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pommel

Möglichkeiten einer Frühbehandlung bei Kindern

Ich hoffe, dass ich hier ein paar Antworten bekomme.

 

Bei meiner Tochter zeichnet sich schon jetzt ein Engstand im OK und Uk und Overjet ab. Die zweiten Zähne die nun wachsen, kämpfen erheblich um Platz, da die Milchzähne winzig sind und erbarmungsos ohne Lücken gewachsen sind.

 

Ein Besuch bei einer KFO hat nur wenig Erkenntnis gebracht. Es wird im UK ein Eckzahn abgeschliffen, um den Zwangsbiss nach rechts zu beheben. Aber für eine KFO-Behandlung sei es noch viel zu früh!

 

Ich frage mich nun, ob ich jetzt wirklich 4-5 Jahre zuschauen muss, wie jeder neue 2. Zahn verzweifelt um Platz im Mund kämpft, während dabei die Zahnstellung meiner Tochter dementsprechend ausartet?!

 

So wie ich mich im Netz etwas erkundigt habe, gibt es Alternativen zu dieser doch sehr tranditionellen Art, einfach mal das "Kraut in die Höhe schiessen" zu lassen, um dann Jahre später den "Schaden" mit Zahnextraktionen und jahrelangen KFO Behandlungen zu beheben.

 

Stichworte: Bionator, Aktivator.

 

Wer kann mir dazu berichten und WANN fängt man idealerweise damit an??

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pommel:

 

Mit einem Bionator kann man die Relation der Kiefer zueinander begrenzt beeinflussen. Dazu kommt, dass damit auch myofunktionelle Funktionen verbessert werden (wenn er richtig gehandhabt wird) was auch die Entwicklung verbessern kann. Risiken sind der Konstruktionsbiss dabei kann sehr viel falsch gemacht werden. Er müsste von einem Osteopathen evaluiert werden. Aber Platz schaffen in dem Knochenwachstum generiert wird kann er nicht.

 

Das kann einzig der Funktionsregler nach Fränkel. Ich habe mir sehr viel Gedanken darüber gemacht und glaube dieses Gerät  gut verstanden zu haben. Das Konzept ist genial wenn man es richtig anwendet. In der KFO werden Funktionsregler auch im Konstruktionsbiss hergestellt. Ich halte das für falsch und den Grund warum er sich nicht durchgesetzt hat.

 

Kinder sind sehr wohl in der Lage regelgerechtes Wachstum hinzukriegen, man muss ihnen nur ein wenig helfen. Ich empfehle ihn rein als Gymnastikgerät (Relaktor) herzustellen und auch nur sechs Monate zu tragen. Dadurch wird nur über verbesserte tonische Funktionsmuster die Entwicklung einen besseren Verlauf nehmen und das betrifft auch die komplette Körperstatik. Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Anfangen kann man damit nicht früh genug, das Kind sollte aber intellektuell in der Lage sein das Konzept zu verstehen und durch gute Mitarbeit zu unterstützen. Wenn man das gut macht verstehen Kinder das problemlos (irgendwie sind sie schlauer als Erwachsene) jedenfalls ist es bei Erwachsenen sehr viel schwerer dieses Konzept zu vermitteln. Ein Funktionsregler sollte als angenehm empfunden werden, nur dann erfüllt er seinen Zweck als Gymnastikgerät. Mit etwas Übung behindert er das Sprechen nicht und kann problemlos auch in der Schule getragen werden (16 Stunden Tragezeit sind wünschenswert).

 

Frühbehandlung ist der beste Weg und wird leider sträflch vernachlässigt. Auch MFT (Logopädie) ist eine gute Prophylaxe. Das einschleifen von Milchzähnen (der UK muss gleiten können) und das ausnutzen des "Leeway Space" bei einem sich abzeichnenten Engstand (ein Milchgebiss sollte lückig sein, dann sind die Platzverhältnisse ausreichend) gehören dazu.

 

Gruß Norbert

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Dadurch wird nur über verbesserte tonische Funktionsmuster die Entwicklung einen besseren Verlauf nehmen und das betrifft auch die komplette Körperstatik.

 

Was könnte das konkret bewirken? Klingt sehr interessant allerdings verstehe ich den Zusammenhang mit dem Engstand nicht ganz.

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pommel:

 

Ein Engstand entsteht wenn ein missverhältnis zwischen Innendruck (Zunge / Lippenschluss) und der umgebenden Weichteilkapsel (Gesichtsmuskulatur) besteht. Man spricht von einer Wachstumshemmung. Anders ausgedrückt das muskuläre Zusammenspiel ist nicht harmonisch. Das hat Auswirkungen auf den ganzen Körper. Würden sie von einem Osteopathen oder Physiotherapeuten die Gesammtstatik ihrer Tochter untersuchen lassen, würde man Defizite finden (Beckenschiefstand / Beinlängendifferenz). Das ist erstmal nicht besorgniserregend das ist bei den wenigsten perfekt. Interessant wird es, wenn die Kinder einen gut gemachten Funktionsregler (Relaktor -  er sollte in der Habituellen ohne Konstruktionsbiss hergestellt sein) tragen, sich auch die Gesammtstatik verbessert. Ich lasse das immer evaluieren. Da ein Funktionsregler die Weichteilkapsel dehnt wird die Wachstumshemmung aufgehoben und im günstigsten Fall auch der Engstand.

