Winona

Material-Entfernung und Spalthauttransplantation 12/2013 Klinikum Klagenfurt

Hallo!!

Folgend die Zusammenfassung meiner Erfahrungen über die "Material-Entfernung"  + Zahnfleischtransplantation (bzw. "Spalthauttransplantation" lt. OP-Bericht):

 

Anreisetag:

Check-in beim Anmeldeschalter, zuerst musste ich zum Technik-Raum wo Fotos gemacht wurden und zum Röntgen; danach hatte ich ein kurzes Beratungsgespräch mit einem Assistenzarzt und dann mit meinem Chirurgen Prof. Santler  - ich war eigentlich immer davon ausgegangen, dass die Material-Entfernung "all inclusive" ist - sprich das vom OK und UK alles entfernt wird; bei meinem letzten Termin beim Chirurgen hatte ich auch noch den Wunsch geäußert alles zu entfernen, er hat mir dann erklärt das er eigentlich nur die Platten und Schrauben vom OK herausnimmt und UK nur wenn sie wirklich stören oder schon Schmerzen etc. verursachen, er hat dann von innen versucht die Schrauben vom UK zu "ertasten" - falls sie irgendwie zu spüren gewesen wären hätte er sie rausgeholt - da er mir dafür natürlich seitlich weit in den Mund greifen musste bekam ich abrupt einen Brechreiz - spontan nahm ich seine Hand und zog sie aus meinem Mund heraus. Er sah mich dann etwas perplex an, aber wär`s ihm lieber gewesen ich hätte mich übergeben? ;-) ... Nach ein paar Minuten zur Beruhigung versuchte er dann nochmal die Stelle abzutasten - da er nichts spürte entschied ich mich dazu den UK doch nicht mitoperieren zu lassen (und im Nachhinein bin ich auch wirklich froh darüber!!); er schilderte mir dann kurz den Ablauf der Zahnfleischtransplantation und danach ging es ab auf die Station.

 

Als ich mein Zimmer betrat hatte ich einen kurzen Schock-Moment, 5 Betten und kein eigenes WC und Bad am Zimmer (da war ich von Wels etwas verwöhnt ;-) ), zu der Zeit war nur ein weiteres Bett belegt, die Krankenschwester waren alle wirklich sehr sehr freundlich und hilfsbereit :smile:, dann gab es erst mal das Mittagessen und danach musste ich für das Narkosegespräch zum neu gebauten Klinikum hinüber gehen (die Kieferambulanz und die Station befinden sich noch im alten Gebäude - ein paar Gehminuten entfernt) - nach ca. 1,5 Stunden Wartezeit kam ich eeeendlich dran, das Gespräch war sehr informativ und trotz der möglichen erwähnten Komplikationen ging ich mit einem guten Gefühl wieder weg; wieder im Zimmer zurück war die Dame von vorhin nicht mehr da (ich grinste so breit wie die Grinsekatze) .. ich packte noch immer relaxt meine Sachen aus, holte mir einen Tee, telefonierte noch mit einigen Leuten und las mein Buch, dazwischen kam eine Krankenschwester um mich über meinen allgemeinen Gesundheitszustand zu fragen, Blutdruck zu messen etc.; beim Abendessen bekam ich eine neue  Zimmerkollegin mit der ich mich lange unterhielt.... am Abend wollte mir eine Schwester die Leitung legen aber ich flehte sie an ob das erst am nächsten Tag gemacht werden könnte ... sie lächelte, stimmte meinen Vorschlag zu und machte kehrt :smile: Die erste Nacht schlief ich leider nicht gut, da das Bett etwas ungemütlich war und meine Zimmerkollegin wegen ihrer starken Schmerzen oft leise redete und stöhnte.

