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Progenie beim Kind sanft korrigieren: UND ES GEHT DOCH !

Verehrte Leser!

Um Missverständnissen vorzubeugen, ich will hier keine Werbung machen. Sondern nur bessere Behandlungsmöglichkeiten von Progenie bei Kindern ergänzen.

Die hier gezeigte Kopf-Kinn-Kappe ist überholt. Dennoch ist sie immer noch im Handel, wohl weil die Schaffung von Dauerpatienten am profitabelsten ist. ZITAT aus „Vorspiel – ... im Kindesalter“:

das Unterkieferwachstum in den Kindesjahren mit Hilfe einer "Kinn-Kopf-Spange" zu hemmen. Logischerweise kann man das Oberkieferwachstum nicht fördern

++ Und ob man das kann, siehe unten!

ein kläglicher Versuch die Progenie im Jugendalter zu stoppen, wenn das Unterkieferwachstum extrem stark ist. Selbst wenn der Unterkiefer im Wachstum gehemmt wird (...), stimmt das Oberkieferwachstum noch lange nicht.

Es ist schade, dass folgende Vielzahl von Zahnspangen-Konzepten, die bei entsprechender Ausdauer sanft zur Gesundung führen können, und die zumeist schon in den 50er Jahren erfunden wurden, ein Schattendasein führt. Zu 1, 4 und 5 steht mehr Info unter www.sanfte-zahnklammern.de unter „Galerie B“ und „Infotexte-Naturheilverfahren“:

-- 1. -- Funktionsregler 3 nach Fränkel. War früher verbreitet zur Progenie-Frühbehandlung in Deutschland. Er liegt in den Backen- und Oberlippen-Taschen und reizt den Oberkiefer TATSÄCHLICH kräftig zum Längen- und Breitenwachstum und hält den Unterkiefer dagegen zurück. Die Kräfte dazu werden überwiegend über die Muskulatur übertragen. So wird diese umtrainiert, und die Zähne und Kiefergelenke werden geschont. Die Mundhöhle bleibt bis auf 2 Drähte völlig frei, so dass sich auch eine gesunde Zungenlage und -funktion entwickeln kann. Ein Video von der Uniklinik Münster dokumentiert die erfolgreiche Anwendung.

-- 2. -- Leichtbau: http://www.sanfte-zahnklammern.de/fallbeisp/prog/prog.html 2 verschiedene aktive Platten mit Gegenkiefer-Elementen für 2 verschiedenen Progenien beim Kind: 1x mit eher offenem Biss und 1x mit umgekehrtem Überbiss.

-- 3. -- In Thailand sind 15% (!) von Progenie betroffen, so dass dort wirtschaftliche Behandlung not tut. Eine interessante Studie von dort habe ich leider nur auf Papier:

Behandlungsbeginn meist erst mit 9 Jahre, mit einer nicht zu komplizierten Doppeldecker-Spange, die Elemente verschiedener bewährter Bauformen enthält. Hinzu kommen tägliche Muskelübungen. Hingegen braucht die Spange nicht zur Schule getragen zu werden. Für leichtere Fälle genügt eine davon, schwerere kriegen danach ein zweites Exemplar. Führt zwar nicht zum Hollywoodgebiss, aber ohne Leiden, Risiken und hohe Kosten zur gesunden Zahn- und Kieferstellung.

-- 4 -- Die Gruppe der Kaugummieffekt-Doppelzahnspangen:

4a Maximaler Kaugummieffekt mit dem Boxerschutz-artigen Gummiding der Dentosophie-Therapie (Kapitel in o.g. Hauptseite). Muss tagsüber nur kurz, aber mit aktiver Muskelbetätigung getragen werden, sowie nachts.

4b Mit Silikon-Auflagen verbesserter Umkehrbionator.

4c Kinetor nach Stockfisch (Bausatz, konventionelle Technik, seitlich etwas einengend)

4d Bimler-C-Gerät, sowie Maxillator nach Hangl = Mischung aus Bimler-Gerät und U-Bügel-Aktivator.

5. Rückschub-Doppelplatte (Bausatz, konventionelle Technik, seitlich etwas einengend). Zwei, die ineinandergreifen, Oberkiefer-Dehnschraube auch hier möglich.