 

Gruß Norbert

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Danke für die Ausführungen. Wie könnte der Relaktor gegen den Überbiss wirken und wieso entsteht dieser?

 

Der Lippenschluss ist gut bei meiner Tochter.

 

Fall der Schnuller Schuld sein soll, zum Vergleich: Sie hat einen Zwillingsbruder, der die selbe Zeit einen Schnuller brauchte  (mit 3.5 Jahren Entwöhnung), und diesen sogar öfter im Mund hielt. Sein (leichter) Überbiss hat sich aber wieder perfekt geschlossen und sein Milchgebiss weist schöne Lücken auf. Sogar ein Laie kann sehen, dass es bei ihm höchstwahrscheinlich gut kommt.

 

Also sind die Gene "schuld"?

 

Und was heisst, der UK muss gleiten können?

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pommel:

 

Die Gene sind es sicher nicht. Die Überführung vom Neugeborenen Rückbiss hin zur Kopfbisstendenz im eugnathen reifen Milchgebiss ist eine Leistung, die das Kind erbringen muss.

Der Unterkiefer muss gleiten können, analog der Entwicklung des neugeborenen Rückbisses hin zur Kopfbiss-Tendenz im eugnathen reifen Milchgebiss. Da werden Hindernisse auch abrasiv beseitigt. Meistens ist dies durch einschleifen von Milchzähnen zu leisten nur selten ist eine Vorbehandlung nötig. Der Durchbruchmodus der bleibenden Zähne sorgt bei dieser idealen Entwicklung für eine regelgerechte Verzahnung.

Wird früh genug mit einem Funktionsregler interveniert ist auch diese Fehlentwicklung ausschließlich muskulär zu beheben. Also auch in diesem Fall sollte der Funktionsregler in der Habituellen hergestellt werden. Das trainieren der Protraktoren (diese Muskelgruppe ist für die Vorwärtsbewegung des UK zuständig) muss allerdings aktiv unterstützt werden, durch die Abstände der Lippenpelotten wird dies sehr erleichtert.

Diese Handhabung muss dem Kind sehr genau erklärt werden, damit es bereit ist diesen notwendigen Beitrag zu leisten. Mit einer passiven Konsumentenhaltung funktioniert das nicht.

 

So wie die KFO mit diesen Geräten umgeht kann sowas nicht funktionieren, Typ I / II oder III zu verwenden wird den Problemstellungen nicht gerecht. Das Gerät muss individuell für den Einzelfall konstruiert werden.

Von der KFO wird behauptet die Ergebnisse von Prof. Fränkel sind nicht reproduzierbar, ihm wird sogar unterstellt er hätte seine Studien geschöhnt. Prof. Fränkel hat in orthopädischen Zusammenhängen gedacht und die Kinder sehr gut geführt.

Ich traue mir zu diese Ergebnisse sogar noch zu übertreffen, er war ein genialer Wissenschaftler und Orthopäde aber nicht der allerbesste Techniker. Meine Gerätekonstruktion und Anwendung ist eine Verbesserung der praktischen Umsetzung und kollidiert an keiner Stelle mit dem theoretischen Unterbau von Prof. Fränkel.

 

Gruß Norbert

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Da Herr Vogel dich hier mit sehr viel Fachwissen beeindruckt und du wahrscheinlich nicht alles verstehst, empfehle ich dir mehrere Kfo´s aufzusuchen um mehrere Meinungen zu bekommen.

 

Meine Nichte ist 3,5 Jahre und sie hat jetzt schon eine sehr große Stufe (Überbiss) die wahrscheinlich durchs Schnullern gekommen ist. Nun wurde ihr das Schnullern abgewöhnt und wir hoffen das der Überbiss dadurch zurückgeht.

Ich war mit ihr auch bei meinem Kfo um zu verhindern, das sie einmal so eine gravierende Fehlstellung wie bei mir bekommt.

Nächstes Jahr soll sie nochmal wiederkommen um ihre Zähnchen im Blick zu haben.

Dann wird man im Laufe der Zeit sehen ob es sich verwächst oder er mit 6 Jahren eine Behandlung vorschlägt.

Denn eine UK-Rücklage kann vererbt worden sein. (Dann verwächst sich der Überbiss wohl eher nicht)

 

Sollten die Kiefer zu wenig Platz bieten, weil sie im Wachstum zurückliegen oder die Zunge nicht ausreichend Wachstumsstimulation gibt, so kann ein Aktivator (ist diese lose Doppeldecker-Spange, die auch nur Nachts getragen werden kann, wenn man sie im Alltag schlecht integrieren kann aber je öfter und länger, desto besser funktionierts) das Wachstum fördern und damit den Zähnen mehr Platz geben. Das Verhältnis zum UK/ OK wird dadurch verbessert.

 

Und ja die Gene können sehr wohl schuld sein Herr Vogel.

Kleine Zähne. großer Kiefer = ausreichend Platz (evtl sogar lückiges Gebiss)

Beides in Relation = ausreichend Platz

Große Zähne, kleiner Kiefer = Platzmangel.

