Goriwyn

GNE am 21.02.2013 im Uniklinikum Bonn

Huhu,

 

nachdem es nun eine Woche her ist und ich wieder recht fit bin, möchte ich auch meinen Erfahrungsbericht zu meiner GNE beitragen - in der Hoffnung, dass es jemandem hilft, so wie mir die anderen Erfahrungsberichte geholfen haben.

 

Kurze Einleitung: Mein Oberkiefer ist zu schmal, der Unterkiefer ist zu weit hinten. In meiner Kindheit gab es 10 Jahre Zahnspange; heute sieht es aus, wie vorher. Nach zahlreichen CMD-Problemen in den letzten Jahren habe ich mich im letzten Jahr, nach Abschluss meines Studiums und Referendariats dazu entschieden, dass Ganze nochmals anzugehen - mit einer netten KFO, einer guten Physiotherapeutin und den dazugehörigen Chirurgen. Nachdem letztes Jahr alles untersucht wurde, kam bald heraus, dass ich eine GNE, eine feste Zahnspange und eine Unterkiefervorverlagerung brauche - horizontal wie vertikal fehlen ca. 9mm, was zu lustigen Röntgenbildern, einem unendlich schlechten Biss und womöglich auch zur besagten CMD Problematik führt. Ich habe lange mit mir gehadert, wann ich die Sache angehe, nachdem aber Ende Januar die Bestätigung der Krankenkasse kam, dass sie es übernehmen, war mir klar: Ich mache die erste OP noch vor Jobantritt in der Arbeitslosigkeit, weil ich mich nicht auf einen neuen Job konzentrieren kann, wenn mir OPs im Nacken liegen.

 

Die GNE war nun also Punkt eins der ganzen Geschichte. 

 

05.02.2013: Anfertigung von Abdrücken und "Metallringen" bei meiner KFO

Ein herrlicher Termin - um meine schon so eng stehenden Zähne werden mir Metallringe "gehämmert", die später die GNE-Apparatur tragen sollen. Nichts, worum ich mich beneide, aber es ist auszuhalten - das hämmernde Gefühl im Kopf ist aber zumindest befremdlich. Meine KFO findet, wenn die Schraube reinsoll, sollten vorher besser Separiergummis rein.

 

13.02.2013: Einfügen von Separiergummis bei meiner KFO.

Danach wird das Essen zum Horror, alles drückt, schiebt und tut weh. Ich habe Angst, dass das alles nur noch schlimmer wird, wenn schon die Gummis so wehtun. Aufbeißen ist erstmal nicht so gut möglich, der Versuch, eine Brezel zu essen, wird zur Tortur. Naja, sie bleiben ja nur einen Tag drin.

 

Heute ruft auch die Uniklinik an, um meinen Beratungs- und Aufklärungstermin kurzfristig zu verschieben - alle Ärzte sind krank geworden. Ein Schelm, wer an Aschermittwoch im Rheinland Böses denkt!

 

14.02.2013: "Einbau" der GNE-Apparatur.

Ich habe schon den ganzen Morgen Angst gehabt, was mich da erwarten könnte. Als sie drin ist, bin ich halb erleichtert - es ist nicht so schlimm, wie befürchtet. Es nervt, eine Art "Baldachin" im Mund zu haben, aber meine Aussprache ist gleich verständlich, auch wenn einige Laute mir noch Probleme machen. Seltsamerweise sind die S-Laute halb so wild, ich habe eher Probleme mit dem "i" und dem "ch". Bewiesen wird das am Freitagabend, als ich meinem Vater erklären möchte, dass mein "griechischer Freund mit seinem Tzatziki empfindlich" ist - ein sehr lustiger Satz, der mir bis heute als Übung dient ;)

 

18.02.2013: OP-Aufklärung in der Uniklinik

Heute ist es also so weit - direkt morgens ist das Gespräch in der Uniklinik. Ich habe stundenlang rasende Angst vor dem, was mich erwartet - noch weiß ich nicht, wie lange ich bleiben werde, ob ich eine Magensonde bekommen werde, wo genau und wie gesägt wird - wohlgemerkt, 3 Tage vor der OP!

 

Die Organisation in der Uniklinik ist der Horror. Mein Termin ist um 8 Uhr. Um 8:10 bequemen sich die Damen im Foyer, ihr Fensterchen zu öffnen, damit man sich anmelden kann. Ich bin schon leicht unruhig, weil ich doch um 8 Uhr schon in meiner Abteilung sein wollte! Ich werde auf die 2. Etage geschickt, wo aber niemand meine Akte haben möchte und angeblich nicht weiß, wer ich bin. Niemand guckt in einen PC, die Leute dort wissen angeblich von selbst, dass mein Termin dort jedenfalls nicht ist. Sie schicken mich wieder ins Erdgeschoss zur MKG-Abteilung. Dort reihe ich mich mit einigen Leuten ein, die anscheinend eine Kneipenschlägerei hinter sich haben und habe die Vermutung, dass auch hier keine OP-Aufklärung stattfinden wird. So kommt es dann auch. Die Dame in diesem Büro wird völlig hysterisch, als ich ihr sage, dass ich aus dem 2. Stock komme und anscheinend hier einen Termin habe - sie brüllt mich an (!), hier würden nie Termine verteilt, was ich wollen würde und ich solle bitte in den 2. Stock gehen. Auf meine wiederholten Hinweise, dass ich von dort käme, wird sie weiter ausfallend und brüllt rum, warum ihr nie jemand zuhören würde und ob ich mich absichtlich so doof anstelle, dass ich nicht einfach nach oben gehe und ob das denn so schwer wäre. Mein Freund bittet sie dann, einen anderen Tonfall anzunehmen, woraufhin sie in Tränen ausbricht. Und das alles schon um 08:15, am Montagmorgen. Nachdem sie oben angerufen hat und gebeten hat, das dort niemand mehr Patienten wegschickt, gehen wir wieder in den 2. Stock.