STATT 1 -5 ist hier und heute leider auch schon für kleine Kinder die Gaumennahtsprengung (GNE, „Kieferweitung“) in Kombination mit der Gesichtmaske (Delaire-Maske) im Vormarsch. Dabei reißt die GNE den Oberkiefer lediglich brutal entzwei und verbreitert ihn unter Ausnutzung eines Knochen-Reparaturmechanismus. Obwohl man bei kleinen Kindern noch so viel Wachstum sanft nutzen könnte! Traumatisierte Fälle sind mir bekannt! Und die Gesichtmaske zerrt den Oberkiefer lediglich brachial nach vorn, mit starker Belastung der Kiefergelenke. Beides ohne jede Mitwirkung der Muskulatur. Die wird durch die schmerzhaften Einschänkungen unter der Behandlung eher geschwächt, ähnlich wie bei einem Gipsverband. Eine fortdauernde Krankengeschichte wird so vorprogrammiert.

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Hi Larissa,

danke für deine Aufklärung, gerne hätte ich deine Informationen schon vor 10 Jahren erhalten :)

Nun, ich habe einmal im Internet ein bisschen nach deinem Namen gesucht und du scheinst ja sehr aktiv zu sein, was Verbreitung von alternativen Behandlungsmethoden in der Kieferorthopädie anbelangt. Als "Laie" kann ich deine obig genannten Methoden natürlich weder bestätigen noch verneinen. Trotzdem sind verschiedene Meinungen durchaus wichtig.

Ich habe mir nebenbei noch einige deiner veröffentlichten Artikel durchgelesen und du scheinst einen harten Kampf zu führen. Was mir persönlich etwas negativ ins Auge sticht, ist die schon allzu "hetzerische" Wortwahl deinerseits. Verdeutlichen will ich dies an einem Beispiel, mal davon abgesehen, ob nun eine GNE bei einem (diesem) Kind wirklich notwendig ist.

4. Zwei Opferberichte Gaumennaht-Sprengung, 8 und 9 Jahre:

Fall 1: „Meine neunjährige Tochter hat seit vorgestern diesen Apparat zur GNE im Mund. Seitdem kann sie kaum essen und trinken, weil das Kauen schwierig ist und alles irgendwie an der Spange hängenbleibt. Schlucken macht ihr Schwierigkeiten....

Das Verstellen der Schraube ist ein einziger Kampf: Sie verkrampft sich total, bringt kaum den Mund auf und klagt hinterher über Schmerzen an den Zähnen.“

Als Antwort darauf wurde beschwichtigt und verharmlost, in dem Sinne „sie wird sich binnen 1 Woche daran gewöhnen, bis dahin Schmerzmittel geben“. Weiterhin wurden die Eltern belogen, dass es zu dieser Tortur keine Alternative gäbe.

Nun, ich habe diese Prozedur selber hinter mir, weiß also wovon ich spreche. Richtig ist, daß die Apparatur am Anfang sicherlich unangenehm ist. Deswegen ist aber das liebe Mädchen noch lange kein "Opfer" und "Gaumennahtsprengung" hinterlässt eher den Eindruck, als würde dem Kind der gesamte Kopf explodieren. Zum Verstellen der Schraube, ich habe das nach 2 Tagen alleine gemacht, von Kampf keine Rede. Sowohl an Schlucken als auch Kauen, als auch an den Rest, gewöhnt man sich in der Tat nach einer Woche, die ich auch ohne Schmerzmittel ausgehalten habe.

Noch etwas zum Thema Progenie. Ich habe einen Eintrag in deinem Forum gefunden, wo ein 32 jähriger Progeniepatient meinte, ob er nicht alternative Methoden zur OP anwenden könnte. Nun gut, Kaugummieffekt hin oder her. Ich persönlich kann nicht glauben, daß eine "Progenie", die ja durchaus verschiedenste Erscheinungsformen besitzen kann, bei einem 32jährigen Patienten alleine mit alternativen Methoden "ausgebessert" werden kann. Selbst wenn es auch nur Ansatzweise möglich sein sollte, aus einer Klasse-III eine Klasse-I Verzahnung herzustellen, kann der Patient immer noch viel zu viel Kinnknochen haben, was die optimale Ästhetik - und darum geht es nunmal den meisten Patienten - weiterhin verhindert. Aber ich lasse mich da gerne von anderen, fundierten Meinungen überzeugen.

