Tobias_B

Bimax OP am 11.02.2014 - Erste Erfahrungen nach der Operation

Erst einmal, Hallo zusammen! Ich bin neu im Forum angemeldet, surfe aber schon länger und regelmäßig in diesem Forum.

Bei der Vorbereitung zu meiner Bimax habe ich hier viel gelesen und war über jeden Bericht dankbar, so dass ich nun auch meine Erfahrungen hier mitteilen möchte. Vielleicht hilft es ja jemandem  ;-)

 

Meine Bimax-Operation war vor 8 Tagen, am Dienstag dem 11.02.2014 im Bethesda Krankenhaus Mönchengladbach.

Mein Unterkiefer stand zu weit vorne und ich hatte einen offenen Biss, lediglich meine hinteren Backenzähne haben sich beim Zubeißen noch berührt. Nach ca. 8 Monaten KFO-Vorbehandlung ging es dann zur Operation, bei der mein Oberkiefer vorverlagert und gekippt werden sollte, der Unterkiefer nach hinten verschoben und ein wenig nach links geschwenkt und zusätzlich meine Nasenmuscheln gekürzt werden sollten.

 

Tag 1: Ich musste am Dienstag morgens um 6.30 im Krankenhaus sein, die OP war für 8 Uhr geplant. Ich war eigentlich kaum nervös, schließlich werde ich ja schlafen und habe keinen Einfluss darauf, was gleich mit mir passiert. Bei den Ärzten im Krankenhaus fühlte ich mich schon während der Vorgespräche gut aufgehoben. Um halb 8 ging es zur Vollnarkose und pünktlich um 8 zur OP. Der Eingriff sollte 4 Stunden dauern, aber weil der Narkosearzt mich zweimal neu inturbieren musste dauerte der Spaß letzlich 5,5 Stunden. Im Aufwachraum war mir etwas schlecht, ich hatte zu viel Blut geschluckt. Aber wirklich bei vollem Bewusstsein war ich ohnehin nicht, weswegen ich davon nur wenig mitbekommen habe. Ich blieb bis halb 6 im Aufwachraum und wurde dann auf mein Zimmer gebracht.

 

Zwischen meinen Zahnreihen lag ein Splint, der mit Gummies fest gemacht wurde, verdrahtet wird heute laut Ärzten so gut wie gar nicht mehr. Ich hab davon am ersten Tag aber relativ wenig mitbekommen, erst als ich Nachts wach wurde, habe ich den Splint zum ersten Mal registriert und hatte gleich das Gefühl es würde etwas nicht stimmen. Schmerzen hatte ich übrigens kaum, war aber auch reichlich zugedröhnt.

 

Tag 2: An Frühstück war nicht zu denken. Mein Mund war vom getrockneten Blut sehr verkrustet und meine Lippen waren unglaublich geschwollen. Die Schwellung an der Wange hielt sich in Grenzen. Kurze Zeit nach dem Aufstehen kam ich zum Arzt, der mich operiert hatte. Ich teilte ihm mit, sprechen ging von Beginn an auch mit zusammengebissenen Zähnen, dass ich das Gefühl habe ich sitze nicht richtig im Splint. Er hat das sofort bestätigt und den Splint rausgeholt. Er meinte, dass so ein Splint grade bei einem offenen Biss nach der Operation häufig hinderlich sein kann. Ich war extrem erleichtert, dass das Ding rauskam. Konnte meine Zähne schon am ersten Tag nach der OP einige Milimiter öffnen, meine Lippen aber nicht annährend schließen, vermutlich wegen der starken Schwellung.

Der Doc hat mir dann Gummies an die Brackets gepackt, damit mein Biss in der richtigen Position bleibt. Diese Gummies blieben bis zu meiner Entlassung konstant im Mund.

