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lollyka

Welcher KC arbeitet mit einem Piezogerät?

Hallo,

 

welcher KC (außer die in der Schweiz) arbeitet mit einem Piezogerät zum Durchsägen von Kiefern?

Hat jemand Erfahrung damit?

 

Danke

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Ich denke, dass viele Kieferchirurgen bereits das Piezogerät verwenden. Denn als ich die GNE-Op in einer "einfachen Uniklinik" hatte, sagte mir der Chirurg, dass er überlegt mit dem Piezogerät zu operieren.

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Ich kann es nicht aus eigener Erfahrung beurteilen, aber ich hörte neulich von einem Chirurgen, dass die Piezogeräte nicht halten können, was man sich von ihnen versprochen hat. Insbesondere Nervverletzungen seien weiterhin möglich.

Vermutlich ist es eine Sache der persönlichen Präferenz des Chirurgen.

Ich finde die Frage spannender, ob man lieber stabile oder semirigide Platten verwenden sollte.

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Ich behaupte nicht zu wissen, ob da was dran ist, aber so auf den ersten Blick wüsste ich nicht, warum das Gewebe sich denken sollte: "Oh, das ist ja ein oszillierendes Instrument und gar kein rotierendes, was mich da gerade in Stücke sägt! Da halte ich mich doch mal mit der Schwellung zurück!"

Aber Spaß beiseite: Soweit ich weiß, verwendet man oszillierende Instrumente auch zum entfernen von Gips, beispielsweise bei gebrochenen Armen. Der Vorteil ist, dass das Sägeblatt hin und her schwingt. Wenn es in Kontakt mit der (normalerweise elastischten) Haut kommt, schwingt die eben mit. Bei einer "Kreissäge" geht das nicht. Das dürfte die Idee hinter den Piezogeräten in der Dysgnathiechirurgie gewesen sein: Wenn wir an den Nerv (ebenfalls elastisch) kommen, schwingt der eben ein wenig mit, bleibt aber ganz.

Das klingt in der Theorie gut, hat sich aber praktisch nicht so ganz bewähren können, vielleicht weil der Nerv von Knochen umgeben ist und deshalb nicht großartig mitschwingen kann. Abgesehen davon wird zumindest bei Obwegeser/Dal-Pont, der am weitesten verbreiteten OP-Methode für den UK, ohnehin nur die äußere Knochenschicht "durchgesägt". Der Rest wird mit einer Art Meißel auseinandergedrückt. Die "Säge" kommt also gar nicht mit dem Nerv in Kontakt.

Trotzdem muss ich ehrlich sagen, dass ich als Kieferorthopäde keine Studien zu dem Thema kenne. Vielleicht stellt sich ja noch raus, dass wirklich was an der Piezoechnik dran ist.

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Es wird ja behautet die Verwendung vom Piezogerät sei gewebeschonender - weniger Schwellungen etc.

Die Schwellungen entstehen ja nicht durch das Knochensägen sondern wegen der Weichteile. 

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Das Piezoelektrische System beruht ja auf Ultraschall. Die Grösse der Bewegung und die Frequenz können variabel eingestellt werden. Das System schneidet nur mineralisiertes Hartgewebe bzw. Knochen, aber keine Weichteile, weil es zum schneiden von Knochen eine andere Frequenz braucht, als zum schneiden von Weichteilen (ca. 24 - 30 kHZ vs. 50 kHz)

Natürlich kann es aber trotzdem noch zu mechanischen Irritationen der Weichteile kommen. Aber da wird der Chirurg ja wohl auch genug gut aufpassen, dass er möglichst sauber und schonend arbeitet.

 

Das Risiko von Nervenverletzungen oder anderen Weichteilverletzungen wird massiv gesenkt und das ganze Gewebe um den Knochen herum wird geschont, was dann zu geringeren Schwellungen und weniger Taubheit führt. Auch für den Knochen selbst soll es schonender sein, die Heilung soll dadurch besser sein und postoperative Komplikationen generell seltener.

