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Jenny89

Rezidiv und TPA

40 Beiträge in diesem Thema

Hallihallo,

ich hatte Anfang des Monats einen Kontrolltermin bei meiner Kieferchirurgin und es hat sich festgestellt, dass sich ein Rezidiv gebildet hat - Diagnose Kreuzbiss.

Anfang der ersten Behandlung war 2009 - Überbiss - danach 3 Jahre Zahnspange inkl. Bimax OP.

 

Nun hat mein KFO folgende Behandlung festgelegt: 6 Monate Transpalatinalbogen und danach je nach dem wie sich das entwickelt - wieder eine festsitzende Zahnspange. Ich war am Boden zerstört, da ich auf keinen Fall wieder eine festsitzende Zahnspange möchte... und hoffte, dass ich nun endlich alles überstanden hatte. Nachdem ich mir auch noch eine zweite Meinung eingeholt hatte, sah ich dann ein, dass mir leider nichts anderes übrig bleiben würde. 

 

Heute hab ich den TPA eingesetzt bekommen (jedoch ohne Zahnspange)- SCHRECKLICH dieses Ding.

Hat jemand Erfahrung damit und kann mir ein bisserl Mut zureden? Essen geht wirklich sehr sperrlich, da ich immer mit der Zunge an den Spitzen Enden des Drahtes streife, alles bleibt hängen. Sprechen ist wie bei einem 6jährigen Schulkind, welches dringend eine Logopädin aufsuchen sollte.

Und was ich noch ziemlich seltsam finde - es ist so gut wie kein Druck auf den Backenzähnen.
Damals als ich die Zahnspange hatte, verspürte ich immer einen Druck bzw zumindest die ersten Tage, und habe gemerkt, da tut sich was. Jetzt spüre ich überhaupt nichts in der Art.

Was ich auch noch gerne von jenen, die ein Rezidiv hatten wissen möchte: wie viel hat euch die Behebung des Rezidivs gekostet? Ich muss ca. 1000,- zahlen für die bevorstehenden 6-9 Monate.

Ich freue mich auf eure Antworten. 

LG aus Österreich

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Tja wenn man nur mechanisch behandelt und die funktionellen Ursachen außen vor lässt, gibt es halt ein Rezidiv. So einfach ist das. Ich hoffe du bist diesmal schlauer und suchst einen Logopäden auf. Er sollte myofunktionell geschult sein. Wenn du es nicht schaffst die Zunge in den Oberkiefer zu bekommen, wird das wieder nichts.

 

Gruß Norbert

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@Norbert

Formuliere deine Beiträge bitte nicht so herablassend. Dir ist anscheinend nicht klar wie es für uns ist. Du hattest scheinbar nie eine Zahnspange!

 

@Jenny

Ich hatte nie einen TPA. Aber das mit dem Druck kenne ich. Da denkt man schnell mal, dass sich nichts bewegen kann. Ich hatte die ersten Monate auch keinen Druck auf meinen Zähnen bei der Zahnspange. Trotzdem haben sie sich verschoben. Ich hoffe du gewöhnst dich schnell an den TPA!

 

lg auch aus Österreich

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Hey.

Ich weiß wie du dich fühlst ich würde jetzt aufgrund eines Rezidiv erneut operiert. Ich habe davor lange Zeit ein TPA. Anfangs war es unangenehm wie du auch sagtes. Man redet undeutlich, das Essen bleibt immer drunter hänge die Zunge wird wund aber ich kann dich beruhigen ich habe mich schnell dran gewöhnl und habe ihn garnicht bemerkt das es überbaupt da ist. Druck hatte ich auch nicht davon aber effektiv war er trotzdem.

Alles gute dir weiterhin

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Ich hatte nach meiner GNE einen TPA (auch Quadhelix genannt) und habe mich schnell dran gewöhnt. Sicherlich ohne ist es definitiv angenehmer aber er bleibt ja nicht für immer. Meiner hatte mich 4 Monate begleitet.

 

Meiner saß zuerst recht mittig und war schon nervend gleich nach dem Einsetzen aber mein Kfo hat das gleich behoben und ihn ein wenig nach oben gebogen, so dass die Zunge viel besser mit klar kam.

 

Einige Sprechlaute wirst du zwar nie zu 100% aussprechen können aber es wird besser und einen Druck hatte ich nicht vom TPA.

 

Wenn dich was piekst, dann spreche deinen Kfo an, der soll sich was einfallen lassen ;)

 

Weisst du warum du ein Rezidiv bekommen hast? Hat dein Kfo was dazu gesagt?

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Wow, danke für die vielen Antworten, lieb von euch!

