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Mausekind2908

Bimax in der Uniklinik Mainz 10. Oktober 2013

Nun möchte auch ich meinen Erfahrungsbericht schreiben.

Ich wurde am Do, den 10. in der Uniklinik in Mainz operiert, wo genau vor zwei Jahren auch die GNE gemacht wurde.

Los geht's:

Mi, 9.10.

Ich sollte um 08:30 in der Zahnklinik sein zur stationären Aufnahme. Ich habe mich also unten im Eingangsbereich angemeldet und alle Formalitäten erledigt. Danach ging es in den vierten Stock zur Bettenstation. Ich habe meine Unterlagen abgegeben und musste dann erst in ein anderes Gebäude zum EKG. Das ging recht schnell und ich bin wieder zurück auf die Station. Dort hatte ich noch ein Aufnahmegespraech mit dem Pfleger und bin dann noch einmal ins Ambulanzzimmer im gleichen Stockwerk geschickt worden. Dort hat mir der Arzt Blut abgenommen und sich noch einmal meine Akte durchgelesen. In dieser steht alles von meiner KFO-Behandlung und der GNE.

Das Gute an der Zahnklinik ist, das dort alles in einem Haus ist: Kieferorthopädie, Röntgen, OP, Bettenstation, und die chirurgische Abteilung. Durch den ständigen Informationsaustausch aller Parteien, weiß mein KFO immer direkt Bescheid was der KFC gemacht oder gesagt hat und umgekehrt. Alle kennen sich und sind ein super eingespieltes Team. Die KFO, wo ich auch in Behandlung bin, befindet sich im ersten Stock.

Um elf hatte ich dann noch einen Termin beim KFO, also noch einmal runter in den ersten Stock, zur Splintanprobe. Diese sollte eigentlich schon am Tag vorher sein jedoch war der Splint noch nicht fertig poliert. Tags vorher wurden mir daher nur die Kobayashi-Ligaturen zur Befestigung der Gummis an der Spange angebracht. Der Splint hat super gepasst und ich durfte ihn mit auf Station nehmen. Ich sollte ihn, sowie meine Gipsmodelle mit zum weiteren Gespräch um 16 Uhr zum Arzt, wieder im Ambulanzzimmer, nehmen. Aber nun erst einmal Mittagessen, Tortellini mit Sahnesauce. Ich hab es genossen. Um 16 Uhr dann vor ins Ambulanzzimmer und mit dem Arzt noch einmal den Splint anprobiert. Er war zufrieden. Dann hab ich einfach nur noch relaxt, später Abendbrot gegessen und bin früh ins Bett. Geschlafen habe ich sehr gut.

Do, 10.10. OP Tag

Ich sollte als Dritte gegen 11:30 drankommen. Um sieben sollte ich duschen und meine hübsche OP Kleidung anziehen. Dies habe ich getan und saß dann um kurz vor acht fertig auf meinem Bett. Um acht kam mein Freund. Ich sagte ihm, dass es so doof ist jetzt noch 3-4 Stunden warten zu müssen. Ein paar Minuten später geht meine Zimmertuer auf und eine Schwester kommt herein mit der LMAA Tablette. Ich frag so ohne Vorahnung "jetzt schon"? Und sie sagt, jawoll denn es geht los. Ach so denke ich, die OP? Mein Freund und ich waren beide etwas überrumpelt jedoch sehr froh, dass es direkt los geht. Ich also die Tablette geschluckt und einen kleinen Mullturban bekommen und los ging die Fahrt über den Flur in den OP Bereich. Dort musste ich noch zehn Minuten warten und durfte dann, mit Trittleiter, auf das OP Bett klettern. Dann wurde ich in den Vorbereitungsraum geschoben. Dort wurde mir der Zugang gelegt und ich habe direkt Antibiotikum bekommen und etwas gegen Übelkeit. Dann hat er mir eine Maske 10 cm neben die Nase gelegt. Es sei nur Sauerstoff meinte er, ja ja sowas sagte man mir auch bei der GNE. An mehr kann ich mich nicht erinnern.

Die nächste Erinnerung ist im Aufwachraum. Ich mache die Augen auf, sehe die Schwester gegenüber am Tisch sitzen. Ich mache wieder die Augen auf, war ich wieder eingeschlafen? Ich merke, die Magensonde, meine verstopfte Nase, Schmerzen hab ich keine, ich friere auch nicht. Ich höre die Schwester fragen ob ich auf Station möchte. Ich werde also wieder aus dem OP Bereich geschoben hinaus auf den Flur und da sitzt im Wartebereich mein Freund. Wie schön. Er hat mich erst gar nicht erkannt, mit meinem weißen Bart. Quasi eine weißer Klebeverband in dem Bereich wo Männer einen Bart haben. Dann war ich wieder in meinem Zimmer und hab eigentlich viel geschlafen. Die OP war wohl gegen neun Uhr. Im Zimmer war ich gegen 14:30. die OP hat 2,5 Std. gedauert. Ich war wohl sehr lange im Aufwachraum. Der Tag ging dann irgendwie rum. Mir ist immer etwas Blut in den Magen gelaufen aber das wurde regelmaessig von den Schwestern durch die Magensonde abgesaugt. Das war echt angenehm. Somit wurde mir nie schlecht. Auch hatte ich bis zum nächsten Morgen eine automatische Blutdruckmanschette an, die alle Stunde anging. Regelmäßig wurden die Werte kontrolliert sowie die Sauerstoffsaettigung kontrolliert. Was halt nicht angenehm war war die Magensonde an sich, sie störte mich sehr und ich neige schnell dazu zu würgen. Durch die OP ist der Hals sowieso schon weh und man hat das Gefühl ständig Schleim runterschlucken zu müssen. Aber das klappte nicht. Dann war die Nase zu mit, ich nenns mal Blutknasterpopel, und irgendwie hab ich echt aufpassen müssen, nicht in Panik zu geraten. Hab manchmal ganz arg gewürgt, kam natürlich nichts.