 

Dort hat man mittlerweile angeblich meine Akte gefunden und setzt mich ins Wartezimmer - bis knapp 11 Uhr. Nach über 2,5 Stunden Wartezeit mache ich mich auf, um in Erfahrung zu bringen, ob man mich vergessen hat - ungefähr 2 "Fuhren" anderer Patienten, die alle nach mir gekommen sind, sind schon lange zu Hause und langsam ist die 3. Runde Patienten da. Die Frau am Empfang behauptet, mich doch eben schon zum Arzt gebracht zu haben. Auf meinen Hinweis, dass ich dann doch nicht hier stehen würde, behauptet sie, mich zumindest aufgerufen zu haben - und bleibt dabei. Da wir die letzten 2,5 Stunden jede Person im Wartezimmer mit Argusaugen und -ohren aufgepasst haben, wenn jemand aufgerufen wird, können wir das ausschließen - und ich merke, dass ich langsam echt sauer werde. In dem Moment kommt allerdings schon der Chirurg, der mich sucht und froh ist, mich gefunden zu haben. Er findet meine Wartezeit schrecklich und entschuldigt sich - dennoch sprudeln meine bisherigen Erlebnisse der letzten 3 Stunden aus mir heraus und ich sage ihm, dass meiner Psyche diese Organisation sicherlich nicht gut tut, vor allen Dingen, wenn man bedenkt, dass ich mir hier in 3 Tagen den Schädel zersägen lassen möchte!

 

An dem Tag gehts mir emotional einfach nicht gut und diese schlechte Organisation tun ihr Übriges - wie soll man Vertrauen haben, wenn schon ein Beratungstermin so katastrophal verläuft?

 

Am Ende bekomme ich nun aber alles in Ruhe erklärt und mir werden alle Risiken erläutert. Es heißt, ich werde 4-5 Tage im Krankenhaus bleiben (nach der OP), man könne ab Tag 4 oder 5 anfangen, zu drehen, mir werden Blutungsrisiken erläutert und auch offenbart, dass ich eine Magensonde bekomme - was mich natürlich erstmal bügelt. Mir wird aber auch gesagt, dass ich am Tag der Aufnahme nur 2 kurze Gespräche habe, dann nach Hause fahren, in Ruhe packen und nochmal was Gutes essen kann - darauf freue ich mich.

 

Die nächsten Tage verlaufen aufgeregt und ereignislos - ich habe Angst vor dem Krankenhausaufenthalt, mehr, als vor der OP.

 

20.02.2013 - Aufnahme im Krankenhaus

Ich soll um 11 Uhr da sein, also fahre ich mit meinem Freund zum Venusberg. Nach ein paar Verwirrungen, wo man genau hinmuss, habe ich mich angemeldet, ein chices Armbändchen und bin auf der Station. Ich komme in ein Privatzimmer, da sonst keine frei sind - was hier bedeutet, dass man nur zu zweit im Zimmer liegt und ein eigenes Bad hat. Die komplette übrige Station teilt sich tatsächlich jeweils eine (!) Damen- und Herrentoillete. Fernseher gibt es keine, es gibt aber das Angebot, sich einen ins Haus kommen zu lassen.

 

Nun sitzen wir bis ca. 17 Uhr. Irgendwann kommt die Narkoseärztin vorbei, vom Chirurg fehlt aber jede Spur. Da wir ja dachten, nochmal nach Hause zu kommen und nur zwei kurze Gespräche zu haben, haben wir beide nicht viel dabei und langweilen uns zu Tode - hinzu kommt meine Angst und Unruhe. Morgen früh ist die OP und ich habe noch nichtmals den Chirurgen gesehen, der mich operieren soll - geschweige denn, dass ich einen Aufklärungsbogen gesehen oder unterschrieben habe. Gegen 18 Uhr muss ich leider meinen Freund nach Hause schicken, damit der meine Sachen holt. Der Stress, ihm jedes Detail zu sagen, was ich brauche, ist wirklich ätzend - ebenso, wie mein Hunger. Ich war doch fest davon ausgegangen, nochmal nach Hause zu kommen!

 

Um 18:30 findet dann endlich die Beratung statt. Ich hätte also locker den ganzen Tag zu Hause bleiben können. Erstmals (!) erfahre ich nun von Taubheitsrisiken und der Möglichkeit, dass Nerven beschädigt werden - bisher war immer nur von Blutungsrisiken die Rede. Zum Glück bekomme ich abends auf Nachfrage eine Tablette zum Einschlafen, anders würde ich es hier nicht Aushalten. Als meine Eltern mich am Telefon fragen, wies mir geht, fange ich fast an zu Heulen - dieses ganze Krankenhaus ist so fürchterlich, dass ich nur noch nach Hause möchte.

 

Die Nacht ist der Horror - meine Bettnachbarin schnarcht so laut, dass man sie auf dem Gang hört und trotz Ohrenstöpfel höre ich es unendlich laut. Dazu kommt, dass wir ein sehr unterschiedliches Wärmebedürfnis haben - mir ist unendlich heiß, weil sie die Heizung auf 5 stellt. Frische Luft: Fehlanzeige.

 

21.02.2013 - OP-Tag

Heute ist es soweit - OP-Tag. Ich bekomme ein chices OP-Hemd und Thrombosestrümpfe. Zu allem Überfluss sind auch noch meine Tage da, was mich angesichts der Netzunterhose erstmal vor organisatorische Probleme stellt - ich "darf" aber Abhilfe schaffen.

 

Irgendwann werde ich dann abgeholt und werde von einem Bett aufs andere gelegt - dann muss ich Sauerstoff einatmen und bin weg. An den Aufwachraum erinnere ich mich nicht mehr, auch wenn mein Freund sagt, ich hätte ihm sehr klar erzählt, wie es mir geht usw. - und natürlich habe ich auch gefragt, ob es schon vorbei ist.

