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nely

Schwenkung des UK durch sagittale Spaltung am 11.03 bei Dr. Blume in MUC

Hallo zusammen,

 

übermorgen geht es los, und ich möchte jetzt schonmal dieses Thema hier eröffnen, um gleich nach der OP mit der OP-Erfahrung starten zu können. Ich stelle auch später noch Bilder "Prä-Op" in den Bilderordner, und nach der OP gibts natürlich auch die obligatorischen Post-OP Bilder ;)

 

Meine Vorgeschichte in kurz:

 

- vor 4 Jahren starke Schmerken im Kiefergelenk, Arthrose, minimale Mundöffnung... hab eine kleine Ärztetortur hinter mir, bis ich bei einem Spezialisten gelandet bin.

 

-->Biss war zwar äußerlich ok, ich konnte kauen, aber diese Bewegung war, so wie mein Kiefergelenk eingestellt war, schädlich, deshalb die Arthrose und Schmerzen.

 

-->seit 3 Jahren Schienenbehandlung durch eine Aufbissschiene. Meine Schmerzen gingen relativ schnell weg, die Mundöffnung wurde nach und nach auch besser. Nur mein Biss entwickelte sich völlig auseinander. Die Kiefergelenke sind nun richtig eingestellt, nur passt jetzt mein Biss nicht mehr. Mir wurde ja schon von Anfang an gesagt, dass ich um eine Zahnspange plus OP nicht herumkommen werde, aber die OP ist jetzt durch den extrem offenen Biss glaskar unausweichlich geworden.

 

- seit einem Jahr hab ich ne feste Zahnspange und muss zusätzlich noch die Schiene tragen, die ausgeschliffen wurde um trotz Zahnspange zu passen. Seit November passt aber auch die Schiene nicht mehr (durch die Verschiebung der Zähne), sodass ich eigentlich seitdem schon nicht mehr richtig essen kann.

 

Diesen Montag ist also die, inzwischen wirklich ersehnte, OP:

 

- gottseidank muss das OK nicht operiert werden, eine Schwenkung des UK wird reichen. Ich werde bei Dr. Blume im Tal operiert und nach der OP in die Paracelsus Klinik gebracht. Die OP kostet laut HuK (ich glaube bisher ohne Modellop und ohne Klinikaufenthalt) 6.600 Euro, wovon ich wohl 1.600 selbst zahlen muss, da der Doc einige Methoden anwendet, z.B. die Spaltung des UK durch Ultraschall). Der Doc wurde mir einhellig von meinem Zahnartzt und KFO empfohlen.

 

- ich hab mich hier etwas eingelesen und schon besorgt: Arnica Montana, Lymphomyosot, Retterspitz (von meinem Onkel empfohlen, der mal ne ähnliche OP hatte). Ne Mundspülung hab ich eh.

 

- Lymphdrainage hat mein Doc eher abgelehnt leider... er meinte den Bereich soll man in Ruhe lassen, aber man wird ja bei der Behandlung nicht am Kiefer rumdrücken???

 

- ich werde 2 Wochen lang krank geschrieben sein, etwa 3 Tage nur im Krankenhaus sein und mind. 10 Tage durch den Splint fest verschnürt sein. 3 Monate lang darf ich nix hartes essen, 2-4 Wochen noch Gummizüge. Die Docs meinen immer, man kann auch trotz Splint ganz gut weiche Kost essen, aber wie zum Teufel soll das funktionieren????

 

Oh mann, langsam wirds ernst....

 

Ich berichte nächste Woche wie es gelaufen ist! Und jetzt stelle ich gleich mal die Bilder online ;)

 

 

gibts noch irgendwas zu beachten? Meine größte Sorge ist echt das Essen und dass ich so lang verschnürt bin... wie macht man das erträglicher oder ist es vllt gar nicht soo schlimm?

