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anneblond

UKVV am 9.August 2013 im Marienhospital bei Dr. Werner

Da mir dieses Forum vor meiner OP viel geholfen und vor allem Ängste genommen hat, habe ich mich entschlossen nun auch einen kleinen OP-Bericht zu schreiben.

 

8.8: Aufnahme: Aufklärungsgespräch über mögliche Risiken, Blutabnahme (mit Kreislaufkollaps und überfordertem Assistenzarzt), Vorstellung beim Anesthetisten, unglaublich viel Langweile, aufgeregt sein und eine Henkersmahlzeit, die aus trockenem Brot mit Käse bestand.

 

9.8 OP: War als erste um 8Uhr morgens dran, wurde in den OP geschoben und der Anesthetist hat furchtbar lang versucht eine Vene zu finden (gestaltet sich schwer bei einem komplett tattoowierten Arm). Ich wurde verkabelt und dann hieß es schon: "Und jetzt überlegen Sie sich etwas Schönes, von dem Sie träumen wollen." Und schwupps, war ich weg.

Um 12:15 bin ich von den Worten "Sie wacht auf." im Aufwachraum aufgewacht und mein erster Gedanke war "Scheiße, die Narkose hat nachgelassen, ich bin noch mitten in der OP !" War natürlich nicht so. Hab dann 30min mit Kühlmaske (die vergessen wurde anzuschalten) und Magensonde vor mich hingedämmert, bis ich in mein Zimmer geschoben wurde, in dem meine Mutter auf mich gewartet hat und auch endlich die Kühlmaske angeschalten wurde (was so wahnsinnig angenehm war). Viel mehr gibt's vom ersten Tag nicht zu berichten. Ich war ziemlich fertig von der OP und bin immer wieder eingeschlafen. Dr. Werner war da und meinte, dass alles gut gelaufen sei und ich viel trinken solle. Meine Mutter war den ganzen Tag bei mir im KH, was ich wirklich gebraucht habe. Ich muss sagen, dass ich nie Schmerzen hatte, das Schlimme war für mich das ganze Drumherum. Schwester meinte: "Na, das Ganze ist doch nur halb so schlimm als tattoowieren !" Wenn ich hätte lachen können, hätte ich das an dieser Stelle getan.

 

10.8 1.Tag: Schlecht geschlafen, Magensonde stört (wurde nicht über diese ernährt, diente lediglich dazu, dass mein Mageninhalt ablaufen kann und ich nicht spucken muss. Für den Fall, dass ich doch hätte spucken müssen, hing eine Schere über meinem Bett, mit der ich mir die Gummis hätte aufschneiden müssen) und hab so lange gebettelt, bis sie mir rausgenommen wurde. Konnte meinen Mund absolut nicht öffnen und hab mich nur mittels Stift und Papier verständigt. Hab Besuch von meinem Vater bekommen und war mit ihm eine Runde durch's KH laufen, auf ziemlich wackligen Beinen. Kreislauf ist nicht so top. Hab angefangen Brühe mit einem Strohhalm zu "essen". Gesicht fing an anzuschwellen. Schmerzmittel in Form von Zäpfchen (hab ich schon als Kind gehasst !)

 

11.8 2.Tag: Gar nicht geschlafen, bin fast verrückt geworden. Das Gefühl unbedingt nach Haus zu wollen ist schon am 2. Tag riesig und ich hab viel geweint. Bekomme 2x am Tag intravenös Antibiotika, weiterhin Zäpfchen, 3x am Tag Fleischbrühe und abends eine Spritze gegen Thrombose. Besuch von meiner Mutter und meiner besten Freundin, war wieder spazieren. Laut Schwestern hab ich das Maximum an Schwellung erreicht und darf ohne Kühlmaske, dafür mit Schlaftabletten schlafen !

 

12.8 3.Tag: Geschlafen wie ein Stein !  Verweigerte Brühe zum Frühstück (bei aller Liebe, aber morgens um 8, wird mir allein vom Geruch schlecht). Fühle mich fitter, weil geschlafen. Seit heute zermahle ich meine Tabletten mit dem Mörser und löse sie in Wasser auf, sprich keine Zäpfchen und Antibiotika durch die Vene mehr. Trage die Kühlmaske nicht mehr und hatte am Anfang das Gefühl mein Gesicht platzt. Große Visite, Arzt sagt alle sieht gut darf, darf übermorgen nach Hause ! Absoluter Stimmungsaufheller !  Hab lockere Gummis bekommen und mein Mund wurde ausgespült. Kann jetzt sprechen, wenn auch seeehr unverständlich. Wurde geröngt, war wieder spazieren und hab viel Besuch von meinen besten Freunden und meinen Eltern bekommen. Ich merke deutlich, dass es mir jeden Tag besser geht.

