Liebe Progenica-Community :473: ,

 

Ich bin ganz neu und hatte mich bisher nicht recht getraut, hier einen Beitrag zu verfassen.

Jetzt tue ich es doch, ist etwas länger geworden, als gedacht, doch ich hoffe, ich kann dennoch den ein oder anderen Leser für mein Problem gewinnen :380:

 

Ich schreibe euch, weil ich verzweifelt bin und nicht mehr sicher, ob ich eine verzerrte Wahrnehmung habe oder nicht.

Ich muss etwas ausholen und auch in andere Fachgebiete abschweifen, da mein „Problem“ schon länger besteht.

Mit 18 habe ich mir die Nase gebrochen und seither war ein kleiner Höcker da. Daraus resultierte, dass mein ohnehin schon kleines Selbstwertgefühl noch kleiner wurde und ich nicht mehr aus dem Haus ging.

Aus eigentlich diesem Grund (Nase) war ich dann in der MKG-Chirurgie in Würzburg.
Dort hatte ich mich vorgestellt und der Chefarzt meinte, dass er ein ganz anderes Problem vermutet, nämlich mein fliehendes Kinn.
Ich dachte, endlich versteht mich einer und war ganz erfreut, dass sich Beides in einer OP verbessern ließe. Mein Kinn hatte mich sehr gestört, doch dachte ich damals nicht daran und nicht soweit, dass sich operativ daran etwas ändern ließe.
Zumal es ja noch kein Internet gab und erst recht keine Möglichkeit, sich darüber genauer zu informieren.(Ja, ich bin schon etwas älter, hihi)

 

Meine Nase war danach nicht mehr annähernd wie zuvor. Der Höcker wurde angeblich entfernt und auf einer Seite war die Nase zwar gerader, aber auf der anderen war der Höcker immer noch da. Vorne an den Nasenflügeln wurde Knorpel entfernt oder durch die geschlossene OP-Technik vielleicht auch verdrängt, auf jeden Fall sah ich von den Seiten her völlig unterschiedlich aus. Und von Vorne hatte die Nase einen komischen Schwung durch den fehlenden Knorpel am Nasenspitze und war nicht mehr wie zuvor symmetrisch.
Ich fragte auch nach, warum das so verändert wurde, die Antwort war: da hätte man nichts verändert.
Zudem hat sich die Nasenspitze auch leicht mit der Zeit abgesenkt.

Das Kinn wurde nach vorne gesetzt, indem es durchgesägt wurde und mit Metallplatten verschraubt.
Leider wurde es bei diesem Vorgang nicht gekürzt, was zur Folge hatte, dass ich danach unglaublich schmal geworden bin und mein Kinn für mein Verständnis seitdem zu lang und runtergezogen wirkt.
Ebenso ist der Lippenschluss leicht „gestört“, es kräuselt sich die Haut am Kinn von Unterlippe abwärts ganz leicht.
Den Nerv hat es auch erwischt.

Was anfangs nicht so klar war, da ja der gesamte Bereich etwas taub war, aber nachdem er nun, 17 Jahre später immer noch nicht wieder 100% da ist, bleibt nun eine Hälfte Lippe bis Kinn leicht taub.

Gerade in der kalten Jahreszeit merke ich es, bzw. wenn ich mich darauf konzentriere.

Ansonsten gewöhnt man sich tatsächlich daran.

 

Also alles, was schieflaufen konnte, trat ein.

 

Da ich noch zur Schule ging, durfte ich mir die schönsten Hänseleien anhören: Oh Schönheits-OP und hat was mit Michael Jackson gemeinsam und Gekicher. Das tat sehr weh und saß ganz tief fest, weil das Ergebnis ja leider so gar nicht zufriedenstellend war. Irgendwie hab ich dann mit den Jahren verdrängt und versucht, damit umzugehen.

 

Nun, 17 Jahre später, kam nun alles wieder hoch. Sobald ich Fotos sah, dachte ich, mein Gesicht ist einfach so lang, schmal und die Nase so unförmig und keiner außer mir, sieht so aus.

Ich überlegte also seit letztem Jahr, ob ich es nochmal wage, mich operieren zu lassen und ob ich Kinn oder Nase oder  Beides nochmal machen lassen.

Und entschloss mich vor 4 Monaten dazu, die Nase aufwändig korrigieren zu lassen.

 

D.h. Höcker endgültig ab, leicht geschwungen und den Knorpel wieder aufbauen etc.. So wie sie vorher war mit 17.

Die OP hat gut geklappt, ein Nasenloch sitzt zwar noch etwas weiter oben, ein paar Schwellungen sind noch da. Ich denke, dass sich in den nächsten Monaten noch etwas tut, bin aber insgesamt mehr als glücklich über diese Entscheidung und froh, sie gewagt zu haben.

Und fühle zum ersten Mal, dass es diesmal gut ist.

 

Doch das „Problem“ mit meinem Kinn ist damit nicht verschwunden.

Also war ich in Stuttgart im Marienhospital zur Beratung beim MKG. Ich wurde sehr ernst genommen und hatte auch nicht das Gefühl, man möchte mit dieser Privatleistung, weil Wunsch-OP, mit mir Geld verdienen.

