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Lagartixa1980

zentrolaterale Mittelgesichtsfraktur nach Unfall und dessen Versorgung in der Unimedizin Mainz

Ich verfolge schon seit Langem die interessanten Beiträge in diesem Forum und wollte jetzt mal, auch wenn es nicht ganz so zum Thema passt über meine Erfahrungen in der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie in Mainz berichten.

Mir wurde im Rahmen eines Kampfsporttrainings durch einen Fußtritt ins Gesicht der Oberkiefer in der LeFort I Ebene abgerissen.Zusätzlich hatte ich eine Nasenbein und Jochbeinfraktur mit Beteiligung des Orbitabodens.

Nach Aufnahme über die Notaufnahme der Unfallchirurgie der Uniklinik, wurde ich zunächst mit Eisbeutel im Gesicht und Nierenschale in der Hand mehr oder weniger sitzengelassen und sollte auch eigentlich wieder nach Hause geschickt werden, da niemand in der Lage war den Ernst der Lage zu erkennen. Ich blutete mehr oder weniger stark aus der Nase und hatte schon direkt nachdem ich wieder zu mir gekommen war noch auf der Trainingsmatte bemerkt, dass mein Oberkiefer sich mehr oder weniger lose unabhängig von meinem Kopf bewegen lies. Aber das schien hier niemanden zu interessieren. Es wurde mir gesagt, wenn ein CT gemacht würde, müßte ich halt über Nacht auf Station bleiben ansonsten könne ich wieder gehen. Ich sagte daraufhin, dass ich schon lieber das CT machen würde und so wurde ich mit dem Rollstuhl ins 1.OG der Chirurgie zum Notfall-CT gebracht, welches dann auch laut Information von einem Arzt zwischen Tür und Angel ergab, dass ich eine zentrolateralen Mittelgesichtsfraktur zentrolateralen Mittelgesichtsfraktur mit  Nasenbeinfraktur, Jochbeinfraktur mit Orbitabodenbeiteiligung links und Absprengung der Maxilla in der LeFort I Ebene hatte. Sie brachten mich daraufhin für diese Nacht auf Station, da sie die Bilder dem zuständigen Arzt der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie gezeigt hatte und dieser gesagt hatte, dass es sich um einen Notfall handeln würde, die MKG aber für diese Nacht kein Bett frei hätte so dass ich erst am nächsten Tag verlegt werden könnte. Ich verbrachte daraufhin eine mehr oder weniger schlaflose Nacht mit einen älteren Dame, die mich für Ihre Schwiegertochter hielt auf Station mit Blutdruckmanschette am Arm und jede Stunde Besuch von einer Schwester mit Taschenlampe um die Pupillenreflexe zu überprüfen, da ja eine Gehirnerschütterung vermutet wurde.

Am nächsten Morgen wurde ich dann von einer Hilfsschwester mit einem Rollstuhl quer über den Klinik-Campus in die Zahnklinik gebracht und landete dort nach mehreren Irrwegen endlich im 4.OG vor dem Verbandszimmer der Station 4A der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie. Als ich dann endlich an der Reihe war erläuterte mir der Arzt, dass der Kieferbruch vor allem durch die Orbitabeteiligung beim Jochbeinbruch sofort notfallmäßig operiert werden müsse, da ich mit dem linken Auge auch auf Grund der Orbitabeteiligung Doppelbilder gesehen hatte. Ich wurde daraufhin zum Röntgen ins 2.OG gefahren und wartete danach im Zimmer auf meine OP. Plötzlich kam dann endlich die Schwester mit dem Dormicum vorbei und schob mich über die gesamte Station in den OP. Dort musste auf die andere Liege umsteigen und die netten Anästhesisten diskutierten mit mir zur Ablenkung während des Zugang legens und EKG anlegens über Kampfsport. Ich sollte dann so ein Fläschen mit Flüssigkeit trinken, bekam aber wegen des Kieferbruchs den Mund nicht auf und so schnitten sie mir einen Absaugschlauch als Strohhal zurecht. Ich hatte von der Anästhesie schon im Vorhinein erfahren, dass ich eine nasale Intubation erhalten würde, da ich ja den Mund nicht aufbekam und mir wurde gesagt, dass man bei der nasalen Intubation noch während der Intubation bei Bewusstsein sein müßte wovor ich etwas Angst hatte. Zum Glück war das letzte an das ich mich im Nachhinein von vor der OP erinnere nur der Tubusschlauch der auf meine Nase zukam. Danach habe ich nichts mehr mitbekommen. Als ich im Aufwachraum mit Blick aus dem Fenster auf den Himmel aufwachte, stellte ich als erstes sofort fest, dass ich meinen Mund jetzt gar nicht mehr öffnen konnte. Sofort kam eine Schwester auf mich zu und sagte mir, dass der Kiefer verdrahtet sei und alles ok sei so wie es wäre. Ich muss dann wieder eingeschlafen sein, weil als ich das nächste Mal wach wurde lag ich wieder in meinem Zimmer, hatte ine Blutdruckmanschette am linken Arm, einen Sauerstoffschlauch am Kinn kleben und einen Eisbeutel um den Kopf. Schmerzen ließen sich aushalten.