 

Denn Pommel hat zweieiige Zwillinge und da können die Gene anders kombiniert worden sein.

Deswegen kann ihr Sohn keinen Überbiss besitzen und ausreichend Platz haben und ihre Tochter nicht.

 

Die Zungenlage, nur weiche Kost etc. sind Begleitumstände die Kiefer- bzw. Zahnfehlstellungen begünstigen aber mitunter nicht ursächlich sein müssen.

 

Liebe Pommel wie oben erwähnt, suche dir mehrere Kfo´s (spezialisiert auf Kinder) und lasse dich eingehend beraten.

Suche dir jemanden der mit "sanfter Kieferorthopädie" arbeitet und nicht alles auf brachialer Ebene regeln möchte.

 

Mein Kfo behandelt ab 5 Jahre, da sollte man bei deiner Tochter bestimmt auch alles regeln können.

 

Liebe Grüße

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Mal davon ab, dass zwei Zwillinge unterschiedlichen Geschlechts automatisch zweieig sein müssen und unterschiedliche Erbanlagen haben, da sie sogar einen gänzlich anderen Chromosomensatz von jedem Elternteil bekommen haben und sich genau wie normale Geschwister verhalten. 

Alle Ehre Ihrem gegen alles helfenden Wundergerät, aber sowahr nicht alle Genetiker dieser Erde unfähig sind, haben zwei Geschwister zwar Ähnlichkeiten in ihrer DNS aber aufgrund der genialen Erfindung der Rekombination auch dramatische Unterschiede ihres Genoms. 

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"Klugscheissmodus an":

 

Wie schon gesagt wurde, sind zweieiige Zwillinge im Genom nicht identischer als normale Geschwister. Im Schnitt stimmen die Gene zu 50 % überein, das kann aber im extrem Einzelfall auch zwischen 0 % und 100 % liegen (Wahrscheinlichkeitsrechnung!). Normalerweise liegt die Übereinstimmung der Gene bei Geschwistern zwischen 25 und 75 %.

 

Selbst eineiige Zwillinge haben aber nicht ein exakt identisches Genom! Es können gewisse Bereiche fehlen, oder mehrfach vorhanden sein!

Hier ein Artikel dazu:

 

http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/1010030/

 

Zusätzlich kommt noch hinzu, dass ein Merkmal meist durch mehrere Genen gesteuert wird, so zB. die Körpergrösse. Und da spielt dann wieder die individuelle Kombination eine Rolle die bei Geschwistern wieder zwischen 0 % und 100 % identisch sein kann.

 

Ebenso spielt das epigenetische Muster eine Rolle. Wir besitzen zwar in jeder Zelle das gesamte Genom mit 23.000 Genen, aber nicht in jeder Zelle sind die gleichen Gene ein- bzw. ausgeschalten! Die Ein und Ausschaltung geschieht über Methylierung der DNA Abschnitte. Dies erklärt gewisse Unterschiede bei eineiigen Zwillingen und warum zB. einer der eineiigen Zwillinge anfälliger für eine Krankheit ist als der andere. Das epigenetische  Muster wird erworben und ändert sich im laufe des Lebens. Wir können es zB. durch unseren Lebensstil und die Ernährung beeinflussen. Mittlerweile ist sogar bekannt, dass das epigenetische Muster vererbt werden kann! 

 

Darum müssen sich eineiige Zwillingen nicht 100 % gleich entwickeln. Es gibt zB. viele eineiige Zwillingen die NICHT gleich gross sind!

 

"Klugscheissmodus off"

 

Zudem gibt es diverse Faktoren die zu einem Overjet (meist mandibuläre Retrognathie) führen. Zb. kann es durch einen Sturz auf den Unterkiefer zu einem Wachstumsstopp kommen und der Unterkiefer entwickelt sich nicht mehr vollständig. Funktionsregler hin oder her, der nützt dann in solchen Fällen trotzdem nichts! Da kann dann noch so angeregt und die Muskulatur trainiert werden. Das ist dann ungefähr so, als würde man einem Querschnittgelähmten sagen er könne wieder laufen, wenn er nur fest wolle und fest daran glaube....das Signal kommt aber trotzdem nicht dort an wo es soll! Oder besser gesagt, das Signal kommt im Fall der Kieferfehlstellung zwar an, hat aber keine Wirkung!

 

 

Ich wurde übrigens auch Jahrelang mit so einem Funktionsregler behandelt. Geholfen hat es nichts, da der ideale Zeitpunkt verpasst wurde, denn der Unterkiefer wollte dann einfach nicht mehr wachsen.

Aber es war ja auch nicht ihr Wungergerät...das hätte bestimmt geholfen.....hätte, wäre, wenn....

 

 

@ Pommel: 

 

Viele KFO fangen mit der Behandlung erst nach Abschluss des Zahnwechsels statt. Das kann aber manchmal zu spät sein. Mein Gebiss war bis zum Zahnwechsel perfekt und mit dem Wechsel hat sich dann eine starke Unterkieferrücklage gebildet. Die erste Untersuchung beim KFO hatte ich mit 10 Jahren. Da meinte er aber, dass man noch warten soll. Die Behandlung hat man dann mit 12 Jahren angefangen. Allerdings hat sie dann nicht mehr viel gebracht. Ich würde das wirklich genug früh untersuchen und behandeln lassen. Es gibt auch KFOs die schon früher die Behandlung mit Funktionsreglern beginnen oder bei kleineren Kindern schon eine Gaumennahtweitung durchführen.