 

Die Ärzte haben dann versucht mir eine Magensonde durch die Nase zu legen. Insgesamt haben sie es 7 mal probiert, ohne Erfolg. Das war wirklich extrem unangenehm und eklig. Die Anatomie meines Halses machte es anscheinend unmöglich die Sonde richtig zu platzieren, deswegen auch die Probleme während der OP. Ich musste also selber essen und trinken. Weil das am ersten Tag nach der OP aber noch ziemlich unmöglich war, bekam ich nur eine große Infusion für Flüssigkeitszufuhr und das war es. Mir ging es am ersten Tag nach der OP wirklich sehr dreckig, es verlief aber alles normal.

 

Tag 3: Am Donnerstag gab es zum Frühstück klare Brühe. Meine Lippe war immer noch stark geschwollen, jetzt kamen auch Wange und Nase dazu. Ich konnte aber mit dem Teelöffel ein bisschen Brühe schlürfen, der Anfang meiner selbstständigen Ernährung. Fortan habe ich auch Flüssigkeit über den Teelöffel zu mir genommen. Das ist zwar extrem mühsam, aber naja, anders ging es nicht. Ein Strohhalm konnte ich nicht benutzen (Schwellung und Lippen). Gesundheitlich war ich fix und fertig, das lag aber nicht an Schmerzen, denn die hielten sich wirklich stark bedeckt. Aber ich habe mich einfach furchtbar gefühlt. Aber es half ja nichts, also einfach liegen bleiben und abwarten, das war die Devise.

 

Tag 4: Am dritten Tag nach der Operation ging es erstmals ein bisschen bergauf. Wie heißt es so schön, am Tiefpunkt geht es nur noch aufwärts. Eins kann ich euch sagen, wenn ihr die ersten 2-3 Tage nach der OP überstanden habt, wird es besser. Trinken konnte ich mittlerweile aus einem Plastikbecher, den ich mir vor die Zähne geklemmt habe. Das war ein großes Fortschritt. Ansonsten habe ich Kalorienhaltige Drinks zu mir genommen, aber die sind wirklich eklig und mehr als 2-3 am Tag habe ich nicht geschafft. Es galt wegen der Infektionsgefahr übrigens nach jedem Drink oder jeder Suppe den Mund mit einer Spülung zu säubern. Diese Spülungen verfärben die Zähne recht schnell, aber mein Zahnarzt hatte mir vorher schon versichert, dass er die Verfärbungen weg bekommt, weil sie nur oberflächlich sind. So hielt ich mich am Freitag also über Wasser und habe auch schon zu Fuß die ersten Runden durchs Krankenhaus gedreht. Gehen sollte die Schwellung lindern, die heute ihren Höhepunkt erreicht hat.

 

Tag 5: Von Freitag auf Samstag ging es wirklich steil bergauf. Und am Samstag fühlte ich mich wirklich deutlich besser. Ich würde fast sagen, mir ging es gut. Die Schwellung war ordentlich zurück gegangen und auch mental konnte ich mir wieder Mut machen. Die mentale Schwierigkeit nach der OP sollte man nicht vergessen, die kann einen echt erdrücken. Also immer Kopf hoch  ;-)

Die Antibiotika bekam ich am morgen klein gemacht, also in acht Teile aufgeteilt. So konnte ich sie zwischen die Zähne schieben, die mittlerweile schon deutlich weiter aufgingen und mit einem Schluck Wasser runterspülen.

 

Der Arzt bestätigte meinen Eindruck und weil ich so gut drauf war, habe ich ein bisschen mit ihm gewitzelt. Das Ergebnis: Er sagte mir, ich könne schon morgen das Krankenhaus verlassen und nach Hause. Das lag unter anderem auch daran, dass ich die Antibiotika auch so schlucken konnte und keine Infusion mehr brauchte. Ich war anschließend natürlich bester Laune hab noch etwas fern geschaut und mich auf zu Hause gefreut. Auch wenn das Krankenhaus wirklich tiptop ist, konnte ich es kaum erwarten raus zu kommen, ich hasse Krankenhäuser einfach.

