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Petra40

Dysgnathie und Gelenkarthrose

Guten Tag,

 

ich würde mich über die Beantwortung der nachfolgenden Fragen zu dem Zusammenhang zwischen einer Gelenkarthrose und einer Dysgnathie OP  freuen.

 

Viele (gerade "ältere") Dysgnathiepatienten habe ja zusätzlich zu der wachstumsbedingten Kieferfehlstellung noch eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Gelenkarthrose.

 

Bei mir liegt eine Gelenkarthrose rechts und gleichzeitig eine Gesichtsskoliose infolge der wachstumsbedingten Kieferfehlstellung vor.

 

Frage 1:

 

Deshalb würde ich gerne wissen, ob eine Gelenkarthrose   entweder "allein- oder mitursächlich" zu einer Kieferfehlstellung und Gesichtsskoliose führt, auch wenn keine wachstumsbedingte Kieferfehlstellung vorliegt ?

 

Wenn eine Gelenkarthrose nämlich  "allein- oder mitursächlich"  zu einer Kieferfehlstellung  mit Gesichtsskoliose führen würde, dann müßten ja   "folgerichtig"  alle  Menschen mit Gelenkarthrose eine Kieferfehlstellung und Gesichtsskoliose haben ?

 

Frage 2:

 

Wenn es so wäre, daß eine Gelenkarthrose  "allein- oder mitursächlich" zu einer Kieferfehlstellung und Gesichtsskoliose führen würde, dann müßten ja alle  Dysgnathiepatienten, die zusätzlich zu ihrer wachstumsbedingten Kieferfehlstellung noch eine Gelenkarthrose haben, "folgerichtig" (!) nach der Dysgnathie OP die gleiche Kieferfehlstellung und Gesichtsskoliose haben wie vor der OP, da ja die OP  "nur"  die wachstumsbedingte Kieferfehlstellung beseitigt, währen die Arthrose ja nach wie vor bestehen bleibt.

 

Frage 3:

 

Dementsprechend müßten dann alle (!) Dysgnathiepatienten, die vor der OP neben der wachstumsbedingten Kieferfehlstellung zusätzlich noch eine Gelenkarthrose haben dann vor der OP  "darüber aufgeklärt werden", daß sie als Folge der Gelenkarthrose dann nach der OP die gleiche Kieferfehlstellung und Gesichtsskoliose haben werden wie vor der OP, da ja die OP, wie gesagt zwar die wachstumsbedingte Kieferfehlstellung beseitigt, jedoch nichts an der Arthrose ändert.

 

Oder sehe ich das falsch ?

 

Ich würde mich über eine Beantwortung der drei o.g. Fragen über den Zusammenhang zwischen einer Gelenkarthrose und einer Kieferfehlstellung freuen.

 

Vielen Dank im voraus.

 

 

 

 

 

 

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Das findet sich bei der Uni-Hannover und beantwortet deine Fragen. Der Text ist zwar lang aber das Beste dazu was ich bisher gelesen habe und jedem wärmstens zu empfehlen der mit dem Gedanken einer OP spielt. Das sollte man lesen befor man sich einen Kieferorthopäden und Chirurgen sucht.

 

Gruß Norbert

 

Kiefergelenkschirurgie

 

Einleitung

Erkrankungen des Kiefergelenkes werden nicht isoliert betrachtet, sondern werden in ein übergeordnetes System von Krankheitsbildern des Kausystems und des Kopf- und Halsbereiches eingeordnet, die in ihrer Gesamtheit als craniomandibuläre Dysfunktionen (CMD) bezeichnet werden. Diese stehen unter dem Einfluss und beeinflussen wiederum selbst der Elemente des Kauapparates, zu denen neben dem Kiefergelenk und seinem Kapsel- und Bandapparat die Kaumuskulatur, das Parodontium der Zähne, die Okklusion, die zugehörigen Propriozeptoren und zentralnervöse Regionen zählen. Weiterhin spielen die Kopf- und Halsmuskulatur sowie erlittene Verletzungen und psycho-neurologische Faktoren eine Rolle.

