ryu1986

Progenie + Kreuzbiss = OP

Hallo Progenica Forum,

ich hoffe euch allen geht es gut und wünsche euch schon Mal ein schönes Wochenende J

 

So ich möchte mich an aller ersten Stelle erstmal vorstellen:

 

Bin 27 Jahre alt, männlich und leide an einer schweren Form der Hämophilie (Bluterkrankheit). Zur Krankheit komme ich später.

 

Kommen wir nun erstmal zur KFO Geschichte. Von 1997 bis 2000 war ich in Behandlung in Wiesbaden bei Frau Dr. med. dent. H*****g. Erstmal lose Spange, dann so eine Art „Bogen“ mit Kontakt zur Stirn und Kinn. Es tut mir leid, falls ich Experten hier verärgere. Kenne jetzt nicht den spezifischen Fachausdruck für diese Apparatur J Danach war eine feste Spange an der Reihe und zu aller Letzt nochmal eine lose. Nun ja, über das Ergebnis kann ich folgendes sagen. Die Zähne waren gerade und sind es bis heute. Aber auch damals war meine untere Zahnreihe „Nanometer“ ein Stück vor der oberen Zahnreihe. Also von Progenie nichts zu sehen und das Gesichtsprofil „optimal“. Zu sagen ist, dass während dieser Behandlung ein Zahn gezogen werden musste. Dies geschah an der Uni Mainz. Musste etwas länger dort bleiben aufgrund meiner Krankheit. Aber das lag auch daran, dass anscheinend die Ärzte nicht so erfahren waren mit der Behandlung eines Hämophilen.

 

Status Quo:

 

Nun haben wir 2014 und die Situation hat sich komplett verändert. Leider zum negativen. Unterkiefer zu weit nach vorne 6-8 mm. Das ist eine Weltreise im Mundraum. Dazu Kreuzbiss. Insbesondere seit 2007 hat sich die Situation jährlich verschlechtert. Ich muss euch ganz ehrlich sagen, dass mir die Progenie erst seit Mitte 2013 aufgefallen ist. Ich weiß nicht, das mag komisch klingen, aber davor habe ich das gar nicht wahrgenommen. Insbesondere wenn beide Zahnreihen auf einander stehen, also ich fest zu beiße, dann sieht man die Progenie SO RICHTIG. Sch**** gelaufen. Erstmal hier im Forum Erfahrungsberichte durchgelesen, mir auf YouTube vor- und nachher Videos angeschaut. Dann hab ich mir gedacht: Junge, auf geht’s zum KFO. Vor ca. 4 Wochen ein Termin gemacht bei Frau Dr. med. dent. T****r in Wiesbaden. Früh morgens hin, Beratungsgespräch gehabt. Da kam es dann auch zu einer, ich sage mal, schnellen Messung von ca. 6-8 mm. Sie hat mir verdeutlicht, dass ohne OP nichts läuft und das war mich persönlich ebenfalls klar. Darüber hinaus hat sie mir Möglichkeiten von eher ästhetischen Zahnspangen aufgezeigt, weil ich daran interessiert war oder immer noch bin. Wisst ihr ich schreibe momentan meine Doktorarbeit und muss nebenbei noch an der Uni den Dozenten spielen und deswegen dachte ich, wenn ich schon vor hundert Leuten stehe, dann sollte vielleicht das eher nicht so zu sehen sein. Aber bin auch ehrlich, ein reicher Mann bin ich nicht, um auf einmal 3000 Euro für unsichtbare Zahnspangen etc. zu zahlen. Arbeite aber akribisch darauf hin ^^ naja lassen wir das Thema jetzt :P