 

Laut den Aussagen der Ärzte und meines Freundes ist alles perfekt verlaufen, keine Probleme, keine Komplikationen - also eine Sorge weniger. :)

 

Den ganzen restlichen Tag bin ich müde und kaputt. Ich bekomme jede Menge Schmerzmittel und meine Behauptungen, dass ich Schmerzen habe, hören langsam auf. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, welche gehabt zu haben, auch das wurde mir nur erzählt.

 

Nachmittags darf ich dann auch aufstehen und auf die Toilette gehen - unter Aufsicht zwar, aber wenigstens komme ich um blöde Bettpfannen oder dergleichen herum.

 

Heute nacht schlafe ich etwas besser - bin aber trotzdem um 2, 4 und 6 Uhr wach und höre dem Schnarchen meiner Bettnachbarin zu.

 

22.02.2013 - 1. Tag Post-OP

Im Nachhinein der Schlimmste Tag von allen. Ich bin körperlich matt und geistig erschöpft - die OP ist vorbei, alle Aufregung raus - und meine Heimweh stärker als alles Andere. Lesen zu anstrengend, PC zu anstrengend, Musikhören nervt - und Fernseher habe ich ja keinen. Nachdem ich gesehen habe, dass meine Zimmernachbarin über 50 € für ihren bezahlt hat (An- und Abreise des Unternehmens, Mietgebühr usw.) und dafür ein klitzekleines Teil bekommen hat, war es mir das nicht wert - aber ich würde mich gerne sinnlos bedudeln lassen.

 

Nachdem es Sondennahrung gab, alle Ärzte da waren, ich im Bad war, mich ausgeruht habe und alles gemacht habe, was geht, ist es 10:15 - und ich werde langsam panisch. Wie sollen hier nur die Tage herumgehen?

 

Mit meinem Freund wage ich dann aber einen kleinen Spaziergang. Als meine Eltern zu Besuch kommen, bin ich wortkarg, habe Halsschmerzen und fühle mich einfach nur schrecklich.

 

Das Aussehen ist aber gut, ich kühle durchgängig seit der OP und habe keine großartige Schwellung.

 

Die Nacht ist wiederum der Horror - die Hitze im Zimmer, der Schlauch im meinem Hals und in der Nase - ich habe den Eindruck, Ersticken zu müssen und wache häufiger hustend auf. Wie gerne würde ich ein Fenster aufreißen und Schneeluft einatmen - aber da liegt leider meine Zimmernachbarin, die unter 2 Decken und ihre Wärmedecke liegt. Ich kann ihr schwerlich vorschreiben, frieren zu müssen - zumal sie übler dran ist, als ich  -aber die Hitze macht mich fertig.

 

23.02.2013 - 2. Tag Post-OP

Es geht mir etwas besser und heute kommen meine Oma und meine Tante zu Besuch. Wir gehen sogar bis in ein Cafe, was bei dem Wetter und bei dem Schneefall für mich echt eine Herausforderung ist. Wegen der Halsschmerzen kann ich schwer sprechen, aber meine Familie nimmt mir das ab - sie erzählen, bis ich völlig erledigt bin. Abends schaue ich eine Serie auf dem Laptop und fühle mich etwas wohler.

 

Einzig die Organisation im Krankenhaus bleibt seltsam - Antibiotikum habe ich heute keins bekommen, auf meine Nachfrage reagiert die Krankenschwester ungehalten. Das würde hier schon alles seine Richtigkeit haben. Komischerweise werde ich eine Stunde später doch wieder an Antibiotikum angeschlossen - obwohl es das sonst um 14 Uhr gab, nicht um 18 Uhr. Um 20 Uhr kommt ja schon die nächste Flasche.

 

Die Nacht ist wiederum der Horror, ich bekomme meine Schlaftablette in einem halben Liter Tee und muss dauernd auf Toilette. Morgens frage ich nach neuem Eis, woraufhin mir der Auszubildende doch tatsächlich erklärt, das "würde ihm jetzt zuviel". Draußen höre ich ihn Lästern: "Die will schon wieder Eis!" "Was hast du ihr gesagt?" "Dass mir das jetzt zuviel wird!" "Richtig so!"

Ich kann mich darüber nur wundern und stelle klar, dass der Arzt mir gesagt hat, ich solle durchgängig kühlen - dann bekomme ich Eis.

 

Über die Qualität meiner Nachtruhe, wenn man sich um 4 Uhr morgens um Eis streiten muss, brauche ich so ja nichts zu sagen - abgesehen vom Schnarchen meiner Bettnachbarin und der Hitze im Zimmer. Meine Ohren sind vom Ohropax-Bohren schon total kaputt, ich selbst bin übermüdet und - wen wunderts - ich will nach Hause!

 

24.02.2013 - 3. Tag Post-OP

Ein ganz guter Tag. Morgens erzählt mir einer der Ärzte, man könne morgen vielleicht schon anfangen zu drehen - und vielleicht dürfe ich dann nach Hause. Ich bin sehr euphorisch und versuche, mich nicht zu sehr darauf zu freuen - hinterher klappt es doch nicht. Trotzdem motiviert mich die Aussicht.

 

Heute komme ich beim Spazieren schon eine ganze Ecke weiter. Meine Eltern besuchen mich und decken mich mit Comics ein - und wir gehen Spazieren, ins Cafe und ich bekomme alles Mögliche erzählt. Abends kommt mein Freund vorbei und wir unterhalten uns auch noch eine ganze Weile - insofern also ein recht kurzweiliger Tag.

 

Leider heute abend wieder die etwas rabiatere Krankenschwester, die meint, ich werde jetzt aber bald kein Eis mehr bekommen. Dank der durchgängigen Kühlung sehe ich aber gut aus und möchte weiter welches haben - und bekomme es dann auch widerwillig.

 

Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Leute hier sind - morgens stehen regelmäßig hübsche, nette Schwestern im Zimmer, die mich mit Eis eindecken und mich fragen, ob ich noch was möchte - nur die Schwester abends macht daraus einen Staatsakt. Da ich außer Eis, Sondennahrung und etwas Tee nichts brauche, finde ich das etwas überzogen.

