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j0ker

Zu welcher KFO-Behandlung würdet ihr mir raten?

Hallo Progenica,

 

ich habe hier schon seit einiger Zeit mitgeschrieben, habe jedoch bisher meine KFO-Behandlung noch nicht begonnen. Kurz zu meinem Background (mehr dazu bei Interesse auch ): Ich hatte (leider) als Kind/Jugendlicher nie eine Zahnspange und dementsprechend schlecht sieht meine Zahn- und Kieferstellung auch aus. Vor längerer Zeit habe ich den Entschluss gefasst, mich endlich kieferorthopädisch behandeln zu lassen. Ich habe schon einige Beratungsgespräche bei verschiedenen KFOs durch, bin jedoch aufgrund der Unklarheit bzgl. der besten Behandlungsweise und auch wegen meiner beruflicher Belastung bisher nicht dazu gekommen, mich definitiv für eine Behandlung zu entschließen und zu beginnen. Ich würde gerne mal von ein paar Leidensgenossen Meinungen dazu hören, wie ich mich am besten behandeln lassen sollte.

 

Eine kurze Beschreibung meiner einigermaßen problematischen Ausgangslage: Ich habe einen relativ schmalen OK und dadurch einen einseitigen Kreuzbiss auf der rechten Seite. Der Biss auf der linken Seite hingegen ist angesichts der Gesamtsituation noch ganz passabel. Meine Zähne in der gesamten Front stehen sehr schief und lückig, was unter anderem daran liegt, dass ich relativ kleine Zähne habe. Meine 2er im OK sind dabei besonders klein und stark nach Innen verdreht, auch der 1-3 und der 1-4 sind sehr stark rotiert, der 1-4 dabei um ca. 80-90 Grad, so dass dessen Außenseite in Distalrichtung steht. Im UK fehlt mir ein Schneidezahn (der 4-1 oder 4-2, kann man nicht so genau sagen), der nie angelegt war, und die verbleibenden drei UK-Fronzähne stehen durch den viel zu großen Platz wie Kraut und Rüben. Insgesamt sind die OK-Zähne im Seitenbereich ein bisschen nach außen gekippt, und die UK-Zähne nach innen, um den etwas zu schmalen OK zu kompensieren.

 

Die von mir aufgesuchten KFOs haben unterschiedliche Meinungen geäußert. Insgesamt lässt sich wohl eindeutig sagen, dass für eine hundertprozentige Behebung des einseitigen Kreuzbisses eine operativ unterstützte GNE unumgänglich wäre. Ein paar KFOs waren hier jedoch skeptisch bis ablehnend, da dies aus deren Sicht quasi "mit Kanonen auf Spatzen geschossen" wäre, da der Kreuzbiss nicht sooo schlimm sei und ich auch (bisher?) keine wirkliche Belastung oder Einschränkung aufgrund des suboptimalen Bisses habe.

 

Ich habe bei einem KFO Abdrücke etc. machen lassen, und der hat diese Ambivalenz bestätigt: Seine erste Reaktion war, dass eine GNE nötig sei, als er jedoch länger über meinen Fall nachgedacht hat, ist er immer mehr auf den Trichter gekommen, dass man die GNE auch weglassen könne. In diesem Fall würde man sich eben die OP (mit den entsprechenden negativen Begleiterscheinungen) sparen, der Kreuzbiss würde nicht komplett behoben werden und die Zahnstellung und der Biss werden so gut wie eben möglich verbessert. Der fehlende Schneidezahn im UK soll nach Schaffung einer entsprechenden Lücke durch ein Implantat ersetzt werden (mein Zahnarzt sieht trotz der allgemeinen UK-Front-Implantat-Problematik hier ganz gute Chancen).