 

Viele Grüße,

Connie

 

 

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- ich werde 2 Wochen lang krank geschrieben sein, etwa 3 Tage nur im Krankenhaus sein und mind. 10 Tage durch den Splint fest verschnürt sein. 3 Monate lang darf ich nix hartes essen, 2-4 Wochen noch Gummizüge. Die Docs meinen immer, man kann auch trotz Splint ganz gut weiche Kost essen, aber wie zum Teufel soll das funktionieren????

....

 

gibts noch irgendwas zu beachten? Meine größte Sorge ist echt das Essen und dass ich so lang verschnürt bin... wie macht man das erträglicher oder ist es vllt gar nicht soo schlimm?

 

Hallo Connie,

 

bei mir war der Splint für 8 Wochen fest mit dem OK verdrahtet, konnte also gar nicht rausgenommen werden. Mein KC meinte vor der OP, dass man mit Splint weiche Kost essen kann, zwar nicht besonders gut, aber es geht, und genauso würde ich es jetzt auch selber beschreiben. Ich habe inzwischen den Eindruck, welche Konsistenz man nach der OP essen kann, hängt viel mehr von der eigenen Mundöffnung und der Stärke der Gummis ab, als vom Splint selber. Ich hatte auch nach der OP eine relativ große Mundöffnung und wenn ich es mit anderen vergleiche, ziemlich leichte Gummis, und damit ging es ganz gut.

 

Nudeln "kauen" ging mehr gerade mal so, aber unter weiche Kost fällt so ziemlich alles, was mit der Gabel oder am Gaumen zerdrückt werden kann, und da gibt es dann doch einiges, z.B. Hackfleisch, Fisch, selbstgemachte Brotaufstriche (ohne Brot :-), was ich sowieso nicht so viel esse), sämtliches Obst wurde in den Mixer gesteckt, Kuchen, ich habe auch häufiger einen Hühnerauflauf gemacht (siehe Rezeptefaden), Rührei, von Hipp gibt es ein Babygläschen Kaiserschmarrn in Apfelmus, das war gut als Essen zum Mitnehmen,... . Ich war während der Splintzeit 3 Tage auf einem Seminar in einem Nonnenkloster, und hatte zwar Babygläschen als Notfallessen mit dabei, aber nicht gebraucht, da gab es z.B. mein Fleisch extrem feingeschnitten (nein, keine Strafarbeit der Nonnen, die haben eine Maschine dafür, da dort etliche alte Schwestern sind, die nicht mehr richtig kauen können). Schau Dich einfach mal im Rezeptefaden um, dort findest Du Rezept in den unterschiedlichsten Konsistenzen und wenn Du den Mund weit genug aufbekommst, um eine Gabel reinzubekommen, geht wirklich erstaunlich viel.

 

Zum erträglicher machen: Ich glaube, dass empfindet jeder unterschiedlich, ich fand die 8 Wochen mit Splint gar nicht so schlimm. Das lag bei mir aber auch daran, dass ich in den letzten Jahren mehrfach jeweils 6 Wochen an Krücken mit 20 kg Belastung unterwegs war und mit Krücken muss man im Prinzip bei jedem Aufstehen, auch wenn es nur zur Toilette ist, daran denken. Im Vergleich dazu mußte ich bei Splint eigentlich nur bei der Essensauswahl daran denken und da hatte ich doch ziemlich schnell genug Sachen gefunden, die gut funktioniert haben.

 

Alles Gute für die OP!

 

Irene

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Hallo Irene,

 

Danke dir für deinen Bericht ;) irgendwie glaubt man den Ärzten nicht so recht, wenn sie sagen, dass das mit dem Essen halb so schlimm ist...

ich bin ja schon seit Jahren mit Schiene am Essen und seit November ohne Schiene aber mit offenem Biss, also essen ist für mich schon ein großes Thema geworden. Ich bin so gespannt, wie das sein wird, mit einem richtigen Biss, ohne Schiene und alles, richtig KAUEN zu können!

