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misstumnus

bimax am 8.5.13 bei Dr. Dr. Saka in der Uniklinik Rostock

Moin! 

 

nach langer Zeit möchte ich nun auch meinen OP- Bericht niederschreiben!

 

Vor anderthalb Jahren habe ich hier () mein Dilemma geschildert, inzwischen habe ich einen anderen Kieferorthopäden, nachdem mein vorheriger KFO jegliche Versuche abgeblockt hat, einen anderen Behandlungsweg zu verfolgen als die Entfernung eines gesunden Schneidezahns. Vier (!) andere Ärzte haben mir zu einem Arztwechsel und Bimax geraten, um ein stabiles Ergebnis zu erhalten und das habe ich getan. 

 

Ursprünglich war geplant, die OP im Uniklinikum Greifswald durchführen zu lassen, jedoch wurde ich vom zuständigen Chirurgen beim Vorstellungstermin derart schlecht beraten und von oben herab behandelt, dass ich diesen Plan verworfen habe. Ich habe im Uniklinikum Hamburg um eine Meinung der Sachlage gebeten und habe ich mich dann dafür entschieden, die OP beim Oberarzt Dr. Dr. Saka im Uniklinikum Rostock durchführen zu lassen. 

 

Im Rahmen der OP- Vorbereitung habe ich unter anderem 8 Wochen lang eine Zentrikschiene getragen, um die richtige Position des Unterkiefers zu bestimmen, da ich durch meine Pseudoprogenie den Unterkiefer seit jeher nach hinten gedrückt habe. Während dieser Zeit ist mein Unterkiefer ein ganzes Stück nach vorne geflutscht!

Nach 8 Wochen wurde dann ein Zentriksplint angefertigt, der während der OP dafür verwendet wurde, den Unterkiefer auszurichten (mir wurde gesagt, das wird sonst pi mal Daumen gemacht, im meinem Fall sollte die Position aber exakt Stimmen) sowie der reguläre Splint.

 

Bei den Terminen zur OP- Aufklärung wurden alle meine Fragen vom Oberarzt ausführlich beantwortet und auch die Anästhesie- und Aufnahmegespräche im Vorfeld verliefen ohne irgendwelche aufregende Zwischenfälle. Mein Oberkiefer sollte um 3 mm nach vorne und um 2 mm nach oben verlagert werden, der Unterkiefer sollte dem angepasst und geschwenkt werden (um wieviel mm etc sollte während der OP mit Hilfe des Zentriksplints entschieden werden).

 

Stationäre Aufnahme war einen Tag vor der OP, ich durfte jedoch den Nachmittag und Abend noch zuhause verbringen - im Kreise meiner Mitbewohner und Freunde habe ich mir leckere Wraps schmecken lassen ;-)

 

1.Tag:

Morgens 6:30 sollte ich mich dann nüchtern wieder in der Uniklinik einfinden und es wurde wohl schon angeblich nach mir gesucht, da ich schon in 30 Minuten auf dem OP-Tisch liegen sollte! Also hatte ich nur sehr wenig Zeit, in mein sexy OP-Dress zu schlüpfen, noch schnell eine SMS rauszuschicken und die berühmte LMAA-Tablette zu schucken - die hatte aber keine Zeit mehr zuzuschlagen, weils so schnell gehen musste. An das fiese Legen der Zugänge (durch sehr nette Schwestern bzw Pfleger) im OP-Vorraum erinnere ich mich noch, an alles danach fehlt mir die Erinnerung. 

 

Gegen 14 Uhr bin ich das erste Mal aufgewacht, den ganzen restlichen Tag und die Nacht habe ich damit verbracht, alle halbe Stunde wach zu werden - nicht nur wegen dem ganzen Gerenne, Gepiepse und Blutdruckgemesse, ich hatte auch Schwierigkeiten, Luft zu bekommen und am späten Abend musste dann meine Verschnürung geöffnet werden, Blut und Wundsekret haben meinen ganzen Nasen-Rachenraum verstopft. Also wurde alles abgesaugt und der Splint über Nacht draussen gelassen, damit ich wenigstens durch dem Mund atmen konnte (Die Nase war komplett dicht, irgendwann wurde eine Tamponade eingesetzt gegen das Nasenbluten). Ich hatte auch dem Besuch meiner Mutter mit ihrem Freund entgegengefiebert, jedoch wurden sie nicht zu mir vorgelassen, solange ich noch auf der Intensivstation war. Irgendwie habe ich es aber geschafft, meine Oma anzurufen und ihr verständlich zu machen, dass alles überstanden ist! Im Nachhinein ist mir aufgefallen, wie zugedröhnt ich an dem Tag gewesen sein musste :grin:

 

2. Tag: 

Im Verlauf des Tages ging es mit dem Atmen besser, also wurde der Splint wieder eingesetzt. Auch der Druckverband um den Kopf wurde entfernt und danach begann mein Gesicht aufzugehen wie ein Hefekloß! Alles südlich der Augen war ohne Gefühl, zum Glück habe ich auf die Empfehlungen im Forum gehört und 2 Packungen Kosmetiktücher eingepackt - da ich nicht gemerkt habe, wann mein Mund zu ist, habe ich gesabbert ohne Ende! 

Ich wurde gleich morgens auf die normale Station verlegt, wo ich dann auch endlich meine Mutter und ihren Freund sehen konnte! Egal wie erwachsen man ist, mit Mutti an der Seite gehts einem gleich viel besser ;-) Auch meine beste Freundin und meine Mitbewohner kamen vorbei

So habe ich den zweiten Tag recht gut überstanden, zwischendurch habe ich fleißig gekühlt und viel geschlafen, wenn auch nicht besonders gut. 