Innerhalb dieses komplizierten Netzwerkes von Wechselwirkungen besteht eine große Vielfalt der möglichen Symptome und eine gewisse Schwierigkeit, der eindeutigen Zuordnung von gelenkbezogenen Symptomen zu einem definierten Krankheitsbild. Dies liegt unter anderem daran, dass solche Symptome, wie z. B. Geräusche bei Unterkieferbewegungen oder Seitabweichung des Unterkiefers bei der Mundöffnung bei bis zu 70% der gesunden Bevölkerung vorkommen, ohne allerdings einen therapiebedürftigen Krankheitswert zu besitzen. Die beiden häufigsten Beschwerden einer craniomandibulären Dysfunktion, die eingeschränkte Beweglichkeit des Unterkiefers und der diffuse Gesichts- bzw. Kiefergelenksschmerz, andererseits, können durch viele verschiedene Erkrankungen hervorgerufen werden (siehe dazu z.B. die Klassifizierung der American Academy of Orofacial Pain unter www.aaop.org). Daraus ergibt sich die Forderung nach einer ausgiebigen Diagnostik mit ggf. anschließender, daraus abgeleiteter, konservativer Therapie, welche in erster Linie die Ausschaltung störender Faktoren des Kauapparates, die Harmonisierung des Ablaufes der Kieferbewegungen und damit die Vermeidung bzw. Minderung mechanischer Überbelastung des Gelenkes zum Ziel hat. Erst nachdem diese Therapie ausreichend lange betrieben wurde, sollten die diagnostischen und therapeutischen Mittel der Kieferchirurgie in Erwägung gezogen werden. Diese sollten am Ende der diagnostisch-therapeutischen Skala bei Kiefergelenkesbeschwerden stehen.

 

 

Indikationen zu operativen Eingriffen am Kiefergelenk

Die Indikation für eine chirurgische Therapie besteht bei stark ausgeprägten Funktionseinschränkungen und Schmerzzuständen, welche gelenkbeding (arthrogen) entstanden sind und sich darüber hinaus als therapieresistent gegenüber konservativen Behandlungsmaßnahmen erwiesen haben.
Zur Erhöhung der Erfolgsaussichten einer Operation müssen davon die muskelbedingten (myogenen), also nicht-arthrogenen Erkrankungen identifiziert werden, da diese nicht chirurgisch sondern konservativ zu behandeln sind. Dies unterstreicht nochmals die Bedeutung einer exakten differenzialdiagnostischen Untersuchung zu Beginn jeder Behandlung. Diese Abgrenzung ist mit unter schwierig durchzuführen, da auch nicht-arthrogene Gelenkserkrankungen sekundär zu Veränderungen des Gelenkes führen können. Wenn auch in solchen Fällen eine Operation bestenfalls günstige mechanische Voraussetzung für eine störungsfreie Funktion des Kiefergelenkes schaffen würde, so würde sie nicht die primäre Ursache für die krankhaften Veränderungen beseitigen und somit letztlich nicht zum langfristigen Therapieerfolg führen.
Obligate Indikationskriterien, die eine strenge Selektion von Patienten, die von einem operativen Eingriffes profitieren würden, gewährleisten sollen sind:

  1. Vorhandensein von Schmerzen und/oder Funktionsbehinderungen in einem beeinträchtigende Maße - schmerzlose Gelenksgeräusche oder Reiben im Kiefergelenk alleine Stellen keine Operationsindikation dar.
  2. Nachweis eines morphologischen Korrelates zu den klinischen Beschwerden durch Bildgebende oder invasive Untersuchungen.
  3. Wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem morphologischen Korrelat und den klinischen Beschwerden und die Wahrscheinlichkeit einer Verbesserung der Symptomatik nach einer Kiefergelenksoperation.
  4. Therapieresistenz der Beschwerden gegenüber einer konservativen (nicht chirurgischen) Therapie, welche ausreichend lange -in der Regel mindestens sechs Monate - angewandt wurde.
  5. Abwesenheit von Kontraindikationen für einen operativen Eingriff wie z. B. psychische Erkrankungen oder muskuläre Hyperaktivität der Kau- und Gesichtsmuskulatur.
  6. Sicherstellung der weiterführenden postoperativen Therapie in Form von Krankengymnastik bzw. prothetischer Schienentherapie.
  7. Gute Kooperation (compliance) des Patienten. Patienten, die von vornherein einer operativen Maßnahme ablehnend gegenüberstehen oder an der postoperativen Therapie nichts teilhaben wollen, sollten einer Operation nicht unterzogen werden.