 

Ich kann dir nur den Rat geben mit deiner Tochter noch ein paar andere KFO aufzusuchen und dich beraten zu lassen!

 

Hier noch ein Link von einem Zahnarzt:

 

http://www.dr-schulte.ch/zahnspangen/zahnspangen-kinder.html

 

Ich kenne ihn zwar nicht, aber er schreibt auch, dass es manchmal sinnvoll ist schon im Alter von 4 - 7 Jahren mit einer Behandlung zu beginnen!

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Herzlichen Dank, dass ihr euch mit meinem "Problem" befasst!

 

Herr Vogel

Ihr Relaktor klingt wie gesagt sehr interessant. Auf Ihrer Website war ich schon. Leider verstehe ich nur die Hälfte aller Fachausdrücke, da ich mich noch nicht allzu lange mit dieser Thematik befasse. Ausserdem sind wir in der CH zu Hause. Ein Trip nach Deutschland wäre in diesem Fall eine organisatorische und logistische Herausforderung. Deshal werde ich hier in der Schweiz zuerst alle Möglichkeiten ausschöpfen.

 

Oleander

Genau, der Schnuller war bei meiner Tochter wohl massgeblich beteiligt, aber nicht Auslöser:

 

{ ....} sind Begleitumstände die Kiefer- bzw. Zahnfehlstellungen begünstigen aber mitunter nicht ursächlich sein müssen.

Dieser Satz ist in diesem Zusammenhang sicher richtig. KEIN Schnuller wäre für meine Tochter besser gewesen. Wenn man in die Zukunft sehen könnte....

 

berlino

Danke für den Link! Werde dem nachgehen!

 

Allgemein

Ich bin fest entschlossen, alternative Wege bei meiner Tochter zu gehen! Möglicherweise ist es auch ein IV-Fall (Invalidenversicherung), da sie von Geburt an mit einem leichten Schiefhals und einer leicht zur Seite geneigten Kopfform belastet ist, was aber mit Physiotherapie im Säuglingsalter gut "behoben" worden ist und heute, ausser im Kieferbereich, kaum mehr auffällt. Ihr Bruder sass ihr während weiten Teilen der Schwangerschaft wortwörtlich auf dem Kopf. Ich kann mir gut vorstellen, dass daraus Spätfolgen entstehen könnten, wenn ich da nicht wachsam bin, u.a. eben mit der Kieferorthopädie. Ich werde sie demnächst meinem Cranio Sakral Menschen vorstellen und mal schauen, was er für sie machen kann.

 

Und bestimmt werde ich mich nicht mit der Meinung der ersten KFO zufrieden geben!

 

 

 

 

 

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Diese negative resonanz ist erstaunlich. Ob es eineiige Zwillinge sind oder nicht ist nebensächlich. Die Muskulatur hat den genetischen Auftrag das Skelett zu bilden. Diesen Auftrag kann sie nur erfüllen wenn die Entwicklung störungsfrei verläuft. Das schließt nicht aus, dass Gendefekte oder sonstige Katastrophen dies teilweise außer Kraft setzen. Ich plädiere für kein Wundergerät sondern setze nur die Gedanken von Herrn Fänkel mit einem modifizierten Gerät um. Ich habe das Gerät lediglich von allen Orthodontischen (mechanischen) Funktionen befreit und festgestellt, dass damit mehr erreicht wird. Ich kann ohne schlechtes Gewissen jeder Mutter modifizirte Funktionsregler empfehlen, auch wenn ich dafür angefeindet werde. Sie sind angenehm zu tragen und als myofunktionelles Gymnastikgerät richten sie garantiert keinen Schaden an.

 

Das schreibt eine Mutter einer 13Jährigen Tochter mit abgeschlossener KFO und dadurch ausgelöst heftigen CMD Problemen.

 

"Charlotte fühlt sich schon wesentlich besser, sie klagt noch ab und zu über Beschwerden, aber deutlich weniger, als noch vor 4 Wochen.

Im Urlaub sagte sie zu mir:" Mama, ich fühle mich wie befreit. Du kannst dir nicht vorstellen ,was für ein tolles Gefühl es ohne die Schmerzen ist".

Wir sind froh und dankbar darüber, dass Sie und der Relaktor unserer Tochter geholfen haben. Nach langer Odysee (Zahnärzte, Kieferorthopäde, Ostheopat)und anfänglicher Skepsis gegenüber einem "neuen" Gerät, sind wir nun auf dem richtigen Weg.

Schade, dass wir nicht früher auf sie aufmerksam geworden sind oder aufmerksam gemacht wurden. Zum Glück bin ich im Internet auf Sie gestoßen, die Zahnärzte oder der Kieferorthopäde haben mich nicht auf den Relaktor aufmerksam gemacht."

 

Sie hat das Gerät mit der Post erhalten und eingesetzt wurde es von ihrem Zahnarzt.