 

Ein starkes Gegenargument dieses KFO gegen die OP war auch, dass ich (im Gegensatz zu vielen Patienten, die eher Engstand haben) bereits jetzt durch meine kleinen Zähne große Lücken habe und dies nach einer GNE nochmal deutlich verschlimmert würde. Selbst ohne GNE würden bei mir nach einer KFO-Behandlung gewisse Lücken bleiben, die man "geschickt verteilen" müsste und man müsste z.B. die 2er im OK mit Komposit (oder ggf. sogar Veneers) optisch verbreitern.

 

Ich habe früher ernsthaft über eine GNE nachgedacht, bin aber mittlerweile auch durch die Gedanken dieses KFOs sehr skeptisch und würde die OP daher derzeit gerne vermeiden. Dabei verschweige ich nicht, dass dies auch mit meiner beruflichen Situtation zusammenhängt, bei der mir eine solche OP und die Zeit mit der GNE-Apparatur natürlich wie fast jedem nicht gut reinpasst.

 

Was meint ihr, wenn ihr das liest und meine Bilder anschaut? Ich weiß, dass hier bestimmt viele Leute zumindest den ersten Impuls haben werden zu sagen, eine GNE ist unbedingt notwendig, aber denkt mal etwas über die Punkte oben nach. Gibt es hier Leute, die den Weg einer rein kieferorthopädischen Behandlung als nicht abwegig betrachten würden?

 

Eine weitere Frage rein bzgl. der kieferothopädischen Behandlung: Was meint ihr, macht es angesichts der nicht unerheblichen Fehlstellungen Sinn, über Invisalign nachzudenken? Dazu habe ich auch verschiedene Meinungen gehört. Ein Arzt, der sich auf Invisalign spezialisiert hat und von daher einen Anreiz hat, jedem Invisalign anzudrehen, der aber auch einer der erfahrensten Invisalign-Behandler Deutschlands ist, hat gesagt er würde mich nur mit Invisalign behandeln, dies sei kein Problem. Andere Ärzte sind hier etwas skeptisch; z.B. die starke Rotation des 1-4 ließe sich mit Invisalign nicht beheben. Ich bin mir auch selber ziemlich unsicher, ob diese Rotation und auch z.B. die nötigen seitlichen Verschiebungen in der UK-Front zur Schaffung einer großen Lücke für das Implantat mit Invisalign überhaupt möglich sind, oder ob ich mit einer festsitzenden Spange nicht deutlich besser beraten wäre. Was meint ihr dazu?

 

Ich hoffe, jemand liest diesen sehr lange Beitrag und ich wäre für jegliche Meinungen und Gedankenanstöße dankbar!

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Sehe es wie gnarz, du brauchst keine GNE! Mit Invisalign wäre ich vorsichtig, du schreibst selber, daß du an den Dingern zweifelst... vertrau auf dein Bauchgefühl, normale Brackets sind super und wesentlich schonender. 

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Also bei ziemlichen engen Kiefern und reichlich kuddelmuddel würde ich dringend von Invisalign abraten.

Hatte auch drüber nachgedacht aber so wie du schon schreibst die Rotationen die getätigt werden müssen und der Aufzug der Lücke für Implantate wird bei Invisalign zwar möglich sein aber dafür brauchst du Attachemends und Gummis etc.

Also Invisalign bleibt definitiv nicht "unsichtbar". Da kannst du dir das Geld sparen und für andere sinnvolle Kfo-Maßnahmen rauswerfen ;).

 

Zudem wenn da was unerwartetes geschieht und eine Schiene nicht mehr so sitzt, wirds schön teuer - wenn man nicht beweisen kann, dass man nicht der Verursacher ist.

 

Zu der Gne-Problematik kann ich dir leider nicht so viel sagen, aber wenn der leichte Kreuzbiss, der wohl zum Schluss evtl. noch bestehen könnte keine Einflüsse auf deinen Biss und die Kiefergelenke hat, dann warum solltest du dir das antun?!

 

Mein Kreuzbiss war mir nie bewusst und kauen konnte ich wunderbar ;) - also kann ein geringer vielleicht nicht so schlimm sein?

Wie wäre denn die Abnutzung der Zähne, wenn der einseitige Kreuzbiss (verringert) bliebe?