Ach ja, mein Mund war fest mit Gummis verschnürt. Das macht ja die ganze Sache nicht angenehmer.

Die Nacht hab ich dann irgendwie herumbekommen. Hatte unbequem gelegen und Rückenschmerzen. Durch die Drainagen, eine Flasche links, die andere rechts am Bett, konnte ich mich auch nicht so gut bewegen.

Fr, 11.10.

Der Morgen kam endlich juhu und ich hab mein OP Hemdchen gegen Jogginghose und Shirt getauscht.

Wann bin ich das erste Mal aufgestanden? Weiß garnicht mehr genau. Glaub noch am OP Abend.

Dann gabs Fruehstueck, Fresubin Sondennahrung und Wasser, auch durch die Sonde. Ich durfte die Nahrung und das Wasser selbst anschließen, das war ganz praktisch. Um zehn Uhr ging es dann vor ins Ambulanzzimmer zur Kontrolle. Alle Patienten gehen zwischen 10 und 12 dort hin. Dann wurden mir die Drainagen gezogen. Hat gar nicht wehgetan, war nur bissl unangenehm und eklig, da das Rausziehen der zwei Schläuche so "geschlurft" hat.

Ich bin wieder zurück ins Zimmer und hatte schon einmal eine Last weniger. Den Tag hab ich mit Ausruhen, Besuch und Fernseh schauen verbracht. Die Magensonde, mein Feind, hat mich zwischendrin immer geärgert. Es hieß sie würde bis zum Ende drinne bleiben. Abends wurde es dann wieder so fürchterlich, dass ich mit Tränen in den Augen nach der Schwester geklingelt habe. Ein Pfleger kam und sagte, dass es vielen wie mir geht. Ich könnte eventuell eine kleinere Magensonde bekommen. Ich habe mich wieder beruhigt und der Pfleger ging raus. Er hat wohl einem Arzt Bescheid gesagt und der Stand 10 Minuten später im Zimmer. Er sagte die Magensonde wäre halt super zum Absaugen und es wäre besser fuer die Wundheilung, da keine Nahrung an die genähten Stellen kommt. Klar seh ich ein, aber ich kann nicht mehr sagte ich ihm. Er sagte ok wir ziehen sie, aber morgen bekommen sie dann eine kleinere. Bloß bei Bewusstsein eine legen ist halt nicht so angenehm. War mir in dem Moment egal, ich wollte nur die Nacht ohne Sonde verbringen. Er sagte mir, dass der Pfleger gleich kommt und sie zieht. Der kam dann auch und ich dachte das wird jetzt eine groessere Aktion. Er fummelte das Pflaster an der Nase ab und eh ich überhaupt richtig gemerkt habe, dass er sie schon rauszieht, war sie auch schon draußen. Und von einer Sekunde auf die andere ging es mir super! Was ein Glück dachte ich. Die Nacht war also relativ angenehm.

Sa12.10, zweiter Tag nach OP.

Ich bin also um zehn wieder ins Ambulanzzimmer und er sagte, oh, sie haben ja gar keinen Rüssel mehr. Ich erklärte ihm alles und er war sehr verständnisvoll und sagt, ok, sie bekommen gar keine Magensonde mehr. Die einen Ärzte sehen das so, die anderen so. Er laesst sie auch gerne weg. Hätte schreien können vor Glück. Ach ja und von meinem weißen Bart hat er mich befreit. Ich kam zurück ins Zimmer und sah doch echt aus wie ein normaler Mensch. Ich muss noch erwähnen, dass ich keinen einzigen blauen Fleck hatte und auch die Schwellung sich in Grenzen hielt. Samstag und Sonntag habe ich mit auf Station spazieren, lesen und fernsehen verbracht.

So, 13.10

Morgens wieder ins Ambulanzzimmer und der Arzt war sehr zufrieden mit der Wundheilung, dem Ergebnis und Meiner Verfassung und ich dürfte bald heim. Den Sonntag über habe ich mich echt gelangweilt und befand es nicht mehr fuer nötig im Krankenhaus zu bleiben.

