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Filomena

Bimax 09/2013 Uniklinikum Würzburg bei PD Dr.Dr.Klammert

Hallo zusammen!

Dreieinhalb Wochen ist es jetzt her, meine Bimax. Kurz: Ich hatte es viel schlimmer erwartet. Aber bis auf einen kleinen Tiefpunkt am 3. post-op Tag war ich das blühende Leben (mit dicken Backen). Und drei Wochen nach der KH-Entlassung gehe ich jetzt übermorgen auch wieder arbeiten.

Warum das alles?

Diagnose (die Kurzfassung): OK: ausgeprägter Labialstand der Front, Distorotation 24, Mesiorotation 13,23, bukkaler Kippstand 16,17,26,27; UK: Distorotation 45, Mesiorotation 33. Bisslage: Angle Klasse III.

Migräne, chron. HWS-Beschwerden, Zähneknirschen, provozierbare Kiefergelenksluxation.

Was bisher geschah...

08/2011 Extraktion aller 4er

09/2011 Multiband OK/UK, Brackets: DamonQ, Keramikbrackets 13 bis 23

10/2011 Mini-Implantate im vorderen Gaumen, Einbau BeneSlider zur OK-Distalisierung

12/2011 Implantatrevision bei Lockerung

bis 07/2013 Überstellen der Front nach hinten, Aufbisse auf den 6ern, Aufbissplatte, Schließen des dadurch entstandenen offenen Bisses, zahlreiche Ligaturen, Druckfedern, Spannfedern, Verblockungen...

Eine Woche prä-op:

Modell-Op mit je zwei Abdrücken OK/UK, Bissregistrierung, DVT sowie zahlreichen Fotos. Das alles fand am Vormittag statt, am Nachmittag habe ich dann das Modell mit Dr. Klammert und auch noch mal mit Prof. Kübler besprochen.

Am Dienstag der folgenden Woche zog ich dann mit meinem Köfferchen voller "Gammelklamotten", seichtem Lesestoff, Häkelzeug und Kamera in der Klinik ein. Ich bezog ein Einzelzimmer mit hübschem Blick, ging zur Narkoseaufklärung, Dr. Klammert kam vorbei zwecks OP-Aufklärung, Splintkontrolle, etc.

Am Nachmittag hatte ich noch einen Termin in der KFO. Ich bin auch an der Uni-Klinik in Behandlung, die Abteilung liegt zwei Stockwerke höher.

Dort bekam ich noch viele Häkchen auf die Bögen, und das war's auch schon.

Am Nachmittag war ich mit meiner Mutter noch in der Stadt (die Zahnklinik liegt sehr zentral), Henkersmahlzeit, goodbye Schnitzel...

Am Abend gab es die erste Thrombosespritze und eine Schlaftablette zur Nacht. Geschlafen habe ich trotzdem nicht besonders gut...

OP-Tag

Um 6 Uhr werde ich geweckt. Duschen, Haarewaschen, Thrombosestrümpfe, Flügelhemdchen und Turban wickeln. Um kurz nach sieben nehme ich mein Dormicum, und an den Weg bis in die Einleitung kann ich mich nur noch bruchstückhaft erinnern. Über die Schleuse klettern, Nadel legen, Sauerstoffmaske, und dann wird es auch schon lustig im Kopf...

Meine Erinnerung setzt wieder ein im Aufwachraum, als ich die Kühlmaske bemerkte und die Drainagen, die aus meinem Mund hingen. Erste Frage: Ist das jetzt schon fertig?

Nachdem ich die Schläuche überprüft habe (zwei Redon-Drainagen, ein grüner iv-Zugang, ein grauer iv-Zugang, eine Infusion, Sauerstoff in der Nase, keine Magensonde!, kein Blasenkatheter!), döse ich gemütlich weiter.

Insgesamt geht's mir super. Keine Schmerzen, keine Übelkeit, kein Frieren, Nase frei, keine Halsschmerzen oder Schluckprobleme...

Ich habe unmittelbar post-op weder einen Splint noch Gummis drin.