 

25.02.2013 - 4. Tag Post-OP

Heute morgen ist endlich wieder Visite und ich hoffe, dass man mir bestätigt, dass ich heute gehen kann. Falsch gehofft. Der Chefarzt schwebt rein, verkündet, dass ich noch 2-3 Tage bleiben werde und wendet sich dem Gehen zu. In mir bildet sich Panik - noch 2-3 Tage??? Ich frage ihn, weshalb es nun doch länger sein muss - mir wäre doch gesagt worden, man könne eventuell heute schon drehen und ich könne vielleicht dann schon nach Hause?

 

Der Chefarzt rastet aus und brüllt herum, wie ein HB-Männchen. Ich wäre kein Auto, an dem man rumdreht, wie es einem passt, es gäbe kein Krankenhaus auf der Welt, was am 4. Tag schon drehen würde, nirgendwo gäbe es sowas! Ich wende ein, dass die Informationen sich dann aber unterscheiden, da mir gestern noch was anderes gesagt wurde. Er brüllt mich an, das wäre wohl eher in meinem Kopf passiert, als in Realität, niemand auf seiner Abteilung würde sowas behaupten! Er schnauzt seine Kollegen an, sie mögen später nochmal wiederkommen, und "der Patientin" das dann nochmal erklären, sie würde es ja anscheinend nicht begreifen.

 

Ich bin leicht irritiert aber zum Glück auch belustigt - wie ein erwachsener Mann so hochgehen kann, weil man ihm eine normale Frage stellt. Sämtliche Ärzte, die mir was von 4-5 Tagen erzählt haben, gucken auf ihre Schuhe wie die Schuljungen - ihnen ist das alles sichtlich unangenehm.

 

Nach der Visite bin ich erstmal gebügelt. Meine Zimmernachbarin regt sich unendlich auf, dass der Chefarzt sich so benommen hat und findet, dass ich mich beschweren solle. Ich befürchte jedoch, dass der Ärger dann bei den Ärzten landet, die mir andere Infos gegeben haben - und wem nutzt es, wenn die einen auf den Deckel kriegen, nur weil der Chefarzt launisch ist?

 

Etwas später kommt ein Arzt in mein Zimmer, der sich schon fast geduckt bewegt - man merkt deutlich, er ist es, der in die "Höhle des Löwen" geschickt wurde und sich nun entschuldigen muss, dass das so blöd gelaufen ist. Ich bin immer nur weiter verwundert, dass es solche Strukturen noch gibt und dass man sich in dem Alter so benimmt - auf meine Aussage hin, dass ich das Verhalten des Chefarztes aber eher amüsant fand, ist der Arzt in meinem Zimmer aber nun völlig irritiert, wo er mich doch eigentlich beruhigen wollte. ;)

 

Ich stelle klar, dass ich kein bisschen aufgeregt bin, dass ich einfach nur nach Hause möchte - und einheitliche Infos, damit ich planen kann. Er erklärt mir alles in Ruhe und wir verbleiben dabei, morgen nachmittag zu drehen - und wenn dann alles gut geht, darf ich vielleicht nach Hause.

 

Witzig aber: Er ermahnt mich, weiter meine Nasentropfen zu nehmen. Auf meine Frage, welche Nasentropfen, muss er mir erst welche verschreiben. Man ging davon aus, dass ich seit 4 Tagen welche hätte und meine Nasenschleimhäute sich so abschwellen lassen - schön, dass ich seit Tagen nicht durch die Nase atmen kann und das heute erfahre.

 

Davon ab soll heute aber auch die Sonde raus - ich habe echt Bammel, dass das wehtun wird. Ich bekomme noch 2mal Sondennahrung, bis nachmittags eine Schwester kommt und den Schlauch zieht - eine Erleichterung und tut auch gar nicht weh. Allerdings habe ich nun Angst, wie ich satt werde. Dazu kommt, dass ich nun spüre, dass meine rechte Nasenhälfte taub ist - ebenso wie die rechte Wange bis hoch zum Augenring. Das habe ich die letzten Tage zwar leicht gespürt, aber ohne Schlauch fällt es mir nun auf - und ich hoffe, das geht noch weg. Ein bisschen Angst bleibt ja, dass was taub bleiben könnte. :(

 

An der Stelle noch kurz was zur Magensonde: Ich hatte echt Bammel davor und wollte partout keine haben. Im Nachhinein bin ich so froh, dass ich sie hatte: Sicherere 1500 Kalorien am Tag, kaum Hunger  - und gute Kühlung durch den Schlauch, wenn da Flüssigkeit durchfließt. Die Halsschmerzen hat man ja nach der Narkose wegen dem Intubationsschlauch eh - von daher bin ich froh, dass ich die Sonde hatte. Die Vorstellung, an frischen Nähten Essensreste hängen zu haben, kommt mir da ekliger vor - insofern bin ich also froh, dass man das so gemacht hat.

 

Den Übrigen Tag habe ich relativ munter verbracht - ich werde fitter, mein Kopf wird klarer und mehr Dinge machen mir Spaß. Es bleibt nur die Angst, ob es morgen bei der vereinbarten Drehung und Entlassung bleibt. Nachmittags verabschiedet sich mein Zugang - und ich bekomme nur die halbe Portion Antibiotikum. Als ich meinen Zugang endlich wieder habe, weigert sich der Pfleger, mir den Rest noch zu geben - der Abend wäre zur nah dran, außerdem wäre die Flasche schon zu lange offen. Wenn ich daran denke, dass ich am Tag eins nach der OP mein Antibiotikum 2mal innerhalb von 3 Stunden bekommen habe, zweifel ich wiederum an der Organisation.

 

Heute Nacht schlafe ich das Erste Mal durch - dafür habe ich aber auch keinerlei Antibiotikum bekommen., weder nachts noch abends. Der neue Zugang bleibt also jungfräulich.