 

Dinge mit der Zunge am Gaumen zerdrücken, da bin ich inzwischen Profi drin^^ kann ja im Moment auch schon nicht richtig essen. Die Rezepte hab ich meinem Mann schon zukommen lassen, der soll mich mal verpflegen :)

ich glaub, der Splint wird bei mir auch fest verdrahtet, aber so richtige Angaben hab ich nicht bekommen, da es immer auf den OP-Verlauf ankommt.

 

Zusätzliche "Problematik" bei mir: In genau 2 Monaten nach der OP feiere ich mit meinem Mann unsere kleine Hochzeit letztes Jahr in großem Stil nach. Das heißt da möchte ich dann schon wieder normal aussehen und auch keinen Splint oä tragen müssen!!!! ich hab am Schluss jetzt schon total Stress gemacht, dass der OP-Termin frühzeitig stattfindet, aber knapp wirds trotzdem...

 

Im Unterschied zur BIMAX, ist die Heilung und Schwellung und überhaupt da wirklich viel besser?

 

Viele Grüße,

Connie

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Hallo,

 

ich kann leider doch heute schon vom gestrigen Tag (geplant war ja die OP gestern, 11. März) berichten:

 

geplant war um 8.30 die OP. Um 7 Uhr, 10 Minuten bevor mein Wecker geklingelt hätte, wurde ich angerufen:

 

- Der Arzt ist extrem krank (Fieber, usw.) und kann mich nicht operieren und die OP fällt aus!!!

 

Ich war erstmal völlig, völlig fertig und bin es noch immer.... Vor allem weil mein Alternativ-Termin erst am 4.4, also ich gut 3 Wochen! ist... 2 andere Ärzte in München, die meinem KFO und Zahnarzt noch eingefallen wären, können nicht eher bzw. sind auch grad im Urlaub, sodass ich nicht weiß, ob sie mir vllt einen früheren Termin anbieten können.

 

Ich bin immer noch nervlich total angespannt... nicht nur weil es einfach der Horror ist, sich seit Wochen auf diesen Tag einzustellen, sondern weil auch meine eigene Hochzeitsfeier, die ja am 11. Mai ist, nicht mehr allzu weit entfernt ist... zu allem Übel kann ich aufgrund meines extremst offenen Bisses ja seit Monaten nicht wirklich gut essen...

 

Ist irgendjemandem sowas auch passiert? Und was haltet ihr von so einem spontanen Arztwechsel? Sollte ich mich vllt auch nach Kliniken außerhalb Münchens, die aber meine behandelnden Ärzte nicht kennen, umsehen? Oder lieber den 4.4 abwarten?

 

oh mann... ich wills endlich hinter mir haben!!!!! :(((

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Hallo Nely,

 

ich kann Dich so gut verstehen.

Der Termin für meine UKVV ist der 29.03. und hätte fast wegen einer kürzlichen Wurzelspitzenresektion um drei bis sechs Monate verschoben werden müssen. Das war ein richtiger Schock, da ich die Sache auch so schnell wie möglich hinter mich bringen will. Zum Glück kann die OP jetzt doch stattfinden, aber ich habe die ganze Zeit Angst, dass noch etwas dazwischenkommt. Auch ich kaue mit einem offenen Biss sehr schlecht

Dennoch würde ich mir an Deiner Stelle jetzt nicht einen neuen Chirurg suchen. Ich würde den Termin abwarten (wenn Du bei diesem Chirurg ein gutes Gefühl hast). Außerdem wäre es wahrscheinlich sehr schwierig oder sogar unmöglich, woanders einen früheren Termin zu bekommen, da der 04.04. ja schon in drei Wochen ist.

Das mit Deiner Hochzeit ist natürlich ganz besonders blöd.

Vielleicht solltest Du sogar überlegen, die OP bis nach der Hochzeit zu verschieben? Klar ist das ätzend, aber ich stelle es mir sehr schwierig vor, so bald danach schon eine solche Feier durchzuziehen. Dabei denke ich an püriertes Essen, eventuell Schwellung, Müdigkeit... Ich selbst werde sechs Wochen lang nicht kauen dürfen.