 

Man sagte mir, es sei jetzt kein zwingender Handlungsbedarf, aber meine „Problematik“ sei durchaus nachvollziehbar und wenn es ein Leidensdruck ist, welchen man wohl deutlich gesehen hat an mir, dann würde man mich auch operieren, andernfalls nicht.
Ich wurde aufwändig vermessen und geröntgt und dann wurden diese Daten zusammen mit Fotos, die noch von mir aufgenommen wurden in irgendein Programm eingespeist und heraus kam, 3,5mm in der Länge kürzen und 1-2mm nach vorn, um auch zu vermeiden, dass die Nase nicht länger wirkt im Verhältnis.

Die Beratung war so positiv, dass ich dachte, ICH MUSS ES TUN.

Wäre die OP am Tag danach schon gewesen, hätte ich es vielleicht schon getan.

Aber die Zeit bis zum potentiellen OP-Termin bringt soviel Sorgen und Überlegungen.

Ich habe enge Freunde gefragt, was sie meinen.

Verstehen es nicht. Es würde doch alles passen. Alles stimmt.
Der eigene Mann sieht es auch nicht. Er sieht auch kein schmales Gesicht.

Dann kommen Zweifel auf, ob ich ein verzerrtes Bild habe oder mir die andern mich nicht „verletzen“ wollen oder sich nicht trauen die Wahrheit zu sagen.

So komme ich nicht weiter und grüble und grüble und es tut sich kein Ergebnis auf.

 

Ich meine, wer kennt das nicht, wenn ein Mensch, der offensichtlich deutliches Übergewicht hat, fragen würde, ob er zu dick sei, so tut man sich doch auch schwer, direkt zu sagen: ja.

 

Ich wäre die OP sicher schon längst eingegangen sein, wenn die Sache mit den Nerven nicht wäre.

Ich habe so eine riesen Angst, dass mir das noch einmal passiert und dann alles noch „schlimmer“ ist, als es ist.

 

Es ist momentan nach dieser langen Zeit zwar in Ordnung für mich, da ich es nicht mehr anders kenne. Aber von neuem Angst haben und am Ende beide Seiten oder auch noch die andere Seite gestört zu haben, das raubt mir im wahrsten Sinne den "letzten Nerv".

 

Oje ich schreibe zuviel,, aber es muss mal raus und vielleicht liest es hier jemand ganz durch und hat vielleicht Ähnliches erlebt oder noch vor sich oder kann mir Tipps geben, Ängste nehmen, ich bin einfach dankbar für jede Antwort!

Vielen Dank!!! :380:

 

In meiner Galerie findet ihr ein paar Beispielfotos, nicht alle wirklich optimal, aber für einen Eindruck müsste es ausreichen.

 

Bee2309
 

 

 

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Hallo Bee,

 

das mit der Galerie scheint nicht wirklich funktioniert zu haben, ich sehe dort keine Bilder. Aber Du kannst Dir auch von Mush oder Marco das Passwort für das Bilderforum geben lassen. Wenn ich mir Dein Profilbild anschaue, wirkt das Gesicht schon ziemlich lang und dadurch auch relativ schmal, aber auch einem größer Bild kann man es wahrscheinlich besser beurteilen und hier im Forum solltest Du eigentlich auch neutralere Meinungen als in Deiner Umgebung finden. Wobei ich Dein Profilbild, soweit man es erkennen kann, eigentlich ganz hübsch finde, aber ich kann auch verstehen, dass ein Leidensdruck bei Dir vorhanden ist. Und da Du die Erfahrungen ja schon gemacht hast, würdest Du auch nicht blauäugig in die Operation gehen.

 

Ich bin auch im MH (bei Dr. Werner) operiert worden und habe mich dort sehr gut aufgehoben gefühlt, auch wenn ich es den Leuten sicher nicht einfach gemacht habe und ich Kassenpatientin bin. Mit der Taubheit ist es so eine Sache. Ich hatte vor über 25 Jahren eine OK-VV und danach war mein Gaumen taub. Hat mich nie gestört. Angefangen mit der (abgebrochenen) GNE, über die Bimax und nochmals deutlich mit der ME ist wieder mehr und mehr Gefühl in den Gaumen gekommen, wobei ich teilweise gar nicht so glücklich drüber bin, weil ich z.B. kein Bonbon mehr im Gaumen parken kann. Früher hat es dort nicht gestört, inzwischen merke ich sehr deutlich. Außerdem bin ich im Gaumen teilweise immer noch auf Kälte sehr empfindlich, auch wenn es besser wird. Ich weiß, dass bei den OPs immer auch Vernarbungen entfernt wurde und hatte von einem anderen Arzt erfahren, dass Nerven nicht durch Narbengewebe wachsen können, das würde es halbwegs erklären, auch wenn mich jeder Arzt etwas komisch anschaut, wenn ich es erzähle. Andererseits habe ich seit der Bimax (OK-VV, UK-RV) eine Stelle am UK, die sich "komisch" anfühlt und bei der ich mir nicht sicher bin, ob es besser wird oder nicht, aber damit kann ich leben. Kein guter Arzt wird Dir garantieren können, dass es nicht schlimmer wird, aber wie Du an mir siehst, könnte es eventuell auch in die andere Richtung gehen (anderseits bin ich Spezialisten für ungewöhnlich, und so eine Sache wie wieder Gefühl zu bekommen ist typisch für mich).