 

Mush schreibt:

 

"Die Frühbehandlung gehört bei entsprechender Indikation zum kieferorthopädischen Standard. Die aktuelle Evidenzlage ist dabei im Hinblick auf die Effektivität der Maßnahmen nicht einmal so wie man es sich als Anwender der Funktionskieferorthopädie wünschen könnte."

 

Das ist eine realistische Einschätzung der Frühbehandlung in der KFO. Aber dafür gibt es Gründe. Die verwendeten Geräte Aktivator / Bionator und ihre Modifikationen erfüllen ihren Zweck nur unzureichend (in Amerika werden sie so gut wie nicht mehr verwendet). Das ist auch gut untersucht. Ich würde, hätte ich Kinder, diese auch nicht damit quälen. Ich bin überzeugt das kann man besser machen. Mush schreibt auch, wenn meine Behauptungen wahr wären würde er als Kieferorthopäde sehr davon provitieren. Wahrscheinlich habe ich nicht den richtigen Ton gefunden, sonst würden diese Verbesserungsvorschläge nicht nur mit Hohn und Spott behandelt. Ein besserer Umgang damit wäre, es einfach auszuprobieren.

 

Anmerken möchte ich noch meine Erklärungen sind fast wörtlich aus Texten von Prof. Fränkel zitiert.

 

Gruß Norbert

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Herr Vogel ich finde auch, dass man, bevor man etwas vertäufelt und ins Lächerliche zieht, was hier teilweise geschehen ist, auch in anderen Threads, besser ausprobiert. Mush als KFO hätte ja die Möglichkeit dazu, da auch in D ansässig.

 

Geschichte scheint sich immer wieder zu wiederholen!

 

Mein einziges "Problem" mit den Erklärungen über die Wirkungsweisen des Relaktors ist, dass ich die Texte darin nicht vollumfassend verstehe, da ich mühsam alle Fachausdrücke die mir unbekannt sind, nachlesen müsste und dazu fehlt mir momentan die Zeit.

 

Hier in Bern hab ich auch eine ganzheitliche KFO gefunden. Sie arbeitet mit dem Bionator und stützt sich auf folgende Literatur:

 

Arbeiten und Forschungen von ASCHER, BAHNEMANN (Gnatho - Vertebral - Syndrom), BALTERS, HERRMANN, SCHEFFLER, SCHUBERT, VON TREUENFFLS u.a.

 

 

Es erstaunt mich zuerst mal, dass Fränkel nicht enthalten ist.... Vielleicht ist er nicht das Mass aller Dinge?

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Balters hat den Bionator entwickelt und ich habe die Literatur dazu gelesen. Von Treuenfels hat den Bionator modifiziert und nennt ihn Biognator ihn habe ich in einem längeren Vortrag gehört. Das Verdienst von Balters ist die Wichtigkeit der Zunge erkannt zu haben. Den Zungenbügel von Balters habe ich beim Relaktor übernommen. Das sind im Grunde modifikationen die in ihren Wirkungen nach wie vor dem Aktivator (Monoblock) entsprechen.

Funktionsregler werden nur noch im progenen Komplex angewendet. Wenn man die verfügbaren Bilder im Internet ansieht, wird schnell klar warum dieses Gerät lediglich ein Nieschendasein fristet. Man findet überwiegend stark limitierende Geräte die man guten Gewissens keinem Kind empfehlen kann. Das ist leider so, es ist sehr anspruchsvoll in der Herstellung und überfordert die Techniker. Aber ein gut gemachter Funktionregler kann sehr viel mehr als der Monoblock, er ist auch angenehmer zu tragen und behindert nicht das Sprechen. Das ist sein Hauptvorteil, die Verbesserung tonischer Funktionsmuster geht nur über neuromuskuläre Komunikation und diese Lernfunktion ist nachts deutlich reduziert (nur noch etwa 10%) neuronales Lernen funktioniert durch Aktion am Tage. Die Vorteile sind auch den meisten Kieferorthpäden klar, nur die praktische Umsetzung hat nicht funktioniert. Als Fänkel sein Konzept veröffentlicht hat, dachten alle dieses Gerät würde die Kieferorthopädie revolutionieren auch in Amerika. Leider ist der Umgang damit nicht so einfach und es hat sich nicht durchgesetzt. "No Compliance" ist das Zauberwort in der Kieferorthopädie und Konzepte die eine intensive Mitarbeit erfordern haben in der heutigen Zeit keine Chance.

 

Auszüge aus der Begründung warum Andresen/Häupl-Geräte und ihre Modifikationen (Aktivator / Bionator) keine FKO-Geräte (Funktionskieferorthopädische Geräte) sind. Von Prof. Rolf Fränkel

 

Sie sind nicht Ausgangspunkt einer neuen funktionellen Behandlungsweise, sondern als krönender Abschluss der biomechanischen Plattentherapie zu werten.

 

Die mechanische Beanspruchung des Kieferskeletts durch den Monoblock stellt sich außerhalb der natürlichen Zusammenhänge

 

Gruß Norbert

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pommel:

Ich habe mich aus der Diskussion zurückgezogen, da ich sie durchaus als anstrengend empfand, insbesondere, da Herr Vogel, wie er es selbst bezeichnete hin und wieder "die Contanance verloren" hat.

