieder relativ gut schlafen und habe es auf beachtliche 9 Stunden am Stück gebracht, was mich sehr gefreut hat :)

 

Das einzig Doofe ist, dass mir über's WE alle vier Gummis gerissen sind, die ich im Mund hatte. Daraufhin habe ich den Chirurgen unter den Notfallnummer angerufen und er meinte, dass ich mir darüber keine Gedanken machen müsste, da sie bei mir nur dafür da wären, leichter in den Splint zu finden. Da ich auch ohne Gummis gut hineinfinde, mache ich mir deshalb auch keine Sorgen mehr, auch wenn ich anfangs etwas panisch war.

 

Morgen gibt es wieder ein Update :)

 

Gruß,

Zakyman

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Hi,

 

wie versprochen mal wieder ein kleines Statusupdate. Leider habe ich es in den letzten Tagen nicht geschafft, etwas zu posten aber dafür jetzt :)

 

Tag 8 Post OP:

 

Am Dienstag war ich zum ersten Kontrolltermin beim Chirurgen und zuerst wurde ein Röntgenbild angefertigt. Dieses sah wirklich interessant aus, da ich neben den bekannten Platten auch jeweils 2 Schrauben auf jeder Seite im Oberkiefer habe, die den Hüftknochen festpinnen.

 

Direkt danach wurden mir die Nähte gezogen und dies war der bisher schmerzhafteste Teil der ganzen OP. Eigentlich hat es nur unangenehm geziept aber im rechten Unterkiefer hat es solche Schmerzen verursacht, dass ich die Fäuste ballen musste und Schweißausbrüche bekommen habe. Und ich würde mich generell als sehr schmerzunempfindlichen Menschen beschreiben :biggrin:

 

Auf jeden Fall sah alles gut aus und ich habe noch einen Satz Gummis in den Mund bekommen, wodurch die Mundöffnung quasi nicht mehr vorhanden war und musste mich für einige Stunden per Zeichensprache und Grundzaluten verständigen. Aber es hat geklappt :biggrin:

 

Am frühen Nachmittag war ich dann beim Kieferorthopäden und alle waren regelrecht aus dem Häuschen, dass meine Schwellung schon so stark zurückgegangen sei und alles schon so gut aussehen würde. Das hat mich extrem aufgebaut und ich war sehr, sehr froh, das zu hören. Darüber hinaus wurde meine Mundhygiene gelobt und ich habe mir dadurch mehrere Schulterklopfer verdient. Das hat mich dann zusätzlich sehr glücklich gemacht :biggrin:

 

Das Beste war allerdings, dass der Doc den Splint entfernt und in die Mottenkiste gesteckt hat (YEEEEEEAH!) Stattdessen muss ich jetzt an jeder Site jeweils ein Gummi spannen. Das ist zwar ein bisschen frickelig, weil es ein "W" entlang der Brackets beschreiben muss, aber mit ein bisschen Geduld geht das schon sehr gut :)

 

Heute ist der 10. Tag Post OP und ich habe meine Essgewohnheiten dahingehend geändert, als dass ich sehr weichen Brei vorsichtig in den Mund löffle und herunterschlucke. Ich hätte niemals gedacht, dass Brei wirklich SO GUT schmecken kann :)

 

Viele Grüße,

Zakyman

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Hi!

 

Eine weitere Woche ist geschafft! Heute war ich wieder beim Chirurgen und es sieht alles sehr zufriedenstellend aus :) Meine Schwellung ist nach exakt 15 Tagen Post OP so gut wie weg und ich würde die Restschwellung auf maximal 10-15% schätzen.

 

Weil es ja langweilig wäre, wenn alles glatt liefe, habe ich ein ganz anderes Problem und ich kann jedem nur raten, genauestens auf ihre/seine Schlafposition zu achten! Ich habe den unsagbar dummen Fehler gemacht, mich zur Ablenkung auf's Sofa zu legen und beim TV einzudösen. Das hat bisher auch wundervoll funktioniert aber in der Nacht von Samstag auf Sonntag habe ich scheinbar sehr unentspannt auf besagtem Sofa geschlafen und bin Sonntag Früh gegen 5:00 Uhr mit unsäglichen Schmerzen im Rücken aufgewacht. Alles, was links von der Wirbelsäule ist, tut bei jeder Bewegung unfassbar weh und ich kann im Moment nicht einmal Husten, mir die Schuhe ohne Schmerzensschreie zubinden oder tief einatmen.

 

Wahrscheinlich habe ich so doof gelegen, dass ich mir einen Muskel gezerrt oder einen Nerv eingeklemmt habe. Es sind auf jeden Fall die mit ABSTAND schlimmsten Schmerzen, die ich in 27 Jahren jemals ertragen musste. Dagegen waren der fast eingetretene Blinddarmdurchbruch, die Weißheitszahn-OP, die Magenschleimhautentzündung und die Kiefer-OP Kindergeburtstag :-/

 

Heute war ich beim Orthopäden und habe Novaminsulfon sowie Pflaster bekommen. Des weiteren hat er meine Wirbelsäule zwei Mal zum Knacken gebracht und Ende der Woche soll ich nochmal hin.