Mo, 14.10

Gefrühstückt. Und wie die letzten Tage Suppe aus dem Becher getrunken.

Plötzlich ging die Tür auf, Visite, ca. 12 Weisskittel, der erste ist schon wieder draußen, da kommt der letzte erst hinterher. Ach ja, da dreht sich der eine nochmal rum und sagt: ach Frau D., sie dürfen heute auch heim. Und draußen waren sie. ja super dachte ich!

Um zehn dann wieder ins Verbandszimmer. Nachgeschaut und neue Gummis bekommen. Dann noch fuer den 21.10. im fünften Stock einen Termin zum Fäden ziehen ausgemacht und mein Freund hat mich heim gebracht.

Die OP ist super verlaufen und mir geht es wieder richtig gut. Der OP Tag sowie der darauffolgene waren heftig, aber klar nach so einer OP. Ich denke nicht gern zurück aber man vergisst das auch schnell.

Eines möchte ich hier noch anmerken. Ich fühlte mich bei beiden OPs in der Zahnklinik super aufgehoben und umsorgt. Alle Fragen werden zu jeder Zeit super umfassend beantwortet. Egal ob Klinikangestellte, Pfleger, Schwestern, Ärzte, Putzfrau oder OP Personal, alle sind sowas von unglaublich lieb und fürsorglich. Nie wurde man angemotzt weil man irgendwas hatte, wenn man geklingelt hat war innerhalb einer Minute jemand da. Alles war so unglaublich herzlich. Ganz ganz toll!

Diese Woche Montag kamen die Fäden raus, zumindest die die sich nicht selbst auflösen. Mein Splint sollte eigentlich fünf Wochen fest verschnürt im Mund verbleiben aber mein Chirurg, der mir auch die Fäden gezogen hat weil er gerade aufgrund eines OP Ausfalls Zeit hatte, hat mir sogar erlaubt die Gummis zum Essen und Zähne putzen rauszunehmen. Habe auch nur noch einen Gummi pro Seite. Das ist natürlich super angenehm.

Und der Splint kommt sogar vielleicht schon in zwei Wochen raus.

Das Ergebnis muss ganz toll geworden sein. So bissl kann ich es trotz Splint auch schon sehen.

Bilder stelle ich die Tage auch noch ein.

So, das ist jetzt ein langer Bericht geworden. Danke fürs fertig lesen :-)

Arbeiten werde ich ab 4. November wieder, also nach 3,5 Wochen ab OP Tag. Das ist auf jeden Fall machbar.

LG Mausekind

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hi mausekind,

 

Danke für den tollen Bericht! :smile:

 

Vieles deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Eine Magensonde hatte ich nicht. Meiner KFC ist es wichtig schnell wieder zum essen anzufangen. Das Zähneputzen war und ist aber noch extrem schwierig, zeitaufwändig und anstrengend. Eine Magensonde hätte da die erste Zeit sicher einiges erleichtert.

 

Wie ist es eine Magensonde zu haben? Spürt man die im Hals, wenn man den Kopf bewegt? Kitzelt sie in der Nase?

Beim Wort "Rüssel" musste ich lachen (soweit das bei meiner starren Mimik zur Zeit geht *g*)

 

lg und weiterhin gute Besserung! :smile:

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Toller Bericht mausekind, schön das es dir so gut geht !

Ich hatte nach meiner GNE 2 Tage eine Magensonde! Angenehm ist sie echt nicht, aber hatte es mir schlimmer vorgestellt! Lediglich beim Schlucken im Hals hat sie weh getan wie ich finde! Aber man hört halt oft das den Patienten dadurch nicht schlecht wird, weil sie das Blut aus dem Magen saugt, hat also auch was gutes :)

Wünsch dir weiterhin eine gute Genesung, freu mich schon auf die Bilder :)

Alles Gute dir!!

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Hey liebes Mausekind,

 

ich freue mich daß du deine Bimax so gut überstanden hast!!! Klingt bissl beängstigend mit der Magensonde... ich könnte da warscheinlich auch leicht in Panik geraten. Aber gut, daß dein Doc dann so viel Mitgefühl hatte und dich davon befreit hat. Es ist verdammt viel wert, wenn man verstanden wird vom ganzen Personal, da gebe ich dir vollkommen Recht! 

 

Wünsche dir auch weiterhin gute Besserung :-)

GLG Susi

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Hallo Yuffie,

Ach ja, Du bist ja auch erst operiert.

Also die Magensonde spürt man im Hals und ich hatte immer das Gefuehl, dass ich was runterschlucken müsste weil man Rächen verstopft ist. Das wirklich Gute an der Magensonde war wirklich, dass damit mehrmals Blut abgesaugt wurde. Das hat man selbst gar nicht gemerkt, nur, dass es einem nicht mehr schlecht war. In der Nase hat sie nicht gekitzelt, aber meine Nase war in dem Nasenloch total dick und verkrustet.

Hallo Melli,

Ach sogar nach der GNE die Magensonde, ach je. Ja Bilder folgen bald.

LG Mausekind

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