 

13.8 4.Tag: Hab eigentlich nur noch auf meine morgentliche Entlassung gewartet, passiert ist eigentlich gar nichts.

 

14.8 5.Tag: Entlassung ! Bin im absoluten Glück und liege schon um 9Uhr fertig gerichtet mit Schuhen im Bett. Nochmal lockere Gummis und Mund ausspülen. Kann endlich richtig sprechen.

 

15.8 bis heute: Hab die ersten Tage Zuhause gemerkt, dass ich noch viel Ruhe brauche und liege eigentlich den ganzen Tag auf dem Sofa. Hab mich daran erst mal gewöhnen müssen, weil ich normalerweise nie einen Tag nur Zuhause bin und hatte dementsprechend schlechte Laune. Mein Dad kocht jeden Tag eine neue super Suppe für mich, was mit einem dickeren Strohhalm gut funktioniert. Hatte diese Woche Dienstag meinen ersten Kontrolltermin bei Dr. Werner. Er hat sich nur alles angeschaut, war zufrieden, hat den Mund ausgespült, Gummis gewechselt und gemeint, dass ich in 2 1/2 Wochen den Splin zum Essen und Zähne putzen herausnehmen darf. Mir geht es merklich jeden Tag besser, bzw mir geht es heute, exakt 2 Wochen nach der OP, wirklich gut. Hatte am Anfang Nackenschmerzen, die seit ein paar Tagen verschwunden sind. Ansonsten ist mein Kinn noch komplett taub, meine Lippe nur noch ein bisschen pelzig, aber das Gefühl ist fast wieder da. Nach Entlassung wurde mein Hals grün/gelb und rechts und links am Kiefer hatte ich zwei grüne Flecken, was heute schon wieder verschwunden ist. Meine Schwellung ist soweit zurück, dass jmd, der mich nicht kennt, gar nicht auffallen würde, dass ich noch minimal geschwollen bin. Man sieht es eigentlich nur noch im Profil. Meinen Mund bekomme ich schon ganz schön weit auf, ohne Probleme oder Schmerzen. Schmerztabletten hab ich nach Entlassung weniger als eine Woche noch genommen. Was mein Gewicht angeht, hätte ich mir eigentlich nie Sorgen machen müssen. Hab schon vor der OP wenig gewogen und hatte Angst viel abzunehmen. Aber hab im KH nur 2kg abgenommen, von denen 1kg, dank der Suppen meines Dads, schon wieder drauf ist.

 

Und nun fängt die Zeit der Ungeduld an (und Geduld ist das, was ich wirklich überhaupt nicht habe), ich kann es kaum abwarten bis der Splint und dann die Zahnspange rauskommt und ich das wirklich richtige Endergebnis bestaunen kann. Werde bei meinem nächsten Kontrolltermin am Dienstag auch fragen, ob ich wieder arbeiten darf. Zuhause bleiben ist wirklich nichts für mich und ich fühle mich fit.

 

Zusammenfassung: Alles in Allem war es überhaupt nicht schlimm, ich hatte wie gesagt keine Schmerzen und ich würde es jeder Zeit wieder tun (in einem Jahr wird noch mein Kinn nach hinten verlagert). Nur das im KH sein ging mir ziemlich auf die Psyche, obwohl es nur 5 Tag waren. Dazu muss ich sagen, dass die Schwestern und Pfleger im Marienhospital (trotz absoluter Unterbesetzung wegen Urlaubszeit) immer wahnsinnig freundlich und bemüht waren und ich mich bei Dr. Werner in absolut guten Händen gefühlt habe/fühle.

 

Ich hoffe ich konnte mit meinem Bericht, allen denen diese OP bevorsteht, ein wenig die Angst nehmen :)

 

 

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Hallo anne,

 

schön, mal wieder einen Erfahrungsbericht aus dem MH in Stuttgart und auch noch von "meinem" Dr. Werner. Es ist doch interessant, welche Unterschiede es gibt, trotz gleichem KH und gleichem Operateur. Und Du hast wirklich erst am dritten Tag nach OP etwas anderes als Fleischbrühe bekommen? Bei meiner Bimax hatte ich für 3,5 Tage eine Magensonde zur Ernährung und danach ging es mit unterschiedlichen Suppen und Breis weiter. Jetzt bei der ME hatte Dr. Werner irgendwie zwar auch etwas von 3 Tagen Brühe erwähnt, aber nach der Szene, die ich am Morgen nach der OP bei der großen Visite hingelegt habe :oops: (inklusivem empörten Aufschrei, dass ich nichts zu Essen bekommen würde), bekam ich dann doch von Anfang an Brei und Suppen, was wahrscheinlich sowohl besser für meine Nerven als auch für die Nerven der anderen war.