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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Hi Bee,

normalerweise lese ich eher selten lange Beiträge, aber du hast so interessant geschrieben, dass ich deinen Beitrag quasi verschlungen habe:-)

Also erstmal muss ich sagen, dass deine Nase super aussieht, auch wenn ich nicht weiß, wie sie davor aussah. Nur mal so nebenbei:-)

Bei mir war es so ähnlich wie bei dir. Mein Kinn störte mich mit der Zeit so sehr, dass ich beschloss, es im Rahmen der ganzen Kieferumstellungsgeschichte operieren zu lassen. Ich war einfach der Meinung, dass ich ein fliehendes Kinn habe. Mein Mann und meine Mutter (die einzigen, die davon wissen) meinten, ich solle mich therapieren lassen. Sie konnten es absolut nicht nachvollziehen. Aber für mich gab es überhaupt keine andere Option. Ich dachte, wenn ich mich dagegen entscheide, würde ich es bestimmt irgendwann bereuen und dann vielleicht keine Gelegenheit oder Möglichkeit mehr haben, mein Kinn operieren zu lassen. Meine Kieferchirurgin meinte auch, dass ich wohl zu hohe Erwartungen habe, aber das drang gar nicht zu mir durch. Also ließ ich mein Kinn vor über einer Woche um ein paar Millimeterchen verschieben...

... und seit der OP esse ich wie ein Baby, weil meine Unterlippe unteren Zähne komplett taub sind. Der Hunger, die Schwellungen, Sprachprobleme, Schmerzen und Blutergüsse nerven so sehr, dass ich mich immer öfter frage, ob es das wirklich wert war. Klar, du hast es schon mal durchgemacht, aber ich denke, dass das Hirn das Negative einfach verdrängt.

Ich persönlich finde nicht, dass du ein auffallend langes Gesicht hast. Ja, schmal ist es, aber es sieht gut aus. Ich kann es aber auch nachvollziehen, wenn dein Kinn dich stört. Ich könnte mir schon vorstellen, dass man es noch besser anpassen könnte, was jedoch nicht heißt, dass du es unbedingt nötig hast. Es ist für mich persönlich nicht negativ auffallend. Aber letzten Endes musst du entscheiden, ob du die Folgen und Risiken in Kauf nehmen möchtest.

LG

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Da haben sie dich bei der Genioplastik ja wirklich übel zugerichtet. Ich habe mal versucht, eine mögliche Korrekturop zu simulieren. Ich denke, die Verbesserung ist schon ziemlich deutlich.

 

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Vielen Dank für eure doch recht unterschiedlichen Antworten.
Lieb, dass sich hier so viele Menschen bemühen und interessiert sind.
Das ist wirklich eine tolle Erfahrung!

Ich habe heute beschlossen, dass ich den OP-Termin absage.

Seit Wochen bastel ich an diversen Fotoansichten (danke auch an gnarz für die Simulation) ein kürzeres Kinn dran (ich bin Grafik-Designerin)und habe dabei die Sorge, dass die Nase zu lang wirken wird oder der Abstand von Nase zu Oberlippe seltsam erscheint oder es dann in Realität am Ende zu kurz wirkt, so wie ich es persönlich bei der Simulation von gnarz von Vorne empfinde.

Bei manchen Ansichten passt es, im Profil dann wieder manchmal nicht. Natürlich kann man das vorher nicht zurechtbasteln.

Am Ende verschieben sich die Weichteile oder bilden sich nicht optimal zurück und am Ende sieht man kaum eine Kürzung und ich habe das dann alles auf mich genommen und in Kauf, dass Nerven weiter beschädigt werden oder am Ende die Mimik leidet.

 

Dadurch, dass ich leider nach 17 Jahren immer noch heiss/kalt/Schmerzempfindlichkeit/Taubheit an meinem halben Kinn empfinde, fällt es mir besonders schwer, mich für eine erneute OP zu entscheiden.

Zwei Kieferchirurgen und ein Schönheitschirurg haben mir zwar bestätigt, dass es von den Berechnungen her, ein wenig zu lang ist, aber es kein Handlungsbedarf bestehen würde in ihren Augen.

Ich versuche nun, endlich mein schmales Gesicht und vielleicht zu langes Gesicht/Kinn zu akzeptieren und nicht mehr den ganzen Tag nur in den Spiegel zu schauen.



 

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Hallo, ich finde deine Entscheidung sehr gut. Vorallem da du die Risiken richtig einschätzt.

Ich finde, wenn du lächelst sieht man rein gar nichts vom Kinn, nur die tollen Zähne scheinen hervor! Alles Gute weiterhin :)

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