 

Tag 6: Am Morgen ging es noch einmal zur Visite, die Wunden sind gut verheilt und auch die Schwellung geht immer weiter zurück. Meiner Entlassung stand also nichts im Wege. Meine Gummies hatten sich allerdings ausgeleiert, weswegen ich schon morgen meinen KFO besuchen sollte.

 

Rückblickend zum KH-Aufenthalt vielleicht noch ein paar Infos: Duschen war ich zum ersten Mal an Tag 3, allerdings ohne den Kopf zu waschen. Eine Haarwäsche kam, ganz vorsichtig, am Tag 4 dazu. Zähne putzen ging bei mir schon ab Tag 2, allerdings nur die vorderen Schneidezähne. Nase putzen war wegen der OP und der Nasemuschel-Verkürzung nicht erlaubt, das gilt für die ersten 2 Wochen Post-Op. Ab und an lief mir etwas altes Blut aus der Nase, grade beim Gehen oder beim Schlürfen der Brühe.

 

Zu Hause gab es dann gleich mal ein leckeres Süppchen und kleinen Nudeln, die ich ganz klein geschnitten einfach mit herunter geschluckt habe. Das tat wirklich gut. Ich konnte auch schon Puddings und Yoguhrt essen, indem ich den Löffel zwischen meinen Zähnen herauszog und dann mit der Zunge etwas geschlürft habe. Teelöffel und Plastikbecher sind meine besten Freunde. Ich konnte den ersten Tag zu Hause jedenfalls genießen.

 

Randnotiz: Ich hatte mir eine Bronchitis eingefangen, weswegen ich gesundheitlich nicht auf der Höhe war, für den Kiefer spielt das aber keine Rolle.

 

Tag 7: Am Montag morgen gab es wieder Suppe mit kleinen Nudeln, danach gings zum Zähne putzen, duschen und ab zum KFO. Mein Tagesablauf normalisierte sich von nun an wieder. Der KFO setzte mir neue Gummies in anderes Position ein, die ich zum Essen herausnehmen darf. Nach dem KFO-Besuch habe ich zu Hause ein Weißbrot mit Nutella bzw. Marmelade gegessen. Kruste abgeschnitten und das Weißbrot in kleine Teile geschnitten und einfach ein wenig am Gaumen zerdrückt und geschluckt. 

 

Tag 8: Genau eine Woche nach der OP ging es zum Fäden ziehen ins Krankenhaus. Das ganze war, unter anderem auch, weil meine Lippen völlig kaputt waren, extrem schmerzhaft. Die Schwellung ging zwar zurück, aber die Lippe ist überall aufgeplatzt. Mir wurden zwischen 20 und 30 Fäden gezogen. Aber auch das habe ich nun hinter mir, und schon nach einer Woche das Gröbste geschafft.

 

Abends gab es Kaiserschmarn mit Puderzucker, ebenfalls mit einer kleinen Kuchengabel platt gedrückt, zerkleinert und direkt geschluckt. Es tut wirklich gut, nicht immer nur Suppe zu Essen. Meinen Mund kann ich schon gute zwei Zentimeter öffnen und kriege dementsprechend fast alles rein.

 

Heute, an Tag 9: Ist die Schwellung zwar noch vorhanden und aber deutlich weniger geworden. Habe die Hoffnung, dass ich nächste Woche um diese Zeit keine Schwellung mehr habe...

 

Ich werde euch, wenn gewünscht, gerne weiter auf dem Laufenden halten. Ihr könnt mir natürlich auch gerne Fragen stellen, alles zu beschreiben was nach der OP passiert ist ziemlich schwierig, weil man einfach viel vergisst.

 

Mein KFO denkt, dass noch gut 6 Monate Arbeit vor uns liegen.

 

Ich muss außerdem demnächst zum Logopäden weil meine Zunge beim Schlucken falsch liegt und somit einen offenen Biss provoziert. Ich habe große Angst vor einem Rezidiv, vor allem weil meine Zähne an der einen oder anderen Stelle immer noch nicht ganz geschlossen sind, aber das kriegt der KFO schon hin.