 

26.02.2013: 5. Tag Post-OP

Morgens bei der Visite halte ich mich bedeckt - der Chefarzt begrüßt mich mit einem Grunzen und einem "Heute wird ja aktiviert!" - dann ist er mit seinen Leuten auch schon wieder weg. Um 9 Uhr morgens möchte mich ein junger Arzt sehen - und er schlägt vor, nun zu Drehen. Ich bin gleichzeitig erschrocken und erfreut - darauf war ich nicht eingestellt. Am Vortrag hieß es noch "nachmittags" - und nun schon direkt um 9! Das Drehen tut kein bisschen weh, als ich mich entscheide, vielleicht etwas Angst zu haben, ist es schon vorbei. :)

 

Außerdem wird mein Gaumen abgesaugt, was sich da die letzten Tage angesammelt hat, ist wirklich eklig. Er weist mich auf eine ordentliche Mundhygiene hin und behauptet, Essensreste gefunden zu haben - wo die herkommen sollen, bleibt allerdings sein Geheimnis, da ich seit Mittwoch nichts gegessen habe. Auf meine Nachfrage, wann ich mir wieder die Haare waschen darf  - man sieht ihnen die 5 Tage ohne Wasser langsam an - sagt er, ich solle sie "bloß waschen", außerdem könne ich "problemlos" duschen. Mein Instinkt der letzten Tage ging eher dahin, heißes Wasser zu meiden - er meint, das wäre keinerlei Problem.

 

Nach dem Drehen soll ich 2 Stunden Ruhe bewahren und abwarten, ob es blutet - es passiert aber nichts. Zwischendurch bekomme ich meine Entlassungspapiere und dann fange ich langsam an, zu packen. Zwischendurch kommt noch ein paar Mal der Chirurg vorbei, erklärt mir ein paar Dinge - nicht heiß Duschen, Nase nicht putzen, kein Sport. Ich frage ihn nochmal nach dem Haarewaschen, er sagt, ich dürfe sie lauwarm und vorsichtig waschen - und es wäre genau richtig, dass ich das die letzten Tage gelassen hätte! Ich kommentiere das nicht mehr und gehe einfach nach meinem Bauchgefühl - und das geht im Moment eh auf Nummer sicher.

 

Mein Freund kommt vorbei und hilft mir, dann bekomme ich mein Antibiotikum  für die nächsten Tage. Unnötig zu erwähnen, dass der Arzt meinte, das ginge nicht, ich solle damit zum Hausarzt gehen - auf Nachfrage bei der Schwester drückt sie mir 3 Blister in die Hand.

 

Danach können wir endlich fahren. Mein Freund betüttelt mich ziemlich - ich darf nichts tragen, nichts machen. Ich überrede ihn aber, in einen Supermarkt zu fahren - hier bekomme ich Joghurtdrinks, Bananen, Apfelmus und Gemüse für die nächsten Tage.

 

Zu Hause bin ich erstmal erledigt - ich friere höllisch, vielleicht der Temperaturunterschied zum Krankenhaus. Endlich aber wieder auf dem Sofa mit der Katze - und ich gucke alle blöden Serien, die noch einprogrammiert und aufgenommen waren. Abends darf ich dann unter Aufsicht lauwarm duschen - endlich wieder frische Haare!

 

27.02.2013: 6. Tag Post-OP

Die erste Nacht im eigenen Bett war herrlich und ich wache ausgeruht auf. Heute habe ich wieder meinen ersten Physio-Therapie-Termin. Bin ein bisschen aufgeregt, weil ich ja noch ein bisschen durch bin. Es tut aber aber alles sehr gut - bekomme Lymphdrainage und leichte Massage. Nach der Physiotherapie ist das Gefühl in meiner Wange wieder da - die Nase ist noch etwas taub, aber auch schon besser. Meine Hoffnung, dass das noch zurückgeht, steigt. :)

 

Nach der Physio fahren wir zum Kieferorthopäden - sie ist ganz begeistert von den OP-Ergebnissen und scheint sehr erleichtert zu sein, dass es so gut gelaufen ist. Mein Freund dreht das erste Mal selbst unter ihrer Aufsicht - gut, dass er nun genau Bescheid weiß. Wir sollen 3mal täglich drehen - da am 15.03. mein Job beginnt, möchte sie so zügig wie möglich mit der Dreherei durch sein, damit die Lücke sich dann auch schnell schließen kann.

 

Zu Hause bin ich erstmal erledigt und verbringe den Rest des Tages vor dem Fernseher - man merkt doch, wie kleinere "Ausflüge" noch an einem zerren, zumal wir im 3. Stock ohne Aufzug wohnen.

 

28.02.2013: 7. Tag Post-OP

Heute habe ich das Gefühl, die Narkose und die Nachwirkungen sind raus. Ich fühle mich fitter, munterer, wacher - und mein Hirn nimmt seine alte Geschwindigkeit an :) Ein gutes Gefühl. Blöd nur, mein Appetit ist wieder da - und der beschränkt sich nicht auf weich Passiertes. Ich möchte dauernd in ein knuspriges Käsebrötchen beißen - und weiß, dass das noch was dauern wird.

 

Ansonsten sind das bisher die Dinge, die mir eingefallen sind - vielleicht hilft es ja. Ich habe mich bewusst nicht nur auf die körperlichen und medizinischen Aspekte beschränkt, weil ich weiß, dass mich im Vorhinein auch andere Dinge mehr interessiert haben und vor allen Dingen auch die emotionale Seite nicht zu unterschätzen ist.

