Schokolädchen

Metallentfernung (ME) am 10.7.2013 bei Dr. Werner im Marienhospital Stuttgart

Hallo miteinander!

 

Hier mein wieder lang gewordene OP-Erfahrungsbericht zur Metallentfernung. Wie schon beim Bimax-Bericht bitte beachten, dass es anscheinend bei mir normal ist, dass alles irgendwie nicht ganz normal verläuft, hier z.B. die Dauer des KH-Aufenthalts (schon ungewöhnlich lang) und die Schwellung und Hämatome, von meinen Magenschmerzen ganz abgesehen.

 

Dienstag 9.7.13

 

Ankunft gegen 9:45 im MH. Erst einmal eine Wartemarke bei der stationären Aufnahme ziehen. Wartezeit war teilweise eine interessante Personenstudie. Es war eine Frau dabei, die sich lautstark mit einer anderen Frau unterhielt, wie immer schlechter die Welt würde, was sie schon alles mitgemacht hat, dass keiner mehr Respekt zeigt, …, dass ich mich doch gefragt habe, was eigentlich mit ihrem Respekt gegenüber den anderen sei, nicht jeder in dem Wartebereich will ungefragt all das mitbekommen und bei ihrer Lautstärke hatte man keine Wahl. (Und dann ist sie fast eins zu früh reingegangen, weil sie ihrer Wartemarke nicht richtig gelesen hatte).

 

Danach die Aufnahmeformalitäten, alles möglich unterschreiben, kurz die Studentin, die die Aufnahme macht, drauf hingewiesen, dass bei der Wahlleistung Zwei-Bett-Zimmer der Fernsehen und die Grundgebühr Telefon mit dabei sind. Diesmal wurde mir auch noch ein „schickes“ Armbändchen mit meinem Namen und einer Nummer um den linken Arm geklebt.

 

Danach ging es hoch auf die Station. Dort musste ich mit meiner Zimmernachbarin erst noch warten, bis das Zimmer für uns beide gereingt war.

Danach hatte erst meine Zimmernachbarin, dann ich das Aufklärungsgespräch inklusive Blutabnahme mit dem Stationsarzt Dr. Bitschi. OP ist für mich gegen 10:00 Uhr geplant. Nach dem Mittagessen ging es dann noch zum Narkosegespräch.  Zusätzlich habe ich mir noch eine CD mit den letzten Röntgenbilder geholt, die erste CD hatte nach einmal lesen den Geist aufgegeben und lies sich in verschiedenen Laufwerken nicht mehr lesen.

Danach hatte ich noch ein Gespräch mit einem vom den „Nasen“-Chirurgen im MH. Leider macht die MKG dort bei der ME keine Nasen mit, ich nehme an, vor allem deshalb, weil es eine dort eine sehr gute Nasenabteilung gibt. Außer hört es sich beim mir so an, als ob wirklich alles mit dabei wäre (was habe ich auch anders erwartet :-(), und es ist schon an eine OP-Zeit von 3 Stunden gedacht und dann ist die Trennung wahrscheinlich wirklich besser. Die Nasen-Menschen wollen auch einen Abstand von 6 bis 8 Monaten zwischen der ME und der Nasen-OP, auch damit sich alles beruhigt hat und es optimale Voraussetzungen für den elektiven Eingriff sind.

 

Nach dem Abendessen um 17:00 Uhr kam dann noch mein eigentlicher Operateur Dr. Werner vorbei und wir haben auch nochmals drüber gesprochen, was gemacht wird. Zusätzlich zur eigentlichen ME wird vorne noch eine Z-Plastik gemacht, da das Lippenbändchen seit der Bimax ziemlich stark zieht. Durch die Zweiteilung kam es auch zu einem Knochenrückgang zwischen den 1ern im OK, die bei mir sowieso schon extrem kurze Wurzeln haben. Es wird versucht, diese Lücke noch etwas aufzufüllen, auch wenn die Erfolgsaussichten anscheinend wirklich nicht sehr groß sind. Aber wenn man gar nichts tun, sind sie identisch Null und ich will wenigstens, dass etwas getan/versucht wird, da mich dieser Bereich vom optischen her sehr stört (ist aber für anderen nicht sichtbar).

