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Anna_88

GNE in Bad Homburg - vertraut Eurem Bauchgefühl

Hallo liebe Mitleidenden,

 

meine GNE-Operation in Bad Homburg ist nun über 2 Wochen her und ich möchte mal meine über meine Erfahrungen berichten, da mir insbesondere Eure detaillierten Berichte die meiste Angst vor der ganzen Operation genommen haben:

 

Ich habe bereits eine kieferorthopädische (allerdings nur orthopädische) Behandlung hinter mir. Diese begann bei mir mit meinem 9. Lebensjahr und endete im Jahr 2001. Als ich dann im Jahr 2004 bei meinem neuen Zahnarzt zur routinemäßigen Kontrolle war, hat mich dieser gefragt, ob meine kieferorthopädische Behandlung schon beendet wäre, da er hier noch ein paar Ungereimtheiten sieht. Ich war von dieser Aussage natürlich nicht gerade begeistert, habe das meinen Eltern erzählt und wir sind, wie von meinem Zahnarzt empfohlen, nach Frankfurt an die Uniklinik gefahren.

Die haben sich dann einen Eindruck von mir verschafft und meinten relativ trocken zu mir, dass ich an einer Operation nicht vorbeikomme. Für mich ist damit erst mal eine Welt zusammengebrochen. Da ich zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Abi stand und bereits eine Ausbildungsstelle im Anschluss hatte, stand es für mich außer Frage die ganze Geschichte vorerst aufzuschieben, ich muss dazu aber sagen, dass ich damals keine Schmerzen hatte, nichts. Naja, dann wurde ich nach dem Ausbildung übernommen und ich hatte es zwar im Hinterkopf, dass mir da noch etwas bevorsteht, konnte das aber erfolgreich verdrängen, zumindest bis April 2013.

Ich hatte in den vergangenen Wochen vermehrtes Knacken in den Kiefergelenken und vereinbarte einen Termin in Frankfurt. Bei meinem ersten Termin dort erzählte ich denen erst mal meine Leidensgeschichte, es wurden ganz vielen Untersuchungen und Abdrücke gemacht. In dem zweiten Termin wurde mir dann eröffnet, dass ich, um einen weiteren Verschleiß meiner Kiefergelenke zu vermeiden, operiert werden müsse, der Ablauf wäre folgender: Gaumennahterweiterung im Oberkiefer (1. OP), Spange, Vorverlagerung des Oberkiefers und Rückverlagerung des Unterkiefers (2. OP). Okay, ich muss zugeben, dass ich, obwohl ich ja eigentlich schon seit Jahren wusste was mir bevorsteht, trotzdem erneut schockiert war. Bei einem dritten Termin in Frankfurt wurde dann ein Termin für die GNE gesetzt und ein weiterer Termin vor das OP-Vorbereitungs- und Narkosegespräch. Diese Sache lief also an. Natürlich habe ich viel im Internet gelesen in Bezug auf Frankfurt sowohl positives als auch negatives, hierbei ist mir auch schon oft der Name von Dr. Dr. Kater in Bad Homburg gefallen. Viele Freunde und Bekannte haben gesagt, dass ich mir doch bei einem anderen Arzt mal eine zweite Meinung einholen soll, für mich war aber die Tatsache der Fehlstellung und operative Behebung dieser Fehlstellung eindeutig und so lief ich erst mal alles wie es ist.

Dann saß ich bei meinem Friseur und wir haben über das Thema gesprochen, auf einmal meinte er zu mir, dass eine seiner Angestellten die gleiche Sache, die mir bevorsteht, bereits hinter sich hat. Natürlich habe ich mir ihr gesprochen und das Ergebnis begutachtet :smile:  Sie wurde in Bad Homburg operiert und total zufrieden, also bin ich schlussendlich dann doch nochmal nach Bad Homburg gefahren und habe mich von Dr. Dr. Kater begutachten lassen.

 

Dass ich damit eine gute Entscheidung getroffen hatte, wurde mir bereits im Wartezimmer bewusst. Ich hatte ein total gutes Gefühl, keine Ahnung wo das auf einmal herkam. Dann wurde ich in das Behandlungszimmer geführt, Hr. Dr. Dr. Kater kam und ich erzählte ihm worum es mir ging, dann hat er sich meine mitgebrachten Unterlagen angesehen, mir noch ein paar Fragen gestellt und dann seine Einschätzung mitgeteilt. Er hat so viele Sachen erwähnt, die Frankfurt nicht mal ansatzweise angesprochen hat (wie z. B. meine eingeschränkte Atmung durch die Nase). Er meinte auch, dass ich nach der GNE nicht für 6 Wochen ausfalle (wie FFM angeführt hat) sondern maximal 2 Wochen krankgeschrieben bin. Ich fühlte mich im Laufe des Gespräches immer besser aufgehoben und machte dort gleich einen OP-Termin für die GNE aus, Frankfurt habe ich komplett abgesagt.  