Halt durch, auch diese Behandlung geht irgendwann vorbei... und dann wirst Du für Deine Ausdauer mit schönen geraden Zähnen und Kiefern belohnt.

 

Lg, Iris

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Hi Iris,

 

danke dir fürs Verständnis :473:

 

ich war echt so fertig gestern und auch jetzt bin ich echt ständig den Tränen nahe...

 

ich hab auch überlegt, ob ich die OP dann nicht bis nach der Hochzeit verschiebe, aber ich will es einfach jetzt hinter mich bringen. Das jetzt ist ja auch kein Zustand und meine Ärzte versichern mir alle, dass ich nach 2 Wochen schon wieder fast fit bin, zwar nichts hartes kauen kann, aber auch nicht nur Brei essen werden darf...

Es ist ja "nur" eine UK-Schwenkung.... außerdem sind meine eh schon überstrapazierten, arthritischen Kiefergelenke durch den offenen Biss jetzt einer enormen Belastung ausgesetzt und ich beginne echt, diese Schiene, die ich tragen muss, echt zu hassen. Ich will das einfach erledigt haben und da würde ich sogar eine leichte Schwellung und etwas Probleme beim Essen bei meiner Feier in Kauf nehmen...

 

oh mann :(

 

lg,

Connie

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Hallo Connie,

oh man, das ist ja ne schöne Sch... ich habe nächsten Montag meine BImax, seit Jahren fiebere ich diesen Tag entgegen und wenn mir gesagt wird, man müsste die OP verschieben... puh ich würde durch drehen! Ich würde an Deiner Stelle lieber auch bis zum 04.04. abwarten. Klar, hört sich im Moment schrecklich an, aber was sind schon 3 Wochen im Gegensatz zu der langen Zeit in der Du schon rum machst. Drück dir ganz fest die Daumen, hoffentlich klappt das alles auch mit der Hochzeit so wie du Dir das vorstellt. LG Dani

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Huhu,

so, langsam komm ich wieder in die Phase- "oh Gott, bald hab ich OP" rein... hab mir nun noch nach Anraten meiner Tierheilpraktikerin^^ für meinen Hund ein paar Schüssler Salze zum Abschwellen sowie Globuli zum besseren Vertragen der OP besorgt.

Mein KFO regt mich auch total auf- er meinte beim letzen Mal dass ich je nach Erfolg der OP so ca. 10-14 Tage lang komplett verdrahtet sein werde. Ok, kann ich mich drauf einstellen. Dann hat er aber den 1. Termin bei ihm - bei dem die Verdrahtung ja gelöst wird- erst !3 WOCHEN! nach der OP gelegt?!?!   ich hab dann nochmal bei der Sprechstundenhilfe angerufen und mit ihr ausgemacht, dass ich nach der OP anrufe (ist mir immer noch schleierhaft wie man verdrahtet sprechen soll....) und wir vllt den Termin früher legen...

das regt mich echt so auf, diese Unsicherheit wann ich fit sein werde! Vor allem jetzt durch die Verschiebung des Termins sind bei mir 3 Termine nach gut 2 Wochen post OP in meiner Arbeit aufgehäuft, bei denen ich einfach fit sein muss...

So, auf ein Neues  :lol:  ich melde mich dann nach der OP, wie es gelaufen ist!

Viele Grüße,
Connie

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Hallo Connie,

 

ich war bei meiner ersten OK-VV vor 26 Jahren für 2 Wochen festverdraht und konnte damit erstaunlich gut sprechen, es kann also gehen. Ich war nach einer Woche ganz normal in der Schule und konnte mich auch dort verständlich machen. Warum löst eigentlich Dein KFO die Verdrahtung und nicht der KC? Damals hatte der KC die Verdrahtung gelöst, ich kann mich aber auch nicht mehr dran erinnern, wann ich meinen ersten KFO-Termin hatte.