 

Beim wieder Arbeiten gehen denke aber daran, dass nochmals ein großer Unterschied besteht zwischen sich daheim fit fühlen und wirklich einen kompletten Arbeitstag fit zu sein. Und mir ist es eigentlich immer so gegangen, wenn ich nach Krankschreibungen wieder beim Arbeiten war, war es irgendwie auch immer gleich ein voller Arbeitstag. Am ersten Arbeitstag nach der Bimax hatte ich in den ersten paar Stunden auch gleich einen 20-minütigen Termin mit meinem Chef, bei dem ich größtenteils geredet habe, mit festverdrahtetem Splint.

 

Noch weiter gutes Abschwellen, erhole Dich gut daheim, lasse Dich von Deinem Vater verwöhnen, falls er noch Ideen braucht, kann er ja mal im Rezeptefaden nachschauen.

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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Liebe Irene,

 

das ist in der Tat faszinierend wie unterschiedlich auch die Heilungsprozesse von Mensch zu Mensch sind. Dachte wirklich, dass das alles viel viel schlimmer wird.

Leider nein, hab in den 5 Tagen KH nur Fleischbrühe bekommen, nur zum Frühstück hab ich's ab dem zweiten (oder dritten) Tag verweigert und stattdessen Milch getrunken. Man hatte auch das Gefühl, dass im Zimmer permanent dieser Brühegeruch hängt, weil meine Bettnachbarin das gleiche Schicksal hatte. Brei und Suppe hört sich da um einiges besser an !

3,5 Tage Magensonde ? War das nicht unangenehm ? Ich hätte sie mir am ersten Tag am liebsten schon selbst rausgenommen.

 

Davor hab ich ehrlich gesagt auch ein wenig Angst, dass es mir hier gut geht und ich in der Arbeit gleich schlapp mache. Ist nur ein Nebenjob und ich würde nur 2x die Woche arbeiten. Mal schauen was Dr. Werner am Dienstag dazu sagt. Ansonsten halte ich die Langweile bis zum Semesterbeginn schon irgendwie aus :) Wie lang warst du nach der OP Zuhause ?

 

Vielen Dank für die Genesungswünsche !

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Hallo anne,

 

also ich habe die Magensonde zum Schluß schon gehasst, da ich davon ziemliche Halsschmerzen bekommen habe. Aber es war vorher besprochen worden und die Alternative zur Brühe wäre für mich noch viel schlimmer gewesen. Im Prinzip ist es ja auch für die Wunden viel vernünftiger, wenn so wenig wie möglich an diese drankommt, oder wie es jemand anderes im Forum mal gemeint hat "Auf andere frische Wunden würde man ja keine Essen schmieren." Und mit der Magensonde bekam ich ausreichend an Kalorien und hatte keinen Hunger. Und ich werde wirklich unausstehlich aufgrund von massiven Magenschmerzen, wenn ich nicht genug zu essen bekomme, eine Andeutung davon bekommt man in meinem Erfahrungsbericht zur ME.

 

Ich war nach meiner Bimax gute 4 Wochen daheim, aber es war auch eine ziemlich umfangreiche Bimax, die auch deutlich länger gedauert hat als geplant und ich bin doch deutlich älter als Du. Und 2x pro Woche Nebenjob ist auch etwas anderes als Vollzeit zu arbeiten, obwohl die wöchentlichen Kontrolltermine am Anfang den Vorteil hatten, dass es damit immer 4-Tage-Wochen waren, da ich dafür immer eine Tag Urlaub/Gleitzeit brauchte.

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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Hallo ihr beiden,

 

also ich war auch vier Wochen zu Haus und ich muss sagen ich habe die Zeit auch gebraucht, obwohl ich "nur" eine UKVV hatte.

Die ersten Vollzeitarbeitstage waren schon ziemlich anstrengend und ich habe schnell gemerkt, wenn ich zuviel geredet habe.

 

Du wirst es schon merken, wenn es für dich zu anstrengend wird. Dann hast du ja immer noch die Möglichkeit einen Rückzieher zu machen und dich wieder auf dein Sofa zu legen. :)

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Hey Finchen,

 

hab von meinem Arzt das Go bekommen, wieder arbeiten zu gehen und werde es morgen 7h und am Samstag 8h probieren. Ich denke, dass das für den Anfang und 3 Wochen nach meiner OP okay ist. Obwohl ich auch denke, dass es mit dem sprechen anstrengend werden könnte.

 

Ich werde berichten, wie's war :)

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