HerrNeutrali

Kieferorthopädischer Lückenschluss immer möglich?

Meiner Tochter (jetzt eben 12 geworden) fehlt ein Schneidezahn ( nicht angelegt), der andere Schneidezahn gegenüber kam als Stiftzahn. Der Kieferorthopäde will nun die Lücke ganz öffnen für Zahnersatz. Ich finde Zahnersatz für ein Kind oder eine Jugendliche nicht so angenehm, zudem könnte ich mir ein Implantat nicht leisten, müsste auf Kassenlösungen gehen!

 

Ist es nun so, dass der Kieferorthopäde die Zähne nicht zusammenschieben kann, oder will er nicht? So gefragt: Gibt es Fälle wo man keinen Lückenschluss durchführen kann, oder geht das im Prinzip immer?

Gruss Herr Neutrali

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In der Front würde ich bei meinem Kind oder mir selbst niemals einen Lückenschluss machen lassen. Das ist meiner Meinung nach schon von der Optik eine Katastrophe. Ich würde auf jeden Fall den Platz für den Ersatzschneidezahn schaffen lassen, sodass es am Ende ein normales und vernünftig funktionierendes Gebiss wird mit einer sinnvollen Verzahnung und einen korrekt geformten Zahnbogen. Die Kassenleistung (Brücke) finde ich ähnlich katastrophal, da dort die Nachbarzähne abgeschliffen werden und irgendwann das Zahnfleisch an der Stelle sehr unansehnlich wird. Wer will schon ein Stefan Raab Gebiss.. Das Implantat ist die beste Lösung (meiner persönlichen Meinung nach). Da das aber erst ausgewachsen gesetzt werden kann (also mit 18), wird es vorher dann auf ein Provisorium hinauslaufen. Bis das Implantat fällig ist, sind noch 6 Jahre Zeit. Genug Zeit, um eine Zahnversicherung abzuschließen, die sowas deckt oder um etwas Geld zusammenzusparen. Oder alternativ kann man das Implantat sonst bei den meisten Ärzten sicher auch abbezahlen. Den zu klein geratenen Zahn wird man sicher auf eine normale Größe aufbauen können, sodass deine Tochter am Ende ein tolles Gebiss haben kann. Später wird sie es dir danken, ein "normales" Lächeln zu haben, wenn es auch bis zum Setzen des Implantats etwas nervig sein wird.

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Ein Lückenschluss ist oft eine gute Möglichkeit, da so auf künstlichen Zahnersatz weitgehend verzichtet werden kann. Einer stabile Verzahnung ist trotzdem möglich, und eventuelle Befürchtungen, etwas könnte nicht "vernünftig funktionieren" sind zum Glück unbegründet. Die Optik lässt sich, wenn es wirklich gewünscht wird, mit adhäsiven Aufbauten, seltener auch mit Veneers, perfektionieren.

 

Speziell im Frontzahnbereich haben Implantate den Nachteil, dass die Gestaltung eines ästhetisch einwandfreien Gingivaverlaufs manchmal sehr schwierig ist. Selbst wenn sie primär gelingt, kann sich die Weichteilkontur um das Implantat später noch unvorteilhaft verändern. Hinzu kommt, dass Implantate zwar heutzutage sehr hoch entwickelt und haltbar sind, aber immer noch nicht wartungsfrei. Speziell bei jungen Menschen bedeutet das, dass möglicherweise irgendwann ein Austausch ansteht.

 

Ein Lückenschluss bietet die Möglichkeit, die Lücke mit einem natürlichen Zahn zu schließen. Seine Nachteile bestehen darin, dass er Zeit braucht und oft nicht einfach zu bewerkstelligen ist. Oft setzt man daher kieferorthopädische Miniimplantate zur Verankerung ein. Immer möglich ist ein Lückenschluss leider auch nicht. So kann es beispielsweise sein, dass die Wurzeln der Zähne hinter der Lücke resorptionsgefährdet sind, so dass eine größere Bewegung riskant wäre.

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Ich verstehe das jetzt so, dass nur oben die Lücke geschlossen werden kann durch das vorziehen des Eckzahns (an die Position des 2er?) und indem man den 4er an die Position des Eckzahns schliebt? Aber der kleine Gegenzahn unten würde bleiben und am Ende vergrößert? Ich hatte die Frage oben nämlich so verstanden, dass der kleine Zahn unten dann auch gleich mit weg soll und in beiden Kiefern nur noch 3 Schneidezähne sitzen. Manchmal sieht man das ja, dass unten einer von den 4 Schneidezähnen entfernt wird.. Das finde ich optisch dann nämlich sehr unansprechend.

 

Ich kenne eine Person, den fehlten oben beide kleinen Schneidezähne. Da war das Endergebnis am Ende wieder schön, weil eigentlich nur die Spitzen der nach vorn gezogenen Eckzähne abgeschliffen werden mussten, damit die Zahngrößen wieder harmonisch waren und sie hatte Glück, dass die 4er sehr Eckzahn-artig aussahen, sodass es am Ende kaum mehr aufgefallen ist.

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Ich hatte jetzt automatisch vorausgesetzt, dass mit "gegenüber" der 22 gemeint war, denn die Konstellation gibt es relativ häufig. Einen einzelnen Schneidezahn zu ziehen, ist im Unterkiefer oft eine Möglichkeit. Ich persönlich finde nicht, dass das unten sonderlich auffällt, aber bei so einer Sache hat natürlich immer der Patient ein Wort mitzureden.