Ich mußte insgesamt 1 Woche auf Station bleiben und nach dieser 1 Wochen wurden die Drähte zwischen meinen Kiefern dann durch Gummis ersetzt, die die nächsten 6 Wochen  drinbleiben sollten. Ich war also gezwungen mit 6 Wochen lang nur von Suppe durch zwischen den Zähnenn durchschlürfen zu ernähren. Ich habe 6 Kilo abgenommen während dieser Zeit. Die Fäden wurden nach 10 Tagen gezogen,was bei den Fäden in der Mundschleimhaut schon ziemlich weh tat, weil die ziemlich eingewachsen waren.

Nach den 6 Wochen mit den  Schrauben und Gummis im Mund wurden die Schrauben dann auch endlich entfernt, wo ich auch echt Angst vor den Schmerzen beim Entfernen der Schrauben hatte, was sich jedoch als relativ schmerzfrei und harmlos entpuppte. Leider war ich danach nur durch den eigentlich erwarteten starken Schmerz kreislaufmäßig so unten, dass ich auf dem Weg aus der Ambulanz im Aufzug nach  unten umgekippt bin und den halben Nachmittag bei Glukose-Lösung und am Blutdruckmessgerät in der Kieferchirurgischen Ambulang im EG zubringen mußte und warten mußte bis mich jemand abholt, da mir verboten wurde Auto zu fahren.

 

Am nächsten Dienstag (genau 9 Monate nach OP) steht jetzt die ME an. Am Dienstag war ich bei der Anästhesie-Vorbesprechung und man teilte mir mit, dass wahrscheinlich wieder über die Nase intubiert würde! (ANGST) Ich hoffe jetzt natürlich, dass ich davon wieder nicht so viel mitbekomme, wie beim letzten Mal! Hat jemand von Euch Erfahrung mit nasaler Intubation oder ähnliches erlebt?

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Hey, es tut mir echt leid, dass du auf Grund eines Unfalls soviel mitmachen musstest. Da gehörst du ganz bestimmt in eine gesonderte Kategorie, weil die meisten Forenmitglieder hier lassen sich den Kiefer aus gesundheitlichen Gründen brechen.

 

Es ist echt erschreckend, dass man bei der Aufnahme so sitzen gelassen wird und sich niemand darum gekümmert. Neuerdings liest man viel in der Zeitung und es ist kein Einzelfall. Überlege dir, sobald du wieder 100% gesund bist, dich beim Krankenhaus zu beschweren.

 

Zur Frage: Intubation.

Also bei meiner Bimax wurde ich ebenfalls per Nase intubiert. Und zuvor bekam ich eine Narkose durch die Vene. Somit habe ich absolut 0 mitbekommen.

 

Du kannst vor der OP kurz noch mit dem Anästhesisten reden, dass du Angst davor hast. In meinem Fall, war ich eher darum besorgt, wo sie die Kanüle stechen, nach einer kleinen Absprache war das aber gar kein Problem. Und da lag ich auch schon auf dem OP-Tisch.

 

Die Metallentfernung ist laut meines KFCs ein kleiner Eingriff, nach 1-2 Tage Post-OP dürfe man wieder nach Hause.

 

Ich wünsche dir eine gute Genesung und alles Gute!

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....

mit mir zur Ablenkung während des Zugang legens und EKG anlegens über Kampfsport. Ich sollte dann so ein Fläschen mit Flüssigkeit trinken, bekam aber wegen des Kieferbruchs den Mund nicht auf und so schnitten sie mir einen Absaugschlauch als Strohhal zurecht. Ich hatte von der Anästhesie schon im Vorhinein erfahren, dass ich eine nasale Intubation erhalten würde, da ich ja den Mund nicht aufbekam und mir wurde gesagt, dass man bei der nasalen Intubation noch während der Intubation bei Bewusstsein sein müßte wovor ich etwas Angst hatte. Zum Glück war das letzte an das ich mich im Nachhinein von vor der OP erinnere nur der Tubusschlauch der auf meine Nase zukam.