 

Der Rest des Tages verging dann geruhsam, meine Zimmernachbarin und ich versuchten die Bedienung des Fernsehers mit dem Telefon zu meistern. Nicht ganz einfach, definitiv nicht logisch und die Beschreibung ist keine Glanzleistung für Verständlichkeit.

Zudem hat das Stationsteam beim Zusammenlegen eine gute Wahl getroffen. Wir gehen beide relativ spät ins Bett und ich hatte die Befürchtung, ich liege mit jemanden im Zimmer, der um 22:00 Uhr das Licht aus macht. Aber nein, als ich um 0:30 mein Licht ausgemacht hat, hat sie noch etwas weiter gelesen. (Aber ich habe zur Sicherheit meine Schlaftablette genommen und damit eine wunderbare Nacht verbracht).

 

Mittwoch, 10.7. (OP-Tag).

Aufgewacht bin ich gegen 7:00, da dann der Lärm auf dem Flur deutlich zunahm. Es gab noch letzte Instruktionen bzgl. der OP-Kleidung, dass ich mir den Mund mit einer desinfizierenden Lösung ausspülen soll und das vor der OP auch Otriven-Salbe in die Nase kommt.  Später kam dann eine Schwester mit einer Clexane-Spritze (Thrombose) vorbei. Haare habe ich mir wie beim letzten Mal wieder zu Zöpfchen gebunden, finde ich angenehmer als offen und auch einem Zopf kann man etwas unbequem liegen. Kurz vor 8 hieß es dann, dass ich mich doch schon fertig machen soll, eigentlich wäre noch jemand vor mir dran, aber er ist noch nicht da und damit man eventuell mich vorziehen kann. Also OP-Hemdchen angezogen, die OP-Unterhose, die eigentlich nur ein dünner Vliesstoff ist angezogen, die wahrscheinlich keinerlei Funktion erfüllt, außer dem Gefühl, man hat etwas an und natürlich die wunderbaren, weißen Thrombosestrümpfe. Nachdem ich fertig war, kam später die Schwester mit der Zeitung herein und meinte, er sei  jetzt doch noch gekommen, aber wirklich in letzter Sekunde. Zeigt vor allem, wie vernünftig es ist, bei einer etwas weiteren Anreise am Tag vorher im KH zu sein, macht das ganze doch geruhsamer.

 

Gegen 9 Uhr ging es dann runter in den OP, dort verlief eigentlich alles normal: Auf den OP-Tisch krabbeln, der Zugang wurde gelegt. Ich wollte zwar nicht wirklich, dass er mir in die Hand gelegt wird, aber da sind bei mir nun mal die schönsten Venen und es ging auch sehr schnell mit dem Zugang legen. Mein Operateur kam ganz kurz vorbei, dann ging es in den OP und die Narkose wurde über eine Spritze eingeleitet, wobei  ich diesmal die erste Spritze voll mitbekam, und noch mitbekam, wie gesagt wurde, noch eine zweite, aber dann war ich schlagartig weg. Aufgewacht bin ich dann einige Zeit später im Aufwachraum, mit Kühlmaske auf dem Gesicht. Dort tat sich eigentlich nicht viel, es gab den ersten Hinweis auf mein blaues rechtes Auge und später ging es auf Station.  Diesmal ging es mir nicht ganz so gut danach, irgendwie lief mir etwas den Rachen runter, so dass ich das Gefühl hatte zu ersticken und zweimal auch wirklich hyperventiliert habe. Und dann fragt mich die Schwester, ob ich Sauerstoff will, in so einer Situation will ich nicht selber entscheiden, da soll es gefälligst jemand anderes tun (da will selbst ich kein mündiger Patient sein).  Es ging mir auch dann entscheidend besser, als ich eine Nierenschale bekommen hatte und mehrfach ein Schleim-Blutgemisch abhusten konnte.