@ Norbert: Danke für deinen "freundlichen" Hinweis. Nach der Operation war ich ein halbes Jahr in logopädischer Behandlung um die richtigen Zungenverhalten zu lernen und habe das auch hinbekommen, weiters war ich jahrelang bei einer Kiefer-Physiotherapie wo ich meine Muskeln im Gesicht trainieren musst bzw. auflockern.

 

 

Ok, also anscheinend hatte ich betreffend dem Druck falsche Erwartungen :)

Ich hoffe, dass es mit dem Essen bisserl besser wird - heute hatte ich Toast mit Marmelade zum Frühstück - NAJA... morgen werd ich wohl zu Haferbrei umsteigen, tut schon sehr weh beim Kauen bzw verhängt sich alles und die Zunge piekst sich immer an die Drahtenden!

 

@Oleander: Ich werde meinen Kfo auf jeden Fall drum bitten, mir die Drahtenden etwas zu kürzen. In 2 Wochen habe ich ja wieder Kontrolltermin!

 

Also Aussage von meinem KFO war, dass ich die Naht nach der Operation bzw nach Beendung der Zahnspangen-Behandlung noch weiter fortgebildet hat und sich so etwas verschoben hatte. Er meinte, dass man das evtl. durch längeres Tragen der Spange vermeiden hätte können aber er wollte mich nach 3 Jahren Behandlung nicht noch mehr zumuten, da ja meine Zähne zu dem Zeitpunkt komplett gerade waren und aufeinander passten - komischerweise hat er zu diesem Zeitpunkt nichts davon erwähnt, dass es noch Zeit braucht.

Aussage der Ärztin von der ich die zweite Meinung eingeholt habe: Alles was man dehnt, engt sich wieder ein - und sie meinte auch, dass ich das immer wieder so zurückbilden würde, außer man behandelt es chirurgisch. - Dies widerlegt wiederrum die Aussage meiner Kieferchirurgin, welche meint, dass es kein chirurgisches sondern ein dentales Problem ist :)
Also suchs dir aus :D

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Yuffi:

 

Das ist nicht herablassend sondern provozierend und das sollte es auch sein. Nicht alles ist machbar. Die Weichteile limitieren die Möglichkeiten einer kombiniert chirurgischen KFO. Und wenn man an Grenzen geht steigt das Risiko. Das kann man etwas reduzieren, wenn intensiv die Weichteile der veränderten Situation angepasst werden. Und dazu braucht man Logopäden und Physiotherapeuten die geschult sind.

 

Yenni89:

 

Schluckmuster und Zungenverhalten dauerhaft zu verbessern ist mühsam. Ein halbes Jahr Logopädie ist dafür nicht ausreichend, um das Erlernte sicherzustellen sollte die Behandlung mit Unterbrechungen schon über zwei Jahre gehen. Sonst fällt man leicht in alte Muster zurück.

 

Gruß Norbert

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Also mir wurde von meiner Logopädin mitgeteilt, dass es ausreichend ist, weiterhin regelmäßig die Übungen zu machen und die Fortschritte bei Erwachsenen sich etwas schneller zeigen bzw es davon abhängt wie konsequent man die Übungen macht. 2 Jahre Logopädie kann ich mir ganz ehrlich gesagt nicht leisten, wenn man bedenkt, was für 3 Jahre KFO/Physiotherapie/Operation/Logopädie und nun Behandlung Rezidiv  für Kosten anfallen. Damit möchte ich nicht sagen, dass mir meine Gesundheit nichts wert ist aber irgendwann ist einfach Sense...  wenns so weitergeht bin ich mit 30 in Privatkonkurs :)

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Hi Jenny,

Die Logopädin hat natürlich Recht. "Dauer-Logopädie" ist selten sinnvoll oder effektiv. Entscheidend sind wirklich die Übungen.

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Ich habe auch nicht von Dauerlogopädie gesprochen. Es ist sinnvoll in Abständen zu kontrollieren was man so treibt und erlerntes aufzufrischen. Das Risiko, dass sich unbemerkt wieder Habits einstellen kann man dadurch reduzieren. Dafür kann schon eine Sitzung ausreichend sein. Wenn man Pech hat kann man allerdings auch von vorne beginnen.

 

Gruß Norbert

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Also mich würde mal interessieren, wie das von Statten geht, wenn man so ein Rezidiv bekommt: Hattest du während deiner Behandlung eine GNE (-OP) bekommen? Der Oberkiefer wächst doch dann wieder zusammen, und zwar breiter als vorher...wenn man dann ein Rezidiv bekommt: Schrumpft dann der neugewachsene Knochen einfach wieder weg???