 

Ich würde mir aber auch nicht zu viel Stress mit Fit-Sein beim Arbeiten machen. Wenn Du nicht fit bist, dann bist Du nicht fit, Punkt! Wenn Du Dir ganz "normal" den Kiefer gebrochen hättest, würden wahrscheinlich die wenigsten erwarten, dass Du nach zwei Wochen fit beim Arbeiten bist. Und bei einem "normalen" Kieferbruch wärst Du vor allem ohne Vorankündigung ausgefallen, was normalerweise die Sachen viel mehr durcheinander bringt. Habe ich beim Arbeiten jetzt schon mehrfach gesehen, bei mir in der Arbeitsgruppe sind irgendwie schon mehrfach Leute "unangekündigt" für mehrere Wochen ausgefallen und dann hakelte es immer gewaltig, während es bei mir eigentlich immer ganz gut geklappt hat.

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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Hallo zusammen,

 

ich wollte mal kurz von meiner OP berichten, die am Donnerstag, also vor 5 Tagen, stattgefunden hat. Einen ausführlichen OP-Bericht schreibe ich, wenn ich mich noch etwas fitter fühle. Bilder von mir stelle ich aber schon in den Bilder-Ordner ein.

 

also, die OP lief soweit ganz gut, am schlimmsten war aber das aufwachen (KALT) und die Blut spuckerei danach. Am Sonntag, also 3 Tage nach OP, kam ich sogar schon aus dem Krankenhaus raus und wurde dann erst mit Gummies zugehängt. Davor konnte ich noch einen kleinen Löffel in den Mund schieben und so ganz gut essen, aber damit ists jetzt vorbei... Fresubin ist bestellt und sollte heute kommen, damit ich nicht zu sehr abnehme.

 

Die Schwellung empfinde ich schon als echt heftig, und seit gestern ist auch die Verfärbung auf ihrem hoch... mein Hals ist komplett gelb verfärbt, am UK habe ich teilweise auch dunkellila- Stellen....

 

Heute muss ich nochmal zum Chirurgen und bekomme neue Gummies eingehängt. Ich frage da nochmal nach, ob nicht doch der KFC die Entbänderung (Verdrahtet musste ich nicht werden) löst oder doch der KFO....

 

viele Grüße,

Connie

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so, hier jetzt so nach und nach mein OP-Bericht. Die erste Woche möchte ich jeden Tag rekapitulieren, ab dann werde ich wohl nicht mehr so oft schreiben.

 

 

Tag der OP: für mich der schlimmste Tag

Frühs um 7.30 musste ich in der Praxis sein, um 8.15 sollte ich unterm Messer sein. Erstaunlicherweise hab ich doch recht gut durchgeschlafen (dachte ich wach eh nachts nochmal auf und kann etwas Wasser trinken damit frühs mein Mund nicht ganz so trocken ist, aber nix da)

Nervös war ich gar nicht so… mein Mann hat mich auch hin begleitet. Ich wurde nochmal geröngt und dann musste ich schon meinen Mund spülen und in den Umziehraum gehen. Dort Thrombosestrümpfe angezogen, das OP- Kleidchen (nur U-Hose durfte ich anziehen). und ein lustiges Haarteil. Dann wurde ich von der Anästhesistin abgeholt und musste mich von meinem Mann verabschieden…

Dann ging ich auch schon in den OP- Saal, habe mich auf die Liege gelegt, eine Infusion bekommen (währenddessen die Anästhesistin Small-Talk über meine Hochzeitsfeier gemacht hat). Dann meinte sie, jetzt kommt die Narkose, ich klimper 3x mit meinen plötzlich schwer gewordenen Augenlidern und weg war ich ^^

Das Aufwachen war schlimm. Mir war EISKALT und mein Mund völlig taub und trocken. Die Anästhesistin meinte, alles wär gut verlaufen und gab mir eine Spritze mit Tee in die Hand. Sie meinte, mir müsse jetzt erstmal warm werden (war schon mit 2 Decken zugedeckt), bevor sie kühlen könnten und ich sollte erstmal ein wenig Tee trinken.

Zitternd hab ich mir dann etwas Tee eingeflößt, es hat lange gedauert, bis ich meinen Schluckreflex wieder erkannt hab und unter Schmerzen geschluckt habe. Tapfer hab ich aber weiter getrunken, da die Flüssigkeit schon gut tat.