 

Hat jemand von euch Erfahrungen mit Logopädie für die Zungenposition gemacht? Hilft das wirklich weiter?

 

Und ganz wichtig: Habt ihr noch ein paar Ideen was ich so Essen kann?? Es geht eigentlich alles was einigermaßen weich ist und in kleine Stücke zerteilt werden kann. Mir fällt aber recht wenig ein  :sad:

 

Viele Grüße, 

Tobi!

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Hi Tobi,

 

schöner Bericht :-) super daß du es jetzt hinter dir hast! Zur Logopädie kann ich dir nur sagen, daß ich fest davon überzeugt bin, daß es super wichtig ist, die Zunge bzw. die Weichteile im Einklang mit den Knochen zu bringen. 

 

Ich werde auch Logopädie machen, hatte einen zu schmalen OK und das hat verschiedene Ursachen, wie die falsche Zungenlage usw. Meine KFO meinte auch, es nützt nix, wenn man alles korrigiert und dann durch die Kräfte der Zunge bzw. der Weichteile ein Rezidiv verursacht. 

 

Unser Norbert Vogel hier im Forum ist Fachmann auf dem Gebiet, schreib ihn doch mal an. 

 

Zum Thema essen, gibt es im Kunterbunt einen Thread zu. Rührei wird sicher gehen bei dir, alles was weich ist, Kartoffelbrei, Spinat, Kuchen jeglicher Art ;-) 

 

Alles Gute weiterhin !!!  :473:

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Zum Thema Essen:

  1. Suppe mit Grießklößchen
  2. Kartoffelsuppe
  3. Kartoffelbrei
  4. Milchreis
  5. Griesbrei
  6. Magerquark mit Banane
  7. Joghurt
  8. Quark
  9. Apfelmus
  10. Milchshakes
  11. Pudding
  12. Eis

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Hallo Tobias,

 

zum Thema Essen schau mal in meine Signatur, da habe ich den von Susi erwähnten Faden verlinkt. Du bist ja schon ideenmäßig auf dem richtigen Weg, alles was mit der Gabel zerdrückt werden kann, d.h. es geht auch Fisch, Hackfleisch. Ansonsten gilt: Ein Mixer bekommt so gut wie alles klein, auch Obst schmeckt nach dem Umweg über den Mixer immer noch gut. Kakis finde ich schmecken z.B. viel besser, wenn sie durch den Mixer geschickt werden.

 

Und Logopädie bringt bezüglich der Zungenlage extrem viel. Wenn ich es mit über 40 Jahren geschafft habe und meine Zunge sich jetzt freiwillig im Gaumen aufhält, sollten es alle anderen auch schaffen.

 

Liebe Grüße und weiter gute Besserung!

 

Irene

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Hey, danke euch für die schnellen Antworten und die Tipps!

 

@Schockolädchen: Wie viele Sitzungen beim Logopäden hattest du?

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Hallo Tobias,

 

ich hatte vor der Bimax glaube ich insgesamt 14 Sitzungen, etwas mehr als ein Jahr nach der Bimax habe ich mir nochmals ein Rezept für 10 Sitzungen Logopädie geben lassen. Das war aber mehr zu meiner persönlichen Kontrolle, ob jetzt wirklich alles richtig ist.

 

Viele Grüße!

 

Irene

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Hallo Tobias,

als essensvorschläge kann ich noch beitragen:

Mozzarella

Rührei (mit viel Butter und Käse)

Avocado

Griessklösse

Weiches Brot ohne Rinde

Bananen

Ich hatte auch einen frontal offenen biss und nach der op habe ich plötzlich aucb nicht mehr in den Splint gepasst, weshalb der dann nach der Entlassung am 4. tag entfernt wurde und durch Gummis ersetzt (die den Kiefer m.e. genauso gut an der gewünschten Stelle halten).

