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Bimax-OP am 21.11.12 in Heidelberg

Ich wollte nachträglich noch gerne meinen Bericht beitragen zu der tollen Seite, welche mir die Angst vor der OP genommen hat.

 

Zu meiner Vorgeschichte:

Ich hatte mit ca. 15 Jahren eine feste Spange bei der der Unterkiefer vorgezogen sowie die Schneidezähne gerade gestellt wurden. Vor knapp 2 Jahren konnte ich vom einen auf der anderen Tag nicht mehr kauen und ich wusste nicht woran es lag. Also bin ich zu meiner Zahnärztin. Diese hat festgestellt, dass sich mein UK nach hinten gezogen hat und ich zudem einen offenen Biss bekommen habe. Nachdem ich bei einer Kontrolle bei ihr auch weiterhin über meine Probleme klagte hat sie mich nach Heidelberg überwiesen, da sie selbst nicht dran rum doktern wollte. Nach einer Wartezeit von ca. 8 Wochen hatte ich meinen Termin Ende Oktober 2011 in HD. Dort wurde ich ausführlich beraten und man hat mir auch gleich gesagt, dass man mein „Problem“ nur noch operativ lösen kann (ich wachse in meinem Alter schließlich nicht mehr).  Für genauere  Aussagen bzw. Planungen wollte man gerne umfassende Untersuchungen und Röntgenaufnahmen machen inkl. Bilder meines Gesichtes und meiner Zähne. Dies habe ich machen lassen.

 

Ergebnis: der Unterkiefer sollten um 9mm vorgeholt und der Oberkiefer um 3mm nach oben gesetzt werden. Zudem wollte Dr. Seeberger eine Kinnplastik machen.

 

Die HKP wurde bei meiner Krankenkasse eingereicht und nach langen 4 Monaten wurde dieser auch genehmigt.

Mein erster OP Termin war am 19. Oktober 2012. Dieser wurde jedoch auf den 21. November verschoben, da Dr. Seeberger auf einem Kongress war. Hat mich natürlich geärgert, aber was will man machen.

 

 

Am Dienstag 20.11. um 9 Uhr war die Aufnahme in der Kopfklinik in HD. Erst mal Nümmerchen ziehen, unten zur Aufnahme und dann mit den ganzen Zetteln hoch auf die Station ins Schwesternzimmer und da noch mal Aufnahme. Durfte mir aussuchen was ich an dem Tag zum Essen haben wollte, Unverträglichkeiten wurden abgeklärt und dann wurde ich auf mein Zimmer gebracht. Ich hatte dann noch ein Gespräch mit dem Anästhesisten und musste zur Blutabnahme aber das war es auch schon für den Tag. Da ich noch keine 30 bin war ein EKG nicht nötig. Den Rest des Tages verbrachte ich mit lesen und habe mir in der Cafeteria noch mal einen schönen Kuchen gegönnt ;-)

 

Am Mittwoche 21.11. war ich morgens um 7.30 Uhr als erstes an der Reihe. Zu meinem Erstaunen war ich nicht aufgeregt bekam aber trotzdem die tolle Tablette. Wurde um 6.00 Uhr von der Schwester geweckt, habe mir die Zähne geputzt, OP Hemd, Strümpfe und das schicke OP Höschen angezogen und dann in meinem Bett auf die beiden Pfleger gewartet, zuvor die Tablette eingeworfen. Kann mich noch daran erinnern wie ich in den Fahrstuhl geschoben wurde und wie ich mir Gedanken darüber gemacht, dass ich frisch operiert mit den ganzen Besuchern wieder nach oben fahren würde… aber das war’s auch schon. Das erste an was ich mich erinnern kann ist, dass im Aufwachraum ständig jemand meinen Namen rief und meinte ich solle tief atmen. Dieser „Jemand“ störte immer wieder mein schönes Schläfchen, kann aber nicht mal mehr sagen ob der Jemand männlich oder weiblich war. Das nächste Mal bin ich auf der IMC aufgewacht (ist zur Entlastung der Intensivstation), war nur einige Sekunden wach und bin dann wieder eingeschlafen. Schmerzen hatte ich keine, auch nicht die Nacht über. Wurde in der Nacht zweimal von der Schwester zur Toilette geführt. War zwar noch etwas schwach auf den Beinen aber war nicht weiter schlimm.