Nach Prüfung der oben genannten Gesichtspunkte und Kriterien kann beispielsweise bei folgenden Erkrankungen eine chirurgische Intervention indiziert sein:

  • Hypermobilitätsstörung
  • Arthrosis deformans
  • chronische rheumatische Arthritis
  • Ankylose des Kiefergelenkes
  • Entwicklungsstörungen wie die kondyläre Hyperplasie
  • Tumoren des Kiefergelenkes
  • traumatisch bedingte Verletzungen, Frakturen

 

 

Operative Therapie des Kiefergelenks

Ziel der funktionellen Kiefergelenkschirurgie ist es, günstige Voraussetzungen zu schaffen, um die körpereigene Anpassung des Gelenkes zu begünstigen, mit dem Ziel einer beschwerdefreien Funktionstüchtigkeit. Das frühere mechanistische Konzept wurde so durch ein funktionelles Konzept abgelöst.
Heute stehen uns sowohl minimal invasive Verfahren wie die Arthrozenthese und die Arthroskopie als auch offene chirurgische Maßnahmen, die so genannte Arthrotomie zur Verfügung.
Bei der Arthrozenthese wird der oberen Gelenksspalte punktiert und anschließend unter Mundöffnungsbewegungen gespült. Dabei wird ein therapeutischer Effekt durch das Ausspülen von Gewebetrümmern und Entzündungsmediatoren erwartet. Bei der Arthroskopie sind zusätzlich eine direkte Inspektion und bestimmte therapeutische Maßnahmen wie das Lösen von Adhäsionen oder die Glättung von Knorpeloberflächen durch Einsatz eines Trochars und entsprechender endoskopischer Instrumente möglich.
Die offenen Verfahren Stellen vielfach eine ultima ratio - Eingriff dar und kommen erst zum Einsatz, wenn konservative und minimal invasive Maßnahmen keinen Behandlungserfolg erbracht haben. Es kann zwischen einem vor dem Ohr (präaurikulär), hinter dem Ohr (retroaurikulär) und unterhalb des Kieferwinkels (submandibulär) gelegenen Zugangsweg gewählt werden. Grundsätzlich besteht ein, wenn auch geringes, Risiko der Schädigung des Gesichtsnerven (N. facialis) bzw. seiner Äste mit daraus folgender Lähmung der mimischen Muskulatur. Beim retroaurikulären Zugangsweg steht der ästhetisch günstigen Lage der Narbe das Risiko einer Sensibilitätsstörung der Ohrmuschel gegenüber.

 

 

Kieferorthopädische Chirurgie

Liegt eine Dysgnathie (Missverhältnis zwischen dem Ober- und Unterkiefer) gleichzeitig mit Kiefergelenksfunktionsstörungen vor und wird die Dysgnathie als Ursache der Beschwerden festgestellt, so kann durch die Wiederherstellung orthognather Verhältnisse durch eine skeletverlagernde Operation eine Normalisierung der Beziehung des Gelenkskopfes zur Gelenkespfanne und der Gelenksscheibe hergestellt werden. Genauer Daten über die Dauer der postoperativen Umbau- und Anpassungsvorgänge des Kiefergelenkes liegen zurzeit nicht vor. Obwohl nach Literaturangaben bei 25 bis 66 % der Patienten eine Verbesserung der Beschwerden zu beobachten ist, kann eine Garantie für den Therapieerfolg nach heutigem Kenntnisstand nicht übernommen werden. Besonders kritisch ist dies bei Patienten mit einer Angle - Klasse II zu sehen. Als eine unerwünschte Operationsfolge ist in diesem Zusammenhang die postoperative kondyläre Resorption zu nennen. Bei Patienten, bei denen nach Umstellung der Kiefer eine Beschwerdeminderung ausgeblieben ist, kann die Indikation zur weiteren minimal invasiven oder offenen kiefergelenkschirurgischen Maßnahmen unter Berücksichtigung der oben genannten strengen Kriterien in Erwägung gezogen werden.