 

Grüße

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Danke für eure Beiträge!

 

@gnarz: Bin nicht sicher, was du genau meinst: "Nein zur GNE", "Nein zur Variante ohne GNE", "Nein zu Invisalign",...? :)

 

@Susi: Ist zwar nicht das Hauptthema hier, aber inwiefern sind Brackets deiner Meinung nach wesentlich schonender als Invisalign?

 

@Oleander: Dass Invisalign insbesondere bei solchen lückigen Zähnen wie bei mir nicht komplett unsichtbar ist, kann ich mir auch gut vorstellen. Aber Invisalign hat ja -- sofern es bei der vorliegenden Situation überhaupt funktioniert -- auch andere Vorteile wie die leichtere Zahnreinigung und dass man es zur Not in bestimmten Situationen mal rausnehmen kann. Was bzgl. der Abnutzung der Zähne zu erwarten ist, ist wohl schwer zu sagen. Ich hab wohl derzeit an ein paar Stellen eine gewisse Abnutzung durch den schlechten Biss, aber bisher auch damit keine Probleme. Und ein fähiger KFO wird ja hoffentlich in der Lage sein, den Biss zu einzustellen, dass die (zusätzliche) Abnutzung eher minimiert wird. Man könnte sich jetzt auch auf den Standpunkt stellen, erstmal eine Behandlung ohne GNE machen und falls irgendwann mal deutliche Probleme durch den Kreuzbiss entstehen, kann man immer noch über eine GNE nachdenken (obwohl die Bereitschaft dazu mit höherem Alter sicherlich nicht gerade steigen wird). Ach ja, und ich hab meinen Kreuzbiss vor dem ersten KFO-Beratungsgespräch auch nie bemerkt; ich dachte, ich hätte einfach nur "schiefe Zähne".

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Hallo Joker,

 

könnte mir vorstellen, dass du vllt mit dem Kreuzbiss Probleme bekommen könntest, wenn du insgesamt mehr Zahnkontakte hast. Nach dem, was ich der Literatur entnommen habe, ist ein einseitiger Kreuzbiss schlimmer und behandlungsbedürftiger als ein beidseitiger. 

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Hmm... da hab ich jetzt wieder eine Behauptung aufgestellt ;-) schonender in dem Sinne, daß die Zähne gleich in die Position gebracht werden wo sie hin sollen, mit Drehungen Kippungen usw. Und natürlich ist es schonennder für den Geldbeutel :-D

 

Ich habe auch einen einseitigen Kreuzbiss und mein rechtes Gelenk scheint schon ziemlich abgenutzt zu sein, das Knacken wird immer schlimmer selbst jetzt nach der GNE... werde da mal nachfragen beim nächsten KFO-Termin, ob sich das noch bessert, weil ich halt doch Angst habe, daß es schlimmer wird und noch Schmerzen dazukommen... Beim Kauen habe ich nur gemerkt, daß ich schräg kaue, aber gestört hat mich der Kreuzbiss net, nur die schiefen Zähne und das Knacken.

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Hm, ich denke, dass man das nicht so ganz allgemen sagen kann, welches Verfahren schonender ist. Bei Invisalign wird ja die Zahnsubstanz selber sicherlich weniger geschädigt, da keine Brackets befestigt werden müssen, wodurch das Anätzen etc. wegfällt. Und inwiefern die Zähne dann bei der Behandlung durch die verschiedenen Bewegungen, Kippungen, Rotationen etc. belastet werden, hängt ja sicherlich vor allem von der Ausgangslage und dem Geschick des KFOs ab.

 

Ich hab irgendwann auch mal gesehen, dass in der KIG-Tabelle ein einseitiger Kreuzbiss höher eingestuft ist als ein beidseitiger. Inwiefern das bei mir speziell ein besonderes Problem darstellt, kann ich aber nicht beurteilen. Die "Einseitigkeit" war bisher auch bei keinem KFO ein besonderes Thema, bzw. wenn dann wurde das eher im Sinne von "Der Kreuzbiss ist nur relativ gering ausgeprägt und die Verzahnung ist auf der anderen Seite des Kiefers ja relativ gut", so dass mir das bisher kein besonderes Problem zu sein schien.