 

3. Tag: 

Wie erwartet, war die Schwellung an dem Tag am stärksten und mein persönlicher Tiefpunkt war auch erreicht! Auch wenn die Tamponade entfernt wurde (*autsch!*), war an Nasenatmung nicht zu denken. Ich konnte mich jedoch wieder über Besuch von meiner Mutter und auch lieben Freunden freuen! Erste kurze Spaziergänge über den Krankenhausflur waren noch sehr anstrengend, aber haben gut getan. 

 

4./5./6. Tag: 

Endlich ging es bergauf - Ich habe das erste Mal Duschen und Haare waschen können und es war traumhaft!!! Die Schwellung ging langsam zurück und ich musste nicht mehr so viel Kühlen. Mein Vater mit Freundin und auch meine Schwester kamen extra aus Greifswald zu Besuch und jeden Tag wurde ich fitter und konnte weitere strecken laufen. Einmal musste noch Wundsekret aus dem Rachenraum abgesaugt werden, weil ich wieder schwer Luft bekam. 

 

Die ganze Zeit über bekam ich 3 mal täglich Antibiotika und Schmerzmittel, täglich wurde so gut es eben ging der Mundraum gespült. Mehr als 2 bis 3 kleine Becher Wasser, Tee oder Brühe habe ich beim besten Willen nicht runtergekriegt, gesund war DAS sicher nicht...Schmerzen hatte ich nicht einmal!

Sehr unangenehm war auch Wundsekret, das zu jeder Tages- und Nachtzeit aus der Nase lief und diese verstopfte, auch weil ja striktes Schneuzverbot herrschte! Erst 10 tage nach der OP hat das nachgelassen...

 

Genau eine Woche nach der OP wurde ich entlassen. die Verschnürung wurde geöffnet und Gummis eingehängt, so dass ich den Splint zum Essen rausnehmen durfte. Sowohl mein Kieferchirurg als auch meine Kieferorthopädin waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Meine Mundöffnung war knapp 1 cm groß.

Noch am gleich Abend wurde ich von meinem Vater abgeholt und ich habe die folgenden 3 Wochen bei ihm verbracht, um mich zu erholen und wieder aufzupäppeln. Dort ging ich 3 Mal die Woche zur Lymphdrainage und ich konnte am Strand spazieren gehen - so wurde ich allmählich wieder fitter und mein Gesicht nahm auch wieder normale Ausmaße an! auch mein Appetit kam wieder, zum Glück!

 

 

Nach 4 Wochen war der Großteil der Schwellung verschwunden, die Taubheit ging ebenfalls zurück, wenn auch nur langsam. Die Mundöffnung wurde auch allmählich größer, meine Ärzte waren sehr zufrieden! Den Splint habe ich 6 Wochen lang getragen, Gummis trage ich bis Heute

 

 

Heute, 5 Monate nach der OP, ist fast alles wieder bei Alten! Ich gehe einmal die Woche zur Physiotherapie, da meine Kiefermuskeln noch sehr mit der Umstellung zu tun haben. Die linke Hälfte meines Kinns und die meisten Zähne im Oberkiefer sind immer noch taub - Ich hoffe inständig, dass das nicht so bleibt! Eine der Titanplatten scheint sehr ungünstig zu sitzen, denn die linke Hälfte meines Unterkiefers ist ständig überreizt, Zähneputzen an dieser Stelle ist wahnsinnig unangenehm und jede Berührung auf der Haut zieht bis in den Knochen rein - eine Entzündung konnte ausgeschlossen werden und die Ärzte sagen, dass das sehr wahrscheinlich mit der Plattenentfernung verschwindet - ich hoffe es! Mitte Dezember werden die  Platten entfernt und 3 Monate danach kann auch die feste Spange raus. 

 

 

alles in allem bin ich aber mit dem OP- Ergebnis sehr zufrieden, ich habe wieder einen normalen Biss, kann abbeissen und mein Kiefergelenk knackt nicht mehr! 

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Hallo und vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Es freut mich zu hören, dass Du mit dem OP Ergebnis zufrieden bist.

 

Liebe Grüße Mausekind

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Hallo, freut mich sehr, dass du alles gut überstanden hast. Eine BIMAX steht mir auch noch bevor - in Neubrandenburg. Komme aus Greifswald und kann deine Erfahrung mit der Vorstellung in Greifswald leider nur bestätigen. Ich hatte auch kein gutes Gefühl und bin daraufhin nach Neubrandenburg. Meine GNE ist super verlaufen und ich habe nicht mehr soviel Angst vor der BIMAX wie vorher. Super Team da. lg

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@sanne.85: das witzige war, schon bei der terminvergabe wurde ich gewarnt, mich nicht in hgw operieren zu lassen - im nachhinein wusste ich warum  :481: ich frag mich echt, womit der typ sein geld verdient, wenn er mit patienten so umspringt..

naja, ich drück dir auf jeden fall die daumen für deine op!  :524:  

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Von wem wurdest du gewarnt? Von den Schwestern? :D Na ja ich bin auch heilfroh meinen KC gefunden zu haben. Bin immer wieder begeistert von seinen Ergebnissen. (Durfte schon einige bewundern)

 

Bei dem Prof aus HGW muss ich sagen, dass der mir ja auch eine "besondere" Methode aufquatsche wollte. Die sollte ich jedoch mit 3.000,00 - 4.000,00 EUR extra, was die KK nicht übernimmt, bezahlen. Das war schon das Erste, was mich zweifeln lies, von seiner Art und Weise ganz zu schweigen. Meine Arbeitskollegin ist hingegen total von ihm überzeugt. Die OP ist jedoch auch schon 10 Jahre her... Wer weiß.

 

Vielen Dank. Etwas ist es bis zur meiner OP ja noch hin :)

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