Logopädie habe ich bereits vor der op gemacht (wegen falschem schluckmuster) und habe jetzt, 3 1/2 Wochen post-op wieder ein Rezept, will allerdings eig nur zu einem Termin hingehen, um mir bestätigen zu lassen, dass sich kein Sprachfehler einschleicht, sondern das nuscheln und lispeln durch die Taubheit der Zunge bedingt ist.

Ich glaube, das wird mir das gute Gefühl geben, nichts wesentliches unversucht gelassen zu haben :-)

Vg, bergfee

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Hallo Tobias,

 

vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht! Mir steht sowas nämlich auch bald bevor und ich habe große Angst vor Schmerzen. Nun gut, da muss man dann halt durch.

 

Was mich noch interessieren würde:

1) Du schreibst, schlückchenweise Suppe usw. Ab wann konntest/durftest Du denn wieder sprechen?

 

2) Wie lange warst Du denn krankgeschrieben?

Ich arbeite z.B. in einer Bank, wenn ich mir da vorstelle, ich darf tagelang nicht sprechen oder sehe total geschwollen aus... Ohje! Kann mir nicht vorstellen, dass man so auf die Menschheit losgelassen wird, oder?

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Andrea: Sorry, dass ich erst jetzt antworte. Habe keine Benachrichtigung erhalten.

 

1) Gesprochen habe ich von Anfang an, aber mit geschlossenen Zähnen. Du wirst deinen Mund am Anfang nicht ordentlich auf und zu bekommen, viele müssen noch einen Splint tragen, der die Zähne in die richtige Position führt, das hatte ich zum Glück nicht.

 

2) Zum Thema arbeiten: Grade direkter Kundenkontakt ist erstmal schwierig. Also 1 Woche Krankenhaus plus 2 Wochen zu Hause solltest du schon einplanen. Und auch nach drei Wochen wird noch nicht alles "normal" sein. Krankgeschrieben kann man glaube ich 4 Wochen werden.

 

Es ist wirklich ne ganz schöne Scheiße gewesen, aber ich würde es wieder machen. Habe morgen übrigens meine Metallentfernung und bin dann endlich komplett fertig!

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Hallo Tobias, 

 

ich habe das Gleiche durchgemacht und mir Deinen sehr ausführlichen Bericht schon vor OP durchgelesen... alle genannten Punkte kann ich rückblickend (heute ist bei mir Tag 11 Post-OP) uneingeschränkt bestätigen! Bei mir war der OP-Verlauf allerdings noch mal etwas schwieriger als bei Dir! Ich weiss nicht was während der OP passiert ist, aber ich brauchte plötzlich zu meinen zwei Eigenblut-Konserven noch weitere Fremdkonserven. Auch haben mich die Ärzte nicht gleich nach der OP wieder aufgeweckt, sondern mich in ein künstliches Koma gesetzt, aus dem sie mich erst 36 Stunden nach OP-Beginn wieder aufgeweckt haben. Danach ging es mir die ersten Stunden und Tage sehr sehr dreckig! Am schlimmsten war für mich die Luftnot durch die zugebundenen Kiefer, Tubus, Magensonde und Nachblutungen im Mund- und Nasenraum. Die Luftnot wurde auch nach Tagen noch nicht besser, selbst als Tubus und Magensonde (die schrecklichste Erfahrung in meinem Leben!) wieder raus waren! Aufgeplatzte Lippen, Fieberschübe (aber keine nachweisbare Infektion), und die Nachwirkungen der Narkose haben ihr übriges dazu getan, dass es mir bis zum Entlassungstag noch sehr schlecht ging! An Essen und Trinken war acht Tage lang nicht zu denken, ich wurde fast ausschließlich über Infusionen versorgt! Eine Woche nach dem Eingriff kamen die Drähte raus und wurden durch die ersten Gummis ersetzt - auch bei mir eine sehr schmerzhafte Angelegenheit, denn die Lippen bluten und bluten (um ehrlich zu sein, bluten sie heute immer noch!). Inzwischen sind bei mir auch noch Schlafstörungen hinzu gekommen, selbst tief in der Nacht bin ich hellwach, denn ich habe Angst einzuschlafen und wieder keine Luft zu bekommen, so wie es mir die ganzen letzten Tage ergangen ist. Die psychische Belastung ist in meinem Fall riesig! Ich will nicht die genaue Zahl an Nervenzusammenbrüchen nennen, aber mehr als zwei sind es (leider). 

