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UlrikeHH

UK-VV + Kinnplastik am 19.02.2013 in Hannover

Hallo zusammen,

 

auch bei mir war es nun am 19.02.2013 nach langer kieferorthopädischer Behandlung mit innenliegender Zahnspange (Lingualtechnik) Zeit für meine OP zur Unterkiefervorverlagerung (9 mm + Schwenkung) und Kinnplastik.

 

Da mich die Berichte in diesem Forum vorher ziemlich beruhigt haben, wollte ich meine Erfahrungen doch auch kurz mal los werden. Vllcht hilft es ja jemandem.

 

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass die OP sehr gut verlaufen ist auch wenn sie vorher unter einem ziemlich schlechten Stern stand.

 

Vorgeschichte

Im November 2008 habe ich beim Kieferorthopäden meine innenliegende Zahnspange bekommen, nach dem Extrahieren von 4 Zähnen. Dabei habe ich mich dann auch gleich für die OP entschieden. Es gab also nicht mehr wirklich ein Zurück, denn sonst wäre ich anders behandelt worden.

Mir wurde jedoch vom Kieferorthopäden gesagt, die OP findet nach 16-24 Monaten statt. Seit November 2010 warte ich also ständig darauf das mein Kieferorthopäde in der Nähe von Hamburg sagt, dass es losgehen kann. Dann war es auch oft kurz davor, aber der Chirurg in Hannover hatte jedes Mal etwas zu meckern und die OP wurde weiter und weiter nach hinten geschoben. Bis Januar 2012. Endlich stand der Termin beim Chirurgen zum Vorgespräch und der Terminvereinbarung  an. Kurzfristig bekam ich jedoch einen Praktikumsplatz in Spanien für mein Praxissemester und so verschob sich die OP noch einmal. Ich hatte schon auf so viel verzichtet, weil ich alle Semesterferien seit Ende 2010 dafür frei gehalten hatte, das ich auf dies Angebot nun nicht auch noch verpassen wollte. Ende September war ich dann wieder zurück und die Planung ging weiter. Als OP Termin wurde dann der 11.2. direkt der erste Tag meiner Semesterferien angesetzt.

Die Kommunikation zwischen meinem Kieferorthopäden und dem Chirurgen war leider sehr schlecht, so wurde mir erst eine Woche vor der OP gesagt, dass ich zur Erstellung des Splint noch 2-3 Mal nach Göttingen (dort ist das Labor des Chirurgen) musste. Dies lies sich aber nicht mit meinem Studium in Schleswig Holstein vereinbaren. Also wurde die OP wieder verschoben auf den 19.02.2013. In der Woche davor ging es dann noch 2 Mal nach Göttingen und am Montag davor ebenfalls nochmal zur Anprobe des Splints.

Achja außerdem ergaben sich auch noch Probleme mit meinen EKG, das man ja für die OP braucht und ich musste mich zwischendruch auch noch komplett durchchecken lassen von einem Kardiologen. Zum Glück war alles ok. Auch wenn diese dann nicht in der Lage waren mir dies auf die Schnelle zu bescheinigen, da die Schreibkraft der Praxis krank war und dort wohl sonst keiner schreiben kann... Nebenbei stand noch ein Auszug an und ich hatte auch noch meinen Job in Hamburg bei dem ich gerade mit der Vorbereitung einer großen Messe beschäftigt bin und total viel zutun hatte, da meine Chefin neu ist und noch nicht viel Ahnung von dem Ganzen hat. Ich war also echt gestresst von allem und muss sagen, dass ich am Ende nur noch auf den Tag der OP gefreut habe.

 

Tag der OP

Am 18.2.2013 bin ich dann mit meinet Mutter in Hannover angereist und nach einer kurzen letzten Nacht im Hotel am Dienstag um 6.30 Uhr im Krankenhaus angekommen. Mein Zimmer war natürlich noch nicht fertig, also erstmal in ein anderes. Dort dann in die hübschen OP-Klamotten und warten. Irgendwann war es dann 11.00 Uhr ich musste immer noch warten - nüchtern :sad:. Um kurz vor zwölf wurde ich dann abgeholt und zum OP geschoben. Dort hieß es wieder: Nein noch nicht! Also wurde ich zum Warten in den Aufwachraum geschoben und konnte mir schonmal angucken, wie schlecht es einem nach der OP geht. Um halb eins wurde ich dann endlich in den OP geschoben. Morgens hatte ich noch keine große Angst/Aufregung, aber mit der langen Wartezeit kam das leider immer mehr. Der Narkosearzt hat mich aber schnell ins Land der Träume geschickt.