 

Mein Fazit ist bisher, dass ich mit dem Verlauf der OP und der Arbeit, die die Chirurgen geleistet haben, sehr zufrieden bin  - leider ist die Organisation der Uniklinik eine mittelschwere Katastrophe und ich war zwischendurch echt froh, dass ich nichts übermäßig Dramatisches hatte - im Fall der Fälle möchte ich auf diese Strukturen nämlich nicht angewiesen sein. Dazu habe ich bei meiner Zimmernachbarin mitbekommen, wie es läuft, wenn man eine schlimmere Erkrankung hat - und in dem Fall hätte ich persönlich das Ganze seelisch nicht mehr ausgehalten, das ewige Hin- und Her und die verschiedenen Informationen setzen einem nämlich anders zu, wenn das eigene Leben davon abhängt. :/

 

Dagegen steht jedoch, dass die OP eben perfekt verlaufen ist und ich schon glaube, dass man sein Handwerk dort versteht - und die allermeisten Leute dort waren erlesen freundlich, nett und sympathisch - und haben ihren Job gut gemacht. 

 

Ich selbst bin jedenfalls froh, wieder zu Hause zu sein und mir ist nun auch bewusst, was ich daran habe, eine schöne Wohnung mit einem lieben Freund zu haben - ohne ihn hätte ich das Ganze nicht so gut überstanden und man merkt erst, was man hat, wenn es darauf ankommt. Insofern durchaus auch eine lehrreiche Erfahrung.

 

Über Kommentare und Nachfragen würde ich mich jedenfalls sehr freuen. :)

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Glückwunsch zur überstandenden OP, interessanter Bericht wenn auch nicht ganz ohne Probleme oder gemecker ;-)

 

Wie groß ist denn schon deine Lücke? Tut das Drehen immer noch nicht weh? Bekommst du jetzt zeitnah eine Zahnspange oder wie soll´s nach dem Drehen weiter gehen????? Fragen über Fragen, aber mir steht die OP auch bald bevor, deswegen interessiert es mich sehr :)

 

Weiterhin gute Besserung & lass dich von deinem Freund schön verwöhnen ;-)

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Huhu,

nee, Schmerzen hab ich keine und Drehen ist auch kein Problem. Ab und zu zieht es mal ein bisschen, als ob sich was neu sortiert, das war es aber auch.

 

Lücke ist da, aber nicht riesig - lässt sich noch ertragen.

 

Zahnspange kommt wohl in 2 Monaten - wenn alles geheilt ist und der Abstand stabil.

 

Übrigens wurde mit MIR gemeckert - ich war die ganze Zeit eigentlich eher amüsiert von den Zuständen. So lange man selbst nichts Schlimmes hat, kann man es mit Humor nehmen - ich bezweifel aber, dass es den Krebspatienten in der Abteilung auch so geht. :(

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Mannomann! Und ich dachte schon, in Heidelberg wäre seltsam, dass die ihre Krankenhausküche nicht im Griff haben... aber Respekt, dass du es mit Humor nehmen konntest und überstanden hast!

 

Weiterhin gute Besserung!

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Huhu,

 

ich schreibe mal weiter zu meinen letzten beiden Tagen: Diese waren zugegebenermaßen körperlich etwas anstrengender.

 

Donnerstag musste ich dringend in die Stadt, um ein Geschenk zu besorgen - zu Hause angekommen war ich ziemlich erledigt. Ich stelle also fest, ich muss einen Gang zurückfahren, wenn ich schnell gesund werden möchte!

 

Ansonsten muss ich leider ergänzen, dass ich nun doch leichte Schmerzen nach dem Drehen habe und dazu übergegangen bin, mich danach kurz hinzulegen, weil mich das Drehen doch ziemlich erschöpft. Anfangs war es körperlich nicht so anstrengend, aber im Moment macht es mich einfach total müde - und ich habe Spannungsschmerzen in den Schläfen, Wangen und im oberen Schädelbereich - wen wunderts, wenn man bedenkt, dass das da alles aufgedreht wird. 

 

Davon abgesehen wird mein Lächeln aber jeden Tag natürlicher, der Mund geht weiter auf, ich kann besser sprechen.

 

Tollerweise geht das Essen auch immer besser, heute morgen habe ich tatsächlich etwas Weißbrot gegessen, heute Mittag weiche Nudeln und heute Abend sogar ein paar Kartoffeln mit etwas weicher Wurst. Habe zwei Jahre kein Fleisch gegessen, aber im Moment gucke ich einfach, was ich kauen kann. Mich wundert, dass das so schnell geht - aber Anweisung des Krankenhauses war ja, 3 Wochen "weichgekochtes" zu essen, das ist ja nicht zwangsläufig passiert.

 

Heute bin ich erstmals seit über einer Woche richtig pappsatt, was mir sooo unendlich gut tut und mich tierisch entspannt - ewiger Hunger von morgens bis abends ist ja doch anstrengend und permanent Brei und zermatschte Banane kann auch kein Mensch ertragen. :biggrin:

 

Ich finde es interessant, wie sich die Erfahrungsberichte unterscheiden - manche sind 2 Tage nach der OP zu Hause, pürieren aber 4 Wochen alles - und ich musste 5 Tage bleiben, hatte davon 4 Tage eine Magensonde - und kann 10 Tage nach der OP schon wieder Nudeln und Kartoffeln essen. Frage mich, ob das an der Magensonde liegt - dass eben 4 Tage alles in Ruhe heilen konnte und jetzt schneller wieder fit ist? Da ich keine komischen Stellen im Mund habe (nur die Nähte an der Oberlippe), esse ich einfach extrem langsam und kaue mit kleinen Bewegungen - das klappt aber gut und es tut auch nicht weh.

 

Insofern also abgesehen von den ab und zu auftauchenden Druckschmerzen nach dem Drehen immer noch alles gut auszuhalten  - und einfach erstaunlich, wie jeder Tag ein weiterer Schritt zurück in die Normalität ist.

 

Die Lücke ist mittlerweile bei geschätzten 3mm, ich finde, sie sieht süß aus - noch ;)

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03.03.2013 - Tag 10 Post-OP

 

Die Kopfschmerzen halten leider an, ich bin dazu übergegangen, etwas Ibuprofen zu nehmen. Mein ganzes Gesicht formt sich gefühlt um, überall zieht es abwechselnd leicht.