 

Bis dann die Dame vom Besuchsdienst kam …, sie ist mir so auf die Nerven gegangen mit ihrer Betüdelei und „Och wie schlimm, das wird schon wieder,  …, „dass ich sie gebeten habe, mich in Ruhe zu lassen.

 

Später kam dann noch mein Operateur vorbei, es ist alles so wie geplant gemacht worden. Die Platten wurden entfernt, eine Z-Plastik am oberen Lippenbändchen wurde gemacht, die Lücke zwischen den oberen Schneidezähnen wurde aufgefüllt und auf der rechten Seite wurde noch etwas Knochen geglättet. Er erwähnte noch etwas von die nächsten 3 Tage nur klare Brühe, ich versuchte ihm schon da klar zu machen, dass es bei mir keine gute Idee sei. Zum Auge meinte er, dass wahrscheinlich eine Ader geplatzt ist und dass ich feuchte Kompressen auflegen soll.  Später wurde auch noch ein Antibiotikum als Infusion angehängt, es kann gut sein, dass ich auch noch ein Schmerzmittel als Infusion bekommen habe und nachdem ich mehrfach gedrängelt habe, dass ich Magenschmerzen wegen Hunger habe, bekam ich auch noch etwas Brühe. Die erste Tasse ging sehr gut, bei der zweite Tasse merkte ich in der Hälfte, dass es jetzt genug ist.

 

Interessant fand ich aber auch die Reaktionen von meiner Bettnachbarin und mir auf die Narkose. Wir sind ja beide am Mittwoch operiert worden. Während sie jedoch den ganzen Tag verschlafen hat, war ich auf der Station wach und habe gelesen (wenn ich nicht gerade versuchte, Blut-Schleimpfropfen abzuhusten).

 

Donnerstag, den 11.7.

 

Der Tag fing damit an, dass ich mit starken Magenschmerzen aufgewacht bin, die sich auch noch weiter gesteigert haben, einfach weil ich so gut wie nichts im Magen hatte. Erst gab es noch von der Nachschwester eine Antibiotika-Infusion, dann wurde später Blutdruck und Temperatur gemessen und einmal Clexane zur Thromboseprophylaxe gespritzt. Auf der Station gibt es das Frühstück sowieso frühstens ab 8 Uhr, gegen 8:30 wurde meiner Bettnachbarin erst essen gebracht, dann wieder weggenommen und ich hatte immer noch nichts zu Essen.

 

Als dann kurz danach die Visite mit ca. 5 Ärzten kam, war ich wegen der Magenschmerzen und des Hungers so durch den Wind,  dass ich mich nicht mehr besonders zivil benommen habe. Ich glaube auch nicht, dass man mir zugetraut hat, dass meine Stimme so laut wird, weil ich im Bett gesessen habe und mich lautstark beschwert habe, dass ich nichts zu Essen bekomme. Ich sah nach dem Ausbruch jedenfalls in ein paar betretenen Gesichter. Es endet jedenfalls damit, dass es von Dr. Werner die Anweisung gab, dass ich um 6 Uhr schon etwas zu essen bekommen soll, zusätzlich bekam ich zwar flüssig zu essen, aber etwas substanzielleres als nur klare Brühe und es wurde erst eine Schmerzmittelinfusion und dann noch ein Magenschutz als Infusion angehängt. Und dann war ich wieder mit der Welt versöhnt und erträglich. Im Laufe des Vormittags ging es noch zum Röntgen, wobei ich mich erst noch einmal fahren lies. Das Mittagessen bestand dann aus Suppe ohne Stückchen und Früchtbrei. Am späten Nachmittag gab es noch eine Antibiotika-Infusion. Später kam auch noch Dr. Bitschi vorbei (der auch morgens mit dabei gewesen war) und meinte, dass eine Entlassung erst am Samstag ganz sinnvoll wäre. Ist mir auch ganz lieb, so ganz auf den Beinen fühle ich mich noch nicht und momentan ist die Kühlmaske auch noch angenehm, die ich fast durchgehend trage.  Außerdem gab es bei meinem Abholer eine Planänderung und während vor kurzem noch Freitag perfekt gewesen wäre,  funktioniert jetzt auch bei  ihm Samstag viel besser.