Sie hat mir dann empfohlen mich bei Herrn Dr. med. Dr. med. dent. K**** in Bad Homburg vorzustellen. Ja, genau. Dieser Herr Dr. med. Dr. med. dent. K****, der auch von anderen Beiträgen bekannt ist. Nun, jetzt am Dienstag war ich da. Erstmal wurden da Fotos gemacht von mir. Seitenprofil, Vorderansicht. Jetzt fällt mir auf, dass ich den Namen dieser Person gar nicht irgendwie mitbekommen habe, der das bei mir gemacht hat. Er war aber auf jeden Fall sehr freundlich und informativ. Er hat direkt erkannt, dass bei mir nicht nur der Unterkiefer zu weit nach vorne steht, sondern auch der Oberkiefer etwas zurück. Anhand einer Keynote Präsentation auf seinem Macbook hat er mir die unterschiedlichen Klassenaufgezeigt. Angle-Klassen I – III. Bei mir liegt Letzteres vor. Pech gehabt würde ich sagen. Was solls….er hat mir verdeutlicht, dass diese sogenannte BIMAX-OP Routine sei. Bei mir jedoch, müsste man jedoch ganz besonders vorsichtig sein, da ich ja eine größere Blutungsneigung habe. Gegen meine Blutungsneigung substituiere ich intravenös das Gerinnungsmittel Faktor 8. Er bat mich ins Behandlungszimmer und dort sollte ich auf Herrn Dr. med. Dr. med. dent. K**** warten. Er kam auch rein. Sehr freundlich. Man hat direkt gemerkt, dass dieser Arzt ein Spezialist ist in diesem Fach. Nach kurzem Schauen auf meine Zähne, bei offenem Mund, geschlossenem Mund, den Biss war die Sache für ihn klar: Es liegt eine schwerwiegende Kieferfehlstellung + Kreuzbiss + Dishface etc. vor. Das „witzige“ an dieser Diagnose war oder hat mich etwas auch beeindruckt. Er hat sich ein Diktiergerät geschnappt ist durch das Behandlungszimmer gelaufen und hat die Diagnose für meinen KFO aufgesagt, damit es dann niedergeschrieben wird und an diese versendet wird. Ich wurde in diesen paar Minuten mit medizinischen Fachbegriffen überflutet, aber es hat sich alles schön und gut angehört. Er meinte, dass der beste KFO der Welt dies ohne OP nicht regulieren könnte und die KK mit der niedergeschriebenen Diagnose die Behandlung auf jeden Fall übernehmen würde. Er selbst könnte die Operation, aber nicht vornehmen, da in meinem Fall dies in einem Ort geschehen muss, dass wirklich gewährleisten kann, dass alles optimal verläuft. Also hämatologisches Labor muss angeschlossen sein um präventiv und post-operativ richtig handeln zu können. Hier in der Peripherie, wäre das nicht möglich. Zu sagen ist auch, dass ich von den führenden Ärzten, also Hämostaseologen in Deutschland, die ansässig in Wiesbaden sind, behandelt werde. Dafür bin ich sehr dankbar, das könnt ihr mir alle glauben. Ist nicht einfach mit dieser Krankheit groß zu werden. Ma führt zwar ein normales Leben, aber als Kind vor allem ist man sehr eingeschränkt. Kein Fußballverein, kein Inline-Skating, kein Skateboard. Viele Sachen eben, die man gerne macht als Kind. Die Eltern sind da besonders vorsichtig eben. Heute schaue ich mit anderen Augen darauf zurück. Ich bin für jeden Tag, für die kommenden sehr dankbar. Okay, genug mit Nostalgie und Philosophie. Also hat er mir vorgeschlagen dies an der Uni Main machen zu lassen bei Herrn Prof. Dr. med. Dr. med. dent. W****r. Bevor ich zum KFC gegangen bin, hatte ich natürlich auch ein Gespräch mit meiner behandelnden Hämophilie Ärztin. Diese hat mir ebenfalls Uni Mainz vorgeschlagen, weil diese die entsprechenden Ressourcen hätten, um mit einem Patienten der eine solche Krankheit hat, umzugehen. KFC meinte, dass der Bericht in paar Tagen beim KFO ankommt und ich dementsprechend mich dann mit ihr verständigen sollte.

 

Anfang März habe ich ein Termin beim Hämophiliezentrum in Wiesbaden und den KFO Termin, um dann eben die entsprechenden Modelle etc. machen zu lassen und diese dann bei der KK einreichen zu können. Ich hoffe sehr, dass die KK dies übernimmt.

 

Was meint ihr? KK übernimmt oder nicht? Wie war Eure OP Zeit? Wie lebt es sich mit einem neuen Profil? Wie war die Reaktion eurer Freunde nach der OP, wenn diese euch mit eurem neuen „Gesicht“ gesehen haben?

