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yule

UK-VV am 17.4.2013 in Klagenfurt

Hallo liebe "Leidensgenossen"! Da ich mittlerweile auf den letzten Metern meiner "Zahn-Reise" angelangt bin, möchte ich diese nun mal schriftlich niederbringen und natürlich teilen :smile:

 

Zu mir und meiner Geschichte:

Bin mittlerweile 26 Jahre alt und denke schon zu den alten Hasen der Kiefer-Chirurgie und Kieferorthopäde zu gehören. Ich habe mittlerweile das dritte (!!) mal eine festsitzende Zahnspange, begleitet von geschätzten 15 Operationen im Kieferbereich. Wobei ein großer Teil davon Zysten-Extraktionen waren, eine Oberkieferosteotomie, eine Unterkieferosteotomie und eine Unterkiefervorverlagerung.

 

Noch zu erwähnen bleibt, dass ich zu Geburt eine Lippen-Spaltung hatte (was wohl auch der primäre Grund für die ganze Misäre zu sein scheint ;-) )

 

Ich will den Ablauf etwas aufteilen. Erst ein kurzer Überblick zu den 3 Spangen, dann gibt es noch die OP-Berichte aufgelistet :smile:

 

Zahnspange Part 1)

Die erste Zahnspange gabs wohl im legitimen Alter, denk so 11-14 Jahre war das damals. Mit der Zahnspange wurde damals auch die erste Zyste (damals im OK frontal) gefunden. Diese sollte aber nicht die erste ihrer Art bleiben und von da an gab es eigentlich jedes Jahr 1-3 Zysten zu finden und zu entfernen (oft unter Vollnarkose, die kleineren wurden ambulant "versorgt"). Mehr gab es zum ersten Durchgang nicht zu sagen. Zahnspange verlief normal über 3 Jahr und wurde dann entfernt.

 

Jedoch war mein Kiefer durch die vielen Zysten schon recht lädiert und durch die vielen Knochenhöhlen begann sich die Zahnreihe im OK bald wieder zu verschieben, was zu Zahnspange Part 2 führte:

 

Zahnspange Part 2)

Die zweite Spange gab es dann im Alter von 16 Jahren. Hier wurde bereits zum Start die Unterkieferosteotomie+Nasenkorrektur (durch Lippenspalte nicht wirklich ansehlich) mitgeplant. Es waren wiederum 3 volle Jahre nötig und auch die Zystenmisere ging weiter, nicht mehr so aggressiv wie die Jahre davor aber auch in den drei Jahren galt es ein paar Zysten zu finden und zu entfernen. Zu der Zeit wurde wohl auch die größte Zyste entdeckt, tief hinten drin im Oberkiefer. Deren Extraktion dauerte 4 Stunden und wurde über die Nase erledigt. Am Ende der drei Jahre gab es die Unterkiefer-Osteotomie+Nasenkorrektur.

 

Die Operation schloss meinen offenen Biss und ich war eigentlich recht zufrieden!

 

Nun kam der Punkt an dem ich resignierte. Die zweite Spange war runter und ich war in der Nachbehandlungsphase (Plastikschiene etc.). In dieser Zeit wurden 2 weitere kleine Zysten gefunden und für mich war das der Zeitpunkt, wo ich für mich persönlich mit allem Schluss gemacht habe. Ich ging nicht mit zu meinem Kieferorthopäden, auch habe ich alle Kontrolltermine in der Klinik sausen lassen. Ich wollte einfach nichts mehr wissen was meine Zähne, mein Kiefer und alles drum herum betraf :smile:

 

Diese Resignation dauerte recht lange und hatte wiederum zur folge, dass sich meine Zähne (wieder im OK) erneut verschoben haben, auch kam der offene Biss zurück. Mit 24 Jahren jedoch konnte ich den Anblick der schiefen Zähne einfach nicht mehr ertragen, hab mich wieder aufgerafft und ging in die dritte Runde!