Die OP hat insgesamt 3,5h gedauert, und das wurde gemacht:

OK-VVL links 7mm, rechts 5mm, MLV 1mm nach rechts, Impaktion 2mm Regio 16, 3mm Regio 26, anterior 4,5mm

UK-RVL links 2mm, rechts 3mm, MLV 1mm nach rechts

Als ich am Nachmittag dann wieder im Zimmer bin (keine Intensivstation o.ä.), kommt auch schon meine Mama vorbei, außerdem bekomme ich "Besuch" von meinem Operateur, meinem behandelnden Kieferorthopäden, Frau Prof. Stellzig-Eisenhauer (Chefin der KFO) und meinem Anästhesisten. Alle sind superzufrieden.

Am Abend gibt's bereits Suppe, Joghurt und Babygläschen. Trinken geht mittels Spritze einigermaßen, aber da das Volumen auf diese Weise nicht besonders groß ist, bekomme ich über nacht noch einen Liter Infusion extra.

Außerdem bekomme ich eine große Kleenex-Schachtel, Vaseline und Bepanthen für Lippen und Nase und ein Nasenspray zum Abschwellen.

Schlafen geht mit Kühlmaske und Hörnchenkissen erstaunlich gut, auch wenn ich -natürlich- nicht auf dem Rücken, sondern auf der Seite geschlafen habe...

Donnerstag, 1. post-op Tag

Wecken findet mittels iv-Antibiose morgens um 7 statt, kurz darauf kommt das Frühstück. Joghurt, Babybrei und (huaa) Schmelzflockenbrei.

Zwischendrin geht's kurz ins Verbandszimmer zur Chefvisite. Da meine Redondrainagen nur 100 bzw 50mL gefördert hatten, sollen diese gleich entfernt werden. Fäden ab ging ja noch, aber Zug an der Drainage hat starke Schmerzen und keinen Kreislauf mehr zur Folge. Also zurück ins Bett, starkes Schmerzmittel, nächster Versuch in einer Stunde. Die eine Drainage hab ich selbst bis dahin rausgefrickelt, die zweite wollte dann (nach vorherigem Entfernen des Sogs) auch...

Danach konnte ich dann von meiner "Trinkspritze" auf die Schnabeltasse wechseln.

Die Schwellung nimmt zu, gestern war fast nichts. Ich kühle fast die ganze Zeit mit der Hilotherm-Kühlmaske (22C), und das ist auch wirklich angenehm.

Meine Mama versorgt mich zweimal am Tag mit Smoothies, Fruchtshakes, ... eine willkommene Abwechslung von Pudding, Suppe, Babybrei, Joghurt und Fresubin Drinks.

Mein Kieferorthopäde schaut wieder vorbei, Biss passt super, kein Splint erforderlich. Ein einziges Bracket hat sich gelöst, das morgen wieder festgeklebt werden soll.

Freitag, 2. post-op Tag

Tagesbeginn mit Antibiose, Frühstück, Chefvisite im Verbandszimmer und Einhängen der ersten Gummis. Der Löffel passt aber noch durch.

Ich spüle brav mit verdünntem Chlorhexidin und einer großen Spritze, um in die Ecken zu kommen.

Highlight des Tages: Duschen! Zur Sicherheit im Sitzen, aber Duschen und Haarewaschen tut wirklich gut.

Das Bracket wird einfach mit Kunststoff wieder angeklebt, ohne den Bogen zu entfernen oder so.

Außerdem heute: Röntgenkontrolle mittels DVT.

Samstag, 3.post-op Tag

Kleines Tief heute. Langweilig. Schwellung auf dem Höhepunkt. Schmerzen sind nach wie vor nur wenig, morgens und abends Voltaren, damit komme ich gut zurecht.

Auf der rechten Seite ist die Schwellung stärker, und auf dieser Seite habe ich auch ein kleines Hämatom, das langsam der Schwerkraft folgt... Die Oberlippe ist auch ziemlich stark geschwollen, weshalb ich zum Vaseline-Junkie werde, weil die Haut auf den Lippen immer wieder einreißt.

Sonntag, 4.post-op Tag

Heute geht's mir wieder deutlich besser. Wie jeden Tag gehe ich etwas draußen spazieren. Bisher immer nur einmal um die Klinik, heute schaffe ich eine etwas größere Runde. Ich sehe aus, als wäre beim (Ober-)Lippenaufspritzen was schiefgegangen, aber das ist mir reichlich egal.