 

Wenn ich ein KFC wäre, dann würde ich auf jeden Fall mit so einem System arbeiten. Wenn Knochen abgeschliffen werden muss, kann es leicht passieren, dass man mit rotierenden Fräsen abrutscht und dann die Weichteile verletzt. Wenn der Knochen mit Piezosägen bearbeitet wird kann das nicht so leicht passieren.

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Auch wenn ich mich mit dem Thema absolut nix anfangen kann (weil nicht vom Fach ;), trotzdem mal zwei, drei Studien zum Thema. Sollten soweit einigermaßen seriös sein (Journals erscheinen in renomierten Wissenschaftsverlagen), aber wie gesagt, ist nicht mein Wissensgebiet. daher lasse ich hier mal die Ergebnisse der Studien weg. Denn manchmal muss man sich einfach die Details von Studien genauer anschauen (auch wenn im Abstract alles scheinbar schön zusammengefasst wird :)

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0278239107014723 "Critical Evaluation of Piezoelectric Osteotomy in Orthognathic Surgery: Operative Technique, Blood Loss, Time Requirement, Nerve and Vessel Integrity"

http://link.springer.com/article/10.1007/s10006-008-0123-7#page-1 "Piezoosteotomy in orthognathic surgery versus conventional saw and chisel osteotomy"

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0901502712005036 "Ultrasonic orthognathic surgery: enhancements to established osteotomies"

 

Edit: Ich seh gerade, Artikel 1 und 2 gehören quasi zusammen, wurden beide von Wissenschaftlern der Uni Frankfurt veröffentlicht. Womit übrigens auch der Ausgangsbeitrag (vermutlich) teilweise beantwortet ist, die Chirurgen an der Uniklinik Frankfurt arbeiten damit.

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Bei einem Termin mit einem KFC meinte dieser, dass die Piezochirurgie bei Dysgnathie-Op's äußerst ungeeignet ist. Es wird immer damit geworben, dass ma keine Nerven damit verletzen kann, dass es gewebeschonender sei. Nun ist es so, dass im Oberkiefer bei der Osteotomie gar kein Nerv im Operationsgebiet liegt, es ist Unsinn hierbei ein Piezogerät zu verwenden. Am Unterkiefer kommt man mit dem Piezogerät gar nicht tief genug, als dass man die Osteotomie komplett durchführen könnte, außerdem verletzt man den Nerv nicht beim osteotomieren, sondern dann, wenn man mit dem Meisel die Spaltung des Unterkiefers vollzieht. Also auch beim Unterkiefer macht es wenig Sinn ein Piezogerät zu verwenden.

 

Zu den Piezogeräten sei noch gesagt: im Gegensatz zu Sägen/Fräsern schneidet ein Piezogerät sehr schlecht, dadurch wird das Gewebe eigentlich eher mehr belastet, der Chirurg muss mehr an einem arbeiten, die Op dauert länger und die Schwellungen fallen stärker aus.

Wenn man sich das Prinzip des Piezogeräts vor Augen führt, dann leuchtet das auch ein. Die Schneide des Geräts "hackt" den Knochen/Gewebe eher durch, als dass es ein flüssiger Schnitt ist.

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Für dieses Gerät gibt es auch eine Säge. Wer mal oszillierend gesägt hat weiß, dass man damit sehr viel leichter genau sägen kann. Einfach mal ausprobieren das beantwortet eigentlich die Frage. Es gibt viele Anwendungen da kann man nur oszillierend sägen aber Künstler brauchen diese Erleichterung nicht wenn normales Sägen möglich ist, ich schon. Ich besitze ein Denkmal und habe bei 100 Jahre alten Fenstern fehlendes (abgewittertes) Holz ersetzt.

 

Mit einem rotierendem Zahntechniker Handstück mit Trennscheibe ist es sehr schwer einen sauberen Schnitt hinzubekommen der nicht breiter ist als die Trennscheibe, das ist mit einem Fräser nicht anders. Vor ähnlichen Problemen steht der Chirurg. Mit einem oszillierenden Gerät ist das kein Problem.

 

Nachteilig beim oszillierenden Sägen ist, dass nur wenige Zähne im Eingriff sind und dadurch die belasteten Zähne schnell stumpf sind. Ob man auch oszillierend fräßen kann, weiß ich nicht.

 

Gruß Norbert

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