 

Donnerstag, 1. Tag Post-OP

Morgens kam Dr. Seeberger zur Visite. Die OP sei gut verlaufen jedoch müsse ich den Splint für 6 Wochen tragen da ich sehr dünne Knochen im Gesicht habe (zu diesem Zeitpunkt hat mir das noch nicht wirklich was ausgemacht). Meine Zimmernachbarin und ich haben uns gewaschen und bekamen ein frisches OP Hemd an. Zum Frühstück gab es eine Flasche Astronautennahrung, leider hatte ich mich noch nicht im Spiegel gesehen und war leicht überfordert.  Ich habe mein Gesicht vorsichtig abgetastet und dabei festgestellt, dass mir der Mund offen stand und ich ihn nicht schließen konnte. Aus einem Röhrchen konnte ich nicht trinken und die Flasche an den Mund ansetzen und trinken hat auch nicht geklappt. Nachdem ich etwa die Hälfte der Flasche über mich gelehrt hatte, habe ich es aufgegeben. Meine Leidensgenossin im Zimmer konnte problemlos den Mund schließen und hat ihren Trink schön aus dem Röhrchen getrunken. In der Woche in der ich im Krankenhaus war habe ich keinen anderen gesehen dem der Mund offen stand, ist wohl einfach dumm gelaufen bei mir. Um ca. 10 Uhr wurden wir  von zwei  Pflegern geholt und zurück auf unser eigentliches Zimmer gebracht. Das Mittagessen habe ich stehen gelassen da ich weder mit dem Röhrchen noch mit dem Löffel was in den Mund gebracht habe. Am Nachmittag kam mein Mann worüber ich wirklich froh war, da ich einfach noch zu erschöpft war um viel selbst zu machen. Das Abendessen kam und ich stand wieder vor dem gleichen Problem. Mein Mann ist daraufhin zu einem Pfleger und hat ihm mein Problem geschildert. Etwas genervt hat er mir eine große Spritze mit Gummischlauch gebracht, welchen er vorne gekürzt hat. Und mit den Worten „da müsse ich jetzt durch“ hat er den Raum wieder verlassen.

 

Die nächsten Tage vergingen mit dem Versuch Suppe in den Magen zu bekommen. Was nach einigen Tagen auch ganz gut geklappt hat. Ich habe einen Becher mit dünnem Rand genommen Suppe rein und mit Wasser noch etwas verdünnt, den Becherrand unter die Spange eingehängt und mit einem feuchten Waschlappen die Unterlippe an den Becherrand gedrückt (hoffe das war verständlich). Wer wie ich von den Antibiotika würgen muss empfehle ich, die Antibiotika in einen Becher umzufüllen, sämtliche Tabletten mit rein dann etwas Wasser dazu damit es sich auflöst und wahlweise morgens mit Pudding oder abends mit Suppe „entschärfen“. Da ist der Geschmack gleich erträglicher.

 

Ich wurde nach einer Woche entlassen, worüber ich auch wirklich froh war. Daheim kann man sich meiner Meinung nach einfach besser erholen.

 

 

Wirkliche starke Schmerzen hatte ich die ganze Zeit über nicht. Ich habe insgesamt 2,5 Wochen Schmerzmittel genommen, hätte diese aber bestimmt auch schon einige Tage früher absetzen können. Insgesamt war ich für 9 Wochen krankgeschrieben, hätte früher auch nicht wirklich arbeiten gehen können da ich einfach zu fertig war. Das Schlimmste war für mich, dass ich mich 9 Wochen nur von flüssigen Sachen ernähren konnte. Ich habe nach 6 Wochen den Splint raus bekommen, jedoch waren meine Gelenke so „eingerostet“, dass ich nicht mal einen Löffel rein schieben konnte. Habe in HD mehrmals nach einem Rezept für Physio gefragt aber nichts zu machen. Ich habe es dann aufgegeben und meine Haus Zahnärztin hat mir ein Rezept ausgestellt.

 

Mittlerweile sind knapp 14 Wochen rum und ich bereue die OP nicht. Bekomme zwar im Moment die Kau-Bewegung noch nicht hin macht aber nichts, vieles kann auch mit der Zunge zerdrückt werden.

 

Der Bericht ist leider etwas abgehackt geworden, kann mich aber nicht mehr an alles erinnern.

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Danke für deinen tollen Bericht und herzlichen Glückwunsch dafür, dass du alles so gut und tapfer überstanden hast :382: !

Ich werde genau heute in 3 Wochen operiert (Bimax & Kinnplastik) und hab jetzt schon total Bammel  Lt. Chirurgen muss ich den Splint auch 6 Wochen tragen.
Warst du zugeschnürrt? Du musst ja bestimmt einiges an Kilo verloren haben wenn man bedenkt das du nur Suppe / Brühe essen kannst.