Bei der Visite im Verbandszimmer lerne ich, die Gummis selbst zu wechseln (sind auch nur zwei).

Montag, 5.post-op Tag

Ich darf nach Hause! Letzte Kontrolle bei Dr. Klammert, bei Prof. Kübler und in der Kieferorthopädie bei Frau Prof. Stellzig-Eisenhauer.

Und zuhause ist es doch einfach viel besser!

Donnerstag, 8. post-op Tag

Fäden ex steht an... und Teufel auch, das tut weh. Nach Eisspray gehts ein bisschen besser, aber ich bin hinterher klatschnass geschwitzt. Ein Fadenrest im OK ist noch verblieben, aber der wird auf die Kontrolle nächste Woche vertagt.

Wegen einer leichten Wundheilungsstörung im OK trage ich dort mehrmals täglich mit einer Spritze und einer speziellen Kanüle CHX-Gel auf.

Dienstag, 13. post-op Tag

Termin in der Kieferorthopädie. Der Mund geht schon ganz gut auf, daher bekomme ich einen neuen Bogen im UK, schwächer als der vorherige, dafür mit neuen Druckfedern, um noch vorhandene Lücken zu schließen. Am Abend passt dann gefühlt gar nichts mehr aufeinander, und der UK tut weh. Mit Novalgin und Voltaren und Eis essen geht's aber dann ganz gut.

Den Fadenrest habe ich mir mittlerweile selbst gezogen, Dr. Klammert ist zufrieden, die Wundheilungsstörung wird besser.

Heute ist der 23. postoperative Tag, die Schwellung sieht nur noch, wer von der OP weiß, und das pelzige Gefühl wird täglich besser.

Liebe Grüße,

Filomena

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Ein toller, ausführlicher Bericht!

Sehr interessant…, klasse, daß die Schwellung sooo schnell abklingt.

 

Ich wünsche Dir weiterhin gute Besserung! :-)

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Heute hab ich zum ersten Mal wieder mit der elektrischen Zahnbürste geputzt... Gaaanz vorsichtig. Fühlt sich an den Wangen und am Kinn an, als wäre ich in einem Elektrozaun stecken geblieben, aber die bräunlichen CHX-Verfärbungen sind schon um einiges besser. 

Mundöffnung ohne Gummis ca. 1,5cm.

 

Was ich im postoperativen Verlauf nicht erwähnt habe: 

Ich hatte bis ca. 2 Wochen postoperativ einen hartnäckigen Paukenerguss, der durch die Schleimhautschwellung bedingt war (kein Druckausgleich/Sekretabfluss übers Mittelohr möglich). Folge: nur sehr wenig Hörvermögen auf der rechten Seite und das Gefühl, Darth Vader schnauft in meinem rechten Ohr... Hat sich aber mit der Zeit (wie so vieles andere) auch gegeben.

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Toller Bericht :) Hatte am Freitag meine OK VV , dein Bericht macht Mut. Die Schwellungen sind zurzeit ausserirdisch :D

 

Werde die Tage auch mal ein Bericht verfassen ! 

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Direkt nach der OP sah mein Kopf auch aus wie ein Halloween-Kürbis... Auch die Dysästhesien sind schon deutlich besser geworden.

Dir weiterhin gute Besserung!

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So, der bisher problemlose Verlauf trübt sich ein wenig... Nach zehn wunderbaren Urlaubstagen in Südtirol hatte ich schon in den letzten Tagen den Eindruck, die Okklusion passt nicht mehr so richtig (OK-Front wackelt bei Kontakt mit UK), gestern hat es dann (beim Verzehren einer schlabberigen Waffel) ganz leise geknackt über 23. Keine Schmerzen, aber danach passte irgendwie nix mehr. Und ein Gefühl wie eine lockere Prothese im OK. Bewegt man einen Zahn, bewegt sich die ganze Reihe.