Einen Tag vor der geplanten OP, bin ich dann nach Bad Homburg gefahren und wurde stationär im Krankenhaus aufgenommen. Davor war ich noch kurz bei Dr. Dr. Kater und er hat sich das Ding angesehen, dass mir zum Drehen wie eine Spange eingesetzt wurde. Alles okay, meine Blutwerte auch. Dann ging es auf zur Station A2, bis ich die gefunden hatte, dauerte es eine Weile, Krankenhäuser sind halt wie ein Labyrinth :smile:  Auf der Station waren alle Schwestern super nett und freundlich, haben meine Unterlagen nochmal durchgesehen und mir dann mein Zimmer gezeigt. Dann durfte ich den Nachmittag machen was ich will z. B. in die Stadt gehen oder so, ich sollte nur bis 21 Uhr wieder zurück sein. Ich ging dann in die Stadt und war gegen 18 Uhr wieder im Krankenhaus zurück. Der Abend verlief ruhig. Meine Aufregung bis dahin war gleich null keine Ahnung wieso normalerweise bin ich da anders drauf.

Später am Abend kam dann eine Schwester und hat mir gesagt, dass ich am nächsten Tag die Erste bin, die operiert wird. D.h. gegen 5 Uhr aufstehen und fertig machen. Meine Nacht war ruhig aber ich bin zwischendurch öfters mal aufgewacht. Ich wurde dann um 5 Uhr geweckt Kontrolle vom Blutdruck, Puls und Temperatur. Danach ging es für mich unter die Dusche und ab in die OP-Kluft und jetzt gab es die LMA-Tablette. Wenn man die genommen hat, darf man danach nicht mehr aufstehen. Ich habe die Tablette genommen und gespannt und deren Wirkung gewartet, nichts auffälliges. Nur langsam wurde ich etwas schläfrig, aber als mich dann die Schwestern abgeholt haben, war ich hellwach, aber durch die Tablette total entspannt. Ab ging es in die OP-Schleuse, da wurde ich dann an alle Gerätschaften angeschlossen (nachdem ich das Bett gewechselt, zugedeckt und festgeschnallt wurde. Das einzige was mir bei dem Ganzen wehgetan hat, war als die mir den Zugang (Kanüle) gelegt haben, aber ich gebe auch gerne zu, dass ich was Nadeln angeht ein Pienzchen bin. Nach Smalltalk mir der OP-Schwester bekam ich erst Schmerzmittel und danach die Narkose und weg war ich.

Aufgewacht bin ich im Aufwachraum, da kam auch schon eine Schwester und hat mich gefragt, ob ich Schmerzen habe. Ich fühlte ein leichtes Ziehen und mein Gesicht hat geglüht. Ich bekam ein leichtes Schmerzmittel und wurde auf mein Zimmer gebracht. Da gab es dann die Kühlmaske, was für eine Wohltat!!!

Keine Schmerzen, kein Blutgeschmack im Mund. ich hab nur Nasenbluten bekomme, das ging aber dann relativ schnell wieder weg. Ich habe den Tag mir Schlafen verbracht und Abends (gegen 17 Uhr) dürfte ich dann was trinken und es gab 3 Joghurts zu essen, obwohl man keinen Hunger leidet. Die Schwellung hielt sich echt in Grenzen. Später am Abend kam der Arzt vorbei, erkundigte sich nach meinem Wohlergehen und erzählte mir, dass alles gut gelaufen sei. Zudem kamen auch alle paar Stunden die Schwestern vorbei und sahen nach mir.

Die erste Nacht war unruhig was aber daran lag, dass ich den ganzen Tag bereits gepennt hatte und deswegen Nachts nicht wirklich müde war. Zudem lief mir das Kondenswasser der Kühlmaske andauernd den Hals runter. Aber keine Schmerzen, also Jammern auf hohem Niveau!