 

OP-Tag:

Noch bevor der Hahn krähte ging ich mit dieser Betaisodona-Lösung duschen um ja nicht in die Warteschlange vorm Waschraum zu geraten *g* .... dann kam der Assistenzarzt und legt mir die „heiß ersehnte“ Leitung – aber zu meiner großen Verwunderung nicht direkt in der Armbeuge sondern etwas seitlicher, war viiiiel angenehmer!  Da ich erst gegen Mittag operiert wurde versuchte ich mir die Zeit irgendwie tot zu schlagen - ich ging in den verlassenen Gängen des alten Klinik-Gebäudes herum, telefonierte und unterhielt mich mit meinen - mittlerweile zwei - Zimmerkolleginnen, UND DANN ENDLICH DER MOMENT: die Krankenschwester kommt ins Zimmer und sagt ich werde gleich abgeholt!! Ich ging dann noch schnell auf die Toilette und als ich ins Zimmer zurück kam sang ich fröhlich: "Jetzt gehts los, Jetzt geht los!!" Ich zog mir das heiße Teil von OP-Kittel an, schluckte die Beruhigungstablette und legte mich auf das Transport-Bett (um in die OP-Räumlichkeiten zu gelangen wird man von zwei Männern abgeholt und mit dem Transportbus zum neuen Klinikum gebracht), meine Zimmerkollegin meinte dann verständnislos wieso ich mich so freue, sie hätte schon gedacht ich darf nach Hause, und ich sagte: "Nein, ich werde jetzt gleich operiert!" .... Meine Euphorie verlog jedoch zusehends durch die lange Wartezeit .... ich stand über eine Stunde im Zimmer, durfte ja nicht mehr vom Bett runter und wartete auf die beiden Herren. Wie laaanggsaaaam doch die Zeit vergehen kann ...

Im neuen Klinikum angekommen wurde ich erstmal in einen Art Vorraum abgestellt, eine Dame gab mir eine schön kuschelige Decke und fragte mich wie es mir ging und ob ich nervös sei – es ging mir gut und ich war nicht nervös. Nach kurzer Wartezeit wurde ich in den OP-Saal gebracht, das war total interessant - hab mir die ganzen Geräte etc. angeschaut ... dann bekam ich Nasentropfen und der Narkosearzt ging an sein Werk .... und weg war ich.

 

Da sich ja einige ForumskollegInnen für die Zahnfleischtransplantation interessieren hab ich die Vorgehensweise von meinem abfotografieren OP-Bericht abgeschrieben (ACHTUNG: die Art der Trans. ist von Chirurg zu Chirurg unterschiedlich!):

 

Im UK Tunnellierung der Schleimhaut im Bereich der Zähne 31 und 41. Von der Gaumenseite wird ein submucoses Bindehauttransplantat in typischer Weise entnommen. Die Schleimhaut zuerst abgeschoben. Das Bindegewebetransplantat entnommen, anschließend die Schleimhaut wieder rückgeklappt und mit Vicryl Rapid Einzelknopfnähten fixiert. Dieses Bindegewebetransplantat wird submucos auf die freiliegende Zahnhälse aufgelegt und durch Nähte im Rahmen des Wundverschlußes mit der ortsständigen Mucosa bedeckt und damit auch gleichzeitig fixiert.

 

(OP-Dauer gesamt mit Entfernen des Osteosynthesematerials im OK: 1:08 min)

 

Als ich im OP-Aufwachraum munter wurde ging es mir ganz Okay, ich tastete vorsichtig mit der Zunge die Naht am Gaumen ab. Ich hatte einen Druckverband am OK und am Kinn. Als die Schwester merkte das ich munter bin stellte sie mein Bett halb am Gang ab und meinte das ich bald abgeholt werde – in der Wartezeit stießen ein paar Leute an meinem Bett an – war nicht angenehm. L Die gleichen beiden netten Herren von vorhin holten mich auch wieder ab, einer meinte dass es draußen schon dunkel geworden sei.

Im Zimmer wurde ich herzlich von meinen beiden Kolleginnen und den Krankenschwestern empfangen, sie fragte gleich ob ich Hunger oder Durst hätte. Da es mir nach der BIMAX nicht so gut ging (mir war die ganze Nacht schlecht und musste mich immer wieder übergeben – ich hatte auch solchen Durst, aber selbst ein paar Schlucken Wasser erbrach ich) wollte ich vorsichtig mit Trinken und Essen sein. Da ich nach einem Weilchen aber merkte das ich recht „stabil“ war probierte ich es mit Wasser und lauwarmer passierter Kartoffelsuppe aus dem Strohhalm – funktionierte super! Danach ging es mir besser. Abends begleitet mich eine Krankenschwester auf die Toilette, da ich noch recht wackelig auf den Beinen war. An dieser Stelle sei gesagt das mich mein Chirurg beim Beratungsgespräch danach gefragt hat ob ich am OP-Tag heim möchte, ich meinte gleich das es mir lieber wäre danach noch einen Tag in der Klink zu bleiben. Für mich wäre es auch unvorstellbar gewesen am OP-Tag heim zu fahren.