 

Nachdem jetzt auch noch das linke Auge anfängt blau zu werden, kommt die Kompresse wechselnd auf das eine und das andere Auge.

Nach dem Abendessen, auch wieder nur flüssig, aber so reichlich, dass ich nicht alles aufessen konnte gab es später nochmals eine Antibiotikum-Infusion sowie nochmals den Magenschutz als Infusion.

 

Freitag, den 12.7.

 

Der Tag begann um 5 Uhr mit dem Besuch der Nachtschwester, die die Antibiotikum-Infusion angehängt hat. Diese lief schon relativ langsam, danach gab es aber nochmals den Magenschutz als Infusion. Ich wusste gar nicht, dass eine Infusion so langsam laufen kann und trotzdem noch rein geht, ich glaube, sie hat über eine Stunde gebraucht. Später wurde noch Fieber und Blutdruck gemessen und die Thrombosespritze gesetzt und es gab immer noch kein Frühstück. Weder das versprochene frühe Frühstück noch das normale Frühstück, dass auf dieser Station einfach extrem spät kommt. Gegen 7:30 habe ich dann erst einmal meine Milchdrinks gemümmelt. Um kurz nach 8 Uhr hörte ich dann den Essenswagen und habe mir mein Frühstück selber geholt, da es doch noch einige Zeit gedauert hätte, bis der Wagen sich bis zu meinem Zimmer vorgearbeitet hätte. Zum Frühstück gab es einen Frühstücksbrei, der aber besser schmeckt als er sich anhört und eine Karottensuppe.

 

Später kam erst Dr. Bitschi vorbei und meinte unter anderem, dass ich bei der Schwellung wirklich gut zugeschlagen habe und dass es schon etwas bizarr aussieht, wobei  ich ihm dabei voll und ganz zustimmen kann.  Er sagte auch, dass man sich aufgrund der Schwellung auch eine Entlassung am Sonntag vorstellen kann, wobei es teilweise auch meine Entscheidung ist.

 

Später kam auch nochmals Dr. Werner vorbei, ging gerade auch auf die Magenschmerzen nochmals ein und meinte, ich sollte mich auch bewegen, aber die Sonne vermeiden. Das habe ich auch umgesetzt, bin mit einem Umweg über die Röntgenabteilung, um die Bilder vom Tag vorher zu holen, in den Patientengarten gegangen.

 

Das Mittagessen war dann ein totales Desaster. Bei der Bimax bin ich immer wieder gefragt worden, was ich am nächsten Tag will, aber diesmal ist die Dame vom Patientenservice noch nicht bei uns vorbeigekommen. Zum Mittagessen gab es deshalb Blumenkohlsuppe, die ich nicht runterbekomme und Ananasjoghurt, dass ich auch nicht runterbekomme, sowie eine Buttermilch. Die Schwestern haben aber rührend reagiert, und auf die Schnelle improvisiert, so dass ich dann zwei Tassen Brühe hatte sowie eine Pudding und noch eine Buttermilch und damit war ich dann satt.

Nachmittags wurde der Zugang gezogen, da den neuen Zugang aber nur ein Arzt legen darf und dieser erst gegen 17 Uhr kam, fiel die nachmittägliche Dosis Antibiotikum aus.

 

Ansonsten habe ich am Nachmittag noch festgestellt, dass man sich nicht zu schwungvoll auf die Kühlmaske setzen soll. Sie platzt nicht, aber eine von den Kupplungen ist aufgegangen. Ich habe es erst einmal nicht gemerkt, sondern mich nur gewundert, warum es plötzlich so plätschert, bis ich plötzlich die Wasserpfütze auf dem Boden sah. Also die Kühlmaschine abgestellt, beide Enden gegriffen und das eine, aus dem Wasser lief zugedrückt und die Schwester gerufen. Diese hat die Kupplungen wieder zusammengesteckt und damit war alles dicht und den Boden gewischt.