Die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie bietet verschiedene Methoden zur Erkennung, Einteilung und Behandlung von therapieresistenten Kiefergelenksbeschwerden an. Diese kurze Übersicht verzichtet bewusst auf die detaillierte Schilderung der Operationstechniken, welche im Einzelnen für jeden Fall individuell ausgewählt und mit dem Patienten besprochen werden müssen. Dabei ist es wichtig, dass die zur Verfügung stehenden Mittel vom Patienten, dem überweisenden Arzt oder Zahnarzt und insbesondere vom Chirurgen selbst im Hinblick auf einen Therapieerfolg realistisch eingeschätzt werden.

 

 

Weiterführende Links im Internet

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Ich würde sagen, du vertauschst etwas: eine Kieferfehlstellung kann zu einer Gelenksarthrose führen, nicht umgekehrt. Wird diese Fehlstellung (operativ) behoben, kann dies wiederum zur Besserung der Gelenkprobleme führen.

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Ich würde sagen, du vertauschst etwas: eine Kieferfehlstellung kann zu einer Gelenksarthrose führen, nicht umgekehrt. Wird diese Fehlstellung (operativ) behoben, kann dies wiederum zur Besserung der Gelenkprobleme führen.

 

...genau das ist der Punkt weshalb ich meine o.g. Fragen hier gepostet habe, da mir von einem Zahnarzt  gesagt wurde, daß eine Gelenkarthrose "ursächlich"  zu einer Kieferfehlstellung  führen kann, "auch wenn keine" wachstumsbedingte Kieferfehlstellung (= Dysgnathie) vorliegt.

 

Wenn eine Gelenkarthrose  "auch bei Nichtvorhandensein"  einer wachstumsbedingten Kieferfehlstellung zu einer Kieferfehlstellung führen könnte, dann müßten ja  "folgerichtig" alle Menschen mit Gelenkarthrose eine Kieferfehlstellung  haben, was ich sehr irritierend fand.

 

Deshalb  war ich  unsicher, ob eine Gelenkarthrose "allein" zu einer Kieferfehlstellung und Gesichtsasymmetrie führen kann, "auch wenn keine"  wachstumsbedingte Kieferfehlstellung (= Dysgnathie) vorliegt, wie mir dies ein Zahnarzt gegenüber behauptet hat.

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..genau das ist der Punkt weshalb ich meine o.g. Fragen hier gepostet habe, da mir von einem Zahnarzt  gesagt wurde, daß eine Gelenkarthrose "ursächlich"  zu einer Kieferfehlstellung  führen kann, "auch wenn keine" wachstumsbedingte Kieferfehlstellung (= Dysgnathie) vorliegt.

 

Natürlich kann das sein. Für muskuläre Überbelastung kann es viele Ursachen geben. Da gibt es weder einfache Fragen noch einfache Antworten.

 

Ich würde sagen, du vertauschst etwas: eine Kieferfehlstellung kann zu einer Gelenksarthrose führen, nicht umgekehrt. Wird diese Fehlstellung (operativ) behoben, kann dies wiederum zur Besserung der Gelenkprobleme führen.

 

So kann man es keinesfalls betrachten. Im Text der Uni-Hannover wird das auch deutlich so einfache Kausalzusammenhänge gibt es in der Regel nicht um solche Aussagen treffen zu können.