Zahnspange Part 3)

So, nun da war ich, 24 Jahre wieder bei (dieses mal bei einem neuen) Kieferothopäden, erneute Planung und es wurde auch die Oberkieferosteotomie (Drehung + Vorverlagerung) mitgeplant. Die Operation sollte nach einem Jahr Spange erfolgen, da die Zähne nur noch geringfügig verschoben waren.

 

Bis zum Operationszeitpunkt gab es keine Anzeichen weiterer, oder erneuter Zysten. Die Operation wurde geplant und fand letztes Jahr (Juli 2012) statt. Wie es nicht anders zu erwarten war, wurden "spontan" während der Operation 2 Zysten im OK entdeckt und entfernt. Im ersten Nachgespräch meinte der Chirug, er hätte in seiner gesamten Laufbahn noch nie so ein zerrupftes Kiefer vor sich gehabt :smile:

Letzte Woche (April 2013) gab es noch die Unterkiefervorverlagerung und die Spange kommt nächsten Monat runter!

 

Das war der erste Teil, 3 Zahnspangen, 3 völlig verschiedene Abläufe würde ich meinen. Nun folgen die OP-Berichte:

 

Generelle Operationen (Zysten):

Ich habe sie gehasst, jede Operation war ein Martyrium, jede Operation war für sich unnötig und brachte mit keine Vorteile. Es gab auch nie eine wirkliche Erklärung warum die Zysten mein Kiefer so gern hatten. Es gab Vermutungen in Richtung Veranlagung, dann wiederum in Richtung Säuregehalt etc (was 1/2 Jahr Basenpulver und eingeschränkte Ernährung mit sich führe - war die Hölle) und zum Schluss wurde mir gesagt, meine Psyche sei Schuld  :483:

 

Wie bereits erzäht, gab es die erste Zyste mit ca. 12 Jahren und die letzte wurde mir letzten 2 wurden mir letztes Jahr mit 25 entfernt. Das Spiel scheint noch nicht vorbei, aber ich habe mich daran gewöhnt :smile:

 

Unterkieferosteotomie:

Im generellen hab ich mich auf diese OP gefreut, weil sie Veränderung bringen sollte. Leider kann ich mich an den genauen Ablauf nicht mehr erinnern, ich weiß jedoch noch, dass ich die Entscheidung damals leichtfertig gefällt habe, ohne an die Zeit danach oder gar an Komplikationen gedacht zu haben. Ich weiß noch, dass die Post-OP Zeit recht anspruchsvoll und schmerzhaft war, jedoch wurde damit mein offener Biss geschlossen und das war es wert (natürlich wusste ich damals noch nicht, dass der Biss wieder auf geht :smile: )

 

Oberkieferosteotomie:

Diese OP fand letzten Juli statt. Mein Kieferorthopäde im Durchgang 3 war auch mein Kieferchirurg und ich empfinde ihn als sehr kompetent, aber auch als sehr menschlich. 

Er warnte mich bereits bei der Planung, dass die Operation, vor allem die Post-OP Zeit sehr hart sein würde und ich es mir genau überlegen sollte. Wie immer, war ich auf das Ergebnis fixiert und der Aufwand dafür war mir egal, ich wollte einfach, dass es besser wird! :smile:

 

Die OP selbst dauerte 4-5 Stunden und wie bereits geschrieben, wurden während der OP 2 weitere Zysten entdeckt und entfernt. Mein Arzt meinte noch, das größte Problem für ihn bestand darin, genug gesunden Knochen zu finden um das verlagerte Kiefer wieder fixieren zu können. Er bat mich in den nächsten 6 Monat sehr viel Acht auf mich zu geben, denn würde das Kiefer (wie auch immer) erneut brechen gäbe es nur noch sehr wenige Möglichkeiten es erneut zu fixieren.