Mir wurde ein bisschen wärmer und dann kam auch schon mein Mann in einem lustigen blauen Badeanzug rein. Ich hatte Tränen in den Augen weil ich so emotional war ;)

Dann hab ich mein Kinn befühlt. Ich war fest davon überzeugt dass ich in eine dieser Plastik- Kühlmasken eingepackt war, so taub und fremd und dick fühlte sich alles an. Man brachte mir einen Spiegel und ich wurde eines Besseren belehrt, das war wirklich mein Kinn. Die Schwellung war da schon gut im Gange, aber sie hatte noch gutes Potenzial nach oben ;)

Und ich hatte noch so ein kleines Gefäß an der Wange befestigt, was Wundflüssigkeit aufsammeln sollte. War aber kaum was drin und hat auch nicht groß gestört.

Dann wurde mir plötzlich schlecht und ich habe irgendwie meinem Mann signalisiert dass ich spucken muss. Er rief die Anästhesistin und ich bekam eine Nierenschale, drehte den Kopf zur Seite und spuckte Blut.

Dann kam der Arzt und meinte, die OP wäre gut verlaufen, ich wäre jetzt noch nicht verdrahtet, das würde erst nach dem Krankenhausaufenthalt passieren, eben für den Fall dass man erbrechen muss und weil die Schwellung eine richtige Bissposition jetzt eh nicht so gut möglich machen würde. Deshalb ging also das Blut spucken doch so gut J

Ich schlief ein wenig, mein Mann (der immer und überall schlafen kann), hielt meine Hand und schlief auch^^ Mir wurde allerdings wieder schlecht, wieder Nierenschale, wieder Blut spucken. So erging es mir dann nochmal, bevor der Krankenwagen kam, der mich ins Krankenhaus fuhr. Im Krankenwagen nochmal die Kotzerei (Zitat des Sanitäters: „Fluchen kann sie aber, das ist doch wenigstens ein gutes Zeichen“).

Im Krankenhaus gabs dann noch etwas Verwirrung, weil mich anscheinend doch die Praxis nicht angekündigt hatte… Im Krankenzimmer ging die Kotzerei dann weiter, es kam aber kein Blut mehr. Ich hatte aber inzwischen den Verdacht,  dass ich mich aufsetzen und meinen Kopf seitlich legen muss und mir die Nierenschale ständig hinhalten musste, denn ich blutete beständig etwas aus dem Mund und das lief im Liegen (im Aufwachraum und im Rettungswagen lag ich nur) alles in den Magen. Ich musste trotzdem noch 2 oder 3 Mal spucken und war völlig am Ende meiner Nerven und Kräfte. Dazwischen haben die versucht zu kühlen, aber die umgebundenen Kühlbeutel waren ständig mit Blut vollgesaugt.

Ich hätte echt am liebsten sterben wollen, so beschissen gings mir.

Naja, irgendwann gegen Nachmittag ging auch das vorbei, es lief kein Blut mehr und ich konnte unbeschwert kühlen und schlafen. Mein Mann ging dann auch nach Hause und ich schlief.

Abends bekam ich dann noch etwas Kamillentee in einer Schnabeltasse und Antibiotika und Schmerzmittel. Das tat echt gut, auch wenn das Schlucken schon sehr weh tat.

Ich rief einen Pfleger, weil ich aufstehen, mich umziehen (hatte immer noch das OP-Hemd an) und auf die Toilette gehen wollte. Mein Kreislauf war erstaunlich gut, ich bin im Zimmer schon selbständig rumgelaufen. Der Pfleger war recht panisch und wollte mir bei allem helfen, aber ich hatte in der Hinsicht keine Probleme und war auch im Bad beim Umziehen ungestört.

Meine Mam kam dann spontan und unangekündigt auch vorbei und ich bekam ein Kuscheltier und einen Block und Stift geschenkt. Sprechen ging eher nicht und sollte ich auch nicht, deshalb habe ich ihr ein paar Sachen aufgeschrieben.