Vom Aufwachraum weiß ich nichts mehr, auch nicht, ob mir schlecht war, aber es hat sich später nicht so angefühlt als hätte ich mich übergeben. Irgendwann bin ich auf der Intensivestation mit vier weiteren Leuten aufgewacht. Leider wusste ich nicht, dass ich dort noch 24 Stunden verbringen muss. Aber naja die Pfleger waren alle total nett. Ich wurde regelmäßig mit Kühlakkus versorgt. Zu Anfang hab ich viel geschlafen und später dann leider gar nicht mehr. Schmerzen hatte ich aber so gut wie keine, lag aber wohl an den Schmerzmitteln :smile: Mein Mund war zu meiner Verwunderung gar nicht so zugeschnürrt wie ich dachte. Der Splint war drin und UK und OK mit 3 Gummibändern "zusammen gebunden". Selbst sehen konnte ich meine Schwellung nicht, aber ich wurde sehr mitleidig von den Pflegern angesehen. Am Schlimmsten war wohl meine Unterlippe, die ziemlich mitgenommen von der OP war.

 

1. Tag nach der OP

Noch bis 10.00 Uhr lag ich auf der Intensivestation und kam dann endlich wieder auf mein Zimmer. Da durfte ich mich auch gleich frei bewegen - abgesehen von meinem Tropf, den musste ich natürlich immer mitschleppen. Essen ging natürlich erstmal nicht. Es gab nur Wasser auf dem Strohhalm, aber ich hatte auch keinen Hunger. Am frühen Nachmittag kam mein Chirurg dann noch kurz vorbei, hat einmal die Bänder rausgemacht. Ich konnte alles sauber machen und dann kam der Splint und die drei Gummibänder wieder rein. Abends gab es dann das erste Mal "Essen" - eine Brühe. Aber das war besser als nichts. Mir wurde auch gleich gesagt, dass es die ersten zwei Tage nach der OP keine Milchprodukte gibt. Schmerzen hatte ich wieder nicht doll, nur mein rechtes Ohr tat ziemlich weh, weil die Schwellung so drauf gedruckt hat. Ich habe dann den ganzen Tag gekühlt und wurde von den Pflegerinen umsorgt. Sprechen ging meiner Meinung nach nicht, weil ich mich total unsicher gefühlt hab. Mein Chirurg meinte aber, ich soll so viel wie möglich reden, dadurch schwillt alles schneller wieder ab. Später hatte ich dann noch Besuch, da habe ich aber lieber aufgeschrieben, was ich sagen wollte. Schlafen ging nicht so gut, da ich ganz schlecht auf dem Rücken schlafen kann, bin immer mal für 1-2 Stündchen eingenickt und dann wieder aufgewacht. Leider lag ich auch neben dem Schwesternzimmer und jedes Mal, wenn jemand die Klingel gedrückt hat, wurde ich davon wieder wach. Achja und mein Zimmer war auf der Entbindungsstation. Die kleinen Mitbewohner waren nachts leider auch sehr aktiv und vor allem laut... ;-)

 

2. Tag nach der OP

Am Donnerstag war auch schon meine Entlassung geplant. Zwei Tage hieß es vorher. Der Chirurg wollte mich letztendlich zwar die Nacht noch da behalten, aber da ich am nächsten Tag zu meinem Kieferorthopäden sollte und der nur bis 12 Uhr offen hat (von Hannover zu uns sind es knapp 2,5 Stunden), durfte ich dann Donnerstagabend schon gehen. Den Tag über hab ich weiter gekühlt, wieder Brühe gegessen und viel fern geschaut. Achja eine Cremesuppe wurde mir auch gebracht, klappte also mit der Kommunikation was ich essen darf und was nicht da auch nicht soo gut. Mittags kam dann der Chirurg nochmal zum Splint rausnehmen, säubern und wieder einsetzten. Er selber war total begeistert von seinem Werk. Hat noch den Kinnverband abgemacht und mich nochmal aufgefordert mehr zu reden. Da ich niemanden zum Reden da hatte, hab ich mir dann selbst meine Zeitschrift vorgelesen ;-) Schmerzmittel habe ich an diesem Tag nicht mehr bekommen nur noch Antibiotika per Tropf morgens und abends. Um 19.00 Uhr waren dann alle Sachen gepackt, ich konnte endlich wieder normale Sachen anziehen und es ging los Richtung Heimat. Die Fahrt war nicht sehr angenehm. Jeder Bahnübergang, die Löcher in der Straße und ähnliches waren schon ziemlich schmerzhaft und Kopfschmerzen hatte ich auch.

Zuhause angekommen war der Rest meiner Familie dann sehr überrascht, dass es ja gar nicht so doll angeschwollen war. Sie hatten viel schlimmeres erwartet. In den letzten zwei Tagen ist aber auch schon vor allem die Unterlippe ziemlich wieder zurückgegangen (Bepanthen Augen und Nasensalbe hilft sehr gut gegen die gereizten Lippen). Zuhause gab es dann auch nochmal eine Brühe und Wasser und dann endlich wieder im eigenen Bett schlafen. 