Das Abendessen war dann sehr reichlich und bestand aus einem Grießbrei, Apfelmus, klare Brühe und Eierstich sowie Pudding (den ich mir für den Spätsnack aufgehoben habe). Zusätzlich war noch mein Notfrühstück für den nächsten Morgen dabei, zwei Scheiben Toastbrot sowie Honig und Marmelade.

 

Am späten Abend gab es dann noch eine Antibiotika-Infusion und der neue Zugang hat wunderbar funktioniert.

 

Im Laufe des Nachmittags habe ich noch einen letzten EKG-Kleber auf meinem Rücken gefunden.  Ich hatte mich zwar morgens mit einem Waschhandschuh gewaschen gehabt, aber offensichtlich ist man dann so grobmotorisch unterwegs, dass mir der Aufkleber nicht aufgefallen ist.

Ich habe zwar gegen 22:00 Uhr noch einen Pudding gegessen, aber offensichtlich hat das meinem Magen nicht ausgereicht. Nachdem ich ca. 2 Stunden versucht habe, trotz Magenschmerzen einzuschlafen, habe ich von der Nachtschwester noch ein Schmerzmittel als Saft bekommen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Entwickler des Saftes diesen jemals selber getrunken haben, er schmeckt irgendwie komisch und unidentifizierbar  und als hätte man versucht, den Geschmack erträglicher zu machen, aber war leider nicht erfolgreich.

 

Samstag, den 13.7.

 

Der Tag fing ganz gemütlich gegen 5 Uhr an, erst mit einer Antibiotika-Infusion, dann nochmals mit dem Magenschutz als Infusion. Später wurde noch Blutdruck und Fieber gemessen und es gab wieder eine Thrombosespritze.  Gegen 7:30 habe ich mich dann an mein Vorfrühstück gemacht, so um 8:30 gab es dann das wirklich Frühstück, jeweils Toast mit Marmelade. Im Laufe des Morgens habe ich dann mit einer Schwester nachgeschaut, was für mich zum Mittagessen bestellt war, was auch gut war, da es passierter Gemüseauflauf (igitt) war. Das haben wir dann noch in passiertes Fleisch umgeändert und die Mischung aus Fleisch, Kartoffelbrei und Käsesoße war tatsächlich sehr schmackhaft, auch das passierte Kompott war essbar. Den ganzen Vormittag war meine Zimmernachbarin am Rumtigern, weil sie heute entlassen werden sollte. Am späten Vormittag kam Dr. Bitschi vorbei  und meinte, er kümmert sich in ca. einer halben Stunde um uns, aber den ganzen Morgen gab es Notfälle. Eine halbe Stunde verstrich, nach einer Stunde kam das Mittagessen (aber kein Dr. Bitschi). Nach dem Mittagessen tauchte er dann doch noch auf, mir wurde Blut abgenommen und der Mund gespült und die Wunden angeschaut (alles sieht gut aus). Danach gab es die nachmittägliche Antibiotika-Infusion.

 

Dann habe ich noch geduscht und dabei noch zwei weitere von den EKG-Aufklebern gefunden, danach war der Rücken aber wirklich frei :-).

 

Später bin ich dann noch Leute erschrecken (spazieren) gegangen und habe mich in den wirklich schönen Patientengarten gesetzt. Nach dem Abendessen (Griesbrei mit Zimt und Zucker, meine Wahl) bekam ich dann eine neue Zimmernachbarin und die abendliche Antibiotika-Infusion.

Auch diese Nacht beschloss mein Magen, dass er mich ohne Schmerzmittel nicht wirklich schlafen lassen will, so dass ich nochmals diesen Schmerzmittelsaft (igitt) bekommen habe.

 

Sonntag, den 14.7.