 

Hallo,

 

die Aussage vom Anästhesisten wundert mich doch ziemlich. Ich hatte inzwischen zwei große Umstellungs-OP, einmal vor 26 Jahren eine OK-VV, letztes Jahr dann eine Bimax. In beiden Fällen wurde über die Nase intubiert, aber ich war in keinem der beiden Fälle für die Intubation bei Bewußtsein, sondern die Narkose wurde jeweils vorher schon anders eingeleitet, ich glaube damals über Maske, diesmal über die Vene. Und im Prinzip will bzw. braucht man für die Intubation einen entspannten Patienten ohne möglich Abwehrreflexe im Rachen, ohne Probleme bekommt man einen Schlauch nicht wirklich den Hals runter, wenn nicht in irgendeiner Form betäubt wird.

 

Ich glaube, für die Umstellungs-Osteotomien ist die nasale Intubation der Normalfall, damit man ein freies Arbeitsfeld hat und einem nicht noch ständig der Intubationsschlauch im Weg ist, von daher sollten eigentlich die meisten Leute hier eine nasale Intubation erhalten haben, aber ich habe noch nie gelesen, dass jemand für die Intubation bei Bewußtsein war. Kann es eventuell bei Dir ein Sonderfall gewesen sein, weil Du vor der OP schon geschwollen warst? Aber hier bin ich gerade ziemlich am Spekulieren. Aber wenn die Schwellung ein Grund war, sollte das jetzt für die Metallentfernung ja kein Grund mehr sein. Hast Du vor der OP nochmals einen Termin mit der Anästhesie? Dann würde ich die Angst vor der Intubation ansprechen.

 

Alles Gute für die ME!

 

Irene

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Hallo Lagartixa,

 

das hört sich ja schlimm an, wenn man da mit einer solchen Verletzung und ja sicherlich auch ziemlichen Schmerzen erstmal einfach so sitzen gelassen und nicht so richtig ernst genommen wird...Aber schön, dass du alles so gut überstanden hast und die ME ist nicht schlimm.

 

Zu der nasalen Intubation - Mir wurde genau das gleiche gesagt, dass der Tubus gelegt werden müsste, wenn man noch halbwegs bei Bewusstsein ist. Ich habe aber auch weder bei der Bimax noch bei der ME etwas davon mitbekommen oder ich kann mich einfach nicht mehr daran erinnern, das kann auch sein (einige der Medikamente zur Narkoseeinleitung rufen eine retrograde Amnesie hervor). Also würd ich mir nicht zu viele Sorgen machen, wahrscheinlich wirst du auch diesmal wieder nichts davon mitbekommen. Wünsche dir auf jeden Fall alles Gute für die ME!

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Ich wurde für meine Kiefergelenksspülung auch über die Nase intubiert und bekam erst die Narkose und dann die Intubation. Die Anästhesistin hat mir das Mittel über die Vene gespritzt, ich war weg und habe daher auch nichts mitbekommen.

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Hallo Lagartixa,

 

zusätzlich zu dem, was Sunflower bezüglich der retrograden Amnesie gesagt hat, darf man auch nicht vergessen, dass das, was ein Anästhesist unter Bewußtsein versteht, doch ziemlich weit entfernt von dem sein kann, was man als Laie unter Bewußtsein versteht, wie mir vor ein paar Wochen ein Anästhesist in privatem Rahmen erklärt hat. Soweit ich weiß, kommen Patienten nach einer normalen OP erst dann in den Aufwachraum, wenn sie soweit wach sind, dass sie auf Ansprache reagieren, aber im Normalfall weiss man davon gar nichts mehr und jeder Laie, der einen sieht, würde einen noch nicht als auf der Narkose aufgewacht bezeichnen.

 

Du solltest also bei der ME genausoviel oder -wenig wie beim letzten Mal von der Intubation mitbekommen, wenn nicht noch weniger.

 

Alles Gute für die ME!

 

Irene

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Vielen lieben Dank für Eure Beiträge und die hiflreichen Vorschläge und Anregungen!

Morgen ist es soweit...ME
Ich werde berichten wie's gelaufen ist!

 

Liebe Grüße

 

Nadine

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