Die zweite Nacht schlief ich noch schlechter als die erste, irgendwie konnte ich keine bequeme Kopfpositon finden (obwohl ich mein Nackenhörnchen mithatte – war nach der Bimax Gold wert!).

 

 

1. Tag post-OP:

Eeendlich wurde es langsam hell und der morgendliche Trubel begann, das Frühstück wurde serviert, ich aß mit einem kleinen Löffel ein bisschen Fruchtjoghurt und stückelte mir ein Brot in den Tee das ich auch mit dem kleinen Löffel herausfischte. Bei der Visite füllten ca. 15 Leute den Raum, mein Chirurg meinte dass alles gut verlaufen sei und schob mir den Kinnverband hoch der runtergerutscht war. Er meinte dass ich heute nach Hause darf und nachher nochmal zum Röntgen und zu ihm zur Kontrolle müsste. Bevor ich zum Röntgen ging wurde mir der Druckverband von einer Krankenschwester entfernt – autsch! Diese winzig kleinen Härchen im Gesicht machen das zu keiner angenehmen Angelegenheit! ;-)  Nach dem Röntgen packte ich meine Sachen zusammen und kurbelte meinen Kreislauf an indem ich wieder in den Gängen spazieren ging. Um ca. 10 Uhr hatte ich die Kontrolle im Behandlungszimmer auf der Station – mein Chirurg desinfizierte und schaute sich alle Nähte an. Lt. Röntgenbild war alles OK. Mit der Zahnfleischtransplantation war er auch sehr zufrieden. In einer Woche musste ich wieder zum Fäden ziehen (am OK und am Gaumen konnten selbstauflösende Fäden verwendet werden, beim Transplantat musste er extra dünne und feste Fäden verwenden) und zur Kontrolle nach Klagenfurt kommen, da er erst Ende Jänner wieder seine erste Ordination in Graz hatte und er zwischenzeitlich Urlaub war. Die Entlassungspapiere wurden vorbereitet und mir ausgehändigt. 1,5 Stunde später war mein Freund aus Graz da um mich abzuholen. Gleichzeitig wurde schon das Mittagessen serviert das ich mir natürlich nicht entgehen ließ, nicht weil es so gut war sondern weil ich wieder zu Kräften kommen wollte. ;-) Ich verließ die Station mit einem erschöpften aber auch erleichterten Gefühl! J

 

Zu Hause konnte ich zwar wieder super schlafen, aber durch die OP an sich und die Ernährungsumstellung auf „weichbreiige Kost“ war ich total erledigt. Meine Hauptbeschäftigungen in den nächsten 1,5 Wochen waren fernsehen, lesen, überlegen was ich essen kann und am Nachmittag brauchte ich fast immer ein Nickerchen. Da ich im linken Gaumenbereich die Wunde vom Herausschneiden des Transplantates hatte die halbwegs sauber gehalten werden musste konnte ich nur rechts kauen, nach ein paar Tagen bekam ich davon leichte Schmerzen im rechten Kiefergelenk. Ich musste zu Hause 5 Tage lang 2x täglich ein Antibiotikum nehmen und brauchte insgesamt noch 4 Tage Schmerzmittel. Das Antibiotikum machte mir auch ziemlich zu Schaffen, aber das bin ich mittlerweile gewöhnt. Insgesamt war ich zwei Wochen krank geschrieben. Die Zähne am UK in der Nähe des Zahnfleischtransplantates durfte ich bis zu Nachkontrolle nicht putzen. Man bekommt von der Klinik eine Gurgellösung mit. Schneuzverbot hatte ich drei Wochen. Die Schwellung war bei mir nicht so schlimm, habe auch nur am OP-Tag gekühlt.