Zum Glück hatte ich heute sowieso einen Termin in der KFO. Nach langem Begutachten wurden dann die Kieferchirurgen hinzugerufen. Erste Frage: "Bist Du nüchtern?" - und was so eine Frage bedeutet, wenn ein Chirurg sie stellt, ist ja offensichtlich. OP! Nüchtern wäre ich rechnerisch erst am Nachmittag gewesen, und da ich auch noch die Versorgung meiner zwei Kater organisieren musste, findet die OP nun morgen als erster Punkt statt. 

Operative Revision bei Bruch/DD Lockerung der Osteosynthese. Aaaarrrrghh. Und das nach sechs nahezu problemlosen postoperativen Wochen! Nun denn, morgen früh dann nüchtern antreten. Ich werde berichten....

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Hey, das ist blöd. Sei aber froh dass schnell und unproblematisch korrigiert wird. Ich wünsche dir alles Gute und einen festen Kiefer :)

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Op-Bericht, Teil 2...

Morgens um halb sieben nüchtern und unausgeschlafen in die Klinik. Zimmer zugewiesen bekommen, schnell auspacken, Flügelhemdchen, Thrombosestrümpfe, Dormicum und schon ging's wieder los. Einschleusen, ankabeln, Zugang legen und zackofatz war ich im Reich der Träume.

OP hat diesmal nur eine gute Stunde gedauert. Die linke paranasale Platte war tatsächlich gebrochen, die rechte gelockert. Beide wurden durch kräftigere Platten ersetzt. Die äußeren Platten waren noch fest.

Die Erinnerung setzt wie beim letzten Mal wieder ein, als ich im Aufwachraum lag, mit Kühlmaske und Infusion und glücklicherweise ohne Drainagen.

Entlassen wurde ich bereits heute am 1. postoperativen Tag. Backen noch ziemlich geschwollen (aber kein Vergleich zur BIMAX), weiter zuhause kühlen, orales Antibiotikum, Novalgin und Voltaren bei Bedarf.

Ernährung: 10 (zehn!!) Wochen nur Flüssig- bzw. Breikost. Denn wenn sich noch mal was lockert, ist in dem dünnen Knochen kaum noch Substanz für die Befestigung einer dritten Platte...

Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist!

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OP hat diesmal nur eine gute Stunde gedauert. Die linke paranasale Platte war tatsächlich gebrochen, die rechte gelockert. Beide wurden durch kräftigere Platten ersetzt. Die äußeren Platten waren noch fest.

 

warum setzt man dann überhaupt nicht gleich immer und überall kräftigere platten ein, wenn so häufig die dünnen brechen und das op ergebnis nicht stabil halten? 

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@rennieeee: Scherzkeks. Als ob ich nach zwei Wochen schon wieder Knäckebrot gegessen hätte! Und ohne jedwede Kenntnis den Chirurgen den bewussten Einsatz eben nur "eigentlich" guten Materials bzw. dem Patienten Incompliance zu unterstellen, zeigt eine Überheblichkeit, die hier völlig fehl am Platz ist.

Vor zweieinhalb Wochen wurde ich bei Pseudarthrose im OK erneut operiert. Ein ausführlicher OP-Erfahrungsbericht folgt in einem eigenen Thread.

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Es ist vermutlich eine Kombination aus großer Verlagerungsdistanz, anlagebedingt sehr dünnem Knochen und exzessivem nächtlichen Zähneknirschen...

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Hallo Filomena,

 

wie groß war denn die Verlagerungsdistanz im OK? Und sind bei der ursprünglichen OK-VV die durch die VV entstehenden Stufen mit Knochen aufgefüllt worden? Mir ist bei meiner Fragerei nach den Ursachen für meine Löcher im OK (siehe Anfang Bilderfaden) vor der Bimax gesagt worden, dass ab einer gewissen Verlagerungstrecke die Stufe aufgefüllt werden muss/sollte, wobei man den Knochen häufig aus dem UK nehmen kann, da irgendwann die Löcher zu groß sind, damit der Körper diese noch mit Knochen auffüllen kann.

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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Vorverlagerung rechts 7mm, links 5mm, Impaktion (Hochverlagerung) 4,5mm.

Direkt dort Knochen anzulagern wäre wahrscheinlich sinnvoll gewesen. Aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer... :-)

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