 

Der Tag fing wie üblich gegen 5:00 Uhr erst mit einer Magenschutz-Infusion an, danach kam noch die Antibiotika-Infusion. Später wurde dann wieder die Temperatur gemessen, Blutdruck wurde wegen Entlasstag nicht gemessen, aber ich bekam nochmals eine Thrombose-Spritze. Gegen 7:30 habe ich den ersten Teil meines Frühstücks (weiches Toastbroat mit Marmelade) gegessen, gegen 8:15 kam dann auch das offizielle Frühstück. Ein wenig neidisch habe ich schon auf das Tablett meiner Zimmernachbarin geschaut, die Brötchen gegessen hat, während ich wieder nur weiches Toastbrot hatte. Der Vormittag verging dann mit Packen und Lesen und Surfen, gegen 13:00 Uhr kam dann das Mittagessen. Ich hatte gerade einen Bissen  davon gegessen, als Dr. Bitschi für die Entlassuntersuchung kam.

 

Der Mund wurde ausgespült, die Wunden angeschaut (sehen gut aus) und die Blutwerte vom Vortrag besprochen (sehen auch gut aus). Ich bekam außerdem allgemeinen Verhaltensregel: Mund spülen, aber mit Zahnbürste noch vorsichtig sein im Bereich der Wunden bis diese richtig verheilt sind, ca. 7 bis 10 Tage nach OP. Wichtig sei bei mir aufgrund der starken Schwellung und der Hämatome noch ein Antibiotikum bis Freitag, um Abszesse zu vermeiden, die anscheinend bei den hohen Temperaturen auch häufiger auftreten. Kostmässig soll ich die nächsten Tage auch noch eher bei passierter als weicher Kost bleiben, gerade auch damit weniger in den Wunden hängenbleiben kann. Und natürlich noch allgemein schonen, mit einer empfohlenen Krankschreibung bis mindestens Freitag. Er meinte dann noch, dass so eine Schwellung und solche Hämatome bei einer ME eigentlich nur in einem von hundert Fällen auftreten, warum muss ich eigentlich immer die eine sein :-(.

 

Danach erst einmal mein Mittagessen fertiggegessen: Königinensuppe, Kalbsterrine mit Kartoffelbrei und Bratensosse, und passiertes Kompott. Von den Schwestern noch Antibiotikum bis Dienstag sowie Schmerzmittel und noch eine Mundspülung bekommen. Danach auf meinen Abholer gewartet, der zwischendurch angerufen hat, dass er im Stau steht. Kurz nach zwei kamen die Schwestern vorbei, ob ich noch einen Kaffee oder Tee will. Ich habe mich für Tee entschieden, was wunderbar funktioniert hat: Ich wollte gerade den ersten Schluck trinken, als mein Abholer angerufen hat, dass der Stau vorbei ist und er in 10 Minuten da sei. Also die Sachen gepackt, mich kurz von den Schwestern verabschiedet, noch etwas in die Kaffeekasse getan (sie haben sich es diesmal wirklich verdient, gerade am Anfang war ich wahrscheinlich nicht die leichteste Patientin), mir das Geld von der Telefonkarte geholt und auf den Weg Richtung Notaufnahme gemacht, wo mich mein Abholer treffen wollte. Er kam mir dann kurz vor der Notaufnahme entgegen, hat mich trotz Hämatomen und Schwellung erkannt, was bei mir etwas länger dauerte (lag wahrscheinlich an seiner Sonnenbrille :-)), meinte aber, dass er verstehen kann, dass ich mich so nicht in den Zug setzen will.

 

Dann ging es gemütlich im klimatisierten Wagen zurück. Im KH fand ich die Kühlmaske am letzten Tag nur noch bedingt angenehm, aber daheim habe ich dann doch noch mehrfach gekühlt.

 

Irene

 

 

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Hallo Irene,

vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht!

Ich hoffe deine Schwellungen sind mittlerweile schon etwas besser geworden?

Wie sah es bei dir mit den Schmerzen am Kiefer aus?