Morgen will mich jetzt mein KFO zum ersten Mal sehen. Ich bin schon sehr aufgeregt und nervös, weil ich mir Sorgen mache, ob die Chirurgen bei dem Eingriff auch alles richtig gemacht haben. Die Splints zwischen den Zähnen habe ich übrigens auch noch drin. Die Dinger sind echt unangenehm und auch ich kenne dieses Gefühl, als ob damit was nicht stimmt! 

Hoffentlich wird das alles bald besser, eine zweite OP dieser Art könnte ich - selbst wenn sie nötig wäre - nicht durchstehen! Ich will mit meinen Schilderungen bestimmt niemanden, dem diese OP noch bevorsteht, demotivieren oder gar vom Eingriff abhalten. Aber Tatsachen sind nun mal Tatsachen und ich bin einfach froh, dass ich mir hier mal meine jüngsten Erlebnisse in dieser Richtung von der Seele schreiben konnte... 

 

 

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Hallo Sandra,

 

da hattest (und hast eigentlich immer noch) eine ziemlich üble OP hinter Dir. Wenn es Dir wieder besser geht, wäre es sinnvoll zu klären, ob bei Dir mit der Gerinnung wirklich alles in Ordnung ist, zusätzlich zu den Eigenblutkonserven noch Fremdblut zu brauchen, ist wirklich ungewöhnlich, ich habe z.B. weder bei meiner OK-VV noch bei meiner Bimax irgendeine Form von Blutkonserven gebraucht, es war auch nie von Eigenblutspenden die Rede.

 

Ich wünsche Dir erst einmal gute Besserung, von jetzt an kann es nur noch aufwärts gehen!

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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@Irene: Ich glaube, ob man Eigenblutkonserven braucht, macht der Anästhesist an den Blutwerten fest. Bei mir hieß es, dass die top wären und man daher kein Blut abnehmen muss.

 

Nach Tobias Bericht bin ich doch froh, dass man mir die Magensonde schon während der OP gelegt hat. Was das Gestochere NACH einen Tag nach der OP soll, verstehe ich nicht so ganz.

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@Goriwyn,

 

ich glaube, die Eigenblutkonserven gehören auch zu den Sachen, die irgendwie jeder KC anders handhabt. Dr. Kater stellt es zwar auf seinen Seiten als großer Vorteil seiner Methode raus, dass er keine Blutkonserven braucht, aber wie gesagt, bei allen meinen OPs war nie von Eigenblutspenden die Rede. Und es wurden jedesmal die Blutwerte erst am Tag vor der OP bestimmt, dann wären Eigenblutspenden auch nicht sinnvoll gewesen, da der Körper keine Zeit mehr zum Wiederaufbau gehabt hättte.

 

Und stimmt, warum bei Tobias die Magensonde erst später gelegt wurde, macht wirklich keinen Sinn. Vor allem weil es ja sinnvoll ist, die Magensonde zu haben, um Blut (gutes Brechmittel) abzusagen, dass in den Magen gelaufen ist, selbst bei einer Rachentamponade. Mir wurde zwar am Tag nach der Bimax die Magensonde nochmals neu gelegt, aber das lag daran, dass die erste verstopft war, weshalb ich beim Durchspülen erst einmal vom PJ'ler geduscht wurde.