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Die Wangenmuskulatur wurde ja nicht vergrößert. Im Gegenteil der vorhandene Wangendruck wird durch eine GNE noch vergrößert. Der Wachstumsanreiz der Zunge hat dem Oberkiefer gefehlt sonst wäre er nicht zu klein. Es ist sehr schwer die Zunge umzuerziehen aus diesem Grund bleibt man immer ein Risikopatient. Das sollte einem aber auch gesagt werden, damit man diesen Zusammenhängen die nötige Aufmerksamkeit schenkt.

 

Konstanden Kräften gibt der Knochen nach, vorallem wenn der nötige Innendruck fehlt. Nur Funktionsregler dehnen die Wangenmuskulatur weil ihre Kunststoffanteile (Wangenschilde) im Mundvorhof liegen. Mit Sicherheit das effektivste Retentionsgerät nach GNE. Der Wangendruck wird abgehalten.

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@Norbert

Was du schreibst ist nicht richtig. Mein OK wurde bei der OP um mind. 5mm verbreitert. Die Muskulatur, Haut etc. passt sich schrittweise den neuen Gegebenheiten an. Natürlich mache ich zusätzlich auch Logopädie. Denn nur KFO, KFC, Logopädie etc. bringen gemeinsam den Erfolg.

 

Es ist auch nicht richtig, dass es schwer ist die Zunge umzuerziehen. Wenn man sich an die logopädischen Übungen hält und das brav lange genug macht, wird sich ein Erfolg einstellen. Ich habe die ersten Erfolge schon nach 1 Woche gespürt.

 

Die Ursachen für ein Rezidiv sind sehr vielfältig. Das kann an allem möglichen liegen.

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@ Norbert Vogel:

Kannst Du mir bitte erklären, warum der Knochen einen Anreiz zum Wachstum braucht?! Die finale Größe eines Knochens ist doch genetisch determiniert. Meine Arme sind ja auch von selbst gewachsen? Versteh ich nich.....

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Muskelgewebe ist stärker als Knochen. Gehade der kaumuskel ist zusammen mit dem Herzmuskel bekanntlich der stärkste Muskel. Und wenn denn dauerhaft auf einen Knochen in Umbau Prozess komprimiert wird denn gibt der nach und geht in die ,,Zwangsform,,

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Hmm...glaube schon, dass man Knochenwachstum auch anreizen kann. Wenn du Krafttraining machst und dadurch nen dickeren Bizeps bekommst, versärkt sich dein Armknochen auch mit der Zeit. Oder als ich in meiner Jugend mal so ne Spange für nachts bekam, bei der der Unterkiefer so nach vorn gezogen wurde, da sollte ja auch ein Wachstumsanreiz für den Unterkiefer geschaffen werden. Habe zwar immer noch ein "fliehendes Kinn", ist aber nicht so schlimm wie bei meinem Vater - vielleicht hängt das mit dieser Spange zusammen...

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Muskelgewebe ist stärker als Knochen. Gehade der kaumuskel ist zusammen mit dem Herzmuskel bekanntlich der stärkste Muskel. Und wenn denn dauerhaft auf einen Knochen in Umbau Prozess komprimiert wird denn gibt der nach und geht in die ,,Zwangsform,,

Tut mir leid, aber das ist jetzt wirklich Quatsch: Der größte Muskel im menschlichen Körper ist bekanntermaßen der Pomuskel.

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Also ich rede von der Muskelstärke. Und ich habe mein Examen jetzt erst vor drei Monaten abgelegt und in jedem Anatomie/Physiologie Unterrich und und Buch steht das so geschrieben. Und ich hatte 200 Stunden Muskellehre. Der größteMuskel ist übrigens der rücken Muskel. Kannst du la gerne nachlesen bevor du sagst das das quatsch ist.

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Muskulatur

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Jaja, ein Muskel KANN Knochen formen, das ist vollkommen klar. Aber Norbert Vogel meinte ja, dass der Oberkiefer den Einfluss der Muskulatur grundsätzlich braucht um überhaupt auf die richtige Größe heranzuwachsen.

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Im Kindes- und Jugendalter kann es schon sein, dass es einen Einfluss auf das Oberkieferwachstum hat, wenn die Zunge nicht am Gaumen liegt. Ich persönlich denke aber, dass Oberkieferrücklagen bzw. ein zu schmaler Oberkiefer genetisch veranlagt sind. Zumindest in den Fällen, bei denen wirklich ein großer Unterschied in der Größe von Unter-/Oberkiefer besteht.