Und was ist denn eine Nierenschale? Noch nie gehört! :-D

Liebe Grüße,

Finchen

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Hallo Finchen,

 

die Schwellungen sind zwar definitiv noch vorhanden, aber schon deutlich besser geworden, vor allem ist es unter den Augen abgeschwollen.

 

Die Kiefer haben nicht wirklich geschmerzt, wobei ich aber auch noch 3xtäglich Diclofenac genommen haben. Richtig heftige Schmerzen hat mir wirklich nur mein Magen bereitet.

 

Eine Nierenschale ist eine nierenförmige Schale, entweder aus Metall oder aus einer Pappe/Pappmache, in die man sehr einfach brechen kann. Eine Goggle-Suche liefert Dir die entsprechenden Bilder.

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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Achso, jetzt weiß ich auch was du meinst. Konnte nur mit dem Begriff nichts anfangen! :-D

Danke!

Wünsche dir weiterhin schnelles Abschwellen und gute Besserung.

LG

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Hihi, das mit der plätschernden Kühlmaske ist mir in der 2. oder 3. Nacht nach der Bimax auch passiert - ich es aber irgendwie hinbekommen, die selber sofort wieder zusammenzustecken, aber ne große Pfütze und die Notwendigkeit einer neuen Bettdecke gab's trotzdem... :)

 

Gute Besserung und schnelles Farbeverlieren!

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Bevor es komplett untergeht: Am Dienstag (23.7.) hatte ich meinen ersten Kontrolltermin nach der ME. Leider war mein KC Dr. Werner noch in einer Tumor-OP, deshalb wurde der Termin von Dr. Santo, einem neuen Oberarzt am MH,  durchgeführt.

 

Der Termin fing damit an, dass er eine Bemerkung machte, dass meine Zähne durch das Spülen doch ziemlich verfärbt seien. War bei der Bimax genauso bzw. eigentlich noch schlimmer, ich habe inzwischen auch schon einen Termin zur Zahnreinigung, leider wegen der Ferienzeit erst Ende September :-(. Er hat sich dann den Biss und die Narben angeschaut. Es sieht alles gut aus. Die Fäden sind zwar selbstauflösend, aber bei mir dauert es immer Ewigkeiten, deshalb habe ich begeistert zugestimmt, als er meinte, dass man die Fäden nach zwei Wochen auch ziehen könnte.  Die Begeisterung hat sich beim Ziehen dann etwas gelegt, da es im UK kein wirkliches Problem war, aber der OK dann teilweise ziemlich weh getan hat, vor allem weil mein KC da teilweise sehr kunstvolle Nähte hingelegt hat. Leider habe ich kann Bild davon gemacht, aber es sah wirklich sehr interessant aus. Dr. Santo meinte dann schon, dass wahrscheinlich nicht alle Fäden draußen sind, eben weil es mir doch ziemlich weh getan hat. Mir ist zwar nicht klar, wie er dann ausgerechnet eine Faden samt Knoten direkt zwischen den 1ern übersehen konnte, aber dieser Faden ist inzwischen sogar schon von alleine rausgekommen. Es war aber ganz gut, das die Fäden gezogen wurden, an einer Stelle waren sie schon leicht eingewachsen aus und an einigen anderen Stellen sah das Zahnfleisch auch nicht ganz so glücklich aus.

 

Ich habe ihn dann noch drauf angesprochen, dass ich mir von dem Knochenaufbau zwischen den 1ern im OK doch deutlich mehr versprochen hatte. Mich stört der fehlende Knochen zwischen den 1ern total, auch wenn es außer mir vor dem Spiegel keiner sieht, aufgrund meiner langen Zähne bedeckt im Normalfall die Oberlippe dieses schwarze Dreieck. Aber ich finde es einfach unbefriedigend, wenn man mir erklärt, dass es bei  Zweiteilungen vorkommen kann und das man da eigentlich nicht viel machen kann. Vorschlag war eventuell noch Veneers oder Aufbau von Kunststoff, um diese Lücke zu schließen, aber ich finde das total unbefriedigend, ich will den Knochen wiederhaben!! Es kann natürlich sein, dass jetzt mit dem fehlenden Zug des Lippenbändchen die Situation etwas besser wird, so etwas ähnliches ist unten im UK geschehen, nachdem dort der Zug des Lippenbändchen weg war.