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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Hallo ihr Lieben, 

 

ein kleines Update von mir: Jetzt ist meine OP 16 Tage her und langsam, aber wirklich nur sehr langsam und in ganz kleinen Schritten, geht es wieder aufwärts! Vor drei Tagen habe ich den Splint raus bekommen. Gestern und heute habe ich wieder ganz kleine Mengen fester Nahrung (Kartoffelbrei, Nudelsuppe) zu mir genommen. Mein Körper rebelliert noch gegen die Nahrung, denn nach zwei Wochen ohne habe ich kein Hungergefühl mehr und muss mich regelrecht dazu zwingen, was zu essen. Aber ich spüre, dass durch das Essen auch langsam die Kraft zurück kommt, was auch für meine Psyche sehr wichtig ist! Morgen bin ich wieder bei meinem KFO, der mich dann weiter quälen wird. Problem ist, dass die Operateure eines der Bänder um meinen hinteren Backenzahn zerstört haben, das jetzt ersetzt werden muss. Außerdem haben die Chirurgen beim Entfernen des Splintes auch eine Schraube im Oberkiefer mit entfernt, die mein KFO jetzt noch dringend gebraucht hätte! Den Splint muss ich auch noch die nächsten Wochen tragen, weil mein Unterkiefer jetzt zwar passt, aber durch zu kurze Muskeln nach hinten in den Rachen zurück fällt. Angeblich soll ich den Splint mit Gummis selbst rein und raus machen können und so lang wie möglich tragen, bis sich die Muskeln im Unterkiefer angepasst haben. Ganz ehrlich, wenn ich das alles im Vorfeld gewusst hätte, ich hätte diese ganze Sache womöglich nie angefangen! Aber jetzt bin ich schon mal so weit, also bringe ich es auch zu Ende! 

 

Noch eine Anmerkung zu der Eigenblutspende: Meine Blutwerte vor der OP waren super, aber die Chirurgen wollten kein Risiko eingehen, weil die OP meines Oberkiefers ziemlich kompliziert war. Darum habe ich vor der OP zwei Mal Eigenblut gespendet, was rückblickend auch ganz gut war! Meine OP sollte ursprünglich "nur" 4-5 Stunden dauern, wie lange sie im Endeffekt gedauert hat, weiss ich nicht, nur soviel, dass ich insgesamt 36 Stunden im sogenannten "künstlichen Koma" gehalten wurde, bis sich meine Werte soweit stabilisiert hatten, dass ich aufgeweckt werden konnte. Von den zusätzlichen Blutkonserven habe ich auch nur durch Zufall erfahren, weil ich mir auf dem Weg zum Röntgen an Tag 4 (Transport mit Rollstuhl) meine Krankenakte genauer angesehen habe. 

 

Rückblickend finde ich krass, dass ich teilweise sehr starke Erinnerungslücken habe... schade nur dass ich mich ausgerechnet an die Dinge sehr genau erinnere, die ich am liebsten vergessen hätte, dazu zählen u.a. die Extubation (an die erinnere ich mich sehr genau!) und die Ernährung bzw. das spätere Ziehen der Magensonde! Ich weiss ja dass das jeder anders empfindet, aber für mich gehörte das wirklich zu den unangenehmsten Dingen während meiner ganzen Zeit im Krankenhaus! 

 

Mein Tipp für alle, die eine solche OP planen oder kurz davor stehen: Informiert euch sehr genau! Und nehmt die Risiken nicht auf die leichte Schulter! Seid euch bewusst, was euch nach der OP erwartet und beschönigt nichts davon! 

 

Ich halte euch auf dem Laufenden, wie es bei mir weiter geht... bis dahin alles Liebe und Danke für Eure Unterstützung!

 

Eure Sandra

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Hallo und frohe Weihnachten!