 

3. Tag nach der OP

Viel Schlaf gab es in der Nacht nicht, jedes Mal, wenn ich mich auf die Seite gedreht habe bin ich wieder aufgewacht. Ich hatte ziemlich hunger und konnte auch einfach nicht mehr liegen. Aber ich musste ja eh rechtzeitig hoch um mich das erste Mal nach der OP unter die Dusche zu trauen und noch schnell eine Brühe zu essen. Dann ging es zum Kieferorthopäden. Zum Glück war nicht viel los dort, so wie ich aussah wollte ich nicht viele treffen und viel reden ist ja leider auch nicht möglich. Auf jeden Fall wird man nicht soo gut verstanden ;-) Der Kieferorthopäde hat mir dann gezeigt, wie ich den Splint alleine rein und rausmache und die Gummis befestige und das wars auch schon. Daheim ging es dann wieder ins Bett. Mit dem Kühlen habe ich dann aufgehört, da ich oft gelesen habe, dass zu langes, kaltes und zu viel Kühlen auch nicht förderlich ist. Eine Veränderung von Donnerstag auf Freitag war auch leider nicht zu sehen. Mittags und abends gab es dann nochmal eine Brühe und abends zur Abwechslung dazu noch einen Wackelpudding (dafür musste der Splint raus) und einen Baby-Frucht-Brei durch den Strohhalm. Achja und Kamillentee gab es auch jeden Tag mindestens zwei mal. Und Arnica D6, ob die helfen weiß ich nicht genau, habe ja keinen Vergleich, wie ich sonst aussehen würde, aber schaden tun sie bestimmt nicht :smile:

 

4. Tag nach der OP = heute

Die Nacht war wieder kurz. Schmerzen sind eigentlich nur noch im Liegen da, weil dann die Schwellung so auf mein Ohr drückt. Ansonsten kribbelt es immer mal im Kinn, ich denke mal, dass ist ein gutes Zeichen, dass dort bald wieder Gefühl rein kommt. Die rechte Unterlippe hat auch schon wieder Gefühl, die Linke leider noch nicht wirklich. Das Säubern vom Splint und den Zähnen klappt gut. Das Essen wurde nochmal ausgeweitet auf Tomatencremesuppe. Heute war ich dann noch für eine Krankschreibung beim Arzt. Bis einschließlich Freitag wollte er mich krank schreiben. Da ich aber mitten in der Messevorbereitung stecke und bei der Arbeit gebraucht werde, habe ich mich nur bis einschließlich Dienstag krank schreiben lassen. Ich hoffe dann sind Mittwoch, Donnerstag und Freitag schon halbe Tage bei der Arbeit drin - zwar ohne großes Reden, aber dann muss ich halt Mails schreiben ;-) Meine Schwellung ist deutlich zurückgegangen. Das Kinn ist zwar noch ziemlich dick und da wo der Unterkiefer ist, aber der Hals ist schon komplett gelb und untern Kinn fängt es auch schon an gelb zu werden. Ich hoffe, dass bis Dienstag alles noch besser aussieht.

 

Aussicht für die nächsten Tage

Mein Plan ist, wie gesagt, Mittwoch, Donnerstag und Freitag wieder halbtags zu arbeiten. Freitag habe ich wieder einen Kontrolltermin bei meinem Kieferorthopäden. Am Sonntag ist dann mein Geburtstag, ich hoffe, da kann ich mir dann ein weiches Stück Kuchen gönnen ;-) Und ab dem Montag danach ist die Messe. Ich werde mal schauen, in wie weit ich da dabei sein kann und helfen kann, das Sprechen ist sicher das größte Problem und den ganzen Tag stehen ohne richtig was essen zu konnen. Bisher habe ich 4,5 Kilo in den 5 Tage abgenommen und da ich eher schlank bin, macht mir das schon sehr zu schaffen, wenn das so weitergeht... Ca. am 4.3. steht dann auch das Fäden ziehen in Hannover an und ein Kontrolltermin beim Chirurgen. Den Splint soll ich 4-6 Wochen tragen. Später kann ich ihn dann aber auch mal für ein bisschen länger rauslassen. Das Essen wird wohl bei Suppe, Jogurt und Pudding bleiben bis dahin, aber eine Woche ist ja schon fast geschaftt. Hatte es mir zu Anfang nicht vorstellen können für so lange nicht richtig Reden und Essen, aber die Zeit geht echt schnell rum und mir wird gesagt, dass das Reden auch immer verständlicher wird :smile:

 

Also zusammenfassend kann ich wirklich sagen, dass das ganze überhaupt nicht so schlimm war wie vorher gedacht. Und das es wirklich schnell wieder Berg auf geht. Ich würde lediglich davon abraten sich so weit entfernt von zu Hause operieren zu lassen. Das ständige Hin- und Herfahren für den Splint nach Göttingen (über 3 Stunden) und dann später für die OP nach Hannover (über 2 Stunden) war schon nervig. Mein Kieferorthopäde hat mich aber gleich zu dem geschickt, da es sein Doktorvater ist und die wohl immer bei sowas zusammenarbeiten. Ein Chirurg in Hamburg wäre aber sicher auch zu finden gewesen. Obwohl ich natürlich auch sagen muss, dass dieser es wirklich sehr gut gemacht hat, ich habe kaum Schmerzen und ich fühlte mich in dem Krankenhaus wirklich gut aufgehoben.

 

Ich hoffe, ich konnte denen weiterhelfen, die auch eine solche OP vor sich haben.

Alles Gute und viele Grüße

Ulrike

 

 

 

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