 

Eine in wesentlichen Teilen bereits widerlegte Behauptung in Frage zu stellen hat nichts mit Verteufeln oder lächerlich Machen zu tun. Selbst wenn der Denkansatz auf Grundlage der bestehenden Daten nachvollziehbarer wäre, sollten wir trotzdem nicht vergessen, dass man es sich gut überlegen muss, etwas neues auszuprobieren, wenn es Menschen sind, an denen man es ausprobiert.

 

Zur Funktionskieferorthopädie gibt es zahlreiche Studien. Sie sind selten angenehm zu lesen und liefern keine Ergebnisse, die so klar und eindeutig sind, wie man es sich wünschen würde. Es zeigt sich zwar, dass positive Effekte auf das Wachstum möglich aber keine Wunder zu erwarten sind. Die Genetik spielt immer eine mehr oder weniger große Rolle, und nicht jede Dysgnathie lässt sich einfach mit Umwelteinflüssen erklären. Genau wie man durch orthopädische Gymnastik keinen Riesen aus einem Zwerg machen kann, sind auch der kieferorthopädischen Wachstumsbeeinflussung Grenzen gesetzt. Dass sie trotzdem Wertvoll ist, stellt, zumindest in Europa, kaum ein Kieferorthopäde in Frage. In den USA hat sich eher die Ansicht durchgesetzt, man solle den Kindern die Belastung für einen geringen und unsicheren Erfolg ersparen.

 

Die Funktionsregler sind tatsächlich sehr anfällig gegenüber Herstellungsfehlern, aber es gibt viele gute Techniker und Kieferorthopäden, die bestens mit ihnen umgehen können. Wer etwas anderes behauptet, hat wohl seine Gründe.

 

Etwas plakativ ausgedrückt: Da kommt jemand in ein Internetforum und schreibt über gute Ideen von 1967, die leider nicht so ganz durch Studien belegt werden konnten, und von denen er behauptet, die Kieferorthopäden hätten sie nur nicht so ganz verstanden. Er hat auch ein Gerät gebaut, zu dem es überhaupt keine Studien gibt, aber er schwört, dass es besser ist.

 

Viel Spaß noch,

Mush

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Mush:

 

jetzt würde ich gerne auf Beweise sprich Studien abheben.

 

"Eine in wesentlichen Teilen bereits widerlegte Behauptung in Frage zu stellen hat nichts mit Verteufeln oder lächerlich Machen zu tun."

 

Inwiefern wurden die Theorien von Prof. Fränkel wiederlegt und um welche wesentlichen Teile handelt es sich?

 

"Die Genetik spielt immer eine mehr oder weniger große Rolle, und nicht jede Dysgnathie lässt sich einfach mit Umwelteinflüssen erklären."

 

Meines Wissens ist die "funktionelle Matrix" von Melvin L. Moss nach wie vor aktuell, natürlich die evaluierte Fassung von 1997 die im Wesentlichen Fränkel bestätigt. Auch da lasse ich mich gerne eines Besseren belehren. Im übrigen wird hier nicht von Riesen und Zwergen gesprochen, es geht um den Schädel und im Speziellen um den Kauapparat.

 

Sie heben darauf ab, dass ich eine Idee von 1967 probagiere. Die in der KFO verwendeten FKO- Geräte basieren ausnahmslos alle auf der Grundidee des Monoblocks (Aktivator) und diese ist 100 Jahre alt.

 

"dass man es sich gut überlegen muss, etwas neues auszuprobieren, wenn es Menschen sind, an denen man es ausprobiert."

 

Es handelt sich um ein minimalinvasives Gymnastikgerät, das ich empfehle sechs Monate zu tragen. Davor warnen sie ? Dagegen ist jeder Konstruktionsbiss eine invasive Waffe die sie bedenkenlos täglich anwenden.

 

Hilfreich für jemanden der sich fragt was ist das Beste für mein Kind, finde ich ihre Ausführungen nicht. Ich kann da keine Orientierungshilfe entdecken.

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Warum soll ich eigentlich für Sie Studien heraussuchen, während Sie noch keine einzige vorgebracht haben?

 

Ihre Aussage, man könne allein durch Funktionskieferorthopädie zuverlässig Dysgnathie-OPs vermeiden, ist falsch. Stellvertretend für eine Reihe skeptischer Publikationen: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21195273

 

Ebenso ist die These, Genetik habe keinen relevanten Einfluss haltlos. Eine Leistung von Roux, Moss und Enlow war es zu erkennen, dass sie nicht allein entwicklungsbestimmend ist.

 

Die von Ihnen beschriebenen Zusammenhänge zwischen Kiefer und Skelettsystem sind wesentlich schwieriger zu fassen als Sie offenbar glauben:

http://www.ncbi.nlm....pubmed/16483016

http://www.ncbi.nlm....pubmed/17190026

 

Die Annahme, man könne Engstände immer rein funktionell vermeiden oder gar beheben muss man schon ablehnen, wenn man weiß, wo die Wachstumszentren in Ober- und Unterkiefer liegen.

 

Da Sie offenbar ein Faible für Buchzitate haben:

Abschließend sei betont, dass die wissenschaftlich orientierte Funktionskieferorthopädie keineswegs den Anspruch erhebt, alle Aufgaben, die sich in der kieferorthopädischen Therapie stellen, mit Ihren Methoden behandeln zu können.