Am ersten Tag nach der Operation nahm die Schwellung zu, aber weiterhin keine Schmerzen und auch kein großes Druckgefühl. Mir wurde dann mitgeteilt, dass ich am Samstag nach Hause durfte und ich rüber in die Praxis kommen sollte, damit die Wunde kontrolliert werden und die Entlassungspapiere für den nächste Tag fertig gemacht werden können. 

Endlich Samstag, ich durfte nach Hause. Die Schwellung hat wieder etwas zugenommen, ist aber normal und meine Eltern waren erstaunt, dass ich trotzdem noch wie ein Mensch aussah. Nachdem der Arzt nochmal die Wunde kontrolliert hatte, durfte ich heimfahren.

Es gab dann ein paar Tage später einen Kontrolltermin in Bad Homburg und hier wurde dann auch das erste Mal gedreht. Keine Schmerzen, kein Druckgefühl und das bis heute, ich bin echt erstaunt.

 

Alles in Allem kann ich sagen, dass wenn man für sich den richtigen Arzt gefunden hat, die GNE wirklich nicht schlimm ist. Okay die Zahnlücke ist etwas komisch, die erste Woche darf man nur Weiches essen, aber das wars dann bei mir auch schon. Für mich waren die Nadeln (Kanüle, Trombosespritzen) am Schlimmsten. 

Ich möchte mit meinem Bericht Frankfurt nicht schlecht machen, sondern nur vermitteln, dass man für sich selbst den richtigen Arzt finden muss. Ich muss bei Dr. Dr. Kater zwar einiges an Leistungen selbst bezahlen (also bei der 2.OP) aber das ist es mir Wert.

 

Ich weiß, dass der Bericht echt lang geworden ist, aber ich will damit dazu beitragen anderen Patienten, denen eine GNE noch bevorsteht, die Angst zu nehmen und zu zeigen, dass es echt viel Schlimmeres gibt. Immerhin hat es mir auch geholfen, deswegen ein großes Dankeschön an Alle, die Ihre Erfahrungen bereits zu Papier gebracht haben und mir somit meine Ängste nehmen konnten.

 

Liebe Grüße

Anna

 

 

 

 

 

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Vielen lieben Dank Anna für deinen ausführlichen Bericht! Ich hab am 22.11. meine GNE und bin im Moment dank der vielen Erfahrungsberichte doch schon erleichterter, denn mit einem habt ihr alle Recht, es gibt wirklich schlimmere Operationen. Die Zeit fliegt nur so dahin, ich weiß noch als ich Anfang September die Zusage der KK hatte und dann einen Termin für die GNE ausgemacht habe, da erschien mir die Zeit bis dahin noch unendlich lang zu sein. Nun merke ich wie Woche für Woche verfliegt und der Termin immer näher rückt. Ein wenig mulmig ist mir dann schon aber das ist normal denke ich. Niemand hat vor einer OP egal welcher Art keine Angst! 

 

In diesem Sinne wünsche ich dir weiterhin alles Gute  :473:

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Vielen Dank für deinen OP Bericht. Bei mir steht Anfang Dezember auch eine GNE und UK Distraktion in Bad Homburg an und dein Bericht hat mir wirklich Mut gemacht. Die Erfahrung, dass Hr Dr Kater auch auf andere Probleme eingeht (Nasenatmung, Heuschnupfen, HWS Probleme) hat mich auch überzeugt. Ich leide seit Jahren unter allergischem Asthma und Heuschnupfen, vermutlich bedingt durch meine konstante Mundatmung. Darauf ist vorher kein Arzt gekommen. 

Wie lange musst du deine Schraube denn tragen?

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Hallo leute. ich wollte nachragen die schon eine GNE Op hinter sich hatten, ob eure Oberlippe zu 100% gleich aussieht und funktioniert wie vor der OP. Ich hatte GNE Op am 21.10 und musste feststellen das die Naht viel zu tief an Zahnfleich geneht wurde. mein Lippenbändchen ist nicht mehr da, ich kann keinen Schmolllippe mehr machen auserdem wenn der Mund zu ist, verdekt die Lippe meinen Schneiderzähne nur zu Hälfte. Kurz gesagt die Lippe ist nicht mehr so dehnbar wie die Unterlippe meine Ansicht nach die ist vekürzt.der Arzt meine das an de Naht liegt und das ich üben muss. Erlich gesagt ich glaube nicht dass da was sich ändern wird. ich hoffe, dass man das rückgengich machen kann. hatt jeman auch damit Problemme???????

 

Danke

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