Die Nacht ging so lala. Alle 2 Stunden sowas bin ich aufgewacht und habe nach Kühlung verlangt und meistens auch bekommen ;) ich bin auch nochmal (aber heimlich, das wäre den Schwestern bestimmt nicht recht gewesen) selbständig auf die Toilette gegangen. Nicht weil ich musste, sondern einfach weil ich es nicht mehr im Bett ausgehalten hatte :D

Über die Klinik kann ich eigentlich nix negatives berichten, das Personal sehr nett, die Suppen abwechslungsreich. Einzig die Kühlung fand ich anfangs echt abenteuerlich: einfach ein Kühlpack in einen Beutel geschlagen und mit Mullbinden am Kopf festgebunden.

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Tag 1 nach OP: die Schwellung nimmt zu

 

Frühs bekam ich einen Teller Suppe hingestellt, Saft und ich holte mir Tee. Das war das erste Mal, dass ich meine Tür von außen sah. Draußen waren auch die Kühlpacks, ab jetzt war also Selbstversorgung angesagt. War mir aber recht, ich fand es so besser, mir alles eigenständig holen zu können.

Die Suppe ging ganz gut runter und war herrlich. Dadurch dass ich nicht verschnürt war, konnte ich auch einen kleinen Löffel in den Mund bringen.

Ich bekam wieder Antibiotika und Schmerzmittel über den Tropf, holte mir Kühlung und schlief. Überhaupt bestand dieser und der nächste Tag eigentlich nur aus Kühlen, Essen und Trinken, Mundspülung, Nickerchen auch tagsüber, Besuchen und etwas spazieren gehen.

An Tag 1 nach OP begann die Schwellung richtig seine Wirkung zu entfalten. Ich hatte manchmal das Gefühl mein Kopf platzt, vor allem wenn ich mal nicht Kühlen durfte (die Schwestern haben mir manchmal das Kühlen verboten weil sie meinten zu viel bewirkt dann auch das Gegenteil). Dann habe ich aber nach Schmerzmitteln verlangt, denn dann pochte der Schmerz so richtig.

Mit 3 Schmerzmittel-Infusionen über den Tag verteilt bin ich aber ausgekommen…

Zwischendurch war ich recht aktiv und bin mit meinem Besuch (mein Bruder und seine Freundin- die haben sich einen abgelacht als sie ich sahen^^) im ultra kleinen Krankenhaus, in dem es nicht viel zu entdecken gab außer ein paar sauteure Bilder.

Auch mein Dad und mein Mann kamen wieder, die hab ich aber nach ner Zeit schon rausgeschmissen weil ich müde wurde und ein Nickerchen machen musste…

Essen ging so, ist halt ein bisschen ne Sauerei weil die Unterlippe so total gefühllos ist und viel wieder rausläuft.

Auch mein Chirurg kam, meinte hoffnungsfroh: „morgen wird die Schwellung nochmal schlimmer und ab dann geht’s wirklich bergauf“, und entfernte mir auch den kleinen Beutel zum Sekret auffangen. Der war wohl nur locker in den Mund gelegt, das schmerzhafteste war da eigentlich nur das Tape abziehen, mit dem er fixiert war^^

Die Nacht konnte ich schon besser schlafen. Ich musste ja erhöht liegen, das störte mich aber nicht unbedingt. Allerdings mag ich gern meinen Kopf seitlich irgendwo anlegen und ich musste mir das Kopfkissen und Decke immer wieder so zurechtlegen, dass es angenehm war. Mein Bruderherz hatte mir ein Nackenkissen mitgebracht, mit dem war es ne Zeitlang ganz angenehm, aber auch das war nicht das Gelbe vom Ei. Vor allem Nachts hatte ich echt Halsweh und auch das Trinken nachts hat ganz schön weh getan.

Aber trotzdem war ich ständig am trinken, denn das tut einfach dem Kreislauf und dem Abschwellen gut...

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