 

Davon ab wackelt seit heute meine GNE-Apparatur leicht. Nur am linken Zahn und nur, wenn ich dagegen komme. Ich hoffe, das hält noch bis zum nächsten KFO-Termin - ansonsten muss ich morgen mal anrufen.

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Hört sich bis aus paar Kleinigkeiten aber echt noch erträglich an! Vor allem mit dem Essen! Und auch das dein Lächeln schon natürlicher wird, Wahnsinn!

Fällt die Mundschliessung schon leichter oder merkt man da noch keine Veränderung?

Wünsch dir weiterhin gute Besserung ohne die blöden Kopfschmerzen!!

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Ja, ich muss auch sagen, erträglich ist es allemal! Ich finde es auch irgendwo spannend, wo es zieht und zupft, man merkt einfach: Es tut sich was!

 

Heute geht mein Mund fast normal auf, d.h. das Lächeln ist vielleicht auf 70-80 % von dem, wo es normal ist.

 

Zu geht er seit Donnerstag, allerdings ist es manchmal leichter, ihn etwas offen zu haben - schließen ist einfach zusätzlicher "Arbeitschritt".

 

Deutlich spüre ich die Fäden, die eben den Mund "festzurren", d.h. man merkt eben, das dort nach der OP genäht wurde, wo es jetzt nach außen zieht. Entsprechend wundert es mich auch nicht, dass an der Apparatur etwas Beton gebröckelt ist - die Zähne sind eben nicht mehr so eng aneinander und bekommen Luft, entsprechend wird es alles etwas lockerer.

 

Heute morgen habe ich ein komplettes Milchbrötchen mit Frischkäse gegessen, ganz klein geschnitten und langsam vorsichtig gekaut, aber es ging! :)

 

Also ich kann nur Mut machen, es ist zwar nicht schön und man hat manchmal seine Momente, wo man sich fragt, wieso man das machen musste - aber überwiegend ist es völlig gut auszuhalten und die Betüddelei vom mitleidigen Umfeld ist auch ganz angenehm ;) Meine Eltern haben mir den Kühlschrank voll mit Grießpudding und Heidelbeer-Hippgläsern gestellt - total lieb von ihnen.

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Hallo Goriwyn,

 

wir scheinen ähnlich Erfahrungen mit der Uniklinik Bonn gemacht zu haben. Zum Teil was chaotisch, gute KFCs, zum Teil sehr nettes Personal und manches geht aber gar nicht. Mit den Kieferchirurgen habe ich nur sehr positive Erfahrungen gemacht, allerdings habe ich den Leiter der Abteilung nicht kennengelernt. Ob der bei der einen Visite dabei war, daran kann ich mich nicht mehr erinnern, da ich mit meiner Magensonde zu kämpfen hatte. Anfangs dachte ich ja das Dr. Wenghöfer der Leiter sei, habe aber später meinen Fehler bemerkt. Mit Dr. Wenghöfer bin ich sehr zufrieden, da kann ich nur Gutes zu berichten. Meine UKVV ist so weit gut verlaufen. Nach ca. 3 Monaten Post OP noch leichte Taubheit in Kinn und Lippe, wird aber besser. Ich finde rein subjektiv, dass das Zahnfleisch im Unterkiefer recht vernarbt aussieht nach der UKVV, aber ob das wirklich so ist, oder vielleicht sogar eher wenig vernarbt ist, dazu kann ich nichts sagen, da ich kein Vergleich habe. Werde hier aber mal später Bilder hoch laden.

 

Und ich könnte mir gut vorstellen, dass wir die gleiche Nachtschwester hatten. In der ersten Nacht durfte ich von ihr aus  kein Eis bekommen, in der zweiten Nacht musste ich über drei Stunden auf ein Schmerzmittel wachten, was wirklich unangenehm war. Und am Morgen von der dritten Nacht hatte ich um Tee gebeten, da durch die trockene Heizungsluft mein Hals wegen der Magensonde so weh tat. Kalter Tee hat bei mir da super geholfen. Sie war aber nicht der Meinung, dass ich Tee bekommen sollte und das Ergebnis war, dass ich dann nach der Visite die Sonde raus bekommen habe. Die meisten Schwestern und Pfleger waren wirklich toll, aber ein paar Wenige gingen gar nicht.  Leider habe ich auch eine kleine rote Narbe behalten von einem zweiten Zugang am Handgelenk, der aber nie benutzt wurde.

 

Als Fazit, die Ärzte habe ich gut in Erinnerung, die Abteilung des Krankenhauses möchte ich nicht unbedingt wieder sehen.

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Huhu Katja,

 

danke für deine Erfahrungen, da fühlt man sich ja nicht so alleine mit seiner Verwunderung. Dr. Wenghöfer fand ich auch sehr angenehm, leider war er bei mir nur am OP-Tag da, danach nicht mehr - und so konnte ich auch niemanden an der Aussage festhalten, dass man mir zum Entlassungstag was Anderes gesagt hat.

 

Ich werde vermutlich auch noch eine Email an das Beschwerdemanagement schicken - nicht, weil ich so motzender Natur bin, aber weil ich schlechte medikamentöse Versorgung, die Verweigerung von Eis und das Duzen von Patienten, die an die 30 sind, einfach nicht zumutbar finde - von dem Erlebnis bei der Visite mal zu schweigen. Und mit dem Duzen meine ich nicht die netten jungen (z.T. ausländischen) Mitarbeiter, die einfach jeden nett duzen, sondern eben besagte Nachtschwester, die das schon gezielt und unfreundlich einsetzte.

 

Ich muss ehrlich sagen, dass ich nach meinen Erlebnissen dort nicht weiß, ob ich meine UKVV dort noch machen möchte. Wenn du möchtest, würde ich mich aber riesig über eine Nachricht zum Ablauf der UKVV in Bonn freuen, damit ich absehen kann, was mich dort erwarten würde - sprich, Klinikaufenthalt, Länge der Krankschreibung, Essen und Sprechen nach der OP. :)

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Hey Goriwyn,

 

was machen deine Kopfschmerzen und deine lockere Apparatur? Alles gut soweit?