 

Inwiefern ich durch den (einseitigen?) Kreuzbiss in Zukunft noch Probleme bekommen könnte, kann ich wie gesagt schwer beurteilen. Es ist halt so, dass mir mehrere KFOs gesagt haben, dass eine GNE-OP in meinem Fall evtl. unnötig sei, und meine eigene Bereitschaft zu der OP ist verständlicherweise nicht sonderlich hoch, da ich bzgl. Kreuzbiss keinen Leidensdruck verspüre und eher Bedenken bzgl. der Risiken (eventuelle Taubheite etc.) habe.

 

Was ich übrigens noch nicht erwähnt habe: Der KFO, bei dem ich Abdrücke habe machen lassen und der selber eher indifferent bzgl. einer GNE-OP in meinem Fall ist, hat mir gesagt, dass die GNE-OP (ohne Bimax etc.) nicht von der Krankenkasse übernommen würde. Ich hab da nicht schlecht gestaunt, da laut allem was ich hier bei Progenica und anderswo gelesen habe, GNE-OPs immer übernommen würden. Der KFO müsste sich eigentlich aber auskennen, der arbeitet schon viele Jahre als Sachverständiger und Obergutachter bei der Zahnärztekammer und kassenzahnärztlichen Vereinigung. Was sagt ihr dazu? Mit der Frage habe ich mich bisher gar nicht weiter befasst, weil ich die GNE derzeit nicht wirklich anstrebe.

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Meine KFO meinte auch, daß die GNE net zwangsläufig übernommen werden muß. Ehrlich gesagt ist es mir auch wurscht, ich hab die Bewilligung und ziehe es jetzt auch durch :-)

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Das mit der GNE bewerte ich jetzt mal nicht! Ich finde wenn es notwendig zu einem guten Erfolg der Behandlung beizutragen sollte man den Schritt gehen! Zumal ich bei der GNE Null Schmerzen oder sonst was hatte (ich hab also leicht reden)

Bezüglich der Brackets würde ich dir definitiv normale Brackets oder Keramikbrackets empfehlen! Ich find deine zahnstellung schon krass irgendwie und denke das wäre die schonendere Variante die Zähne in Position zu bringen. Zumal es auch sicher viel schneller geht! Damit bekommt man auch die Kiefer zB anhand der entsprechenden Bögen noch etwas weiter, ist vielleicht noch ein Grund für die Standartmethode.... Auf jedenfall würd ich nicht mehr so lang warten, Beginn die Behandlung bei einem KFO der dich überzeugt hat, umso schneller biste wieder damit fertig

Alles gute!

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Ob die GNE genehmigt würde, kann dir wohl nur deine KK beantworten.

Aber wie Susi schreibt, beim Ausformen der Zahnbögen wird eigentlich immer ein wenig Breite gewonnen, vielleicht reicht diese dann aus um deinen einseitigen leichten Kreuzbiss zu überstellen?!

 

Was Invisalign betrifft: die gesetzten Attachemends werden (wie Brackets) geklebt also hast du auch dort die Problematik von ankleben und abschleifen (evtl. anätzen etc). Habe schon gelesen dass ein Kfo durch Attachemends Zähne versaut hat. Also es gibt bei jeder Variante Vor- und Nachteile.

 

Ich würde immer wieder zu Brackets tendieren (egal welche - Geschmäcker sind verschieden - empfehle aber selbstlegierende). Sind halt in der Gusche und man muss nur ordentlich putzen, der Rest geht von alleine ;)

 

Nichts geht verloren, nichts wird vergessen. Und man kann immer was essen, yam, yam (spülen und putzen nicht vergessen ;)  )

 

Alles Gute bei deiner Entscheidung.

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