 

Ich halte euch auf dem Laufenden. Sorry, der Beitrag ist was lang, aber ich dachte ich werde alles los. Klar, habe ich Sorgen und Bedenken, aber die hatten wohl viele. Bin aber entschlossen es machen zu lassen.

 

Besten Gruss

 

Elias

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Das war eine Delair- Maske, damit wird das UK- Wachstum gehemmt und durch Gummizüge die OK- Zähne nach vorne geholt. Das ist rein mechanisch gedacht und auf Dauer wirkungslos wenn die Ursachen nicht therapiert werden. In deinem Fall. nicht nur dass deine Zunge sich überwiegend im UK aufhält sondern du presst auch noch. Dadurch wird weiterhin Wachstum im Unterkiefer angeregt. Wird dieses Fehlverhalten nicht beseitigt, kannst du dir eine OP schenken.

 

Gruß Norbert

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Krasse Geschichte ... mit einem Unterbiss von 6 bis 8 mm bekommst du die OP aber auf jeden Fall von der KK bezahlt :).

 

 

 In deinem Fall. nicht nur dass deine Zunge sich überwiegend im UK aufhält sondern du presst auch noch.

Norbert, wie kommst du zu dieser Aussage? Elias hat doch garnichts dazu geschrieben. Geklärt werden muss natürlich trotzdem, warum sich der Kiefer so negativ verändert hat, die Zungenstellung könnte eine Ursache sein.

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Das kann man aus dem Verlauf schließen. Das hat wenig mit dem Genom zu tun, dieses Zungenverhalten hatte er bereits als Kleinkind sonst wäre es nicht zu dieser Entwicklung gekommen. Wenn ein guter Logopäde meine Annahmen nicht bestädigt würde mich das sehr wundern.

ryu1986 müsste das aber auch selbst bemerken und bestätigen können. Aber eindeutig kann das nur der Logopäde befunden.

 

Gruß Norbert

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Hallo Leute, das werde ich auf jeden Fall ansprechen, wenn ich in paar Tagen den Termin mit der KFOin habe. Danke für die Info, Norbert.

Wie gesagt, falls Interesse besteht, halte ich euch alle gerne auf dem Laufenden. Gut, dass man Erfahrungen austauschen kann, aber wisst ihr bzgl. OPs etc. am Ende des Tages erlebt es jeder irgendwie anders. Da können noch so viele Erfahrungen ausgetauscht werden. Ob gut, oder schlecht, leider muss man durch.

 

Eine Frage an alle, die operiert wurden:

 

Wie lange ward ihr komplett außer gefecht, also auch so arbeitstechnisch gesehen bzw. krankgeschrieben?

 

Okay meine Freunde, lasst es euch gut gehen. Werde weiterhin diesen Thread beobachten.

 

PS: wie heißt dieser spruch? Eine Reise über tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt? Nun ja, die ersten paar Schritte wurden gemacht ;)

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hmm schwer zu sagen. unterschiedlich. jetzt durch die progenie ragt sie natürlich mehr nach "außen" und gegen die untere zahnreihe.

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jetzt durch die progenie ragt sie natürlich mehr nach "außen" und gegen die untere zahnreihe. 

 

Der Zusammenhang ist wahrscheinlich eher andersrum: Durch die Lage der Zunge im Unterkiefer kam es zur Progenie. Die Zunge liegt in der korrekten Ruhelage oben am Gaumen an, wie hier im ersten Bild zu sehen. Beim Schluckvorgang gleitet die Zunge am Gaumen entlang und die Kraft richtet sich nach oben gegen den Gaumen.

 

logopaedie-Lo0.jpg

 

Wenn sie das nicht tut (zweites Bild), wirkt die Kraft beim Schlucken auf den Unterkiefer, welcher sich langsam aber sicher verformt. Wenn du das nicht vor der OP über die Logopädie in den Griff bekommst, ist die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs hoch.

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mskie

Wo hast du denn die schönen anschaulichen Bilder her?

 

So ein Zungenverhalten wird sehr früh erworben und führt immer auch zu einem unterentwickelten Oberkiefer. Man muss da unterscheiden liegt die Zunge entspannt im UK dann ist nur der OK zu klein also nicht richtig entwickelt. Hast du auch Bilder die diesen Zusammenhang illustrieren.