Mit drei Schneidezähnen im Oberkiefer ein gut aussehendes Ergebnis hinzukriegen ist da wesentlich schwieriger. Da kann man im Gegensatz zum UK nicht einen Schneidezahn genau in die Mitte stellen. Es kann klappen wenn die Eckzähne klein und hell sind, aber jede Asymmetrie fällt im Oberkiefer natürlich schnell auf.

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Also es fehlt oben der 12er (nicht angelegt), und der 22ger ist als Stiftzahn da, alles andere (Unterkieferzähne usw.) ist norrmal. Gäbe es Fälle in denen man das nicht zusammenschieben könnte, oder geht das im Prinzip immer?

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Wie gesagt:

Immer möglich ist ein Lückenschluss leider auch nicht. So kann es beispielsweise sein, dass die Wurzeln der Zähne hinter der Lücke resorptionsgefährdet sind, so dass eine größere Bewegung riskant wäre.

 

Es werden manchmal auch Ausstülpungen der Kieferhöhle als Hindernis beim Lückenschluss genannt, was jedoch diskussionswürdig ist. Jedenfalls kann man leider nicht sagen, dass ein Lückenschluss immer möglich ist.

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Ich würde ja einfach mal den Behandler fragen, warum er es so machen will wie er vorgeschlagen hat. Wenn er sich dabei was gedacht hat, wird er es sicher auch verständlich erklären können... Ansonsten eine zweite Meinung einholen. Viel Glück!

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Na ja gut, ich werde versuchen das zu klären. Ein Lückenschluss hätte einen mächtigen Vorteil: Kein Zahnersatz, also auch keine unter Umständen lebenslangen Probleme damit!

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Hallo HerrNeutrali,

 

sicherlich eine sehr schwierige Entscheidung, weil man auch die Folgen nicht genau abschätzen kann.

 

Klar könnte es mit einem Zahnersatz Probleme geben, das könnte es mit einem Lückenschluss aber auch ...

 

Dieses Forenmitglied z.B. musste den Lückenschluss wegen großen Problemen im Erwachsenenalter aufwändig rückgängig machen und doch noch Implantate für die fehlenden Zweier setzen lassen!

 

Scheinbar sind die Eckzähne an ihrer Position sehr wichtig.

 

Wenn ich es wäre, würde ich keinen Lückenschluss machen lassen und die Lücke provisorisch (z.B. durch eine Klebebrücke) schließen lassen, bis ich genug Geld für ein Implantat zusammengespart hätte.

 

Auf jeden Fall könntet ihr ja noch weitere KFOs aufsuchen und deren Meinung dazu anhören ...

 

Wünsche Euch eine gute Entscheidung.

 

LG, Iris

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Es ist halt die Frage, ob die 4er die Aufgaben der Eckzähne wirklich perfekt übernehmen können. Mir wurde mal beim Kfo gesagt, dass die 3er die wichtigsten Zähne im ganzen Gebiss sind und es muss ja auch einen Sinn haben, dass diese Zähne diese extrem langen Wurzeln behalten haben im Laufe der Evolution des Menschen. Die 4er haben ja deutlich kleinere Wurzeln. Aber wenn es keine wirklichen Bedenken gibt (was sicher auch wieder jeder Arzt anders sieht) dann könnte man durch den Lückenschluss ein "wartungsfreies" Gebiss erzeugen, was wirklich viel wert ist. Wo kein Zahnersatz ist, kann auch keiner Probleme machen... Mush scheint das ja recht optimistisch zu sehen und ich denke es kommt vielleicht auch immer drauf an, wie gut der Behandler das am Ende umsetzt, ob es dann funktional ist oder nicht.

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Wenn man sich mal ansieht, wie viele Eckzähne wirklich so funktionieren, wie sie "sollten", also mit korrekter Eckzahnführung und dergleichen, geht einem auf, dass es relativ wenige sind. Auch wenn ein Eckzahn von Natur aus an der "richtigen" Stelle im Zahnbogen steht, heißt das noch lange nicht, dass seine Kronenneigung korrekt ist. Trotzdem geht die Gleichung fehlende Eckzahnführung = Beschwerden nicht auf.

Es gibt Schwierigkeiten und Risiken beim Lückenschluss wie bei jeder anderen Maßnahme auch, aber Überlastungserscheinungen oder dergleichen gehören nicht dazu.

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Ich habe den KFO gefragt, und er meinte ein Lückenschluss ginge nicht. Der KFO davor aber hatte schon das Modell für einen Lückenschluss entworfen und mir sogar gezeigt. Nur der KFO davor war seltsam, und sagte auch seltsame Dinge, schien mir als wenn er meine Tochter nicht behandeln wollte, wir sollten wieder kommen wenn sie 15 oder 16 ist. Er meinte sogar anfangs, man solle alles einfach so lassen!

 

Dieser jetzt sagte, mann müsse das unbedingt machen usw. Aber für einen kieferorthopädischen Lückenschluss müsse man unten UK zwei Zähne ziehen, damit es passt. Ich weiss jetzt nicht ob er meinte generell oder bei meiner Tochter, die Fragen fallen einem ja immer erst zuhause ein, habe 25000 davon. Ich habe festgestellt: Man wird nicht wirklich schlauer, weil grade KFO wohl unheimlich widersprüchlich ist.

 

Also es ist wie immer: Nichts genaues weiss man!

 

Je länger ich mich damit befasse, desto weniger weiss ich.

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Hallo, ich bin gerade dirch Zufall auf Ihren Bericht/Frage gestoßen. Meiner Tochter geht es heute sehr ähnlich. Darf ich fragen wie es bei Ihrer Tochter weiterging ?

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