 

Liebe Grüße

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Kopfschmerzen sind weiter da, weiter relativ stark. Nehme momentan 3-4 Ibuprofen am Tag. :( Das ist der einzige Wehmutstropfen, sonst geht es mir gut.

 

Apparatur wurde am Montag mit Plastik festgeklebt, da wackelt jetzt nix mehr. :)

 

Lücke steht heute bei großzügigen 6mm, ich hoffe, wir haben es bald geschafft. Dienstag ist mein nächster Termin.

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oh man blöd mit den Kopfschmerzen :( hoffe das geht bald wieder! Super das nix mehr wackelt! Mal gespannt was am Dienstag bei rum kommt :)

 

Wie klappt das essen?

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Essen geht super, ich esse eigentlich seit letztem Wochenende weitestgehend "normal". Sonntag habe ich z.B. auf einem Geburtsagsbuffet normale 2 Teller gegessen - eben ohne Brot und Käse, dafür eben Nudelsalat, Kartoffelsalat (ohne saure Gürkchen ;)), Couscous, etwas Fisch.

 

Montag haben wir Reste davon gegessen, außerdem etwas Brokkolisuppe. Dienstag gab es Nudeln mit Soja-Bolognesesauce, Mittwoch Glasnudeln mit Gemüse und Tofu und gestern Bratlinge mit Kartoffel-Möhren-Püree. Abends haben wir Waffeln gemacht - meine waren etwas weicher als sonst, wo mein Freund die knusprigen genommen hat, aber es hat prima funktioniert. :)

 

Der Chirurg meinte, Nudeln al dente wären das Härteste, was ich essen darf - und daran halte ich mich. Daher koche ich mein Gemüse etwas weicher als sonst und nutze meine Raspel, um Möhren, Zucchini, Paprika usw. relativ fein zu raspeln und mundgerechte Stücke zu haben. Drastisch gesagt, wenn ich doch mal etwas nicht zerbissen kriege, dann schlucke ich es einfach - dem Sättigungsgrad und dem Magen bekommt das eher, als ewige Suppen und Brei.

 

Positiv bleibt: gute 2,5 Kilo sind runter - die finde ich optimal, da es zum einen nicht so viel ist, dass man sich Sorgen machen muss, zum anderen aber so viel ist, dass bestimmte Hosen und Tshirts besser aussehen. Es fällt eben das Geschnassel zwischendurch weg, da ich keine Kekse, keine Schokolade und keine Gummibärchen essen kann ;)

 

Übrigens sind seit Dienstag auch die Fäden raus. Fädenziehen war KEIN Problem, tat fast nicht weh - und seitdem kann ich besser lächeln und auch deutlich besser sprechen! :)

 

Nächsten Freitag geht mein neuer Job los - ein bisschen Bammel habe ich schon, wenn ich an die Lücke denke. Dort kennt mich ja keiner - und ich sehe aus...

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danke für deine ausführliche Erläuterung :) deine Geschichte hilft mir sehr!!!

 

Mach dir mal wegen dem Job keine Gedanken, man kann das Ganze ja begründen (würde da gleich mit offenen Karten spielen) und außerdem ist es ja nicht für immer. Bin gespannt, wie lang´s dann bei dir dauert bis die Lücke zu ist :)

 

Aja 2,5 kg gehen ja wirklich, optimal :-) Wenn ich hier bei manchen 6-7 kg lese wird mir anders. So viel abnehmen kann ich mir gar nicht erlauben, sonst seh ich aus wie ne fressgestörte :-D

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Hey,

 

na was macht deine Zahnlücke? Alles gut soweit?

Weißt du jetzt schon genaueres wann du deine Zahnspange bekommst?

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So, kurzer Zwischenstand:

 

Ich hatte nach der OP ein Gespräch mit dem leitenden Chirurgen der MKG, der sich meine Beschwerde zu Herzen genommen hat. Das kann zwar die organisatorischen Mängel nicht beheben, hat mir aber zumindest den Eindruck gegeben, dass man meine Beschwerde ernstgenommen hat und nicht als unqualifiziertes Gemotze gewertet hat - und vielleicht kann sowas ja auch helfen, dass bestimmte Missstände abgeschaltet werden. Ich fand es jedenfalls sehr gut, ein konstruktives Gespräch führen zu können - solche Krankenhausaufenthalte sind ja schon belastend genug, irgendwo muss man sowas ja auch verarbeiten und irgendwann im Kopf ad acta legen können. Ob ich für die geplante UKVV auch nochmal dahingehe, kann ich im Moment noch nicht sagen, da ich den Gedanken an eine zweite OP im Moment nicht unbedingt ertrage.

 

Davon ab: Morgen kommt die GNE-Spange raus, Lücke steht bei ungefähr 3 MM.

 

Es werden dann morgen Zahnspangenabdrücke gemacht, sodass die Spange dann hoffentlich auch bald kommt. :)

 

Außerdem bekomme ich eine Kunststoffschiene, damit die Zähne sich bis zur Spange nicht mehr verändern. Hat da jemand Erfahrung mit?

 

Jobtechnisch kann ich im Übrigen nur Mut machen - die ersten Wochen mit 9mm Lücke und Gelispel waren zwar hart, aber mittlerweile bin ich gut bei den neuen Kollegen angekommen und es kommt mir alles gut machbar vor. Ich bin froh, dass ich die Behandlung vor Jobantritt begonnen habe, jeder spätere Zeitpunkt wäre definitiv schlechter gewesen!

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Danke für den ausführlichen Bericht. Man kann sich sehr gut eine Vorstellung machen. Das hin und her zwischen der Schwester im 2. und Erdgeschoss war ja schon tragisch komisch.

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