 

Gruß Norbert

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also habe das mal beobachtet über die tage ubd mein zungenverhalten ist ganz normal. befindet sich am gaumen. also nichts mit unterkiefer :)

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ryu1986

 

also habe das mal beobachtet über die tage ubd mein zungenverhalten ist ganz normal. befindet sich am gaumen. also nichts mit unterkiefer :)

 

Das glaube ich erst wenn ein Logopäde das diagnostisch bestädigt.

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mich würde es interessieren, ob man so einen Klasse III Biss irgendwie ohne OP austricksen könnte. Klar kann durch diese optischen Maßnahmen nicht der Biss optimiert werden, aber irgendwie so, dass das Profil halbwegs normal aussieht. In dem vllt die UK Zähne nach innen gekippt werden + OK Zähne nach vorne.

Ich bin kein Experte, deswegen frage ich mal in die runde. In den USA wird dies meist propagiert. Oder ist dsa nur Kokuspokus?

 

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mich würde es interessieren, ob man so einen Klasse III Biss irgendwie ohne OP austricksen könnte. Klar kann durch diese optischen Maßnahmen nicht der Biss optimiert werden, aber irgendwie so, dass das Profil halbwegs normal aussieht. In dem vllt die UK Zähne nach innen gekippt werden + OK Zähne nach vorne.

Ich bin kein Experte, deswegen frage ich mal in die runde. In den USA wird dies meist propagiert. Oder ist dsa nur Kokuspokus?

 

Sicherlich kann man einen Angle Klasse III Biss / Unterbiss bis zu einem gewissen Schweregrad auch dental kompensieren, das heißt über Zahnbewegungen alleine normalisieren. Die unterliegende skelettale Dysgnathie, also das knöcherne Defizit im Oberkiefer kann damit aber kein Meter behoben werden, womit man meistens durch so eine Kompromißbehandlung vor einer Reihe von Problemen steht (Rezidivgefahr, ungenügendes ästhetisches Ergebnis, etc).

 

Klasse III Patienten haben meist ein typisches Profil mit ästhetischen Deformitäten wie flaches Mittelgesicht (Mittelgesichtshypoplasie), steile Okklusalebene, das kann nur mit einer OP behoben werden.

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ja, da hast du recht. in den usa wird aber sowas vielmehr angepriesen, als in deutschland. ich habe mich viel mit amerikansichen websites und berichte etc auseinandergesetzt und viele bieten das auch an. in deutschland hingegen bekommt man meistens die aussage, dass es eben kombiniert werden muss.

 

mich würde das interessieren wer hier schonmal soetwas in betracht gezogen hat oder auch angewendet hat.

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Man kann auch mit Prothetik arbeiten und sich die Zähne überkronen lassen und damit eben in manchen Fällen die skelettale Fehlstellung kompensieren. Wird aber auch nur bei Fällen von geringer Ausprägung gehen...

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ja, da hast du recht. in den usa wird aber sowas vielmehr angepriesen, als in deutschland. ich habe mich viel mit amerikansichen websites und berichte etc auseinandergesetzt und viele bieten das auch an. in deutschland hingegen bekommt man meistens die aussage, dass es eben kombiniert werden muss.

 

mich würde das interessieren wer hier schonmal soetwas in betracht gezogen hat oder auch angewendet hat.

 

Weil die Nachfrage dort eben da ist.

 

Orthognathische Chirurgie kostet dort mal eben 50.000$ - 100.000$ bei der Gesamtbehandlung. Die Wenigsten sind so versichert, dass eine solche Behandlung von den Kassen getragen wird. Natürlich wird sich dann nach Alternativbehandlungen umgesehen, und ich stelle mir vor, auf genau solche verzweifelten Leute gehen diese Quacksalber auf Patientenfang.

 

Es gibt auch Berichte von "facemasks", die das Mittelgesicht anziehen/ansaugen, die man tragen soll zur angeblichen Behandlung der defizitären Maxilla/Mittelgesicht. Ich halte und viele Wissenschaftler das alles für Quatsch, beim Erwachsenen für völlig unmöglich und die "Ergebnisse" wenn überhaupt höchstens temporär. Bei Brustkorbdeformitäten mit konkaver Brust wird auch über so eine Zugkraft mit einer Saugglocke gearbeitet, aber auch hier sind die Ergebnisse fast immer nur temporär und voll von Rezidiven. Was für eine Überraschung.

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