 

Beste Grüße,

Zakyman

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Hallo Zakyman,

könntest Du nochmal verraten, wo Du die OP hast durchführen lassen (in welcher Klinik und bei welchem Chirurgen).

Bist Du rückblickend zufrieden mit dem Ergebnis?

 

Vielen Dank und viele Grüße,

 

Patella

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Hi,

 

nach sehr langer Abwesenheit mal wieder ein Statusupdate meinerseits:

 

Am 16.01. dieses Jahres war es soweit und die ME stand an. Mein Chirurg meinte, dass man die Platten auch drinlassen könnte aber irgendwie mochte ich den Gedanken nicht, ewig mit diesen Titanplatten herumzulaufen. Also entschied ich mich dafür, nochmal ein paar Tage zu leiden und sie herausnehmen zu lassen.

 

In meinem Fall war die ME ambulant und sie wurde direkt in der Praxis des Chirurgen durchgeführt. Mir wurde praktisch die Wahl gelassen ob ich erneut ins Krankenhaus möchte oder lieber direkt in der Praxis die OP durchführen möchte. Ich musste nicht lange überlegen, um zu einer Antwort zu kommen ;)

 

Morgens um 8:00 Uhr ging es los und ich erschien in ganz normaler Alltagskleidung. Vorher wurde mir gesagt, dass ich nicht unbedingt mein bestes Hemd anziehen sollte, da etwaige Blutspritzer nicht ausgeschlossen seien und an die Kleiderordnung hielt ich mich dann auch. Ich wurde wie immer sehr freundlich empfangen und fühlte mich wie auch schon bei den Terminen vorher sehr gut aufgehoben.

Nachdem ich Jacke und Schuhe abgelegt und mein OP-Mützchen aufgesetzt hatte, ging es auch schon direkt los. Ich legte mich auf eine gemütliche Liege und binnen weniger Sekunden war ich auch schon von dem Narkosegas umnebelt, das mich in einen tiefen Schlaf schickte.

 

Als ich aufwachte, fühlte sich mein Mund etwas fremd an und mir lief regelmäßig Blut aus der Nase, was wirklich das Unangenehmste an der ganzen Sache war weil ich ständig um neue Tücher bitten musste. Als ich etwa eine Stunde nach dem Aufwachen wieder so wach war, dass ich gehen konnte, wurde noch ein Röntgenbild angefertigt um zu sehen ob auch wirklich alle Titanteile entfernt wurden und dann durfte ich auch schon nach Hause.

Den Rest des Tages verbrachte ich Serien guckend im Bett, wobei ich regelmäßig einschlief :D

 

Die Schwellung erreichteihren Höhepunkt nach 2 Tagen und da sah ich wirklich fast aus wie nach der Bimax. Glücklicherweise schwillt man nach der ME scheinbar wirklich deutlich schneller ab als nach der Bimax und heute - 7 Tage später - sieht es schon viel besser aus und ich hoffe mal, dass ich die Restschwellung bis nächste Woche los sein werde :)

 

Schmerzen habe ich keine gehabt und wirklich unangenehm ist es nur, wenn ich den Mund zu weit öffne und die Nähte ziepen. Aber das wird jeden Tag besser und die ersten drei Tage hatte ich ziemliche Probleme mit den Lippen. Ein Mundwinkel war etwas eingerissen und das Tat bei falschen Bewegungen durchaus weh.

Auch bei der ME hatte ich das Glück, dass keine Taubheit auftrat. Direkt nach der OP war ich etwas erschrocken weil mein ganzer Mund und auch die Zunge taub waren aber das lag an der Betäubung, die ich während der OP bekam. Als sie abgeklungen war, war das Gefühl genau wie vor der OP.

 

Verglichen mit der Bimax ist die ME natürlich eine viel kleinere Sache, da einem nicht der Kiefer vom Schädel gesägt und wieder drangeschraubt wird. Man sollte sich aber auf jeden Fall drauf einstellen, dass es wieder ein paar Tage unangenehm wird. Ich persönlich würde die ME als eine "Bimax-Light" bezeichnen. Man hat zwar ähnliche Leiden nach der OP aber es geht alles deutlich schneller.

 

Die nächsten Tage werde ich noch zur Erholung nutzen und dann ist das gesamte Spangenthema endlich abgeschlossen :) Noch vor zwei Jahren schien das alles unerreichbar zu sein und einem fällt ein gigantischer Stein vom Herzen, wenn man es dann alles hinter sich hat :)

 

Viele Grüße,

Zakyman

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Hey,

es ist schön Berichte mit "happy end" zu lesen.

Toll, dass bei dir alles so gut geklappt hat und du zufrieden bist trotz deiner großen Angst!

Wo wurdest du denn operiert und wieviel mm wurden deine Kiefer denn verschoben?

Lg

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