 

Bei mir liegt auch ein falsches Schluckmuster/ Zungenruhelage vor und ich bin überzeugt, dass zuerst der Oberkiefer zu klein war und dann die Zunge keinen Platz im Oberkiefer hatte und ich daraufhin die Zunge im Unterkiefer gelassen habe.

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Also ich rede von der Muskelstärke. Und ich habe mein Examen jetzt erst vor drei Monaten abgelegt und in jedem Anatomie/Physiologie Unterrich und und Buch steht das so geschrieben. Und ich hatte 200 Stunden Muskellehre. Der größteMuskel ist übrigens der rücken Muskel. Kannst du la gerne nachlesen bevor du sagst das das quatsch ist.

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Muskulatur

 

Zitat aus http://de.wikipedia.org/wiki/Musculus_gluteus_maximus:

 

"Er ist der dem Volumen nach größte Muskel des Menschen und einer der kräftigsten."

 

Aber mit der Stärke könntest du Recht haben (http://de.wikipedia.org/wiki/Muskulatur):

 

"Der flächenmäßig größte Muskel des Menschen ist der Große Rückenmuskel (Musculus latissimus dorsi), der dem Volumen nach größte Muskel ist der Musculus gluteus maximus (größter Gesäßmuskel), der stärkste der Kaumuskel (Musculus masseter), der längste derSchneidermuskel (Musculus sartorius), die aktivsten die Augenmuskeln und der kleinste der Steigbügelmuskel (Musculus stapedius)."

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Grundsätzlich kann Weichgewebe Hartgewebe formen. Ein populäres Beispiel ist die Formung des Schädels durch das sich entwickelnde Gehirn. Es gibt Syndrome wie Morbus Crouzon oder Apert, bei denen die Schädelnähte zu früh verknöchern, wobei das Gehirn trotzdem weiterwächst und - unbehandelt - zu einem dramatisch erhöhten Druckanstieg im Schädel führt. Irgendwann ist das Wachstumspotenzial der Knochen aber erschöpft. Eine Remodellierung ist dann nur noch in sehr geringem Umfang möglich.

 

Für die Kieferorthopädie war das trotzdem eine aufregende Perspektive: Man beeinflusst das Weichteilumfeld und lenkt die Knochen dorthin, wo sie hingehören. Die Idee klingt toll und logisch, und wurde, speziell in Europa, wo ihr Ursprung lag, auf breiter Front angenommen. Nun kamen irgendwann Studien auf, die zu messen versuchten, wie groß der Effekt dieser funktionskieferorthopädischen Maßnahmen war, und deren Ergebnisse waren ernüchternd. Die Unterschiede zwischen den funktionskieferorthopädisch Behandelten und den Kontrollgruppen waren kleiner als erhofft und verschwanden nicht selten im statistischen Rauschen. Die Studienlage ist nicht ganz eindeutig, was erklärt, weshalb die meisten Kieferorthopäden (ich auch) weiterhin auf die Funktionskieferorthopädie setzen und versuchen, damit alles rauszuholen, was geht, während andere, besonders in den USA, meinen, dass man sich das gleich sparen könne.

Der Grund, weshalb die Funktionskieferorthopädie den hohen Erwartungen nicht gerecht werden konnte, ist aller Wahrscheinlichkeit nach, dass Weichteile nur ein Faktor sind. Man spricht deshalb von einem multifaktoriellen genetischen System. Bei manchen Dysgnathieformen wie z. B. dem Deckbiss und der mandibulären Prognathie wird sogar eine starke genetische Komponente angenommen. Trotzdem versuchen Kieferorthopäden in solchen Fällen, das beste Ergebnis zu erzielen, das die Gene zulassen, nur kann man eben nicht erwarten, die erbliche Komponente einfach so ausschalten zu können.

 

Nach chirurgischen Eingriffen ist der durchtrennte Knochen einige Wochen lang anfällig gegenüber mechanischen Belastungen. Natürlich gibt es die Platten, die alles an Ort und Stelle halten sollen, doch sind Frührezidive aufgrund extremer Muskelaktivität durchaus auch bekannt. Deshalb ist es in manchen Fällen notwendig, schon vor einer OP mit Physiotherapie oder Logopädie zu arbeiten, um das Risiko zu minimieren. Ist der Knochen aber einmal verheilt, können die Weichteile beim Erwachsenen herzlich wenig tun um ihn wieder zu deformieren. Lediglich die Stellung der Zähne im Kiefer bleibt dann "gefährdet" und kann durch unvorteilhaften Weichteildruck verändert werden.