- Emil Witt in Praxis der Zahnheilkunde, Kieferorthopädie II, Funktionskieferorthopädie

 

Ich nehme Ihnen ab, dass Sie glauben, was Sie schreiben, aber Sie haben noch nie auch nur einen Patienten behandelt, und Ihre Ausführungen sind leider irreführend. Jemanden, der das Beste für sein Kind sucht, mit einfachen, vermeintlichen Patentlösungen zu versorgen kommt oft gut an, ist aber nicht fair.

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Zur ursprünglichen Frage von pommel:

Das Problem ist, dass das Verhältnis von Zahn- und Kiefergröße nicht bei jedem Menschen gleich ist. Es gibt kleine Zähne auf großen Kiefern und (häufiger) große Zähne in kleinen Kiefern.

Eine Möglichkeit, die Kiefergröße zu beeinflussen besteht zwar im Oberkiefer wegen der spät verknöchernden Gaumennaht, aber das ist nur bedingt hilfreich wenn kein seitlicher Kreuzbiss vorliegt, denn der Oberkiefer sollte nicht so geweitet werden, dass er nicht mehr zum Unterkiefer passt.

Der Unterkiefer hingegen ist in seiner Breite nicht nennenswert beeinflussbar, da seine Symphyse schon im ersten Lebensjahr verknöchert.

 

Aktivatoren, zu denen auch der Bionator zu zählen ist, können vor allem die Unterkieferlage beeinflussen. Im günstigsten Fall lässt sich also beispielsweise eine Unterkieferrücklage korrigieren. An dem Missverhältnis zwischen Zahn und Kiefergröße ändert das leider nichts.

Die noch nicht durchgebrochenen bleibenden Zähne kieferorthopädisch zu beeinflussen ist in der Regel nicht möglich. Das erklärt das Warten bis zum Zahndurchbruch. Danach gibt es aber Alternativen zu Extraktionen: Stichwörter wären Distalisierung ("nach-hinten-Schieben" der Zähne"), Expansion (Weiten des Zahnbogens durch Zahnbewegung) oder geringfügige Schmelzreduktion. Jede dieser Varianten ist zwar limitiert, und ob überhaupt etwas davon in Frage kommt, hängt unter anderem vom Ausmaß ab, aber oft lassen sich so Extraktionen vermeiden.

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Mush:

 

Jetzt haben sie sich aber angestrengt und dafür bedanke ich mich ausdrücklich. Zumindest was die Wirkungen des Bionators betrifft sind wir fast deckungsgleich (ein verbessertes Zungenverhalten wirkt sich auch günstig auf die Entwicklung aus).

 

"Die noch nicht durchgebrochenen bleibenden Zähne kieferorthopädisch zu beeinflussen ist in der Regel nicht möglich"

 

Prof. Tränkmann war es ein Anliegen den Leeway Space zu nutzen und systemisch Milchzähne zu beschleifen um Räume für den Zahndurchbruch zu schaffen. Ist der Platz vorhanden stellen sich die Zähne meistens regelgerecht ein. Meine Beobachtungen bestädigen dies. Ein wenig kann man schon dazu beitragen. Das habe ich auch im Wechselgebiss oft so gemacht einfach Räume geschaffen (Distalschrauben) und mich nicht weiter um den verlagerten Zahn im Durchbruch gekümmert. Meistens hat sich der Zahn selbstständig eingeordnet.

 

Ansonsten gibt es schon unterschiedliche Standpunkte aber wenn sie so schreiben kann ich damit was anfangen und empfinde es als konstruktiv. Ich werde antworten.

 

Gruß Norbert

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Mush schreibt:

 

"Ebenso ist die These, Genetik habe keinen relevanten Einfluss haltlos. Eine Leistung von Roux, Moss und Enlow war es zu erkennen, dass sie nicht allein entwicklungsbestimmend ist."

 

Epigenetische Prozesse und Ereignisse, sind der nächstliegende Anlass, und als solche die primären Faktoren für die skelettale Entwicklung.

Epigenetische Mechanismen werden als Hebel zur Auslösung einer Kettenreaktion von Informationen angesehen, welche zurückführt auf die zelluläre Ebene und so die Veränderung bewirkt.

 

Das ist der aktuelle Stand der Wissenschaft. Als Fränkel seine Theorien entwickelte befand er sich im Wiederspruch zur damals aktuellen Lehrmeinung, die epigenetischen Einflüssen eine untergeordnete Rolle zugebilligt hat und primär das Genom als bestimment für Wachstum und Entwicklung angenommen hat. Das ist aber inzwischen zu Gunsten von Fränkel revidiert.

"Damit steht und fällt die Diskussion, aber so wurde es 1997 von Moss formuliert."

 

"Ihre Aussage, man könne allein durch Funktionskieferorthopädie zuverlässig Dysgnathie-OPs vermeiden, ist falsch."

 

Diese Aussage habe ich nicht getroffen. Ich habe gesagt, dass 80% hier nicht schreiben würden, weil die Dysgnathie nicht diese Ausmaße angenommen hätte, wären sie mit gut gemachten Funktionsreglern behandelt worden. Das ist ein Unterschied, sie gehen etwas großzügig mit meinen Aussagen um.