 

Gruß Norbert

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Das ist nicht mein Text. Und niemand sagt, dass Gelenksarthrose Kieferfehlstellungen verursacht. Gesagt habe ich, dass das möglich ist. Im Text steht, es ist sehr schwer Ursache und Wirkung eindeutig zu bestimmen. Es ist auch möglich dass Kieferfehlstellungen Gelenksarthrose verusachen kann aber sehr viel wahrscheinlicher sind eben andere Ursachen. Das kann man dem Text entnehmen. Wichtig scheint mir der Hinweis

 

Zur Erhöhung der Erfolgsaussichten einer Operation müssen davon die muskelbedingten (myogenen), also nicht-arthrogenen Erkrankungen identifiziert werden, da diese nicht chirurgisch sondern konservativ zu behandeln sind. Dies unterstreicht nochmals die Bedeutung einer exakten differenzialdiagnostischen Untersuchung zu Beginn jeder Behandlung.

 

Ich will nicht mit dir streiten, ich finde den Text gut eben weil er versucht ernsthaft zu vermitteln, dass eine OP wirklich das letzte Mittel sein sollte und myogene Ursachen therapiert werden müssen. Also eine OP kein myogenes Problem löst und Arthrose ist überwiegend myogen verursacht. Kleiner Trost wenn es gelingt die muskulären Überbelastungen zu beseitigen haben die Gelenke eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit.

 

Gruß Norbert

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Die eben von Dir zitierte Passage handelt aber von Kiefergelenksoperationen und sagt nur, dass eben diese letzte Wahl sein sollten. Nach denen hat die Threadinhaberin aber gar nicht gefragt.

Der Dysgnathiechirurgie, die Petra40 angesprochen hat, gegen über ist der Text vollkommen neutralbund besagt sogar, dass die chirurgische Wiederherstellung korrekter Kieferverhältnisse voran geht.

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...genau das ist der Punkt weshalb ich meine o.g. Fragen hier gepostet habe, da mir von einem Zahnarzt  gesagt wurde, daß eine Gelenkarthrose "ursächlich"  zu einer Kieferfehlstellung  führen kann, "auch wenn keine" wachstumsbedingte Kieferfehlstellung (= Dysgnathie) vorliegt.

Ganz vage Vermutung - der ZA meinte mit Kieferfehlstellung ganz allgemein eine Abweichung des UK aus seiner zentrischen oder gewöhnlichen Lage, vllt wenn die Gelenkköpfchen u/o andere Gelenkteile durch die Arthrose zerstört, verändert sindß?

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Ganz vage Vermutung - der ZA meinte mit Kieferfehlstellung ganz allgemein eine Abweichung des UK aus seiner zentrischen oder gewöhnlichen Lage, vllt wenn die Gelenkköpfchen u/o andere Gelenkteile durch die Arthrose zerstört, verändert sindß?

 

...bei mir liegt eine wachstumsbedingte Kieferfehlstellung und Gesichtsasymmetrie vor, also keine bloße Abweichung des UK aus seiner zentrischen oder gewöhnlichen Lage und der ZA hat dann behauptet, daß eine Gelenkarthrose dies "alleine" verusachen könnte und zwar auch  dann wenn überhaupt keine wachstumsbedingte Kieferfehlstellung vorliegen würde.

 

Lt. Tenor der Aussage dieses Zahnarztes müßten ja dann alle Menschen mit Gelenkarthrose, also wenn Gelenkteile durch Arthrose beschädigt sind, eine Gesichtsasymmetrie und Kieferfehlstellung bekommen.

 

Nochmal:

Es geht hier nicht um eine bloße Abweichung des UK aus seiner zentrischen Lage, das haben viele Menschen aus unterschiedlichen Gründen, sondern ganz klar um meine o.g.  Frage ob eine Gelenkarthrose als "alleinige" Ursache eine "relevante" Kieferfehlstellung und Gesichtsskoliose verursachen kann, also  "nicht nur"  eine kleine Abweichung des UK aus seiner zentrischen Lage, die perse  "nicht"  zu einer Gesichtsskoliose führen würde wie sie bei mir vorliegt (!!!)

 

In der Literatur habe ich nichts darüber gefunden, daß eine Gelenkarthrose  "alleinursächlich"  eine "relevante"  Kieferfehlstellung mit Gesichtsasymmetrie  verursachen kann, also  "nicht nur"  eine Abweichung des UK aus seiner zentrischen Lage.