Klappt das Sprechen mit Splint gut? Hast du jetzt noch i-wie Gelenksbeschwerden?

 

LG
Dani

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Hallo Dani,

 

vielen Dank.

 

Ja ich hatte Gummis drin, die waren auch so fest, dass ich den Mund nicht aufbekommen habe. War aber in Ordnung, hatte jetzt kein Panikgefühl oder ähnliches. Hätte eigentlich nach 3 Wochen den Splint und die Gummis selbst raus und rein machen dürfen. Bin aber von alleine nicht in den Splint gekommen. Kann ja bei dir auch anders sein.

Hab in der Woche Krankenhaus 4 Kilo verloren und daheim dann noch mal 2,5 Kilo. Waren "nur" 6,5 Kilo weil ich jeden Tag Astronautennahrung getrunken habe. Bin 1,70m groß und wiege im normalen Zustand 57kg, da war die Astronautennahrung schon nötig. Mir hat am besten Nutricia Fortimel regular in Schoko geschmeckt, gibt es auch als compact mit mehr Kalorien aber das hat ne schleimige Konsistenz... bissle eklig.

Ich hatte am Anfang meine Probleme mit dem Sprechen mit Splint, bei meiner Zimmernachbarin ging es von Anfang relativ gut. Einfach immer probieren und wenn dich keiner versteht schreib es auf. Mein Mann hat mich nach einer Weile sehr gut verstanden und hat dann immer für mich gedolmetscht ;-)

 

Auch mit dem Essen danach klappt es bei jedem unterschiedlich gut oder schlecht nach der Splintentnahme. Bei mir war der Mund komplett zu, von anderen habe ich gelesen, dass die nach 6 Wochen ne Pizza gegessen habe (ich hätte alles für ne Pizza gegeben). Meine KFO sind auch seeehr vorsichtig was das Essen abgelangt, eher vielleicht zu vorsichtig. Darf im Moment noch nicht wirklich viel essen.

 

Gelenkbeschwerden habe ich kaum welche. Konnte vor der OP teilweise nichts mehr essen, weil meine Muskulatur so verspannt war. Ich denke, dass die kleinen Beschwerden im Moment einfach von der noch ungewohnten Bewegung kommen.

 

Solltest du noch Fragen haben... gerne her damit.

 

 

 

Liebe Grüße

 

Steffi

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Hallo Steffi,

schoen, dass Du nun auch noch einen Bericht geschrieben und die Quote der in HD operierten ein wenig nach oben bringst.

 

Ich musste an einigen Stellen schmunzeln, da es mich an meine eigene OP vor einem Jahr erinnert hat.

 

Schade, dass Du vom Krankenhaus kein Rezept fuer Physio bekommen hast. Ich hatte das im Vorfeld auch gefragt, und man hat mir gleich gesagt, dass sie Physio und Lymphdrainage nur fuer Tumorpatienten verschreiben. Habe es mir dann eben vom KFO verschreiben lassen. Keine Ahnung, warum die sich da so zieren.

 

Ich wuensche Dir weiterhin gute Besserung.

 

LG Mauto

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Hi,

 

die Begründung dafür, dass es Lymphdrainage in HD bei Kieferumstellungen nicht gibt, war die Reizung des gesamten Gewebes, da bis zu einem bestimmten Grad von Taubheit man nicht merken würde, dass es mehr schadet als nützt.

 

Ansonsten auf die Frage zu Splint und flüssiger Nahrung: man kann seeeehr viel (Pudding, Joghurt etc.) so weit verdünnen, dass man es trinken kann, von Lassis/Trinkjoghurts etc., die ja schon zum trinken gemacht sind, mal abgesehen...

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Nun ist mir doch noch etwas eingefallen.

 

In der Woche in der ich entlassen wurde, war ich freitags in der Notaufnahme in Heidelberg. Ich hatte abends beim Blick in den Spiegel festgestellt, dass sich eine große Blutblase im Oberkiefer auf die Spange legte. Da ich nicht wusste ob das "normal" ist sind wir um 20.30 Uhr nach HD gefahren. Um 22 Uhr kam ich dann dran und Dr. Seeberger, welcher noch im Krankenhaus war, kam hinzu. Mir wurde dann gesagt, dass sich wahrscheinlich ein Hämatom unter der Schleimhaut sich den Weg durch die Fäden nach draußen gesucht hat was nicht weiter schlimm ist und immer mal wieder vor kommt.

Dies hätte man auch mal erwähnen können, dann hätte ich mir die Fahrt erspart und das Blut mit meiner Munddusche ausgespühlt.

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