 

Danach bekam ich mal wieder den Arztblick: Das wäre aber ungewöhnlich. Seit der ME habe ich nochmals  deutlich mehr Gefühl im Gaumen. Der war ja nach der ersten OK-VV taub, seit der GNE und insbesondere seit der Bimax ist aber immer mehr Gefühl reingekommen. Leider ist es so, dass der Gaumen jetzt sehr empfindlich und teilweise mit Schmerzen reagiert, insbesondere auf Eis, aber auch auf mechanische Reize, macht Zähneputzen momentan zu einer interessanten Erfahrung.  Und als ich im das erzählt habe, gab es mal wieder diesen ganz bestimmten Blick.

 

Der nächste Kontrolltermin ist dann zwei Wochen später.

 

Am nächsten Tag war ich dann noch beim KFO, der hat mir auf der linken Seite auf jeweils beiden letzten Backenzähne noch Knöpfchen geklebt, um den dort noch leicht offenen Biss zu schließen. Irgendwie waren die Zähne nicht einer Meinung mit dem KFO, der meinte, dass setzt sich noch und jetzt soll nochmals (vorsichtig) mit Gummis nachgeholfen werden. Vorsichtig deshalb, weil meine Wurzeln insgesamt sehr kurz sind, weshalb ich die Gummis nur nachts tragen soll. Natürlich mußte die lose Spange noch etwas angepasst werden, ich habe momentan den Eindruck, mit jedem KFO-Termin sehen die losen Spangen „zerrupfter“ aus.

 

Irene

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Patientengarten ? Wo hat der sich denn versteckt ?

Dann muss ich bei meiner ME nicht mehr im grässlichen Vorhof sitzen, wenn ich mal raus möchte.

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Hallo Anne,

 

versteckt ist das richtige Wort. Wenn Du an der MKG-Ambulanz vorbei den Gang weiter nach hinten gehst, macht der bald eine Kurve. In der Kurve ist auf der linken Seite eine Tür (oben ist auch ein Schild, aber wegen der Kurve sieht man es nicht wirklich). Durch die Tür durch, in den Fahrstuhl und in den zweiten Stock fahren, dann kommt man seitlich unten am Patientengarten raus. Dann kann man sich ein gemütliches Plätzchen suchen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten. Es wird zwar auch dort etwas geraucht, aber längst nicht so sehr wie in dem Vorhof, der wirklich gräßlich und ungemütlich ist, vor allem weil dort die einzigen Schattenplätze entweder in der Raucherecke oder dann im Cafe sind.

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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Hallo Irene!

 

Hab gerade deinen OP-Bericht gelesen und hoffe, deinem Gesicht geht's wieder besser und dein Gaumen hat sich wieder beruhigt. Wünsch dir weiterhin gute Besserung!

 

Liebe Grüße

Kathrinchen

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Hallo Kathrinchen,

 

dem Gesicht geht es schon lange wieder gut, falls ich noch irgendwann dazu komme, werde ich im Bilderfaden auch mal eine Bilderserie machen, wie die Farbe im Gesicht kommt und auch wieder geht, Bilder dafür sind vorhanden. Der Gaumen hat sich bei mechanischen Reizen inzwischen beruhigt und meldet sich nur noch normal. So langsam versteht ich aber auch die komischen Blicke, die ich früher geerntet habe, wenn ich meinte, dass es doch ganz bequem sei, beim Singen ein Isla Moos oben an den Gaumen zu kleben, da es da nicht stört. Das stimmt zwar ohne Gefühl, aber mit Gefühl merkt man es dann doch. Bei Kälte muss ich noch aufpassen, insbesondere die ersten Schlucke der gekühlten Getränke in der Kantine zu weh, aber Eis schmeckt trotzdem :-).

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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