 

Die ersten Tage nach der OP empfand ich als sehr schmerzvoll. Zähne waren verdrahtet und zum Essen gab es alles, was flüssig war :smile:. Ich bin auch angeschwollen wie ein Fußball, vor allem der zweite Tag nach der OP war heftig. Mein Gesicht war so geschwollen (selbst mit Kühlung etc.), dass ich die Augen nicht mehr wirklich aufbekommen habe. 5 Wochen nach der OP gab es das erste mal wieder "festes" Essen. Mein Gewicht ging von 82 auf 66 Kilo runter....

 

Die Operation war sehr erfolgreich, der offene Biss war endgültig weg, und mein Profil hat sich sehr verbessert. Jedoch hatte ich immer noch Problem mit meinem zurückliegenden Unterkiefer..............

 

Unterkiefervorverlagerung:

Wie darum gebeten habe ich die nächsten 6 Monate nach der OK-Osteotomie sehr ruhig verbracht. Im Feb. 2013 habe ich mich mit meinem Kieferorthopäden entschlossen, noch das Unterkiefer in Angriff zu nehmen. Diese OP sollte eine "kleine" sein. Es wurde lediglich der Frontknochen des UK abgesägt verlagert und fixiert, keine Zysten, keine Komplikationen......... total langweilig ..... :smile:

 

Ich sitze jetzt noch mit geschwollenem Kiefer hier (seh aus als hätte ich 50kg mehr), jedoch schmerzfrei und sehr glücklich weil das voraussichtliche Ergebnis ein sehr gutes zu sein scheint. Jedoch kann ich das erst in 1-2 Wochen bestätigen.

 

Resümee:

Ich denke immer noch, dass ich zu den alten Hasen der Kiefer-Chirurgie und Orthopädie zähle, bitte mich zu korrigieren, wenn man anderer Meinung ist :smile:

 

Was ich euch raten kann/will:

Wenn ihr vor der Entscheidung steht eine Operation (welche auch immer) zu machen, müsst ihr euch bewusst sein, dass die Post-OP Phase immer eine sehr harte sein wird. Sie wird schmerzvoll, Verzichten auf Essen, soziales Umfeld, etc.. gehört dazu und ich persönlich hab mich kurz nach jeder OP selbst verflucht, warum ich mir sowas nur antue!!!!

 

Jedoch wusste ich immer was ich will, ich war immer Ergebnis orientiert und kämpfte mich durch jede harte Zeit. Heute sitze ich hier mit 7 Platten und 28 Schrauben im Kiefer und bin glücklich über jede einzelne davon. Sie gaben mir eine neue Lebensqualität und auch ein neues Selbstwertgefühl :smile:

 

Das ist wohl auch das Ende meines kleinen Berichtes, ich habe mich recht allgemein gehalten, bin aber gern bereit Detailfragen zu beantworten. Villeicht hilft dieser Bericht ja dem ein oder anderen, oder motiviert Leute die momentan gerade in Behandlung sind immer wieder weiter zu machen und nicht zu verzweifeln! :smile:

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Hallo yule,

 

ich dachte, ich hätte schon einiges Ungewöhnliches bei mir, aber Du toppst das definitiv. Ich wünsche Dir erst einmal ein gutes Abschwellen, das Ergebnis, dass Du Dir erhofft hast und vor allem keine weiteren Zysten mehr.

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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Das mit den Zysten ist auf jeden Fall ein "interessantes" Thema, ich habe auch im Moment 2 Stück, von denen ich weiß und frage mich, warum das so ist. Das eine ist eine "Tornwaldt"-Zyste die im hinteren Nasen/Rachenraum sitzt und eine direkt im Kopf, eine Pinealiszyste die an der Zirbeldrüse, die laut Aussage beide ungefährlich wären :552:  Zur Kontrolle damit muss ich nochmal, vor allem die im Kopf soll kontrolliert werden.

 

Da haste ja auch schon einiges hinter dir, aber umso schöner wenn das Ergebniss hinter her dann zufrieden stellend ist :)

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