 

Nachkontrolle eine Woche später:

1,5 Stunden Anreise nach Klagenfurt, 1,5 Stunden Wartezeit

Mein Chirurg war wie fast immer total gut drauf, er war von seiner Zahnfleischtrans. so begeistert das er vor und nach dem Fäden ziehen unzählige Fotos davon machte. J Da die Fäden so dünn waren war das Ziehen eine etwas kniffelige Angelegenheit. Danach fragte er ob er auch vom OK und Gaumen die Fäden ziehen soll – nach kurzem Zögern stimmte ich zu, am OK links hat das ziemlich weh getan, weil die Fäden schon so gespannt hatten; ohne der Fäden fühlte es sich gleich viel besser an; das Transplantat sei sehr schön angewachsen, aber beim Zähne putzen und essen muss ich noch aufpassen. Das war mein allerletzter Termin bei meinem Kieferchirurgen.

Als wir von Klagenfurt wegfuhren begann es gerade finster zu werden, der Abendverkehr setzte ein und es nieselte leicht. Ich saß im Auto und realisierte, dass ich endlich alles hinter mir hatte. Ich war in diesem Moment so glücklich wie schon lange nicht mehr.

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Als 0wir von Klagenfurt wegfuhren begann es gerade finster zu werden, der Abendverkehr setzte ein und es nieselte leicht. Ich saß im Auto und realisierte, dass ich endlich alles hinter mir hatte. Ich war in diesem Moment so glücklich wie schon lange nicht mehr.

 

Ich freu mich für dich, dass du nun alles hinter dir hast! Dieser Moment ist wohl das Schönste an der ganzen Behandlung! :)

 

Hoffe alles verheilt ganz schnell und du kommst schnell wieder zu Kräften!

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Hallo,

Ich hatte im Oktober 2012 meine Bimax und morgen Virgespräh wegen der ME. Ich hab ne Frage zu der Zahnfleischtrans.: hat das deine krankenkasse übernommen? Und wer hat das vorgeschlagen, war es dein chirurg oder kieferorthopäde oder zahnarzt?

Mir würde schon als kind gesagt, dass mein zahnfleish in vorderen uk sehr dünn und wenig ist und durch die ganzen aktionen des zähneaufrichtens und nach der Bimax ist es zusehends weniger geworden (mein vater hatte als kind schon das gleiche problem).

Nur, wenn man das selber zahlen muss wirds schwierig als Studentin :(

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Hallo,

Ich hatte im Oktober 2012 meine Bimax und morgen Virgespräh wegen der ME. Ich hab ne Frage zu der Zahnfleischtrans.: hat das deine krankenkasse übernommen? Und wer hat das vorgeschlagen, war es dein chirurg oder kieferorthopäde oder zahnarzt?

Mir würde schon als kind gesagt, dass mein zahnfleish in vorderen uk sehr dünn und wenig ist und durch die ganzen aktionen des zähneaufrichtens und nach der Bimax ist es zusehends weniger geworden (mein vater hatte als kind schon das gleiche problem).

Nur, wenn man das selber zahlen muss wirds schwierig als Studentin :(

 

hy , bin zwar nicht winona ABER ich bekomme das gleiche programm am 01.juli :)

vorgeschlagen hat mir das niemand es war meine idee da ich bei einem zahn einen extremen rückgang habe , ab ich mir gedacht ich frag mal meinen kfc ob der das mitmacht - natürrlich schon mit absprache meiner kfo , die eh schon gesagt hat,auf diesen zahn müssen wir aufpassen *gg*

 

aufjedenfall hat mein chirurg gesagt er macht das mit bei der ME und es kostet mich nichts ! ( zitat von ihm - in narkos bin ich eh schon da mach ma des gleich mit einem aufwaschen ) *lach **

 

lG

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Winona wie gehts dir mit dem "neuen" zahnfleisch ?

ist alles gut verheilt ?????? - ich freue mich schon so auf meine ME und mein neues zahnfleisch, dan hab ich es gaaaaanz geschafft *froi**

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