 

"Das Problem ist, dass das Verhältnis von Zahn- und Kiefergröße nicht bei jedem Menschen gleich ist. Es gibt kleine Zähne auf großen Kiefern und (häufiger) große Zähne in kleinen Kiefern.

Eine Möglichkeit, die Kiefergröße zu beeinflussen besteht zwar im Oberkiefer wegen der spät verknöchernden Gaumennaht, aber das ist nur bedingt hilfreich wenn kein seitlicher Kreuzbiss vorliegt, denn der Oberkiefer sollte nicht so geweitet werden, dass er nicht mehr zum Unterkiefer passt.

Der Unterkiefer hingegen ist in seiner Breite nicht nennenswert beeinflussbar, da seine Symphyse schon im ersten Lebensjahr verknöchert."

 

Da ist Fränkel dezidiert anderer Ansicht. Erst mit acht Jahren ist im UK nichts mehr zu machen. Interveniert man rechtzeitig geht da schon was. Ich habe bei der Tochter von Dr. Reif (leichter Engstand) sogar eine kleine Lücke hinbekommen die sich nach absetzen vom Relaktor spontan wieder geschlossen hat. Nur durch abhalten von Weichteilen, ohne jegliche mechanische Einwirkung. Was den OK betrifft ist es falsch von Weitung zu sprechen, da findet Knochenwachstum im Einklang mit den Weichteilen statt das ist ein riesen Unterschied. Das funktioniert sogar bei Erwachsenen. Ein CMD Patient trägt den Relaktor seit Jahren 24 Stunden, da hat sich der OK messbar (1mm) vergrößert.

 

"Ich nehme Ihnen ab, dass Sie glauben, was Sie schreiben, aber Sie haben noch nie auch nur einen Patienten behandelt, und Ihre Ausführungen sind leider irreführend. Jemanden, der das Beste für sein Kind sucht, mit einfachen, vermeintlichen Patentlösungen zu versorgen kommt oft gut an, ist aber nicht fair."

 

Auch das ist nicht richtig. Ich habe viele Patienten behandelt. Ich habe Jahre lang bei Dr. Reif die KFO gemacht. Wir sind sehr gut mit temporären keinen Hilfen (herausnehmbaren Geräten) im Grunde  Hilfe zur Selbsthilfe zurechtgekommen. Diese Patienten sind zwischenzeitlich Erwachsen und immer noch in dieser Praxis. Daraus resultiert unser gegenseitiger Respekt und unsere Partnerschaft bei dem Relaktor. Ich behandle seine Kinder nicht sein bester Freund der Kieferorthopäde ist (ich gebe zu es sind leichte Fälle, ich kenne meine Grenzen) das bedeutet nicht, dass sie konventionell nicht das volle Programm bekommen hätten. Die Große hatte eine sich abzeichnende leichte Klasse II und eine minimale skelettalle Mittellinienverschiebung und dadurch ausgelöst einen Beckenschiefstand. Sie hat sechs Monate einen Relaktor getragen und der Zwangsbiss wurde durch einschleifen von Milchzähnen beseitigt. Heute ist sie 16 Jahre alt, hat eine wunderbare Klasse I und ein gerades Becken. Aktuell bekommt die Kleine jetzt einen Relaktor. Ich habe schon vor einem Jahr gesagt gehe mit ihr zum Osteopathen (ich bekomme jährlich Modelle) und mein Eindruck war, dass sich leichte Disproportionen entwickeln. Promt wurde eine Beinlängendifferenz festgestellt.

 

Ich empfehle in einem Alter ein minimalinvasives Gymnastikgerät wo sie sagen es wäre sinnvoll noch abzuwarten. Diese Vorgehensweise wurde niemals untersucht und ist neu. Ich bin selbst verblüfft über die Wirksamkeit. Ich habe mich an der Aussage " Funktionsregler wirken indirekt über die Muskulatur" festgebissen und setze sie Radikal um. Das hat auch Fränkel nicht gemacht er hat in der Vertikalen das mechanische Denken nicht verlassen. Dadurch entsteht kein Schaden (um ganz sicher zu gehen, darf das Gerät nur sechs Monate getragen werden) sondern das ist eine riesenchance die Entwicklung in bessere Bahnen zu lenken. Und dieser Vorschlag ist fair gegenüber einer besorgten Mutter.

 

Wie wichtig es ist "mit den Strukturen" zu arbeiten, wird aus meinen Erfahrungen mit CMD-Patienten sichtbar. Der Anteil mit iatrogen durch KFO verursachter CMD / MAP ist erschreckend hoch. Es wird sehr deutlich, dass mechanisch zu arbeiten große Gefahren birgt. Die Studien die die KFO als Verursacher von CMD / MAP entlasten, würde ich mit großen Fragezeichen versehen.

 

Ich halte Hilfe zur Selbsthilfe für einen guten Weg auf dem mit Sicherheit keine Opfer produziert werden. Und meistens ist das völlig ausreichend. Mit diesen Vermeidungsstrategien kann man nicht früh genug beginnen, reich wird man damit allerdings nicht.

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