Trotzdem, Wörter wie "Foltergeräte" und "Körperverletzung" erzeugen bei mir den Anschein, daß du mehr Hetze machst, als sinnvoll Informationen zu verbreiten. (Denn Körperverletzung ist schließlich auch eine Vollnarkose, der man, genauso wie dem Behandlungsplan beim Kieferorthopäden ersteinmal zustimmen muss.) Aber vielleicht seh ich das auch falsch :)

Grüsse

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Lieber Webmaster, liebe Leser,

Verbreitung von alternativen Behandlungsmethoden in der Kieferorthopädie

Einige waren hier bis vor etwa 25 Jahren Standardmethoden...

Was mir persönlich etwas negativ ins Auge sticht, ist die schon allzu "hetzerische" Wortwahl deinerseits. Verdeutlichen will ich dies an einem Beispiel, mal davon abgesehen, ob nun eine GNE bei einem (diesem) Kind wirklich notwendig ist.

Nun, die wenigsten Eltern ahnen den Profitaspekt, der hinter diesem Verdrängen sanfter durch brachiale Methoden steht. Da hilft nur Aufrütteln. Daher bitte ich meine unwissenschaftliche Wortwahl zu entschuldigen. Zudem steht vor den „Opferberichten“:

Zugegeben, folgende Berichte mögen jeweils schlimmer als Durchschnitt sein, aber selten schlimme Verläufe sind es nicht. Man weiß nicht vorher, wie schlimm es wird, bzw. klärt nicht vorher, wie man dann da heraus kommt.

Und eine repräsentativere Datenquelle gebe ich auch an.

wo ein 32 jähriger Progeniepatient meinte, ob er nicht alternative Methoden zur OP anwenden könnte. Nun gut, Kaugummieffekt hin oder her. Ich persönlich kann nicht glauben, daß eine "Progenie", die ja durchaus verschiedenste Erscheinungsformen besitzen kann, bei einem 32jährigen Patienten

„Erscheinungsformen“ ist das Stichwort. Progenie kann (A) mehr zahnstellungs- oder (B) mehr kieferknochenbedingt sein, und kann unabhängig davon (1) mit oder (2) ohne Zwangsführung sein, d.h. ob der Unterkiefer beim Zubeissen weiter nach vorn rutscht oder nicht. Zumindest (A)(1)-Fälle haben auch als Erwachsene noch sanfte Heilungschancen, wie nicht nur der „Boxer“-Fall in meinem Dentosophie-Kapitel zeigt, sondern auch

http://www.tarzahn.de/Fallbeispiele/KFO.htm

von zahnärztlicher Seite aufwändig dokumentiert. Leider werden diese sanften Methoden nicht systematisch evaluiert. Wo sie fehlschlagen, kann man ja immer noch operieren.

Die wenigsten ahnen auch, was Operieren in Deutschland für ein Business ist – hier wird doppelt soviel operiert wie in anderen Industrieländern!

Trotzdem, Wörter wie "Foltergeräte" und "Körperverletzung" mindern bei mir den Anschein, daß du mehr Hetze machst, als sinnvoll Informationen zu verbreiten.

Gerade habe ich den Fall von zwei 7-Jährigen (!), denen zeitgleich die Gaumennaht gesprengt wurde, nachdem der KFO gerade von einer Studienreise aus USA zurück war. Die Eltern wurden mit der völlig fadenscheinigen Begründung zur Zustimmung gebracht, das würde Platz für die Weisheitszähne schaffen – so ein Blödsinn!

Auch die mit der GNE einhergehende Verbreiterung der Nase wurde ihnen verschwiegen: Verletzung der ärztlichen Aufklärungspflicht!

Das berichtende Opfer hatte lange Zeit Schmerzen und Schwierigkeiten beim Schlucken, dann jahrelang eine Zahnarztphobie, findet ihre verbreiterte Nase häßlich, und als sie später schließlich erfuhr, was da mit ihr gemacht worden war, eine Panikattacke!

Das Alter ist jedoch essentiell wichtig dafür, wie aussichtsreich eine sanfte Verbreiterung durch Wachstumsanregung mit herausnehmbaren Spangen stattdessen wäre. Ist sie aussichtsreich, was sie mit <10 Jahren sein sollte (Platzgewinn-Fallbeispiel meiner Seite), dann ist GNE Körperverletzung. Bei Erwachsenen ist das anders.

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