 

Hier noch ein kurzes Update von mir: Ich bin jetzt an Tag 18 nach meiner Bimax-OP. Gestern Abend ist es mir tatsächlich gelungen, eine Lasagne in ganz kleinen Stücken zu essen! Zum Nachtisch gabs eine Milchschnitte. Für mich war das ein Riesen-Erfolg, wenngleich es auch sehr anstrengend war! Seit meiner OP habe ich jetzt schon sechs Kilo abgenommen und meine Ärzte sind sicher, es werden noch mehr Kilo runter gehen. Ich esse und trinke zu wenig, doch wer will es einem verübeln? Mein Gesicht ist noch immer stark geschwollen und ich versuche im Moment mal einen Tag lang ohne Schmerzmittel durchzuhalten. Nasenspray brauche ich trotzdem, besonders morgens nach dem Aufwachen, wenn durch das lange Liegen (z.T. auch auf dem Gesicht) die Schwellungen wieder besonders stark sind! 

 

Durch den Splint haben sich meine Zähne im Oberkiefer gelockert, weshalb ich ihn im Moment noch nicht tragen kann, obwohl das dringend notwendig ist! Mein KFO hat überlegt, mir auf die Schnelle eine Apparatur anzufertigen, wo der Splint drin eingebaut wird und ich so auf die Gummis verzichten kann. Nur leider hätte es hierfür einen aktuellen Abdruck vom Kiefer gebraucht, was aber genauso unmöglich ist, weil ich durch die Schwellungen den Kiefer nur wenige Zentimeter weit öffnen kann. Jetzt bin ich in knapp einer Woche wieder bei ihm und hoffe, dass die Schwellung dann weit genug zurück gegangen ist. 

 

Im Januar kommenden Jahres muss ich dann auch zum Logopäden und zur Physiotherapie. Bei den ganzen Terminen bin ich echt froh, die OP auf den Winter gelegt zu haben!

 

Mein linkes Auge tränt noch immer. Alles was mich körperlich anstrengt, selbst ein kurzer Sparziergang vor die Haustür, wirkt sich unmittelbar auf das Gesicht aus, was auch psychisch langsam echt belastend wird. Die Fortschritte sind nach wie vor klein, langsam bekomme ich wieder Gefühl in den Lippen, auch wenn ich sie immer noch nicht schließen kann. Was mich schon ein bisschen beunruhigt ist, dass ich im linken Nasenloch, direkt an der Nasenscheidewand, einen harten Knubbel fühle. Ich glaube, dass es entweder ein Knochenstück oder eine der Schrauben ist. Zwei Schrauben kann ich auch unterhalb der Augen unter der Haut ertasten. Laut meinen Ärzten sieht aber auf dem Röntgenbild alles gut aus. 

 

Soweit von mir. Nach Weihnachten melde ich mich wieder! Alles Liebe

 

Eure Sandra

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Hallo Sandra,

 

den Rezeptefaden kennst Du (siehe z.B. meine Signatur)? Da gibt es Ideen in unterschiedlichsten "Weichheits- bzw. Flüssigkeitsgraden". Ich weiß nicht, wie gut Du den Mund aufbekommst, obwohl, wenn Du von Lasagne und Milchschnitte redest, sollte püriertes eigentlich gut gehen und ein Mixer bekommst so gut wie alles klein, je nach Geschmack falls nötig mit Brühe oder Saft verdünnt. Und Sahne (süß oder sauer) kann auch für zusätzliche Kalorien sorgen. Zudem kann ein Arzt auch hochkalorische Flüssignahrung wie Fresubin verschreiben, wenn die Nahrungsaufnahme eingeschränkt ist, was bei Dir ja offensichtlich der Fall ist.

 

Mit dem Splint bin ich mir nicht ganz sicher, was Du meinst, wäre es eventuell möglich, den Splint fest mit dem OK zu verdrahten, wie es z.B. bei mir der Fall war, im Bilderfaden sind Bilder davon?

 

Alles Gute für Dich und schöne Weihnachten (Weihnachtsschokolade von Lindt? in Milch aufgelöst bzw. geschmolzen sollte eigentlich auch für Weihnachtsgefühle sorgen)!

 

Irene

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