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Der Maseter ist in Relation zu seiner Größe der stärkste Muskel.

 

Wenn man es sehen will, kann man sehr genau myofunktionelle Habits den gnathischen (also Progenie / offener Biss /  zu kleiner UK usw.) Fehlentwicklungen zuordnen. Wenn man früh genug beobachtet (ab dem dritten Lebensjahr) kann man zusehen wie diese Fehlentwicklungen sich entwickeln. Wenn Kinder die geistige Reife besitzen um den Sinn einer Behandlung zu verstehen (etwa fünf Jahre) kann man mit Funktionsreglern tonische Muster verbessern. Wird das gut gemacht gelingt es meistens die Entwicklung in regelgerechte Bahnen zu lenken.

Und zwar ausschließlich durch Verbesserung tonischer Muster, mechanisch macht das Gerät gar nichts. Ich habe dreißig Jahre diese Geräte hergestellt und Kinder beobachtet die die Geräte getragen haben. Es ist derartig faszinierend was damit erreicht werden kann, dass man an genetisch determiniert nicht glauben kann.

 

Die Wissenschaft sieht das sehr unterschiedlich aber es finden sich genügend, die die Annahme "die Muskulatur hat den genetischen Auftrag das Skelett zu bilden" stützen.

 

Wichtig ist der Nachsatz "das kann sie nur wenn die Entwicklung störungsfrei verläuft". In der zivilisierten Welt ist das leider die Ausnahme.

 

Ich habe das bei hunderten Kindern selbst beobachtet und das ist sehr hilfreich bei meiner Arbeit mit CMD / MAP Betroffenen. Man braucht sie nur anzusehen und kann sehr genau sagen welche myofunktionellen Habits sie haben. Sie brauchen dazu meistens nicht mal den Mund aufzumachen. Stark ausgeprägte myofunktionelle Habits haben sie alle. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Zunge. Ein starker Muskel mit den umfangreichsten neuronalen Verknüpfungen.

 

Gruß Norbert

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So spannend wie eure Diskussionen immer wieder sind, so passiert es euch aber auch, dass ihr den Eröffnungsthread - also die gestellte Frage total ausblendet.

 

Mich persönlich störts nicht aber evtl. den Threadsteller weil er/ sie zwar sehr interessante Informationen erhält aber nicht die eigentlichen, die er/ sie mit dem Thread beabsichtigte.

 

Beste Grüße ;)

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Danke, Oleander, du hast recht! Es ist zwar sehr interessant und nett solche Dinge zu erfahren, aber so genau kenn ich mich eh nicht aus :) Und es sind noch viele Fragen offen.

 

@sancho: zu der Frage betreffend GNE - nein hatte ich nicht, es war auch bei der damaligen Behandlung nie die Rede davon, dass mein Oberkiefer zu schmal wäre - ansonsten hätte man das ja gleich mit der Kieferop gemeinsam machen können denke ich?

 

Leider habe ich immer noch so viele offene Fragen... wie zum Beispiel:

 

- Kennt jemand ein Mittel, dass man auf die Zunge schmieren kann, damit sie nicht so weh tut?

- Wenn es wirklich an der Fehlhaltung meiner Zunge liegt, wie kommt es dann, dass meine Zahnfehlstellung erst ab dem 18. Lebensjahr gekommen ist - ich glaube kaum, dass ich mein Zungenverhalten erst so spät so derartig auf die Zähne ausgewirkt hat?

- Mich würde interessieren, wie ich jetzt meine Zunge legen soll... ich kann sie nicht an den Gaumen (Zungenruhelage) legen, da sie schon so sehr aufgerieben ist, dass es sehr weh tut  - zur Zeit liegt sie meistens im Unterkiefer herum :) - reicht es, wenn ich erst nach dem TPA wieder mit den Übungen für die Zunge weitermache?

- Hat jemand Erfahrung mit den Kosten bei einem Rezidiv? - Wie viel musstet ihr für die Nachbehandlung zahlen?

 

Aber ich muss sagen, dass sich seit dem Einsatz des TPA am Dienstag schon einiges getan hat - die Linke Seite meiner Zähne ist schon fast komplett geschlossen - schade dass ich kein Foto vorher gemacht habe, ist wirklich Wahnsinn wie schnell das geht.

Dafür hatte ich 2 fast schlaflose Nächte, da ich sehr verschnupft bin, und nur durch den Mund atmen kann, trocknet der sehr schnell aus und ich wache alle halbe stunde auf :( Und ja, mit dem Essen geht's nicht sehr gut voran bzw. tut mir die Zunge voll weh.

 

Danke für eure Antworten

LG Jenny

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