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makkaratha

ME 27.05.13 am UKB Berlin

Vorgeschichte:

Vor 5 Jahren mit 17 Jahren eine GNE in Offenbach

Vor 4 Jahren OK-VV 3mm + Schwenken

Vor 1 Jahr hat sich eine Fistel am Knochen gebildet mit der Erklärung, dass sich die Platten gelockert haben. Da Offenbach es nicht für nötig befand, diese Situation zu ändern, habe ich mich unter Vollnarkose am Unfallklinikum Berlin operieren lassen.

 

OP-Tag:

Bin morgens um 7 auf Station, wo ich noch 5 Stunden warten musste, bis es zur OP ging. Ich war sehr aufgeregt, auch wenn ich wusste, dass die ME ein "Klacks" im Vergleich zur OP vor 4 Jahren werden würde. Da ich sehr viele Stunden hatte, um mich psychisch aufzuputschen, bin ich nur noch in Tränen ausgebrochen, als die Schwester mich abgeholt hat. Ich war regelrecht panisch, meine Hände und Lippen waren blau, weil sich die Venen so zusammenzogen. In der OP- Vorbereitung waren die Schwestern und Anästhesisten jedoch extrem nett. So wirklich beruhigen konnte ich mich jedoch nicht. Die Arme Anästhesieschwester, die mir den Zugang legen musste, war hart bestraft, eine Vene zu finden. Zitternd und weinend bin ich eingeschlafen.

 

Der Aufwachraum in Offenbach ist mir sehr negativ in Erinnerung geblieben. Am meisten die SItuation, dass mir eine Schwester einen Waschlappen auf das taube Gesicht mit Nasenbluten schmiss, mit den Worten "Ich habe Ihnen doch gesagt, dass Sie sich sauber machen sollen!".
Umso positiver war der sehr kleine Aufwachraum im UKB, wo wir nur mit 3 Personen drin lagen. Sofort habe ich gemerkt, dass es mir wirklich gut ging. Natürlich war alles taub und angeschwollen, aber mein Allgemeinbefinden war sehr gut - keine Übelkeit, kein Weinen mehr, nichts.
Entsprechend schnell habe ich mich dann auch über den Tag erholt. Auch schön war, dass ich alleine auf dem Zimmer war, sodass ich ohne Scheu hin und her rennen konnte und meine Mama die ganze Zeit bei mir war. Erst nachts kam dann eine weitere Person aufs Zimmer.

 

1 Tag post OP:

Morgens bin ich zur Nachuntersuchung, die meinte, dass ich einen ausgeprägten Bluterguss in den Wangen hätte und daher noch eine Nacht bleiben müsse. Außerdem wurde mir erzählt, dass sich die Fistel gebildet hatte, weil eine der Schrauben sich in den Knochen zwischen Kiefer und Nase gebohrt hatte, dadurch hatte ich ein kleines Loch, durch das sich die Fistel vor ein paar Wochen in Richtung und danach durch die Nase entleert hatte. Wirklich interessant, ich hatte mich schon gewundert, warum mir das Eiter aus der Fistel eines Tages aus der Nase lief.
Ich war so fit, dass ich die ganze Zeit hin und her lief, meine Kühlpacks selbstständig aus dem Geräteraum holte, einen anderen Patienten im Rollstuhl zum Röntgen schob und heimlich mit meiner Mutter einen Kartoffelauflauf im Bistro aß (Ich hatte wirklich, wirklich so Hunger  :445: ). Das Problem des UKBs ist, dass es ein Unfallkrankenhaus ist, daher die Fälle auf Station nur schwer planbar sind. Dass man also von Zimmer zu Zimmer immer wieder umgebettet wurde, war Standart. Als dann Nachmittags also eine Schwester kam, um mich wieder in ein anderes Zimmer zu schieben, entschieden wir heim zu fahren. Das war dann auch kein Problem. Ich fragte, ob es nicht in jeder Interesse wäre, wenn ich Platz für den nächsten Notfall machen würde und schwupps saßen wir dann schon im Auto zurück in meine Wohnung. 

 

1 Woche post OP

Am Kontrolltermin 8 Tage später, wurden mir die Fäden gezogen. Also wenn ich meine jetzige Naht, mit der von der OK-VV vergleiche, hat der Operateur am UKB wirklich sehr schön genäht, ganz glatt und ordentlich :).

 

2 Wochen post OP

Ich bewerbe mich für Praktika im Rahmen meines Studiums und habe Bewerbungsbilder gemacht, heißt: Ich bin komplett abgeschwollen.

 

Fazit

Die Schwellung war zwar so stark wie auch bei der Haupt-OP, trotzdem ging sie sehr schnell zurück. Schon 1 Woche später sah man nur noch wenig, jetzt ist alles weg. Meine tauben Stellen an Lippe und linker Wange sind auch so gut wie regeneriert. Ich hoffe diese olle Kiefergeschichte ist jetzt endlich völlig vorbei. 

Das UKB war für mich die richtige Adresse, die Station ist zwar durch das hohe Notfallaufkommen unglaublich chaotisch aber die Schwestern managen das super. So nette Schwestern habe ich weder in meiner Krankenhaushistorie, noch in der von Bekannten erlebt. Auch, dass man selbstständig in den Geräteraum konnte, um sich Kühlpacks zu holen empfand ich als sehr angenehm und war für die Schwestern natürlich eine Entlastung. Ich war schon fast ein bisschen rührselig, als ich nach den knappen 2 Tagen die Station verließ und mich bei diesen bedankte.

Über den Arzt kann ich eigentlich nicht wirklich viel sagen, habe ihn kaum gesehen, er kam nur morgens 1x kurz zur Visite. Eine ME ist für die ja wirklich so spektakulär wie eine Milchzahnentfernung, hab ich das Gefühl.

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