 

Im Gegenteil kenne ich viele Patienten mit  starker Gelenkarthrose, die ein völlig symmetrisches Gesicht haben und auch keine Kieferfehlstellung als Folge der  Gelenkarthrose, deshalb konnte ich die Ansicht des ZA nicht nachvollziehen und habe hier die Frage gepostet, die bisher leider nur von "Petristar"  richtig verstanden wurde.

 

Trotzdem vielen Dank für die Antworten, auch wenn ich jetzt genauso schlau bin wie vorher, vielleicht war meine Frage auch zu mißverständlich.

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Eine einseitige Gelenksarthrose deuten auf asymmetrische muskuläre Kräfte hin die das Gelenk übermäßig belasten. Den Zähnen ist es egal wodurch Kräfte erzeugt werden. Ob vom Kieferorthopäden oder muskulär verursacht, sie werden sich bewegen. Also konstante muskuläre Kräfte können das ganze Gesicht verschieben und skelettale und dentale Umbauprozesse auslösen auch noch bei Erwachsenen. Die Betonung liegt auf können da muss schon einiges zusammenkommen bevor so etwas passiert.

 

Bei einer Klasse II OP wird ausdrücklich davon gesprochen, dass Gelenksarthrose ein mögliches und sehr hohes Operationsrisiko ist. Das ist auch logisch weil die Gesichtsmuskulatur stark überdehnt wird und dadurch große Kräfte auf die Gelenke wirken. Sind diese Kräfte asymmertrisch potenziert sich die Belastung für das betroffene Gelenk.

 

Gruß Norbert

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Genau das ist der Punkt: und woher kommen diese asymmetrischen muskulären Kräfte? Durch nicht richtig positionierte Kiefer die in falscher Relation zueinander stehen. Korrigiert man die Fehlstellung wird auch das Gelenk entlastet.

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Ich gebe es auf. Das wird ja häufig gemacht und alle Beteiligten wundern sich warum sich oft nicht der gewünschte Erfolg einstellt. Die Zusammenhänge im Schädelbereich sind sehr viel komplexer und lassen solche Aussagen nicht zu. Das ist auch die Botschaft der Universität Hannover.

 

Es wird die Notwendigkeit  begründet die trationell mechanische Denkweise durch eine funktionelle Denkweise zu ersetzen.

 

Gruß Norbert

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Lieber Norbert, ich spreche nur davon, was ich selbst erlebt habe. Ich hatte eine starke Kieferfehlstellung, die sich massiv auf mein rechtes Kiefergelenk ausgewirkt hat. Anfänglich war es nur ein Knacken beim Kauen, dann kamen Schmerzen hinzu die sich im Laufe der Zeit verstärkten und kurz bevor ich meine Behandlung begonnen habe, ist mir mehrmals am Tag selbst bei einem nur geringen Öffnen des Mundes das Gelenk aus der Pfanne gerutscht - nicht sehr angenehm. Nach meiner Bimax war dieses Problem fast komplett Geschichte. Nur der Unterkiefer bewegt sich beim Öffnen des Mundes leicht nach links, was aber auch nachvollziehbar ist, mein Kiefergelenk ist durch die jahrelange Fehlbelastung falsch abgenutzt und irreversibel geschädigt.

Aber die Schmerzen, das Knacken und das Ausrenken haben sich nach der Bimax ziemlich schnell gegeben. Ich bin heute auf den Tag 3 Jahre uns 3 Tage post-op, mein Biss sitzt wie am ersten Tag, ich bin also trotz rein kieferothopädischer/operativer Behandlung rezidivfrei.

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In der Literatur wird Von Erfolgsraten zwischen 25% bis 66% gesprochen und es ist schön für dich, dass du dazu gehörst. Aber kein Trost für diejenigen die als Misserfolg abgebucht werden. Mit einem mechanischen Erklärungsmodell werden keine besseren Erfolgsraten erreicht, im Mittel 50% das ist wie eine Münze werfen. Die Universität Hannover plädiert für eine funktionelle Denkweise um die Erfolgsraten zu erhöhen und Fehldiagnosen zu reduzieren.

 

Gruß Norbert

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